Facebook stellt neue Suchfunktion Graph Search vor

Im Vorfeld wurde viel spekuliert, was Facebook-CEO Mark Zuckerberg wohl auf der angekündigten Pressekonferenz vorstellen wird. Die Rede war von einem eigenen Betriebssystem oder gar einem Facebook-Phone. Die Börse stellte entsprechend hohe Erwartungen, was den Kurs der Facebook-Aktie in den vergangenen Tagen auf 31 Dollar ansteigen ließ.

Tatsächlich hat der Facebook-Gründer den neuen Dienst Graph Search präsentiert – eine Suchmaschine, die den Anhängern des Sozialen Netzwerks die Suche nach Personen, Fotos, Orten und Interessen erleichtern soll. Die Ankündigung einer eigenen Suchmaschine enttäuschte die Anleger aber offenbar. Schon während Zuckerbergs Rede schickten sie die Facebook-Aktie ins Minus. Zum Börsenschluss verzeichnete sie einen Tagesverlust von 2,74 Prozent.

Graph Search soll sich deutlich von der alten Suche unterscheiden. Letztere basiert auf Schlüsselwörtern, während Graph Search Sätze kombiniert. Dadurch sollen Facebook-Mitglieder komplexere Suchanfragen stellen und exakter nach dem Suchen können, was sie auch sehen wollen. Als Beispiele führt Facebook Anfragen wie „Personen, die gerne Fahrrad fahren und aus meiner Heimat stammen“, Fotos von meinen Freunden in San Francisco“, „Städte, die meine Familie besucht hat“ oder „Musik, die meinen Freunden gefällt“ an.

Graph Search wird über eine größere Suchleiste am oberen Fensterrand aufgerufen, die das übliche weiße Suchfeld ersetzt. Die neue Suchmaschine ist anfänglich nur als Beta-Version für einen kleinen Nutzerkreis freigeben und wird erst einmal nur in Englisch und auf dem Desktop verfügbar sein. Auf der Facebook-Seite des neuen Suchdienstes können sich Interessierte für das Beta-Programm anmelden beziehungsweise auf die Warteliste setzen. Zudem lässt sich Graph Search dort an Hand der vorgegebenen Suchanfrage „Personen, die in San Francisco, Kalifornien wohnen“ auch schon einmal ausprobieren. Eine individuelle Suche lässt sich derzeit allerdings noch nicht durchführen.

Auf der Veranstaltung ging Zuckerberg auch auf mögliche Bedenken von Datenschützern ein. Graph Search respektiere die Privatsphäre von Nutzern und die für alle Inhalte auf Facebook hinterlegten Datenschutzeinstellungen. Die Suchergebnisse werden nur aus den Angaben und geteilten Inhalten der Freunde und dessen Freunden herausgefiltert. Ansonsten soll die Suche nur Angaben beachten, die Nutzer öffentlich gemacht haben.

Innerhalb Graph Search soll auch eine traditionelle Internetsuche enthalten sein. Facebook hat bekannt gegeben, eine Partnerschaft mit Microsofts Suchmaschine Bing einzugehen. Bing soll Ergebnisse für alle Anfragen liefern, die Facebooks Suchmaschine nicht verarbeiten kann. Für typische Suchanfragen soll man das Soziale Netzwerk dann nicht mehr verlassen müssen.

Für Nutzer ändert sich erst einmal nichts. Allerdings wird es mit Graph Search wesentlich einfacher sein, nach Informationen zu graben. Daher ist es vermutlich keine schlechte Idee, seine Privatsphäre-Einstellungen nochmals ganz genau unter die Lupe zu nehmen, bevor der Dienst für alle Nutzer verfügbar ist.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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