GoPro Hero 3 Black Edition im Test

Der Marktführer bei Action-Kameras liefert mit der neuen Hero 3 Black Edition sein bisher bestes Stück. Zusammen mit einer kostenlosen Smartphone-App zur Fernsteuerung gelingen Aufnahmen nun noch besser. Lediglich die integrierte WLAN-Funktionalität sollte man nur bei Bedarf einschalten. Ansonsten ist der Akku schnell leer.

Mit den Action-Kameras der Hero-Serie hat Hersteller GoPro einen Standard gesetzt, der nicht nur für den Mitbewerb das Maß aller Dinge ist. Genauso wie Felix Baumgartner der GoPro-Technik vertraut, sind auch viele ambitionierte Outdoor-Sportler von den GoPro-Kameras begeistert.

Fans von Action-Kameras können sich nun auf die Hero 3 Black Edition freuen. Der neueste Sproß aus der Hero-Familie bietet standardmäßig WLAN-Support (2,4 GHz b/g) und ermöglicht damit eine Fernsteuerung über die GoPro-App, die für Android- und iOS-Geräte kostenlos zur Verfügung steht. Vor allem der Preview-Modus ist sehr nützlich, da dadurch die Justierung der Kamera in Sachen Sichtfeld einwandfrei gelingt. Aufnahmen, die entweder den Himmel oder den Boden gezeigt haben, gehören damit zur Vergangenheit.

Für die Verbindung zwischen Kamera und Smartphone-App muss auf der Hero 3 Black Edition ein Access Point eingerichtet werden. Zu diesem verbindet man anschließend das Smartphone. Die Einrichtung erfolgt über die GoPro-Webseite. Unter “Camera Name” gibt man den Namen für den Access Point (SSID) ein, mit dem man sich später mit dem Smartphone verbindet, um die Kamera über die GoPro-App fernzusteuern. Ein Passwort muss man für die Zugangskontrolle ebenfalls vergeben.

GoPro Hero 3 Black Edition: Access Point einrichten: Unter Kamera Name gibt man den Namen des Access Points (SSID) ein, zu dem man sich später mit dem Smartphone verbindet, um die Kamera über die GoPro-App fernzusteuern.

Über die GoPro-Webseite lässt sich ein Access Point auf der Hero 3 Black Edition einrichten. Dadurch kann sich die GoPro-App mit der Kamera verbinden und sie fernsteuern. Positiv ist vor allem der Preview-Modus, der eine perfekte Justierung der Kamera ermöglicht.

Videoqualität: höhere Auflösung, verbesserte Schärfe

Doch das ist längst nicht die einzige Neuerung. Die Hero 3 Black Edition ist mit 74 Gramm 25 Prozent leichter und in den Abmessungen insgesamt 30 Prozent kleiner als Vorgängermodelle. Zudem bietet der integrierte 12-Megapixel-Sensor deutlich mehr Leistung als die Hero 2. Während diese den wegen seiner Detailschärfe besonders beliebten 60-fps-Aufnahmemodus nur bis zu einer Auflösung von 720p unterstützt hat, kann die Hero 3 Videos mit 60 Bildern pro Sekunde in Full-HD aufnehmen (1080p). Außerdem bietet sie standardmäßig eine Datenrate von 30 MBit/s. Das ist doppelt so viel wie mit dem Vorgängermodell möglich war. Und damit war die Bildqualität schon absolut zufriedenstellend. Im Vergleich dazu: Das Erste HD und ZDF HD senden über Satellit “nur” mit circa 12 MBit/s bei einer Auflösung von 720p.

Protune bietet 45 MBit/s

Wem die erstklassige Bildqualität noch nicht ausreicht, kann die Datenrate um 50 Prozent auf 45 MBit/s steigern. Dies ist durch die Aktivierung der Option Protune möglich. Allerdings empfiehlt der Hersteller in diesem Fall die Verwendung von microSD-Karten der Klasse 10. Rein theoretisch müssten dafür aber bereits schon Klasse-6-Karten (48 MBit/s) ausreichend sein.

