Lenovo IdeaPad Yoga 13: die schicke und flexible Ultrabook-Tablet-Kombi im Test

Beim IdeaPad Yoga 13 kombiniert Lenovo den Bedienungskomfort eines Tablets mit den Funktionen und der Performance eines Ultrabooks. Dank des Scharniers lässt sich das Display bis zu 360 Grad umklappen, um so aus dem Notebook ein Tablet zu machen. Wir haben uns die Ultrabook-Tablet-Kombi genauer angesehen.

Der größte Hardware-Trend, der mit der Einführung von Windows 8 einhergeht, ist das Auftauchen von Hybridgeräten mit Touchscreen, die als Laptop und Tablet genutzt werden können. Einige verfügen über Bildschirme, die sich abnehmen lassen und separat zum Tablet werden, andere wiederum haben Screens, die sich kippen, drehen oder schwenken lassen, um ein Tablet-ähnliches Erlebnis zu bieten. Letztere sind unter dem Begriff “Convertible-Tablets” zusammengefasst – der Geräteklasse, zu der auch das 1540 Gramm leichte und 1,7 Zentimeter dicke Lenovo IdeaPad Yoga 13 zählt. Unsere amerikanischen Kollegen hatten bereits die Gelegenheit das 13-Zoll-Modell zu testen, das bei uns in abgewandelter Konfiguration Ende des Monats verfügbar sein wird.

(Foto: CNET)
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Der Name Yoga nimmt das Verkaufsargument des Gerätes schon vorweg: Dank des Scharniers lässt sich das Display bis zu 360 Grad umklappen, um so aus dem Notebook ein Tablet zu machen. Vier grundlegende Stellungen (Notebook, Tablet, Stand und Zelt) stehen zur Wahl, zwischen denen Anwender je nach Bedarf hin- und herwechseln können. Für touchbasierte Spiele, zum Browsen im Internet oder für Social-Media-Aktivitäten unterwegs empfiehlt sich die Nutzung als Tablet. Zum Lesen, zum Betrachten von Filmen oder Fotos und für Videokonferenzen kann der Bildschirm in die Stand- oder sogenannte Zelt-Position gedreht werden. Zum Arbeiten bietet sich die klassische Notebook-Position an.

Warum das Yoga aus der plötzlich aufgetauchten Masse an Touchscreen-Laptops heraussticht? Es macht etwas, das andere Convertible- oder Hybridgeräte nicht können. Wenn es als traditioneller Laptop genutzt wird, wird das Notebook-Feeling in keinster Weise beeinträchtigt. Das hervorragende Doppelscharnier sorgt dafür, dass das Yoga wie jedes andere Ultrabook aussieht und funktioniert, dabei aber auch ohne klobigen Mechanismus auskommt.

Das Yoga eignet sich vorrangig als Notebook und in zweiter Linie als Tablet – aus einem simplen Grund: Auch wenn es in ein “Slate”-Tablet zurückgeklappt ist, befindet sich auf der Rückseite immer noch die Tastatur. Obwohl sowohl Tastatur als auch Mauspad in diesem Modus deaktiviert sind, finden wir die Lösung nicht ideal. Zudem ist Window 8 – Hype hin oder her – immer noch kein zu 100 Prozent Tablet-freundliches Betriebssystem und es sorgt hin und wieder für frustrierende Erlebnisse, die sich aber bis jetzt bei allen bisher getesteten Tablet-ähnlichen Geräten mit Windows 8 eingestellt haben.

Während das Yoga in den USA in drei verschiedenen Basiskonfigurationen angeboten wird, steht bei uns – zumindest zum Start – nur eine im Lenovo-Shop in zwei Farbversionen zur Auswahl. Für 1499 Euro bekommt man eine Intel-Core-i7-CPU (3517U) mit einer Taktfrequenz von 1,9 GHz, 8 GByte RAM und eine 256 GByte große SSD. Der Test der Kollegen erfolgte mit einer Version mit Core-i5-CPU.

