Google Suche für Android: Google Now mit neuen Karten und Sprachbefehlen

Google Now ist sozusagen Googles Antwort auf Apples Assistenten Siri. Mit dem Dienst lassen sich verschiedene Aufgaben wie das Anrufen eines Kontaktes, das Versenden von E-Mails und Kurznachrichten, das Öffnen von Webseiten oder das Abspielen von Musik per Sprachbefehl erledigen. Daneben dient Google Now zum Anzeigen von Informationen wie dem aktuellen Wetter, bevorstehenden Terminen, Sportnachrichten des Lieblingsvereins, Abfahrtszeiten öffentlicher Verkehrsmitteln oder umliegender Orte, die den Nutzer interessieren könnten.

Der Gedanke hinter Google Now ist, dass der Dienst dem Nutzer automatisch Informationen liefert, wenn er sie benötigt. Befindet sich der Smartphone-Besitzer beispielsweise in der Nähe eines Bahnhofs oder einer Bushaltestelle, zeigt der Dienst die Abfahrtszeit der Züge oder Busse an, ohne dass der Nutzer selbst danach suchen muss. Die Informationen präsentiert Google Now in Form sogenannter Karten. Der Nutzer kann selbst Einstellen, welche Karten Google Now anzeigen soll und welche nicht.

Den Dienst hat Google mit Android Jelly Bean 4.1 eingeführt und seitdem kontinuierlich an seiner Weiterentwicklung gearbeitet. Jetzt hat Google wieder ein Update für den Suchassistenten veröffentlicht, der Google Now um neue Karten und Sprachbefehle erweitert.

Hinzugekommen sind beispielsweise eine Funktionen für Smartphone- und Tablet-Besitzer, die häufig auf Reisen sind. So zeigt Google Now den aktuellen Wetterbericht nicht nur für zu Hause, den Arbeitsplatz oder den derzeitigen Standort an, sondern auch für anstehende Reiseziele. Zudem sucht Google Now in der aktuellen Version ähnlich wie das Passbook von Apples Betriebssystem iOS 6 den Barcode eines elektronischen Flugtickets aus dem Google-Mail-Postfach heraus und holt ihn auf den Schirm, sobald sich der Smartphone-Besitzer am Flughafen befindet. Das klappt allerdings erst einmal nur in den USA.

Praktisch für den Einkaufsbummel: Der Dienst hält nun auch eine Karte bereit, die eine Kamera-Suche startet, sobald sich der Anwender in einem Laden oder Kaufhaus. Die Kamera-Suche soll auch in Museen funktionieren, um weitere Informationen zur Ausstellung einzuholen.

Zudem hat Google die neue Karte Termine eingeführt. Gemeint sind hier allerdings nicht die Termine aus dem Kalender, sondern anstehende Veranstaltung. Bisher gab es nur eine Karte, die kommende Konzerte angezeigt hat. Sie wurde ersetzt und erweitert.

Weiterhin hält Google Now noch eine Karte für kürzlich gesuchte Begriffe bereit sowie eine monatliche Übersicht der zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegten Entfernung. Damit man auch die Geburtstage der Freunde nicht vergisst, informiert Google Now jetzt auch über deren Ehrentage. Die Daten holt sich der Dienst aus den Google+-Kontakten.

Außerdem hat Google neue Sprachbefehle eingeführt. So lassen sich jetzt auch Google+-Beiträge per Spracheingabe posten oder der Barcode-Scanner für die Produktsuche aufrufen. Mit den Worten What’s this song soll zudem Google Now Informationen zum gerade gehörten Song ausspucken – ähnlich wie Soundhound oder Shazam.

In der Praxis kommt es in Deutschland jedoch immer noch zu Problemen. Nicht alle Sprachbefehle funktionieren oder müssen in englischer Sprache erteilt werden. Google Now zeigt auch nicht immer alle Karten an. Wir haben festgestellt, dass in der Regel einige Zeit – mitunter Tage – vergeht, bis Google Now Karten mit neuen Daten darstellt. Auch wenn noch nicht alles funktioniert, wie es soll, ist Google Now insgesamt jedoch eine hoch interessante Funktion, die stetig besser wird. So schlägt uns der Dienst beispielsweise die Route zum Cafe Ludwig vor, weil wir dort letzte Woche mit Freunden zusammen saßen. Passend zu unserer Auswahl hält Google Now die Abfahrtszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel bereit. Die aktuelle Version steht für alle Smartphone-Besitzer ab Android in der Betriebssystemversion 4.1 kostenlos in Googles Play Store zur Verfügung. Die zu aktualisierende Anwendung heißt allerdings nicht Google Now, sondern Google Suche.

Nachtrag 07.12.2012:

Wie die Jungs von Android Police herausgefunden haben, verstecken sich noch einige weitere interessante Funktionen in der neuen Version, über die Google in ihren Release-Notes selbst nicht berichtet. Höchst wahrscheinlich ist es daher auch nicht vorgesehen, dass Google-Now-Anwender diese bereits nutzen, da sich die Funktionen noch in der Testphase befinden. Eine davon scheint allerdings schon jetzt zu funktionieren – zumindest, wenn die Gerätesprache auf US-Englisch umgestellt ist. So bringt das Google-Now-Update die Möglichkeit mit, per Sprachbefehl Twitter-Nachrichten zu posten. Auch Facebook-Beiträge sollen in Zukunft verbal verfasst werden können. Zudem gibt es Hinweise, dass kommende Versionen es erlauben, per Sprachbefehl auf SMS zu antworten, und der Suchassistent ankommende Nachrichten anzeigt und diese wohl auch vorliest.

Außerdem stehen die Chancen gut, dass Googles etwas untergegangenes Projekt Android@Home Einzug in Google Now erhält. Das Projekt hat Google letztes Jahr im Mai vorgestellt. Android@Home soll es in Theorie ermöglichen, den gesamten Haushalt mit dem Android-Gerät zu steuern – von der Stereoanlage bis hin zur Beleuchtung. Vorstellbar wäre es also, dass Google Now Karten mit Optionen zur Steuerung der Beleuchtung, zum Aufdrehen der Heizung oder ähnlichem auf den Schirm holt, sobald der Smartphone-Besitzer zu Hause ankommt.

Daneben versteckt sich auch noch eine Funktion rund um das Bewerten von heruntergeladenen Apps in den Tiefen des Programm-Codes. Wie diese genau zu gebrauchen sein wird, ist jedoch noch nicht ganz klar. Gemunkelt wird auch, dass der Now-Dienst auf Googles Datenbrille Glasses zum Einsatz kommen wird. Wann die versteckten Funktionen offiziell umgesetzt werden, darüber lässt sich ebenfalls nur spekulieren. Wir sind jedenfalls gespannt auf die zukünftigen Funktionen von Google Now.

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