Wasserdichtes und stoßfestes Gehäuse für das iPhone 4 / 4S: LifeProof Case im Test

So ein iPhone ist schon etwas Feines – aber nur solange es weder auf den Gehweg noch in die Toilettenschüssel fällt. Wer ein Talent für solches Ungeschick hat oder unter harten Bedingungen im Freien arbeitet oder seine Zeit vertreibt, sollte unbedingt einen Blick auf das LifeProof Case werfen: Es macht das aktuelle iPhone wasser- und stoßfest.

Zumindest in den USA hat das LifeProof-Gehäuse einen hervorragenden Ruf: Es soll mit das stabilste iPhone-Case sein, das es gibt. Hierzulande ist es nicht nur unbekannt, sondern auch noch vergleichsweise teuer. Das sorgt zum einen natürlich für einen gewissen Exoten-Status, zum anderen ist es aber auch jeden Cent wert – spätestens dann, wenn es das teure Apple-Handy vor einem fatalen Wasser- oder Sturzschaden gerettet hat.

Design

Wer bei wasserdicht und stoßfest gleich an Panzerglas und Edelstahl denkt, liegt komplett falsch. Das LifeProof schützt zwar zusätzlich noch vor Dreck und Schnee, aber es ist dünner und flacher als alle anderen iPhone-Gehäuse, die der Markt zu bieten hat. Noch dazu muss man es weder aufklappen noch das iPhone herausnehmen, um es bedienen zu können. Da steckt eben einiges an Hirnschmalz drin. Das sagt zumindest LifeProof-Chef Gary Rayner, der die Entwicklungskosten auf kräftige zwei Millionen US-Dollar beziffert.

Nach einiger Zeit im praktischen Einsatz können wir zumindest bestätigen, dass die Hülle die perfekte Balance zwischen Design und Stabilität getroffen hat. Sie macht das Smartphone zumindest nicht total klobig und damit unpraktisch – und ja, sie macht das iPhone komplett wasserdicht. Trotz fünf Monate langer intensiver Nutzung mit etlichen absichtlichen und unabsichtlichen Stürzen, Besuchen in der Dusche und im Pool sowie Flüge in Schneeberge tragen weder Gehäuse noch Handy sichtbare Spuren davon. Und ja: Man kann mit dem LifeProof auch Unterwasser-Aufnahmen mit dem iPhone durchführen, solange man die maximale Tauchtiefe von zwei Metern nicht unterschreitet – und solange man die Aufnahme vor dem Eintauchen startet. Denn sobald das Display mit Wasser bedeckt ist, reagiert es nicht mehr auf Nutzereingaben.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. So hat auch das LifeProof ein paar Haken. So ist zum Beispiel der Kopfhöreranschluss ein Stück nach innen verlagert, womit die meisten Standard-Stecker nicht passen. Immerhin legt der Hersteller einen Adapter bei, der das Problem löst. Zumindest solange er nicht verloren geht. Wenn er im Einsatz ist, ist er zwar sicher und wasserdicht mit dem Gehäuse verschraubt, aber er lässt sich eben auch entfernen – und verlieren. In dem Fall braucht man Ersatz fällig, und der ist in Deutschland kaum zu bekommen. Selbst in den USA kostet das kurze Kabel heftige 20 Dollar. Die Alternative dazu stellt natürlich ein Bluetooth-Headset dar.

Der zweite Haken findet sich beim der Klammer-Mechanismus, der den Dock-Connector auf der Unterseite des Handys versiegelt. Das Original-Kabel von Apple lässt sich zwar problemlos einstecken, aber solange das iPhone in seinem Gehäuse steckt, lässt es sich nicht mit Audio-Docks verbinden. Der Hersteller hat dafür immerhin einen optionalen Adapter im Programm.

Leistung

Eine Herausforderung für solche Gehäuse ist es natürlich, die Peripherie des Smartphones zu schützen und gleichzeitig ihre Funktion nicht zu beeinträchtigen. Zumindest bei der Kamera scheint das gelungen zu sein. Die Hülle bringt eine zusätzliche Glasscheibe mit, die die Apple-Optik abdeckt, aber keine sichtbaren Auswirkungen auf die Foto-Qualität hat.

Das gleiche gilt auch für die Lautsprecher. Hier kann ebenfalls kein Wasser eindringen, der Schall darf aber raus. Wir haben die Dämpfung zwar nicht gemessen, aber das Handy kann sich noch immer lautstark mit Klingeltönen bemerkbar machen und wir können weiterhin Lieder und Youtube-Clips mit Sound in kleinen Gruppen hören. Für das Drücken der Tasten ist etwas mehr Kraft nötig, aber sowohl Power als auch Lauter/Leiser und Mute funktionieren problemlos.

In den USA gibt es auch weiteres Zubehör, darunter verschiedene Halter für Sportgeräte, ein Armband, einen Schwimmer und so weiter. Darüber hinaus sind weitere Farben angekündigt. Derzeit ist die Auswahl in Deutschland noch etwas mau – aber wir gehen fest davon aus, dass wir künftig auch hier mehr Auswahl haben werden.

Fazit

Abgesehen von der etwas nervigen Lösung beim Kopfhörer-Anschluss ist das LifeProof Case zweifelsfrei das beste Gehäuse für das iPhone 4 und 4S, das wir jemals in den Fingern hatten – vorausgesetzt, ein intensiver Schutz hat hohe Priorität. Dafür nehmen wir die etwas klobigeren Abmessungen auch gerne in Kauf. Der Preis ist natürlich happig, aber wie schon gesagt: Ein Sturz- oder Wasserschaden, und die zu zahlende Summe wäre viel höher. Deswegen können wir dieses Produkt jedem iPhone-Nutzer mit Pech oder dem Interesse an Outdoor-Sportarten nur ans Herz legen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Wasserdichtes und stoßfestes Gehäuse für das iPhone 4 / 4S: LifeProof Case im Test

  • Am 21. Juli 2012 um 11:28 von joebeam

    Falsche Gehäuse im 1. Bild?
    Das abgebildeten Gehäuse im 1. Bild passt nicht zu den Gäusen in den weiteren Bildern und nicht zum Bild auf der Herstellerseite.

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