Cloud Print für Android: Mit dem Smartphone via Google Cloud Print drucken

E-Mails, Fotos oder Dokumente ausdrucken: Das klappt mittlerweile auch vom Android-Smartphone aus – ohne dafür extra den Rechner einschalten zu müssen. So gut wie alle namenhaften Hersteller von Druckern bieten eine kostenlose App für Googles mobiles Betriebssystem an, mit der sich Webseiten, E-Mails samt Anhängen, Word-Dokumente, PDFs, Text-Dateien oder Bilder über die WLAN-Verbindung direkt vom Handy an den Drucker senden und auf Papier bringen lassen.

Kodak nennt seine Anwendung beispielsweise Dokumentendruck, Brother und Epson setzen auf den Namen iPrint, bei HP heißt sie ePrint und Lexmarks App hört auf den Titel Mobile Printing. Auch Canon stellt mit Easy-PhotoPrint seinen Kunden eine mobile Anwendung zur Verfügung. Allerdings ist der Funktionsumfang der App recht dürftig. Sie druckt nur Fotos aus der Galerie. PDFs oder andere Dokumente unterstützt sie nicht.

Damit das Ausdrucken vom Smartphone überhaupt klappt, muss man über einen explizit unterstützten Drucker verfügen. In Regel sind das ausschließlich moderne Geräte die auch WiFi-fähig sind. Wer einen kompatiblen Drucker besitzt, lädt einfach die App des Herstellers herunter, verbindet sein Smartphone mit dem Drucker und kann im Prinzip sofort losdrucken. Ist der eigene Drucker jedoch etwas älter und noch nicht mit einer WLAN-Unterstützung ausgestattet, bietet Googles Dienst Cloud Print eine Alternative. Auch für Besitzer eines Canon-Druckers wird so das Ausdrucken von E-Mails, Webseiten, Word-Dokumenten oder PDFs möglich.

Eine App, die das Drucken mit dem Smartphone via Google Cloud Print ermöglicht, hört auf den treffenden Namen Cloud Print. Ist sie auf dem Smartphone installiert, muss der Anwender zuerst noch den Drucker bei Google Cloud Print registrieren.

Wer einen Cloud-Ready-Drucker wie Canons Pixma MX895 besitzt, benötigt in der Regel nicht einmal einen PC für dessen Einrichtung. Das Drucken klappt dann ebenfalls ohne eingeschalteten Rechner. Im Menü des Druckers sucht man einfach unter dem Punkt Webservices – oder einer ähnlichen Option – Googles Cloud-Print-Dienst, klickt sich durch die Einrichtung und akzeptiert am Ende die Registrierung. Daraufhin spuckt das Gerät eine Seite mit einem Link beziehungsweise einem QR-Code aus, der zur finalen Bestätigung der Registrierung des Druckers führt. Hier kann der Nutzer den Google-Account auswählen, mit dem er seinen Drucker verknüpfen möchte. Eine ausführliche Anleitung sollte für die unterschiedlichen Drucker-Modelle jeweils auf der Homepage des Herstellers zu finden sein. Je nach Gerät kann zuvor auch noch eine Aktualisierung der Firmware des Druckers anfallen. So beispielsweise bei Canons Pixma MX895.

Möchte man einen „herkömmlichen“ Drucker mit Googles Cloud-Print-Dienst verbinden, ist auch nicht viel mehr Aufwand notwendig. Allerdings ist das Drucken vom Smartphone aus dann nur bei eingeschaltetem PC möglich. Zudem klappt das Drucken via Google Cloud Print nur in Kombination mit Googles Webbrowser Chrome. Windows-XP-Nutzer benötigen außerdem Microsofts XML Paper Specification Pack. Die Option zum Registrieren des Druckers findet sich dann ganz am Ende in den Einstellungen beziehungsweise nach dem Einblenden der erweiterten Einstellungen des Chrome Browsers.