Protune sorgt dafür, dass die Videoaufnahme weniger stark komprimiert wird. Es liefert ein neutrales Farbprofil, das eine höhere Flexibilität bei der Videobearbeitung erlauben soll. Zudem werden in schattigen und hellen Bereichen mehr Details erfasst. Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass die erhöhte Datenrate auch zu größeren Videodateien führt. Ohne Protune benötigt im Test in der Auflösung 1080p mit 60 fps ein 30 Sekunden langes Video 114 MByte, während mit aktiviertem Protune die Datei 172 MByte groß wird.Durch die verzerrungsreduzierende, sechsfach asphärische Linse sind Aufnahmen mit der Hero 3 schärfer als mit der Hero 2.

Die tolle Qualität der Videos lässt sich derzeit allerdings kaum im Internet bewundern. Fast alle Video-Portale passen das Format des Videos nach dem Upload an: Von den 60 fps bleiben etwa bei Youtube nur noch 30 übrig und die Datenrate sinkt von 45 auf 5 MBit/s.

Als experimentell sind die 4K und 2,7K-Aufnahmemodi zu beurteilen. Während die Hero 3 Videos mit einer Auflösung von 2704 x 1524 noch mit 30 fps aufzeichnet, bleiben bei der höchstmöglichen Aufnahmeauflösung von 4096×2160 (4K Cin) nur noch 12 fps übrig. Neben der im Vergleich zur 1080p geringeren Bildrate fehlt es auch an entsprechenden Wiedergabegeräten, sodass die höchsten Auflösungen in der Praxis für die meisten Anwender wohl keine Rolle spielen werden.

Aufnahmeeinstellung

Für Innenaufnahmen mit künstlichem Licht sollte man den PAL-Modus aktivieren, da ansonsten bei der Wiedergabe das Licht flackert. Dies ist auf die Netzfrequenz von 50 Hz zurückzuführen. Für Außenaufnahmen kann hingegen NTSC verwendet werden, was Aufnahmemodi mit höheren Bildraten ermöglicht.

Zeitlupe mit VLC Media Player

Mit dem VLC Media Player kann die Abspielgeschwindigkeit eingestellt werden, sodass 60-fps-Videos in Zeitlupe angesehen werden können, ohne dass es dabei zu Rucklern kommt.

Für die Aufnahme von Videos stehen zahlreiche Formate zur Verfügung. Gegenüber dem Vorgängermodell, das 60 fps nur bei 720p ermöglichte, beherrscht die GoPro Her 3 Black Edition den besonders für Zeitlupen geeigneten Aufnahmemodus bis 1080p. Um in den Genuss einer Zeitlupe zu kommen, verwendet man einen Player, der die Abspielgeschwindigkeit reduzieren kann. Dazu ist beispielsweise der VLC Media Player.

Lieferumfang

GoPro Hero 3 Black Edition Lieferumfang

GoPro Hero 3 Black Edition Lieferumfang

Im Lieferumfang befindet sich neben der Kamera ein Gehäuse mit zwei unterschiedlichen Verschlussklappen. Die geschlossene ist für Unterwasseraufnahmen mit bis zu 60 m Tiefe geeignet. Die offene Variante eignet sich für Aufnahmen mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h. Sie bietet eine bessere Tonqualität, da mehr Schallwellen zum Mikrofon der Kamera gelangen. Erst ab 160 km/h ist das geschlossene Modell besser geeignet. Dieses sollte zudem verwendet werden, wenn Gefahr durch Verschmutzung (Sand, Staub et cetera) oder Wasserkontakt droht.

Das Öffnen des Gehäuses ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Noch relativ leicht gelingt die Entriegelung durch das seitliche Verschieben der entsprechenden Verriegelungsklemme. Anders als der aufgedruckte Pfeil am Verschluss vermuten lässt, muss dieser jedoch nicht nach hinten, sondern nach oben geöffnet werden. Erst dann springt er nach hinten und man kann die Verschlussklappe aufklappen und die Kamera herausnehmen. Um die rückseitige Verschlussklappe zu wechseln, muss das Befestigungsscharnier an der Gehäuseunterseite entfernt werden. Das gelingt ohne Probleme. Anschließend klappt man die Klappe komplett auf und zieht sie nach unten respektive hebelt sie aus dem halboffenen Gelenk. Jetzt setzt man die alternative Klappe auf das Gelenk und drückt sie in die Scharnieröffnung bis sie einschnappt. Im Handbuch, das nur als PDF vorliegt, wird die Vorgehensweise gut beschrieben und anhand Bildern veranschaulicht.

