Ion Audio iCade Mobile im Test: Gamepad für iPhone und iPod Touch

Nur eine Konsole mit Tasten ist eine gute Konsole? Auf dem Touchscreen von iPod und iPhone macht Zocken keinen Spaß? Das iCade Mobile von Ion Audio verpasst den iOS-Boliden einen Satz Knöpfe und ein Steuerkreuz im Stile der 90er-Jahre-Daddelmaschinen – frei nach dem Motto: Nicht schön, aber effektiv. Wie sich das Ion Audio iCade Mobile in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht.

Ion Audio ist kein Neuling mehr, was Gaming-Peripherie für Apple-Geräte angeht. Der US-Hersteller hatte sich vor gut einem Jahr damit einen Namen gemacht, einen Aprilscherz des Gadget-Shops ThinkGeek Realität werden zu lassen: Das iCade verwandelt das iPad in einen Retro-Arcade-Automaten im Miniatur-Format. Mit dem iCade Mobile nimmt die Firma jetzt auch kleinere iOS-Devices ins Visier.

Design

Wer aus irgendeinem Grund das Produktbild nicht gesehen hat und versucht, sich anhand der ersten Beschreibung das iCade Mobile vorzustellen, wird in erster Linie eines tun: Lichtjahre daneben liegen. Denn das Addon ist designtechnisch so weit vom iPhone entfernt, wie nur irgendwie möglich. Das 60 Euro teure Gadget ist lang, dick, schwer und besteht aus Plastik. Mit einem eingesteckten iPhone erinnert das seltsame Konglomerat etwas an einen Atari Lynx.

Mit dem Atari Lynx hat das iCade Mobile eine weniger schöne Gemeinsamkeit: Hüben wie drüben fehlt ein analoger Stick. Stattdessen gibt es lediglich ein Vier-Wege-Steuerkreuz auf der linken Seite des Displays. Rechts davon bringt Ion Audio vier weitere Tasten unter. Außerdem finden sich auf den Schultern zweimal zwei Feuertasten, von denen jeweils eine wie ein Abzug geformt ist. Was die Kompatiblität angeht, gibt es ebenfalls eine Enttäuschung: Das Sammelsurium an unterstützten Spieletiteln fällt recht übersichtlich aus. Ein universales Daddel-Gerät ersteht man mit dem iCade Mobile also nicht. Und nein: Street Fighter funktioniert nicht einwandfrei.

Das iCade Mobile verfügt über insgesamt vier Schultertasten.
Das iCade Mobile verfügt über insgesamt vier Schultertasten.

Als das iCade Arcade Cabinet für das iPad auf den Markt kam, war mit Sicherheit auch das clevere Design für den Erfolg verantwortlich. Der Kasten, in den der Anwender das iPad einschiebt, hat überhaupt keine Funktion, sorgt aber für den richtigen Flair bei Retro-Spielen – und sieht einfach klasse aus. Hier ergeben auch der altertümliche Joystick und die grobschlächtigen Tasten Sinn.

In tragbarer Form sieht die Geschichte aber anders aus. Wenn das iCade Mobile nicht gerade Erinnerungen an die frühen 90er Jahre und dessen Spielekonsolen wecken soll, reicht das D-Pad nicht aus. Wir erwarten mindestens einen analogen Joystick, besser sogar zwei, um moderne Spiele wie Ego-Shooter daddeln zu können. In der Praxis hält sich der Hersteller an Gameboy & Co. – unter den unterstützten Spielen finden sich in erster Linie Klassiker aus den 80er und frühen 90er Jahren sowie modernere, aber simple Indie-Titel mit Retro-Flair. Hier leistet der Controller gute Dienste, fühlt sich aber etwas billig an. Vielleicht fertigt Ion Audio ja dort, wo auch die PlayStation-Controller-Nachbauten herkommen.

Hier ist das iCade Mobile neben einem Game Gear von Sega zu sehen.
Hier ist das iCade Mobile neben einem Game Gear von Sega zu sehen.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Ion Audio iCade Mobile im Test: Gamepad für iPhone und iPod Touch

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *