CES 2013: YotaPhone im Hands-on – Android-Smartphone und E-Ink-E-Book-Reader in einem Gerät

Der russische Hersteller Yota Devices hat auf der CES in Las Vegas einen Prototyp seiner neuesten Entwicklung, dem YotaPhone vorgestellt. Bei dem Gerät handelt es sich um ein Smartphone mit Android-Betriebssystem, das über zwei Displays verfügt. Auf der Vorderseite sitzt ein LCD, auf der Rückseite eine E-Ink-Anzeige. Im Prinzip könnte man sagen, das YotaPhone ist eine Kombination aus einem vollwertigen Smartphone und einem E-Ink-E-Book-Reader wie Amazons Kindle Paperwhite.

Das E-Ink-Display verbraucht im Vergleich zu den farbenfrohen HD-Bildschirmen fast keinen Strom und soll beispielsweise zum Einsatz kommen, wenn der Anwender einen langen Artikel oder ein Buch liest. Zum Anschauen eines Videos dreht man das YotaPhone dann einfach wieder um und verwendet das LC-Display.

Der Nutzer hat zwei Möglichkeiten Inhalte auf das Display der Rückseite zu “verschieben”. Wischt er auf der Vorderseite mit zwei Fingern von oben nach unten über das LCD, spiegelt das Gerät den aktuell angezeigten Inhalt als statisches Bild auf das E-Ink-Display. Zum Beispiel einen Kartenausschnitt von Google Maps, Kalendereinträge oder die Einkaufsliste.

Zudem klappt das Übertragen von Inhalten mit speziell für diesen Zweck entwickelten Apps. Diese sind dann auch nicht statisch, sondern interaktiv. Angesteuert werden diese Anwendung allerdings nicht über den E-Ink-Screen selbst, denn dieser ist nicht berührungsempfindlich. Yota hatte ein paar wenige Anwendungen zur Demonstration parat. Zu sehen gab es einen RSS-Reader, eine Wetter-App und einen Twitter-Client. Es wird möglich sein, das E-Ink-Display mit verschiedenen Apps ähnlich wie Widgets auf dem Homescreen zu füllen. Der Hersteller plant das SDK für Entwickler freizugeben, sodass diese ihre eigenen Anwendungen für das YotaPhone optimieren können.

Eine weitere Besonderheit des YotaPhones ist neben dem zweiten Display die Bedienung. Der Hersteller setzt nicht wie üblich auf Soft-Key-Tasten, sondern auf Gesten. Anstatt auf den Zurück-Button zu klicken, um den vorherigen Bildschirm aufzurufen, wischt der Anwender einfach bis zur Hälfte über das untere Ende des Phones. Ein Fingerwisch über die gesamte Fläche bringt ihn zurück zum Homescreen, ein langer Fingertipp holt die zuletzt verwendeten Apps auf den Schirm. Mit diesen Gesten steuert der Nutzer dann auch das E-Ink-Display auf der Rückseite.

Ausstattung

Unter der Haube des YotaPhones werkelt zwar nicht die allerneueste Hardware wie beispielsweise bei den neuen Android-Flaggschiffen von Sony, Huawei oder ZTE, doch mit Qualcomm’s 1.5-GHz-Dual-Core Snapdragon-S4-Plus-Prozessor (MSM8960), zwei GByte RAM, 32 oder 64 GByte Speicher, dem 4,3 Zoll großen HD-LCD mit einer Auflösung von 1080 mal 720 Bildpunkten, einer 12-Megapixel-Kamera, LTE und NFC verfügt das YotaPhone über eine ordentliche Ausstattung. Das E-Ink-Display ist ebenfalls 4,3 Zoll groß und schafft 200dpi. Der Akku kommt mit einer Kapazität von 2100 mAh.

Design

Verpackt ist die Technik in ein 13,1 Zentimeter hohes und 6,7 Zentimeter breites Gehäuse aus Kunststoff. An der dünnsten Stelle misst es 0,7 an der dicksten Stelle 1,0 Zentimeter. Zudem ist das Gehäuse leicht gewölbt. Beide Displays schützt der Hersteller mit der Gorilla-Glas-3, das Corning erst wenige Tage vor der CES vorgestellt hat.

Auf den Markt kommen soll das YotaPhone im dritten Quartal 2013 erst einmal in der Heimat des Herstellers. Wann es das Gerät in Europa geben soll, ist noch nicht bekannt. Ob sich das YotaPhone tatsächlich auf dem Markt durchsetzten wird, bleibt natürlich fraglich. Bis zur Markteinführung hat Yota Devices auch noch mit einigen Problemen zu kämpfen. Hält man das Gerät in der Hand, aktiviert man beispielsweise schnell mal ungewollt das Display auf der Rückseite. Eine Sperrvorrichtung wäre hier sinnvoll. Ein wirklicher Hingucker ist das E-Ink-Display mit seinen monochromen Farben auch nicht gerade. Trotzdem ist das YotaPhone wie wir finden ein spannendes Projekt und zwischen all den Full-HD-Android-Smartphones eine nette Abwechslung. Folgendes Video zeigt das YotaPhone noch in Aktion.

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