Für die Montage der Kamera befinden sich zwei Klebehelmhalterungen im Lieferumfang, wovon eine über eine gebogenen Klebefläche verfügt, während die andere für ebene Flächen geeignet ist. Bei manchen Helmen könnte es allerdings wegen Verstrebungen schwierig werden, eine glatte Fläche für die Befestigung der Halterungen zu finden. Hierfür steht allerdings optionales Zubehör zur Verfügung. Wer schon Halterungen des Vorgängermodells verwendet, kann diese weiter nutzen.

GoPro Hero 3 Black Edition: Mit der App lässt sich die Kamera bequem einstellen.

GoPro Hero 3 Black Edition: Mit der App lässt sich die Kamera bequem einstellen.

Bedienung

Die Hero 3 Black Edition bietet zusätzlich zu den bisher bekannten zwei Bedienknöpfen noch einen dritten, der seitlich angebracht ist und das Ein- und Ausschalten der WLAN-Funktion ermöglicht. Ist WLAN aktiv, blinkt die LED neben dem Objektiv blau. Mit dem vorderen wird die Kamera ein- und ausgeschaltet. Der ober startet und stoppt die Aufnahme. Zudem bietet die Kamera akustische Signaltöne: Das Einschalten wird mit drei Tönen signalisiert. Zum Ausschalten drückt man den vorderen Knop solange, bis der ersten Signalton ertönt. Anschließend folgen vier weitere. Jetzt ist das Gerät ausgeschaltet. Man kann zudem die Kamera so einstellen, dass sie sich bei Inaktivität automatisch ausschaltet. Zur Auswahl stehen die Intervalle 60, 120 und 300 Sekunden.

Für den Start der Aufnahme wird der obere Schalter betätigt. Ist die Aufnahme aktiv, blinkt zudem die vordere rote LED neben dem Objektiv. Ein nochmaliges Drücken des oberen Schalters beendet die Aufnahme, was akustisch mit drei kurzen Tönen signalisiert wird. Über die Bedienknöpfe lassen sich zudem auch die Einstellungen der Kamera verändern. Dies gelingt aber über die mitgelieferte Fernbedienung deutlich einfacher. Noch bequemer ist dies allerdings mit der Smartphone-App möglich. Wer ein entsprechendes Android-Telefon oder iPhone nutzt, wird die Remote kaum verwenden. Mit der App lassen sich bequem sämtliche Betriebsparameter festlegen und dank der Preview-Funktion ein optimales Aufnahme-Sichtfeld einstellen. Und die Bedienelemente am Gehäuse sind für die Aufnahmesteuerung locker ausreichend.

Akku

Der eingebaute 1050 mAh starke Akku bietet im Test eine Betriebsdauer, die für die Aufnahme eines etwa einstündigen Videos reicht. Allerdings sollte man die WLAN-Funktion der Kamera nur dann einschalten, wenn diese unbedingt benötigt wird. Der im Gerät integrierte Access Point verbraucht nämlich derart viel Strom, dass nach circa zwei Stunden WLAN-Betriebsbereitschaft der Akku leer ist, ohne dass man ein Video aufgenommen hat. Hier herrscht eindeutig Optimierungsbedarf.

Fazit

Die GoPro Hero 3 Black Edition verbessert noch einmal die gute Videoqulität, die schon das Vorgängermodell bot. Full-HD-Videos mit 60 fps und bis zu 45 MBit/s aufzunehmen, beherrscht derzeit keine andere Action-Kamera.

Allerdings muss man dafür mit 449 Euro auch einen relativ hohen Preis bezahlen – auch wenn das Paket eine Fernbedienung enthält, die alleine knapp 100 Euro kostet und sich somit der hohe Preis relativiert. Wer jedoch ein Android-Smartphone oder iPhone besitzt, wird die Remote so gut wie nicht verwenden. Daher wäre es wünschenswert, wenn GoPro die Hero 3 Black Edition auch ohne Remote zu einem günstigeren Preis anbieten würde.

Nachholbedarf besteht auch in Sachen Energiemanagement. Wer versehentlich WLAN aktiv lässt, wird sich spätestens nach zwei Stunden darüber ärgern, dass der Akku komplett entleert ist.

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