Canon Powershot G15: 12-Megapixel-Kompaktkamera mit lichtstarkem Objektiv im Test

Ein sehr hochwertiges und lichtstarkes Objektiv (Blende 1:1,8 – 2,8) ist das technische Highlight von Canons Powershot G15. Abgesehen davon hinterlässt die neue Powershot einen eher durchwachsenen Eindruck. So ist das LC-Display (3 Zoll, 7,5 Zentimeter) der neuen Canon an der Rückseite fixiert und lässt sich nicht mehr drehen oder schwenken wie das noch bei der Vorgängerin G12 der Fall war. Außerdem ist der 12,1-Megapixel-Sensor mit 1/1,7-Zoll (7,5 mal 5,5 Millimeter) sehr klein. Dabei ist sie nicht viel günstiger als die Sony Cybershot DSC-RX100.
Auf der anderen Seite ist die G15 neben der X10 von Fujifilm eine der wenigen Kompaktkameras, die noch einen optischen Sucher bieten. Es gibt immer noch Fotografen, die gern durch den Sucher blicken, weil sie sich dann ganz auf das Motiv konzentrieren können.

) Das hochwertige Objektiv der Powershot G15 arbeitet mit 11 Linsen in neun Gruppen und verfügt über einen internen Bildstabilisator (Foto: Canon).
Das hochwertige Objektiv der Powershot G15 arbeitet mit 11 Linsen in neun Gruppen und verfügt über einen internen Bildstabilisator (Foto: Canon).

Bildqualität

Die G15 verfügt über die typische gute Bildqualität von Canons G-Serie, kann hier aber nicht ganz mit Sonys RX100 mithalten. Sensor und Bildprozessor sind zwar vom selben Typ wie die in Canons Schwestermodell Powershot S110, das Objektiv ist jedoch deutlich besser und sorgt für entsprechend hochwertigere Fotos. Bildbereiche außerhalb der Schärfe wirken natürlicher und weicher, die fokussierten Bildbereiche sind nicht ganz so körnig wie bei der S110. JPEGs sehen bis ISO 200 hervorragend aus, erst dann tauchen nach und nach Artefakte auf. RAW-Bilder sind hier insofern im Vorteil, als RAW einen größeren Bearbeitungsspielraum lassen und man auf diese Weise selbst bei Fotos mit ISO 1600 noch akzeptable Ergebnisse erzielen kann – wenn man die Bildbearbeitung am PC richtig zu nutzen weiß.

Dank des lichtstarken Objektivs muss man allerdings die ISO-Einstellungen nicht allzu oft hochtreiben, da die größte Blendenöffnung 1:1,8 beträgt. Die Kehrseite davon ist, dass sich die Blende nicht mehr als bis auf F8 schließen lässt. Das hat zur Folge, dass man den ND-Filter (ND, Neutraldichte oder auch Graudichte) bei sehr hellen Lichtverhältnissen häufiger verwenden muss als einem lieb ist. Der Graufilter begrenzt die einfallende Lichtmenge und erlaubt so beispielsweise das Öffnen der Blende, um die Tiefenschärfe einzuschränken. Den Graufilter kann man auch verwenden, um eine längere Verschlusszeit einzustellen, etwa um Bewegungsunschärfen zu erzielen.

Das Navigationsrad auf der Rückseite der Powershot mit der innen liegenden Funktionstaste erlaubt schnellen Zugang zu den zahlreichen Untermenüs und Optionen der Kamera (Foto: Canon).
Das Navigationsrad auf der Rückseite der Powershot mit der innen liegenden Funktionstaste erlaubt schnellen Zugang zu den zahlreichen Untermenüs und Optionen der Kamera (Foto: Canon).

Das 5fach-Zoomobjektiv (Brennweite 28 bis 140 Millimeter, äquivalent zu Kleinbild) zeigt im Bereich von 50 Millimeter leicht tonnenförmige Verzerrungen. Der optische 5fach-Zoom lässt sich mit digitaler Unterstützung bis auf Faktor 20 ausweiten.

