Google Nexus 7 im Test: gelungenes Quad-Core-Tablet mit Android 4.1 für 200 Dollar

Ein Quad-Core-Tablet für 200 Dollar: Mit dem Google Nexus 7 scheint der Moment gekommen, in dem Käufer bei günstigen Tablets keine Abstriche mehr in puncto Leistung machen müssen. Kein anderes 7-Zoll-Tablet in dieser Preisklasse hat eine vergleichbare Leistung zu bieten. Außerdem hat das Nexus 7 die neueste Android-Version 4.1 Jelly Bean an Bord. Wie sich die Touchscreen-Flunder in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht.

Die schlechte Nachricht zuerst: Das von Asus entwickelte Google Nexus 7 kommt zwar bereits Mitte Juli in den Handel, vorerst aber nur in den USA, Großbritannien, Kanada und Australien. Bezüglich eines Marktstarts in Deutschland gibt es leider noch keine Details. Für die ganz Ungeduldigen bleibt dann wohl nur der Export aus dem Ausland.

Design

Das Nexus 7 ist das nächste, schwarze Tablet in einer bereits großen Masse schwarzer Tablets – ein außergewöhnliches Design kann man dem Google-Flachmann nicht gerade attestieren. Lediglich die Rückseite sticht mit ihrer Textur etwas heraus. Sie fühlt sich gummi- bis lederartig an und ist sehr griffig. Was nicht besonders spektakulär klingt, macht das Nexus 7 aber zu einem der am bequemsten benutzbaren Tablets, die uns bislang untergekommen sind.

Apropos Handling: Das Nexus 7 ist vergleichsweise leicht – leichter etwa als Amazons Kindle Fire. Außerdem lassen die abgerundeten, zweifarbigen Kanten das Tablet schlanker wirken als es in Wirklichkeit ist. Mit einer Dicke von 10,45 ist es übrigens einen Millimeter schlanker als der Kindle Fire, der ja nun auch zeitnah in Deutschland starten soll; zu einem ähnlichen Kampfpreis wie das Google-Gerät.

Dank des Übergangs von Silber auf Schwarz und der spitz zulaufenden Seiten wirkt das Nexus 7 schlanker, als es in Wirklichkeit ist.
Dank des Übergangs von Silber auf Schwarz und der spitz zulaufenden Seiten wirkt das Nexus 7 schlanker, als es in Wirklichkeit ist.

Das Nexus 7 ist in erster Linie für den Betrieb im Hochformat ausgelegt. Darauf weist nicht nur der entsprechend konzipierte Homescreen, sondern auch die Linse der 1,2-Megapixel-Webcam im Rahmen oberhalb des Displays hin. Auf der rechten Seite befinden sich der Ein/Aus/Hold-Schalter und direkt darunter eine Wippe zur Lautstärkeregelung. Unten am Gehäuse schließlich sitzen eine 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse und ein Micro-USB-Anschluss. Direkt daneben – auf der Rückseite – fräst der Hersteller einen etwa fünf Zentimeter langen Schlitz ins Gehäuse, aus dem der integrierte Lautsprecher herauströtet.

Mehr gibt es zum Gehäuse eigentlich nicht zu sagen. Speicherkartenslot, HDMI-Ausgang, rückseitige Kamera? Fehlanzeige. Diese Features fehlen einerseits sicherlich aus Kostengründen, machen das Gerät aber auch für Einsteiger in die Welt der Tablets einfacher und schnörkelloser – und damit möglicherweise attraktiver.

Süßes oder Saures? Android 4.1 Jelly Bean

Das Nexus 7 wird das erste Gerät sein, dass mit der neuesten Ausführung des Android Betriebssystems auf den Markt kommt, Version 4.1 beziehungsweise Jelly Bean. Android 4.1 auf dem Nexus 7 fühlt sich kontrollierter und fokussierter an als die Vorgänger-Version und wirkt dadurch auf Einsteiger weniger abschreckend. Obwohl Jelly Bean die gleichen oder sogar noch mehr Möglichkeiten zur Anpassung bietet wie Ice Cream Sandwich, fühlt es sich dadurch aber auch ein wenig eingeengter an.

