Lenovo ThinkPad Twist im Test: schlankes Convertible-Notebook mit Windows 8

Design, Ausstattung und Display

Lenovo ist schon lange nicht mehr das Unternehmen, das einfach nur “das professionelle ThinkPad” herstellte. Mittlerweile produziert Lenovo auch die für den gelegentlichen privaten Einsatz gedachten IdeaPad-Notebooks und die günstigen Essential-Geräte. Innerhalb der ThinkPad-Familie gibt es außerdem noch die Edge-Modellreihe, die das klassische ThinkPad-Konzept um moderne Aspekte – beispielsweise die Tastatur im Insel-Stil mit den flachen Tasten, das Tasten-lose Klick-Pad sowie ein insgesamt schlankeres und schärferes Design – erweitert.

Das Twist sieht zwar so aus, als würde es dieser Edge-Modellreihe entstammen, ist ihr vom Namen her aber nicht zugeordnet. Das Notebook hat leicht abgerundete Ecken, einen trotz der Touchscreen-Technik dünnen Displaydeckel und die moderner aussehende Tastatur mit den flachen Tasten, die man in mehr und mehr Lenovo-Produkten vorfindet.

Mit seinem mattschwarzen Finish passt das Notebooks gut in Office-Umgebungen und fällt mit einer Bauhöhe von zwei Zentimetern auch im Café nicht negativ auf. Ein Aufmerksamkeitsmagnet wie Acers Aspire S7 oder Lenovo eigenes Yoga-Ultrabook ist es dennoch nicht.

Lenovo_ThinkPad_Twist_Lauftext_02

Der Beschleunigungsmesser zeigt sich manchmal etwas zickig, was in einer fehlerhaften Bildschirmausrichtung resultiert.

Das prägende physische Merkmal des Twist ist sein zentrales Displayscharnier. Das Display rotiert in diesem Scharnier horizontal um 180 Grad, so dass der Bildschirm dann plötzlich vom Anwender weg zeigt. Das ist schon an sich eine äußerst nützliche Position, da man so schnell einer kleinen Zuhörerschaft Inhalte präsentieren kann, ohne das Notebook selbst drehen zu müssen. So kann man beispielsweise dem ganzen Raum auf die Schnelle eine Präsentation zeigen, aber beispielsweise auch im Hotel einen Film schauen, ohne dass die Tastatur im Weg ist.

Von dieser Stellung aus kann der Displaydeckel dann einfach auf die Tastatur geklappt werden – vom Prinzip so, als würde man ihn ganz normal schließen, nur diesmal halt mit dem Display nach oben. Dieses Design sieht man heutzutage wie gesagt nicht mehr sehr oft, aber noch vor wenigen Jahren war dies der Standard für PC-basierte Tablets und Convertibles. Viele der kürzlich vorgestellten Hybrid-Geräte oder Convertibles auf Windows-8-Basis haben dagegen beispielsweise Bildschirme, die man einfach abnehmen und als eigenständiges Tablet verwenden kann, oder klappen das Display einfach komplett auf den Geräteboden, so dass die Tastatur im Tablet-Modus frei liegt, oder schieben den Bildschirm fast wie bei Slider-Smartphones über die Tastatur des Geräts.

Das Scharnier am Twist fühlt sich jedenfalls robust und vertrauenswürdig an – und das ist besonders wichtig, da es ja nur diesen einen Punkt gibt, an dem alle bei der Displaybewegung auftretenden Kräfte angreifen. In der Vergangenheit haben sich Lenovo-Convertibles mit dieser Technik unserer Erfahrung nach als zuverlässig erwiesen und für das Scharnier des Twist gilt hoffentlich dasselbe. Für Erstbenutzer oder gedankenlose Grobmotoriker gibt es übrigens einen winzigen Pfeil, der die Rotationsrichtung des Displays anzeigt. Ein bisschen Vorsicht ist jedenfalls angesagt: Wenn man das Display mit Macht in die falsche Richtung dreht, wird das wohl nicht gut ausgehen. Aber Lenovo hat in der Vergangenheit auch schon mal Convertibles mit Zentralscharnier produziert, bei denen man das Display in beide Richtungen drehen konnte. Vielleicht kommt das ja auch irgendwann wieder, wäre toll.