Ist alles eingerichtet, sucht und erkennt die App Cloud Print den Drucker automatisch nach dem ersten Start. Dann kann es mit dem Drucken losgehen. Per Fingerwisch wechselt der Smartphone-Besitzer zwischen den Bereichen Lokal, Hauptmenü und Web. Unter dem Tab Lokal finden sich Optionen zum Drucken von Kurznachrichten, Kontakten oder Fotos aus der Android-Galerie. PDFs, MS-Office-Dokumente und so weiter lassen sich nach einem Fingertipp auf Dateien über einen Datei-Browser von der microSD-Karte auswählen. Unterstützte Formate sind im Einzelnen: pdf, jpg, jpeg, docx, ods, xls, xlsx, ppt, odp, txt, doc und xps. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Text aus der Zwischenablage Einzufügen oder Freihandzeichnungen anzufertigen und auszudrucken. Außerdem können Anwender Dokumente abfotografieren, zurechtschneiden und direkt an den Drucker übermitteln.

Unter dem Tab Web ermöglicht es Cloud Print, Termine von Google Kalender oder Dokumente von den Cloud-Speichern Google Drive und Dropbox auszudrucken. Eine Unterstützung von Skydrive wäre an dieser Stelle noch eine wünschenswerte Erweiterung. Wer möchte, kann zudem auf Facebook und Picasa zugreifen und Fotos direkt vom Smartphone aus auf Papier bringen.

Das Ausdrucken einer E-Mail funktioniert bei Cloud Print nur in Verbindung mit dem alternativen E-Mail-Client K-9 Mail. Im Posteingang tippt man dazu einfach etwas länger auf die gewünschte E-Mail, wählt im sich öffnenden Kontextmenü die Option Weiterleiten Alternativ und klickt dann auf die App Cloud Print. Anhänge einer E-Mail können Anwender auch direkt aus der GMail-App heraus ausdrucken. Nach dem Öffnen tippt man einfach wieder die Option Cloud Print an. Wer GMX Mail oder andere Clients nutzt, kann E-Mails leider nicht direkt ausdrucken. Bestenfalls ließe sich ein Anhang and das Google-Mail-Konto weiterleiten und dann über die GMail-App ausdrucken.

Daneben erlaubt es Cloud Print auch Webseiten auszudrucken. Im Standard-Android-Browser öffnet man dazu das Menü, sucht unter dem Punkt mehr die Option Seitenlink weiterleiten und tippt wiederum auf die App Cloud Print. Dann kann der Nutzer wählen, ob Cloud Print die Webseite erst in ein PDF-Dokument umwandelt oder versucht sie direkt über Google Cloud Print auszudrucken. Zum Umwandeln der Webseite in ein PDF verwendet die App den Online-Dienst PDFmyUrl. Bei sensiblen Daten sollte man am Besten den direkten Weg über Google Cloud Print suchen, auch wenn dann das Layout nicht mehr ganz dem Original entspricht.

Bevor die App eine Kurznachricht, ein Bild, eine Webseite oder ein Dokument an den Drucker übermittelt, haben Anwender noch die Möglichkeit, verschiedene Druckeinstellungen vorzunehmen. Mit einem Klick auf Seite einrichten lässt sich die Anzahl der Kopien, die Ausrichtung, das Seitenformat, das Papier oder die Druckqualität festlegen. Eine Option für Duplex-Druck ist ebenfalls mit an Bord. Alle Druckaufträge findet man dann über das Hauptmenü unter dem Punkt Drucker-Management. Hier lassen sich alle Druckaufträge nochmals begutachten oder gegebenenfalls löschen.

Damit bietet sich Cloud Print vor allem für Besitzer älterer Geräte oder eines Canon-Druckers als praktische Lösung an, um ähnlich wie mit den hauseigenen Apps der Drucker-Hersteller alle möglichen Dokumente direkt vom Smartphone auszudrucken. Bis auf einige, kleine Schwächen in der Menüführung überzeugt Cloud Print auch auf voller Linie. Die Einrichtung hat ohne Probleme funktioniert und auch das Drucken klappt so wie es soll. Und das Ganze gibt es im Gegensatz zu Apps wie PrinterShare auch noch umsonst – beziehungsweise fast umsonst. Denn wer unbegrenzt Fotos von Facebook oder Dateien aus der Dropbox drucken möchte, muss die Pro-Version für 1,99 Euro per In-App-Payment erwerben. In der kostenlosen Version sind diese Funktionen auf fünf Tage nach der Installation beschränkt. Generell steht die App Cloud Print jedoch kostenlos in Googles Play Store für Jedermann zum Download bereit und läuft ab Android in der Betriebssystemversion 2.0 und höher.

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Cloud Print für Android: Mit dem Smartphone via Google Cloud Print drucken

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *