Google Nexus Q im Test: futuristischer Media-Streamer mit Potenzial, aber nicht viel mehr

Mit dem Nexus Q wagt Google den nächsten Angriff auf die Wohnzimmer und Heimkinos dieser Welt. Und zwar mit Stil: Auf dem Fernseh-Schrank sieht der Nexus Q vielmehr wie ein aus Diablo 3 entsprungener Gegenstand aus – und weniger nach Heimkino-Hardware. Während das ebenfalls auf der Google I/O vorgestellte Tablet Nexus 7 mit einem extrem niedrigen Preis für Wirbel sorgte, langt der Suchmaschinengigant bei seinem Media-Streamer kräftig hin: 300 US-Dollar soll das Gadget kosten. Ob sich der Kaufpreis lohnt, verrät der Test.

Für die hohen Anschaffungskosten verantwortlich dürfte unter anderem die Tatsache zeichnen, dass Google den Nexus Q nicht etwa in Fernost, sondern im Heimatland USA fertigen lässt. Vermutlich soll sich die in verschiedenen Farben glühende Sphäre auch eher nicht an die breite Masse richten, sondern Entwicklern und Geeks gleichermaßen einen Ausblick darauf geben, wie man sich im kalifornischen Mountain View die künftigen Wohnzimmer vorstellt. Eines steht fest: Stylisch sieht sie auf jeden Fall aus, diese Zukunft.

Blickt man allerdings hinter die Fassade, wird erschreckend schnell klar, wie wenig der Nexus Q eigentlich kann. Die Google-Kugel streamt Inhalte von Play Music, von Play TV & Movies und von YouTube – und das wars. Eine Unterstützung für Netflix, Pandora, Spotify und dergleichen sucht man hier vergeblich. Immerhin: Mit an Bord ist ein integrierter Verstärker, der ein Paar Lautsprecher antreibt. Aber selbst damit dürfte es sehr schwer fallen, die gegenüber Apple TV (100 Euro) & Co. deutlich höheren Anschaffungskosten zu rechtfertigen.

Hardware

Aber Stück für der Stück der Reihe nach: Wie schon gesagt, der Nexus Q sieht absolut fantastisch aus. Die schwarze Kugel ist lediglich an der Unterseite etwas abgeflacht, um nicht aus dem Regal zu rollen. Das Gehäuse macht einen solide verarbeiteten Eindruck, zu dem auch das mit rund einem Kilo recht kräftige Gewicht passt. Das mattschwarze Finish ist außerdem halbwegs unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken – aber besonders häufig wird man das Gerät ohnehin nicht in die Hand nehmen. Nach dem Einschalten zeigen ein sich diagonal um die Spähre ziehender LED-Ring sowie eine winzige Leuchtdiode in der Mitte an, dass hier etwas passiert. Mit dem Look gehört das Gadget definitiv zu denjenigen, bei denen Gäste neugierig fragen werden: „Was ist denn das bitte?“

Durch ein Antippen der einzelnen LED wird der Ton stumm geschaltet. Ein Drehen an der oberen Kugelhälfte regelt die Lautstärke nach oben beziehungsweise unten. Das funktioniert unterm Strich erfreulich praktisch und intuitiv. Größtenteils wird man das Gadget aber ohnehin über ein Android-Gerät bedienen.

Die Kommunikation mit der Außenwelt geschieht weitgehend drahtlos. Hier unterstützt der Nexus Q sowohl Dual-Band-WLAN nach IEEE 802.11n, Bluetooth und NFC (Near-Field Communication). Für Rechenleitung im Inneren sorgt ein Dual-Core-Prozessor, dem 1 GByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Als Betriebssystem kommt Android 4.0 zum Einsatz, außerdem gibt es 16 GByte integrierten Flash-Speicher.

So sehen die Anschlüsse auf der Rückseite des Google Nexus Q aus.
So sehen die Anschlüsse auf der Rückseite des Google Nexus Q aus.

Auf der Rückseite des Nexus Q befinden sich die Anschlüsse. Hier bringt der Hersteller einen Micro-HDMI-Ausgang und einen optischen Audio-Anschluss unter. Außerdem gibt es eine Ethernet-Buchse für WLAN-freie Haushalte und einen Micro-USB-Anschluss für allgemeine „Hackability“ – wenige Stunden nach dem Launch in den USA haben so die ersten Developer schon Android-Games auf dem Media-Streamer zum Laufen gebracht. Zu guter Letzt sitzen auf der Rückseite noch vier Bananen-Buchsen, um zwei Lautsprecher an den integrierten Verstärker anzuschließen.

In Sachen Anschlüsse steht der Nexus Q unterm Strich gut da. Allerdings sind die Buchsen erstaunlich schwer zu erreichen. So sind sie allesamt etwas im Gehäuse versenkt. Es ist beispielsweise selbst etwas frickelig, den mitgelieferten Mini-HDMI-Adapter in den entsprechenden Anschluss zu buchsieren. Das Einstöpseln des Ethernet-Kabels geht leicht von der Hand, das Entfernen ist aufgrund der versenkten Buchse aber auch hier mit Fummelei verbunden. Immerhin: Sobald einmal alles eingerichtet ist, wird man ja kaum täglich mit den Anschlüssen hantieren müssen.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Google Nexus Q im Test: futuristischer Media-Streamer mit Potenzial, aber nicht viel mehr

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *