Günstig und attraktiv: Sony Xperia Miro im Vorab-Test

Das Sony-Design wird wieder gefälliger: Mit dem Xperia Miro wagt sich der Hersteller jedenfalls nicht mehr auf unbekanntes Terrain vor. In Kombination mit einer ordentlichen, aber nicht überragenden Hardware-Ausstattung, der aktuellen Android-Version 4.0 und einem interessanten Preis wirkt das neue Modell wie ein perfektes Mittelklasse-Gerät für Einsteiger. Wir haben bereits einen Prototypen unter die Lupe genommen.

Das Xperia Miro wird im Spätsommer auch in Deutschland auf den Markt kommen. Erste Online-Shops listen es bereits jetzt zu Preisen ab 200 Euro ohne Vertrag, wobei eine Vorbestellung möglich ist. Unsere Kollegen von CNET in England hatten bereits die Möglichkeit, einen Prototypen ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Da es üblicherweise immer noch Unterschiede zum Seriengerät gibt – und sei es nur bei der Software – geben wir dem Miro erst eine Note, wenn uns ein serienreifes Testgerät vorliegt.

Design

Bereits auf den allerersten Blick ist uns das Miro sympathisch. In der jüngeren Vergangenheit ist Sony mit seinem kantigen Design ja im wahrsten Sinne des Wortes angeeckt – zumindest das wird mit dem neuen Xperia nicht passieren. Das Gerät wirkt rundherum sanft und abgerundet, und das nach innen geneigte Kinn unterhalb der Soft-Touch-Tasten ist ein einzigartiges Merkmal. Ein bisschen erinnert es uns an den Knick, den HTC bei seinen frühen Android-Smartphones als Markenzeichen verwendet hat, aber hier wirkt er deutlich massentauglicher. Im Gegensatz zu HTC behauptet Sony aber nicht, dass der Knick auch eine Funktion hat: Laut HTC rückte die Gehäuseform das Mikrofon nämlich näher an den Mund. Bei Sony handelt es sich hier um eine rein optische Geschichte.

Ein weiteres einzigartiges und durchaus interessantes Design-Merkmal ist die farbige Leuchtdiode oberhalb des Xperia-Logos – also zwischen Rahmen und Display. Das Licht dimmt sanft ein und aus, und auch, wenn das auf die Nutzbarkeit des Smartphones nur eine überschaubare Auswirkung hat, gefällt uns das sehr gut. Noch dazu sammelt das Miro so Pluspunkte in einem hart umkämpften Markt, in dem die Hersteller mit technischen Finessen aus Kostengründen sehr sparsam umgehen müssen.

Das Gehäuse stapelt mit einer Bauhöhe von 9,9 Millimetern laut Hersteller nicht sonderlich hoch. Klar, es gibt schlankere Geräte, aber klobig ist das Miro keinesfalls. Dazu passt das vergleichsweise geringe Gewicht von 110 Gramm. Zum Vergleich: Das iPhone bringt bei gleicher Display-Diagonale und ähnlichen Abmessungen mit gut 135 Gramm spürbar mehr Gewicht auf die Waage.

Apropos: Das Display entspricht mit einer Diagonale von 3,5 Zoll exakt der Größe aller iPhone-Modelle, allerdings liegt die Auflösung mit 320 mal 480 Pixeln freilich nicht auf Retina-Niveau, sondern dort, wo sich die ersten drei iPhone-Generationen befunden haben. Schlecht ist das nicht, aber im Vergleich zu höherklassigen Geräten mit weitaus mehr Pixeln erscheint die Darstellung durchaus etwas pixelig. Hochauflösende Videos und Webseiten mit kleiner Schrift – das macht hier keinen Spaß. Wer aber nur gelegentlich Nachrichten auf Mobil-Webseiten abruft, mal einen Youtube-Clip betrachtet oder in Angry Birds Vögel auf Schweine schleuert, wird gut damit leben können. Außerdem darf man ja nicht vergessen, dass der im Vergleich zum iPhone 4 günstige Preis ja auch irgendwo begründet ist.

Ausstattung

Der Prozessor arbeitet mit 800 MHz. Auch das ist nicht gerade das Ende der Fahnenstange. Damit ist das Miro zwar schnell genug, um bei der Bedienung einen flüssigen Eindruck zu hinterlassen und seinen Nutzer nicht zu nerven, aber wer ein Smartphone sucht, um 3D-Autorennen oder -Rollenspiele zu zocken, sollte sich besser nach einer leistungsfähigeren Alternative umsehen. Sobald uns das finale Gerät vorliegt, reichen wir natürlich Benchmark-Ergebnisse nach.

Auf der Rückseite befindet sich eine 5-Megapixel-Kamera. In diesem Preisumfeld entspricht die Auflösung dem Durchschnitt, und auf Anhieb gehen Fotos und Videos durchaus in Ordnung. Große Hoffnung auf eine erstklassige Bildqualität in dunklen Umgebungen haben wir allerdings nicht.

Im internen Speicher sind knapp 3 GByte unbenutzt. Wenn das nicht ausreicht, lässt sich das Sony mit einer microSD-Speicherkarte um bis zu 32 GByte aufrüsten. Die übrige Ausstattung entspricht der anderer Geräte in dieser Preisklasse: WLAN, GPS, UMTS sowie Bluetooth sind selbstverständlich an Bord.

Softwareseitig bringt das Smartphone die (fast) aktuelle Android-Version 4.0 alias Ice Cream Sandwich mit – so muss das sein. Um so mehr fragen wir uns, warum sich der outdoor-taugliche Bruder Xperia Go noch mit dem angestaubten Gingerbread alias Android 2.3 herumschlagen muss. Hier wie dort gibt es aber eine hübsche Oberfläche, der man anmerkt, dass Sony hier viel Liebe investiert hat. Wie üblich sind alle wichtigen Programme wie Webbrowser, Mail-Client und Google Maps vorinstalliert. Dazu gibt es eine Handvoll Sony-eigener Anwendungen sowie den Google Play Store. Er ist der Nachfolger des Android Markets – und damit schlicht der App Store von Google, in dem zigtausende Apps und Spiele um die Gunst der Kunden buhlen.

Vorläufiges Fazit

Wer auf der Suche nach der besten Kamera, dem schnellsten Prozessor, der höchsten 3D-Power oder dem schärfsten Display ist, ist hier falsch. Dafür kostet das Xperia Miro aber deutlich weniger als die entsprechenden Vertreter, sieht gut aus, liegt gut in der Hand, und bringt Hard- und Softwareseitig alles mit, was man als Durchschnittsnutzer so braucht. Dazu passt auch der Preis hervorragend. Nur ein etwas schärferes Display würden wir uns wirklich wünschen.

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