Wie viele andere Kameras mit kleinem Sensor, begrenzt die G15 den Kontrast bei sehr hellen Bereichen, der Anwender kann die Einstellungen aber individuell anpassen. Die Farbwiedergabe ist sehr gut, die Farbtemperatur bei Tageslichtaufnahmen wirkt etwas kühl, die Kontraste etwas scharf, aber insgesamt wesentlich besser als beim Schwestermodell S 110. Hilfreich wäre es allerdings, wenn die Kamera neben RGB-Primärfarben zusätzlich den Farbraum Adobe RGB beherrschen würde, der ein größeres und differenzierteres Farbspektrum bietet. Wer sich das zu Nutze machen will, benötigt natürlich nicht nur gute Farbmanagement-Kenntnisse, sondern auch einen leistungsfähigen Monitor sowie ein gutes Bildbearbeitungsprogramm. Hilfreich wäre auch, wenn man in der G 15 Kontraste und Farben korrigieren könnte, wenn man Fotos als RAW und JPEG gleichzeitig aufnimmt.

Clever gelöst: Das Rad für die Einstellung von Grundfunktionen wie Zeitautomatik, Blendenautomatik oder Videomodus und das Einstellrad für die Belichtungskorrektur sind übereinander versetzt angebracht (Foto: Canon)
Clever gelöst: Das Rad für die Einstellung von Grundfunktionen wie Zeitautomatik, Blendenautomatik oder Videomodus und das Einstellrad für die Belichtungskorrektur sind übereinander versetzt angebracht (Foto: Canon)

Videos nimmt die neue Canon jetzt auch in Full HD auf und schafft dabei 24 Bilder pro Sekunde. Die Bildqualität lässt in HD und Full HD nichts zu wünschen übrig. Außerdem sind schöne Zeitlupeneffekte machbar. Bei “einfachem” HD (1280 mal 720) sind es zwar nur 30 Bilder pro Sekunde. Geht man mit der Auflösung aber auf 640 mal 84 herunter, schafft die Canon sogar 120 Bilder pro Sekunde. Bei 240 Bildern pro Sekunde filmt die G15 mit einer Auflösung von 320 mal 240. Diese Superzeitlupen sind allerdings auf eine Länge von 30 Sekunden begrenzt.

Performance

in Sachen Geschwindigkeit und Auslöseverzögerung ist die G15 etwas schneller als das Vorgängermodell G12, aber richtig schnell ist sie deshalb noch nicht. Es dauert 2,3 Sekunden vom Einschalten über das Fokussieren bis zum fertigen Foto. Die größte Verbesserung gegenüber der G12 erzielt der Autofokus bei hellem Tageslicht, dann beträgt die Auslöseverzögerung nur noch 0,2 Sekunden, bei Dämmerlicht liegt sie bei 0,6 Sekunden. Der Bildprozessor ist hier nach wie vor ein Schwachpunkt, obwohl er nicht spürbar langsamer ist als der der meisten Konkurrenzmodelle. Zwei Bilder hintereinander sind in 1,9 Sekunden geknipst, im RAW-Modus dauert es 2,6 Sekunden, mit aktiviertem Blitz 2,9 Sekunden. Minimal schneller ist die Kamera im Telemodus, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass das Tele sich auf ein Motiv konzentriert und Autofokus sowie Belichtungsmessung deshalb weniger Bildinformationen haben, die sie analysieren müssen.

Für den Fotoalltag ist der Autofokus der Powershop G15 zwar in der Regel ausreichend schnell, aber für schnelle Schnappschüsse einen Tick zu träge.
Die Batterielebensdauer sorgt nicht gerade für Begeisterungsstürme, aber hier ist die Canon immerhin besser als die meisten anderen Kompakten. Das Display stellt 922.000 Bildpunkte dar und ist hell und scharf genug, um manuell scharfstellen zu können.

Fazit

Als kompakte Alternative zu einer digitalen Spiegelreflexkameras ist die Canon Powershot G15 ohne Frage keine schlechte Wahl, wenn auch nicht die allerste. Sie ist eine solide Kompakt-Digicam für gehobene Ansprüch und setzt damit die Tradition der G-Serie fort. Absolute Spitzenleistungen vollbringt sie nicht, aber wer eine Kamera mit guten Einstellmöglichkeiten und sehr guter Bildqualtität sucht ist hier richtig. Schade, dass das Display jetzt fest integriert ist.

[Mit Material von Lori Grunin, CNET.com]

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