Testversion 1099 Dollar
Prozessor 1,77 GHz Intel Core i5-3317U
Speicher 4 GByte, 1600 MHz DDR3
Festplatte 500 GByte, 5400 rpm
Chipssatz Intel HM77
Grafik Intel HD 4000
Betriebssystem Windows 8

Bildschirm-Diagonale13,3 Zoll

Design

Auch wenn Lenovo für seine klassischen Business-Laptops bekannt ist, ist das Unternehmen immer für Überraschungen gut, wenn es um das Design geht. Die meisten davon landen – wie auch das Yoga – in der auf Privatkunden zugeschnittenen Produktlinie IdeaPad.

Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder Anläufe gesehen, Notebooks auch als Tablets nutzbar zu machen, im Normalfall mit einem Scharnier in der Mitte, das es erlaubt, die Form zu wechseln (oder wie zuletzt mit einem Bildschirm, der sich über die Tastatur schieben lässt). Vor Windows 8 waren diese Experimente nicht sonderlich erfolgreich – dank einer Kombination aus schlechtem Design, zu schwachen Komponenten und einem Betriebssystem, das nicht zur Bedienung mittels Gesten geeignet war.

Das zweite Problem dieser “Convertibles” war eben genau dieses Scharnier in der Mitte, das sich als Design-Schwachpunkt erwies. Lenovo behauptet, sein über die gesamte Länge des Yoga reichendes Scharnier sei gründlich getestet worden und halte deutlich mehr aus als andere ähnliche Designs. Im Praxistest scheint das tatsächlich der Fall zu sein.

Öffnet man das Yoga in seiner Notebook-Position, ist es kaum von anderen aktuellen Ultrabooks auseinander zu halten. Sein minimalistisches Interieur wird von einem großen, tastenlosen Clickpad dominiert. Dazu kommt eine Island-Style-Tastatur. Deren flache Tasten sind vorne etwas abgerundet, um das Tippen zu vereinfachen.

(Foto: CNET)
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Lenovo steht im Ruf, exzellente Tastaturen zu bauen. Umso überraschender haben wir einige Probleme mit der Tastatur des Yoga. Die meisten Probleme kommen aber durch die um die Hälfte schmalere rechte Umschalttaste zustande – weil wir dadurch beim Tippen dauernd die Pfeiltaste treffen, wenn wir die Shift-Taste anvisieren. Das Resultat: reichlich Frust und erneuetes Eintippen. Nach ein paar Tagen gewöhnt man sich aber an das Tastatur-Layout. Das Touchpad ist das gleiche, das Levovo auch in anderen Geräten mit Clickpad verbaut, etwa im aktuellen High-End-Gerät X1 Carbon. Es bietet eine Menge Platz für Mehrfinger-Gesten, ist aber nicht so effizient zur Steuerung der auf Berührung ausgelegten Windows-8-Benutzeroberfläche, wie es ein Finger wäre.

Wenn man den Bildschirm des Yoga nach hinten dreht, verschwindet die physische Tastatur zwar nicht, wie es bei den meisten Laptop-/Tablet-Kombinationen der Fall ist, sie wird aber automatisch deaktiviert. Eine leicht erhöhte Schicht Leder über der Handballenablage und dem Rahmen rund um die Tastatur ermöglicht es, das Yoga auch im Tablet-Modus auf einem Tisch abzulegen, ohne sich Sorgen um die Tasten machen zu müssen. Einige Knöpfe hat Lenovo an die Seite verlegt, sodass sie erreichbar sind, egal in welchem Modus das Gerät benutzt wird. Zudem ist das Chassis des Yoga mit einer Schicht überzogen, die sich angenehm anfühlt. Als Tablet liegt das Yoga insgesamt aber nicht gut in der Hand, weil man ständig gegen die Tastatur und das Touchpad drückt. Dafür erhält man einfachen Zugriff auf einen Lautstärkeregler an der einen und einen Button, der den Bildschirm fixiert, auf der anderen Seite.

