Das BlackBerry Z10 mit BlackBerry 10 im ausführlichen Test

Zeitgleich mit der Präsentation seiner aktuellsten OS-Version 10 hat BlackBerry jetzt auch sein neues Flaggschiff vorgestellt. Das Z10 kommt im modernen Design mit 4,2-Zoll-Touchscreen, Dual-Core-CPU mit 1,5 GHz, 2 GByte RAM, zwei Kameras, NFC, Bluetooth 4.0, Dual-Band-WLAN und LTE.

Aus Research in Motion wurde jetzt BlackBerry und aus dem grauen Business-Entlein endlich ein Mainstream-Schwan. Mit dem BlackBerry Z10 und dem neuen Betriebssystem will das ehemals unter dem Namen Research In Motion (RIM) bekannte Unternehmen auf die großen Konkurrenten Apple, Google und Microsoft aufschließen. Wir haben das brandneue Smartphone und das neue OS BlackBerry 10 genau unter die Lupe genommen und verraten, ob BlackBerry die Lücke zu Android, iOS und Windows Phone schließen konnte.

Design

Auf den ersten Blick könnte man meinen, das BlackBerry Z10 sieht dem iPhone 5 verdächtig ähnlich. Es ist ähnlich groß und schmal, hat gerade Kanten, abgerundete Ecken und ein rund 4 Zoll großen Display. Mehr Ähnlichkeiten wird man jedoch nicht finden, denn wie man sofort sieht, kommt das Z10 ohne Navigations-Tasten aus. Weder physische noch Soft-Key-Buttons zieren die Front des Gerätes. Stattdessen setzt das Z10 auf eine Steuerung mit Fingergesten.

Es misst 130 mal 65,6 mal 9 Millimeter und ist etwas dicker als das iPhone 5. Trotz seines etwas größeren Gehäuses passt das Z10 aber noch gut in die Hosentasche. Mit seinen 137,5 Gramm wiegt es in etwa so viel wie das iPhone 4S und ist damit spürbar schwerer als das iPhone 5, das lediglich 112 Gramm auf die Waage bringt.

Das BlackBerry Z10 (links) ähnelt dem iPhone 5 - zumindest was die Form anbelangt (Foto: CNET).

Das BlackBerry Z10 (links) ähnelt dem iPhone 5 – zumindest was die Form anbelangt (Foto: CNET).

Das Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt und liegt dank etwas abgerundeter Ecken auf der Rückseite und einer leicht geriffelten Soft-Touch-Oberfläche aber besser in der Hand. Im Vergleich fühlt sich das iPhone jedoch solider und wertiger an und wirkt auch etwas besser verarbeitet.

Das LC-Display auf der Vorderseite ist 4,2 Zoll groß und verfügt über eine WXGA-HD-Auflösung von 1280 mal 768 Pixel. Das entspricht einer Pixeldichte von rund 355 ppi. Auf dem Papier hat es im Vergleich zum Display des iPhone 5 somit die etwas schärfere Anzeige. Apples Display weist “nur” eine Pixeldichte von 326 ppi auf. Dank IPS-Technologie stellt das Display alle Farben auch unter extremen Blickwinkeln unverfälscht dar. Beim Betrachten eines HD-Fotos ist die Anzeige des iPhones allerdings etwas überzeugender. Bei maximaler Einstellung wirkt das Display des iPhone 5 auch etwas heller. Insgesamt sind die Unterschiede jedoch minimal und fallen in der Praxis kaum ins Gewicht. Geschützt ist das Display des Z10 allerdings nicht mit Cornings Gorilla-Glas.

Auf der rechten Seite befindet sich zwichen den Reglern für laut und leise die Sprachsteuerung (Foto: CNET).

Auf der rechten Seite befindet sich zwischen den Reglern für laut und leise die Sprachsteuerung (Foto: CNET).

Über dem Touchscreen hat BlackBerry eine Benachrichtigungs-LED, verschiedene Sensoren und eine 2-Megapixel-Front-Kamera verbaut. Auf der rechten Seite ist der Lautstärkeregler platziert. Zwischen den Lauter-/Leiser-Tasten sitzt ein Button für die Sprachsteuerung, der auch zum Pausieren eines laufenden Songs dient. Drückt man beide Lautstärketasten gleichzeitig, lässt sich ein Screenshot aufnehmen. Im Kamera-Modus können die Lautstärketaste auch als Auslöser verwendet werden.

Auf der linken Seite des Z10 sitzen der micro-USB-Anschluss sowie der HDMI-Port. Der Ein-/Ausschalter ist wie die Buchse für den Kopfhörer auf der Oberseite des Gerätes zu finden. Die Rückseite zieren eine 8-Megapixel-Kamera samt LED-Blitzlicht und das BlackBerry-Logo.

Nicht allzu viele Smartphones verfügen über einen HDMI-Port, aber das Z10 ist eines von ihnen (Foto: CNET).

Auf der linken Seite des Z10 sitzen der micro-USB-Anschluss sowie der HDMI-Port. (Foto: CNET).