In den Tablet-Modus gefaltet, ist das Twist eines der besten Windows-8-Geräte, die uns bisher untergekommen sind. Das Chassis fühlt sich insgesamt angenehm schlank an (auch wenn es sich in einer völlig anderen Liga bewegt als Apples iPad oder Microsofts Surface) und der Touchscreen reagiert ausgesprochen schnell und akkurat. Andererseits verfügten alle bisher von uns getesteten Windows-8-Notebooks über exzellente Touchscreens.

Der Beschleunigungsmesser unseres Testgeräts, der den Bildschirminhalt neu ausrichten soll, wenn man das Tablet herumdreht oder im Portrait-Modus ausrichtet, spinnt dagegen ein bisschen. Oft genug reagiert er entweder zu sensibel oder nicht sensibel genug – und selten rotiert das Bild um 90 Grad, obwohl das Gerät unbewegt im Notebookmodus auf dem Schoß liegt. Wenn das passiert, braucht es viel Geruckel und Dreherei, um die Bildschirmausrichtung wieder in den Normalzustand zu versetzen. Das ist ein Problem, das wir auch schon mit anderen Windows-8-Notebooks hatten – nur nicht in diesem Ausmaß.

Lenovo_ThinkPad_Twist_Lauftext_03

Lenovos Trackpoint mit separaten Maustasten – einfach nicht totzukriegen.

Die Island-Tastatur ist sehr gut und ein Produkt langjähriger Forschung seitens Lenovo. Was sie von ähnlichen Keyboards unterscheidet, ist die leicht aufgewölbte untere Kante jeder Taste, die für weniger Tippfehler sorgt. Das tastenlose Clickpad ist ebenfalls exzellent und eines der reaktionsfreudigsten Windows-8-Touchpads überhaupt. An dieser Stelle muss man natürlich auch auf den “verschwendeten” Platz über dem Clickpad eingehen, der von den Maustasten für den zwischen den G-, B- und H-Tasten eingebetteten Trackpoint eingenommen wird. Jeder Kommentar dazu ist eigentlich überflüssig: Wer heutzutage immer noch einen Trackpoint nutzt, wird auch nicht damit aufhören. Und wer bisher noch nicht damit angefangen hat, wird dies wohl auch künftig nicht mehr tun.

Das Display selbst liegt hinter einer vollflächigen, von Kante zu Kante reichenden Glasabdeckung, die für einen gehobenen Ersteindruck sorgt. Das 12,5 Zoll große Display hat eine native Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten. Das ist zwar weniger als bei vielen anderen Premium-Touchscreen-Notebooks mit Windows 8, aber andererseits auch nicht völlig unterdimensioniert für ein 899 Euro teures Gerät. In dem Display ist ein IPS-Panel verbaut, so dass selbst bei extrem weiten Sichtwinkeln noch ein gutes Bild gegeben ist – gerade im Tablet-Modus sehr wichtig.

Lenovo ThinkPad Twist Durchschnitt für die Kategorie ‘Ultraportable’
Video: Mini-DisplayPort, mini-HDMI HDMI oder DisplayPort
Audio: Stereo-Lautsprecher, Combo-Anschluss Kopfhörer und Mikrofon Stereo-Lautsprecher, Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon
Datentransfer: 2x USB 3.0, Slot für SD-Speicherkarten 2x USB 3.0, Slot für SD-Speicherkarten
Netzwerk: LAN (Ethernet), WLAN (802.11n), Bluetooth, optional WWAN LAN (Ethernet via Dongle), WLAN (802.11n), Bluetooth
Optisches Laufwerk: - -

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Lenovo ThinkPad Twist im Test: schlankes Convertible-Notebook mit Windows 8

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *