Nintendo 3DS im Test: aufgeblasene 3D-Mobil-Konsole mit wenig Neuheiten

So wie die Nintendo DSi einst mit der DSi XL eine große Schwester bekam, kommt jetzt auch die erste 3D-Konsole der Welt auf die Streckbank. Aus der 3DS wird die Nintendo 3DS XL, aus der 3,0-Zoll-Anzeige ein stattliches 4,9-Zoll-Display. Ob der japanische Hersteller der bis dato eher mäßig erfolgreichen Daddelmaschine damit endlich zu Ruhm und Ehre verhelfen kann, verrät der Testbericht.

Mobile Spielekonsolen haben es zur Zeit nicht gerade einfach. Denn die bisherigen Platzhirsche in diesem Feld – Sony und Nintendo – bekommen von den Smartphones kräftig Konkurrenz. Das hat zuletzt auch eine Studie von Flurry eindrucksvoll dargelegt. Hatten iOS und Android bei den Einnahmen durch mobilen Games 2009 zusammen noch 19 Prozent auf dem Zähler, wurden für 2011 bereits 58 Prozent avisiert, Tendenz steigend. Aber ist die Nintendo 3DS XL das richtige Mittel, um gegen Handys und Tablets anzustinken?

Design & Gaming

Das Offensichtliche zum Anfang: Die Nintendo 3DS XL ist viel größer als sein Vorgänger. Erfreulicherweise ist die mobile Spielekonsole aber nicht signifikant dicker geworden – in der Höhe hat das Gerät dafür gegenüber der regulären 3DS um zwei Zentimeter zugelegt. Damit passt sie zwar auch noch notfalls irgendwie in die Hosentasche – bequem ist allerdings etwas anderes. In der Praxis fühlt sich das Gadget in Handtaschen, Rucksäcken und großzügig dimensionierten Innentaschen am wohlsten.

Die Nintendo 3DS XL ist höher und breiter als sein Vorgänger, aber erfreulicherweise nicht dicker.
Die Nintendo 3DS XL ist höher und breiter als sein Vorgänger, aber erfreulicherweise nicht dicker.

Nintendo hat die Gelegenheit ergriffen, die 3DS XL in puncto Design mit der anstehenden Wii U in Linie zu bringen. Zu vormals recht spitz zulaufenden Ecken wurden stärker abgerundet und verleihen dem gesamten System eine rundere und smoothere Erscheinung. Davon profitiert auch die Haptik: Die 3DS XL ist sehr bequem zu halten.

Eine Schattenseite hat das sprunghafte Wachstum aber dennoch. Die Konsole hat nämlich ein paar Pfund zugelegt. Der Zeiger auf der Waage zeigt jetzt 336 Gramm an, während die 3DS mit 235 Gramm etwa ein Drittel leichter war. Zum Vergleich: Selbst die riesige PlayStation Vita ist mit 279 Gramm merklich leichter. Beim Spielen selbst macht sich das zusätzliche Gewicht dann auch bemerkbar. Es fühlt sich an, als müsse man das obere Display ständig oben halten, was mittelfristig für schlappe Hände sorgt. Schade, dass Nintendo hier nicht ein paar Gramm einsparen konnte, denn eigentlich soll man sich ja aufs Spielen konzentrieren und nicht auf ermüdende Extremitäten.

Bei den Bedienelementen gibt es gegenüber der kleinen Schwester keine Veränderungen – die Rufe nach einem zweiten Analog-Stick, wie ihn auch die PlayStation Vita mitbringt, wurden nicht erhört. In der Praxis vermissen wir den zweiten Joystick aber nicht unbedingt. Außerdem würde die Einführung eines zweiten Sticks bedeuten, dass etliche neuere Spiele unter Umständen nicht mehr zur alten 3DS kompatibel wären.

Wie bei der 3DS reagieren auch bei der XL-Ausführung die Bedienelemente ordentlich. Das linke, kreisrunde Pad spricht zwar nicht ganz so gut an, wie wir es uns wünschen würden. Doch die restlichen Tasten bieten die befriedigend robuste Haptik, die man vom Macher des NES erwartet.

Unser Testgerät sieht mit seinem schwarz-silbernen Kunststoffgehäuse recht unspektakulär aus. Wer sich mehr Pep wünscht, ist mit den Farbvarianten Rot, Blau und Silber besser beraten.
Unser Testgerät sieht mit seinem schwarz-silbernen Kunststoffgehäuse recht unspektakulär aus. Wer sich mehr Pep wünscht, ist mit den Farbvarianten Rot, Blau und Silber besser beraten.

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