Neben dem Slate- beziehungsweise Tablet-Modus gefällt uns besonders der Stand-Modus, bei dem der Bildschirm etwa 270 Grad oder mehr nach hinten geklappt wird – und das System in eine Art Touchscreen-Kiosk verwandelt. Die Variante eignet sich bestens dafür, Videos oder Präsentationen vor einer Gruppe zu zeigen, oder einfach näher am Bildschirm zu arbeiten und die Tastatur dafür aus dem Weg zu schaffen.

In der vierten Position steht das Yoga wie ein Zelt, wobei sich die Einsatzbereiche dafür eher in Grenzen halten dürften.

(Foto: CNET)
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Funktionen

In welcher Position man das Gerät auch nutzt: Das 13,3 Zoll große Display des Yoga ist dafür gut geeignet. Das IPS-Panel bietet eine native Auflösung von 1600 mal 900 Bildpunkten – wohl die perfekte Auflösung für einen Laptop mit 13 Zoll, weil man damit einen ordentlichen Bildschirm zum Arbeiten zur Verfügung hat, ohne dass die Schrift zu klein wird, wie es bei einer Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten auf kleineren Systemen der Fall sein kann. Die Betrachtungswinkel sind sehr gut, und anders als bei manch anderen Windows-8-Convertibles, die nur eine Auflösung von 1366 mal 768 Pixeln liefern, hat man nicht das Gefühl, einen zu hohen Preis für ein unterdurchschnittliches Feature zu bezahlen.

Will man den Bildschirm kippen, löst man ihn durch einen sanften Ruck. Bei 180 Grad rastet er ein, sodass es dann einfach fällt, seinem Gegenüber den Bildschirminhalt zu präsentieren. Ein integrierter Bewegungssensor dreht automatisch das Bild in die richtige Position. Aus dieser Stellung heraus lässt sich das Display bis ganz nach hinten klappen, sodass es nach oben zeigt und Tastatur sowie Touchpad mehr oder minder im Gehäuse verschwinden.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Lenovo IdeaPad Yoga 13: die schicke und flexible Ultrabook-Tablet-Kombi im Test

  • Am 19. Dezember 2012 um 10:38 von Micha

    Ein wirklich sehr sehr interessantes Gerät. Ich überlege mir dieses Gerät zuzulegen, als Alternative kommt für mich noch das Vaio Duo 11 von Sony in Betracht, das hat ja im Vergleich eine höhere Auflösung, bei kleinerem Display. Ist denn die Auflösung von 1600×900 Pixeln beim Yoga ausreichend, was meint ihr?

    • Am 25. Dezember 2012 um 01:54 von oliver

      Also ich kann das gerät jedem Nur ans herz legen. Ich benutze es gerade und bin mehr als begeistert dachte erst beim Bildschirm auch warum den kein fülle hd aber die Auflösung passt super zum gerät sprich der Desktop is nicht so mega mickrig ein bissle zocken is auch drin Fazit mega gut (hauptsächlich aber Arbeitsgerät )

      • Am 2. Januar 2013 um 00:13 von Maho

        hi wie kann das sein dass du es schon in der hand hast? reden wir vom lenovo yoga 13 mit i7 ? finde nirgends eine gescheite aussage wann das gerät erscheint. habe anfang dezember schon vorbestellt und bezahlt. weiß jmd was davon?

        • Am 20. Januar 2013 um 19:21 von Fabian

          Amazon 06.Februar, andere ziehen noch erst nach (teilweise 4 wochen später). Insgesamt sind die weniger performanten Geräte (i5, Silber) bereits bei einigen onlinehändlern zu haben. Die höher performanten erscheinen wie gesagt die tage.

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