Ein Grund dafür ist der überarbeitete Homescreen. Er funktioniert zwar prinzipiell genauso wie bei anderen Android-Tablets und lässt sich flexibel konfigurieren. Doch eine Drehung des Geräts ins Querformat macht der Bildschirminhalt nicht mit. In Apps steht die Querformat-Ansicht natürlich nach wie vor zur Verfügung. Dennoch: Wer sich einmal an die Tablet-Bedienung im Querformat gewöhnt hat, wird hier möglicherweise anfangs nicht gerade glücklich sein.

Die Leiste auf der Unterseite des Homescreens ist primär mit Google-Services wie Play, Music, Books und Magazines gefüllt. Außerdem gibt es noch ein Verzeichnis, in dem sich Chrome-Browser, Google Maps, Google Plus, Gmail und weitere Dienste finden. Direkt in der Mitte der Leiste befindet sich der Apps-Button, der eine Liste aller installierten Anwendungen aufruft. Ein Wisch von der Display-Unterseite nach oben öffnet Google Now, einen neuen persönlichen Assistenten.

Google Now zeigt diverse Infos wie das aktuelle Wetter, Fahrpläne und nahegelegene Restaurants an. Das ist zwar praktisch, wenn man eine WLAN-Verbindung hat. Doch wer schon an der Bushaltestelle steht, bekommt hier mangels integriertem Mobilfunk-Modul keine aktuellen Infos mehr zu sehen. Damit wäre das Feature auf einem Smartphone beziehungsweise einem Tablet mit Mobilfunk-Internet sinnvoller.

Mit dem nicht-rotierenden Homescreen wirkt das Nexus 7 im Vergleich zu anderen Android-Tablets etwas eingeengt.
Mit dem nicht-rotierenden Homescreen wirkt das Nexus 7 im Vergleich zu anderen Android-Tablets etwas eingeengt.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Google Nexus 7 im Test: gelungenes Quad-Core-Tablet mit Android 4.1 für 200 Dollar

  • Am 30. Juni 2012 um 11:14 von flx

    ….
    "Was uns nicht gefällt: -langweiliges Design"

    Jetzt mal ganz ehrlich: Was erwartet ihr denn da bitte?!?
    Es is ein Tablet! Ausser nem Bildschirm mit Rahmen drum gibts da nichts groß zu designen.
    Und dann schreibt ihr sogar noch:
    "Lediglich die Rückseite sticht mit ihrer Textur etwas heraus"
    Das heißt die einzige großflächige Variable eines Tablets sticht sogar noch etwas heraus durch das griffige Leder-Gummi-Zeug.
    Wo ist jetzt also genau das Problem mit dem Design? Nur weil es schwarz ist?! Oder wird wieder die ach so hochwertige Alu-Rückseite des iPads vermisst?
    Heutzutage müssen die Hersteller auf jeden scheiss winkel einer Eckenabrundung achten um nicht wegen Designklau von Apple verklagt zu werden und dann wird den Herstellern im Nachhinein vorgeworfen dass es nicht so ‘spektakulär’ wie das Ur-Tablet iPad aussehe.
    Irgendwo fehlt mir da die Logik ;)

  • Am 28. August 2012 um 12:37 von abx

    hehe
    genau das selbe habe ich auch gedacht :D
    Das mit dem HDMI-Ausgang ist jetzt nicht so toll, finde ich. Und die fehlende Speichererweiterung hat man ja auch am ipad (jaja, ticks un dkniffe gibts überall, aber eben nicht standardmäßig..)

  • Am 6. September 2012 um 22:28 von Basti

    Top..
    Mein Gott.. das wär genau das, was ich mir gern kaufen würde.
    Nur wieso baut man den keinen Sd karten slot ein? Das wird doch wohl nicht so ein großer aufwand sein, wenn es sogar billig China Tablet Hersteller schaffen.. 8 bzw. 16 Gb sind schon verdammt wenig..

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