RIM stellt BlackBerry 10, Z10 und Q10 vor und ändert seinen Namen in BlackBerry

Heute um kurz nach 16 Uhr startete Research In Motion die Präsentation von BlackBerry 10. Zur Überraschung aller Anwesenden verkündete RIM zu Beginn der Vorstellung das Unternehmen ab sofort unter dem Namen BlackBerry weiterzuführen und den bisherigen Namen Research In Motion abzulegen.

Wie zu erwarten hat RIM auf dem Launch-Event neben dem neuen OS auch die Smartphones Z10 und Q10 (X10) vorgestellt. Das Z10 ist die Variante mit Touchscreen, das offiziell als Q10 bezeichnete Gerät wird zusätzlich mit einer physischen Tastatur ausgestattet sein.

Die Ausstattung beider Smartphones war zum Großteil schon bekannt, doch gibt es einige Unterschiede zu den bisher veröffentlichten Informationen. Anstatt eines 1,5-GHz-Dual-Core-OMAP-4470-Prozessors werden beide Geräte von einem Snapdragon-S4-Plus-Chip von Qualcomm angetrieben. Zudem wird der auswechselbare Akku nicht über eine Kapazität von 2100 mAh verfügen, sondern nur über 1800 mAh.

Im Gegensatz zum Z10, das mit einem 4,2 Zoll großen LC-Display mit einer HD-Auflösung von 1280 mal 768 Pixel und einer Pixeldichte von 356 ppi ausgestattet ist, wird das Q10 aufgrund der physischen Tastatur nur über ein 3,1 Zoll großes Display verfügen. Die Auflösung beträgt 720 mal 720 bei einer Pixeldichte von 328 ppi.

Der Flash-Speicher des Z10 wird wie erwartet 16 GByte groß sein. Ein microSD-Kartenslot dient zur Erweiterung um bis zu 32 GByte. Über die Speicherausstattung des Q10 gibt es keine näheren Informationen, allerdings dürfte sie ähnlich sein. In beiden Geräten sind wie angenommen 2 GByte RAM verbaut.

Als Kameras kommen eine 8-Megapixel- auf der Rückseite und eine 2-Megapixel-Ausführung auf der Vorderseite zum Einsatz. Sie nehmen Videos in 1080p beziehungsweise 720p auf.

Das Z10 misst 130 mal 65,6 mal 9 Millimeter. Das Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt und auf der Rückseite geriffelt. Die genauen Abmessungen des Q10 sind bisher unbekannt.

Im Bereich Kommunikation sind mit GPRS, EDGE, UMTS samt Datenturbo HSPA+, NFC, Bluetooth 4.0 und HDMI alle gängigen Techniken vertreten. Auch der Mobilfunk-Standard LTE ist mit an Bord. Welche genauen Frequenzbänder unterstützt sind, ist leider noch nicht bekannt.

Auf der Präsentation hat das jetzt unter dem Namen BlackBerry bekannte Unternehmen auch die Highlights des BlackBerry OS vorgestellt. Die virtuelle Tastatur des Z10 bietet beispielsweise eine Autokorrektur für eine Reihe von Sprachen und schlägt komplette Wörter vor, die über dem ersten Buchstaben eingeblendet werden. Die Wortvorschläge lassen sich per Wischbewegung in Richtung Text einfügen. Auch ein Wechsel zwischen Buchstaben- und Zifferntastatur ist per Geste möglich.

Zudem demonstrierten BlackBerry CEO-Thorsten Heins und Vivek Bhardwaj den neuen Blackberry Messenger. Er bietet nicht nur Video-Anrufe, sondern auch eine Screen-Sharing-Funktion. Dabei bekommt der Gesprächspartner den Bildschirm des Gegenübers angezeigt. Das könnte ein hilfreiches Feature für den IT-Support sein oder um Freunden Fotos & Co. zu zeigen.

Ein Highlight von BlackBerry 10 ist die Trennung zwischen beruflicher und privater Nutzung. Das Feature nennt sich BlackBerry Balance. Ein Fingertipp wechselt zwischen den zwei getrennten Bereichen. Das berufliche Profil enthält keine privat genutzten Apps, sondern nur diejenigen, die der Arbeitgeber installiert hat. Der BlackBerry-World-Store kann außerdem vom Arbeitgeber auf bestimmte Apps beschränkt werden. So können mit Balance Unternehmen die Geräte von Mitarbeitern verwalten, aber ohne Zugriff auf persönliche Daten zu erhalten. Durch diese Trennung wird zugleich verhindert, dass Firmendokumente versehentlich kompromittiert werden.

Mit dem Feature Remember bekommt das OS weiterhin eine Art Archiv, in dem sich Bilder, Dokumente, Mails oder auch Lesezeichen sammeln lassen. Das ganze synchronisiert sich dann mit der Notizbuch-Anwendung Evernote.

Vorgestellt hat der BlackBerry-CEO Thorsten Heins natürlich auch die Nachrichten-Zentrale Blackberry Hub. Hier laufen E-Mails, Nachrichten und Updates Sozialer Netzwerke zusammen und sind übersichtlich an einem Ort zu finden. Man muss also nicht zwischen verschieden Apps hin und her wechseln. Das macht BB10 sehr einfach in der Handhabung.

hub

Die Besonderheiten der Kamera-Anwendung sind ein Foto-Editor zum Verschönern der Schnappschüsse mit Effekten und Filtern sowie mit dem Feature Story Maker ein Tool zum Erstellen von Diashows. Nutzer können individuelle Übergänge, Fotos, Videos, Musik und eigenen Text einbinden. Die Funktion TimeShift ermöglicht es zudem, Fotos unter Zuhilfenahme vorher geschossener Bilder zu bearbeiten.

Besonders stolz war Heins auf die Vielfalt an Apps, die zum Marktstart über die BlackBerry World verfügbar sind. Darunter befinden sich Skype, SoundHound, Amazon Kindle, WhatsApp, SAP, Angry Birds, Wo ist mein Wasser, Wo ist Perry, Jetpack Joyride, Facebook, Twitter, Foursquare, Linked-In sowie weitere Spiele von EA, Gameloft, Disney und Sega. Die Radio-App TuneIn und andere Multimedia-Apps sind ebenso mit von der Partie wie Anwendungen aus den Bereichen Mobile-Banking, Reisen, Finanzen oder Gesundheit. Auch Musik, Filme und Videos wird BlackBerry über ihren Store bereitstellen. Dafür konnte BlackBerry auch große Publisher gewinnen.

Neuigkeiten zum BlackBerry-Tablet gab es auf der Präsentation leider nicht. Auch über die Preise und die Verfügbarkeit der Geräte in Deutschland wurden keine expliziten Aussagen getroffen. Das Z10 soll angeblich ab Februar bei Vodafone in der LTE-Version erhältlich sein. Bei der Telekom wird das Gerät erst für März erwartet. Das Q10 wird möglicherweise erst im zweiten Quartal des Jahres zu haben sein.

Autor: Christian Schartel
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