Nimmt man den Gehäuse-Deckel ab, kommt der Akku zum Vorschein. Er lässt sich bei Bedarf auswechseln. Zudem findet man hier einen microSD-Kartenslot, der ab Werk mit einer 8-GByte-Speicherkarte der Klasse 2 bestückt ist. Das ist eigentlich ein Plus-Punkt, jedoch unterstützt die Karte keine Full-HD-Videos. Dreht man also ein Video wird der Clip in 720p aufgezeichnet, solange man die Speicherkarte nicht durch eine Karte der Klasse-4- oder höher ersetzt.

Hardware

Das Herzstück des Z10 ist ein 1,5-GHz-Dual-Core-Snapdragon-S4-Plus-Prozessor von Qualcomm mit einer Adreno-305-Grafikeinheit, dem 2 GByte RAM zur Seite stehen. Der interne Flash-Speicher des Z10 ist 16 GByte groß, lässt sich aber dank des microSD-Kartenslots um bis zu 64 GByte erweitern.

Im Bereich Kommunikation sind mit GPRS, EDGE (850/900/1800/1900 MHz), UMTS samt Datenturbo HSPA+ (2100/850/900 MHz), NFC, Bluetooth 4.0 und einem HDMI-Port zum Anschluss an einen Fernseher oder Projektor alle gängigen Techniken vertreten. Auch der Mobilfunk-Standard LTE ist mit an Bord. Das Z10 unterstützt die Frequenzbänder 1800, 2600, 900, und 700 MHz. Damit unterstützt das Z10 die Netze aller drei deutschen LTE-Anbieter. Mit an Bord ist natürlich auch WLAN nach Standards 802.11 a/b/g/n. Auch Dual-Band-WiFi wird unterstützt.

Betriebssystem: BlackBerry 10

Auf dem Z10 kommt natürlich BlackBerrys neues Betriebssystem BlackBerry 10 zum Einsatz.

Benutzeroberfläche und Navigation

Die Oberfläche ist im Prinzip ähnlich aufgebaut wie die von Android oder iOS und in mehrere “Homescreens”aufgeteilt. Per Fingerwisch nach rechts oder links wechselt man zwischen den verschiedenen Bildschirmen. Ganz links befindet sich das BlackBerry Hub – die Nachrichtenzentrale, in der alle E-Mails, Benachrichtigungen, Updates Sozialer Netzwerke & Co. zusammen laufen. Man muss also nicht zwischen verschieden Apps hin und her wechseln, sondern findet alle Nachrichten übersichtlich an einem Ort. Das macht BB10 sehr einfach in der Handhabung und verbessert die Übersicht.

Ein Fingerwisch nach rechts holt den sogenannten “Active Frame” auf den Schirm. Dieser zeigt Miniaturausgaben der zuletzt genutzten Anwendungen an. Insgesamt hält er acht Anwendungen parat. Auf den Bildschirm passen allerdings nur vier. Um die weiteren Applikationen anzuzeigen, muss man also einmal nach unten scrollen. Die aktuellste App zeigt der Active Frame in der linken, oberen Ecke an. Per Fingertipp lassen sich die Apps aufrufen oder schließen.

Ein weiter Fingerwisch nach rechts führt dann zu allen installierten Anwendungen. 16 Stück passen auf einen Bildschirm. Sind mehr Apps installiert, erweitert sich die Oberfläche um zusätzliche Homescreens. Am unteren Ende des Bildschirms sitz eine Schnellstartleiste, die jederzeit Zugriff auf die Wähltasten, die Suchfunktion und die Kamera ermöglicht.

Das neue Betriebssystem opfert Schaltfläche zugunsten der Gesten-Navigation (Foto: CNET).

Anstatt mit physischen oder Soft-Key-Buttons wird das neue Betriebssystem mit Gesten gesteuert (Foto: CNET).

Die Navigation funktioniert ausschließlich über Gesten. Ein Home- oder Zurück-Button ist nicht vorhanden. Neben den üblichen Wischgesten gibt es auch einige spezielle Bewegungen, an die man sich zu Beginn erst einmal gewöhnen muss. Diese fasst BlackBerry unter dem Namen “Peek and Flow” zusammen.

Mit einem Fingerwisch von der Unterseite des Bildschirms nach oben und einem anschließenden Fingerwisch nach rechts öffnet sich das BlackBerry Hub. So können Anwender aus jeder App heraus schnell einen Blick auf ihre Nachrichten werfen. Mit einem langen Fingertipp auf den Bildschirm kehrt man dann zu der zuvor geöffneten App zurück. Um eine App ganz zu schließen, wischt man ebenfalls vom unteren Ende der Anzeige nach oben, wartet bis sich das App-Fenster verkleinert und lässt den Finger los. Die App wird dann im Active Frame angezeigt und kann dort mit einem Klick geschlossen werden.

Das BlackBerry Hub zeigt E-Mails, Benachrichtigungen, Updates Sozialer Netzwerke & Co. an einem Platz (Foto: CNET).

Das BlackBerry Hub zeigt E-Mails, Benachrichtigungen, Updates Sozialer Netzwerke & Co. an einem Platz an (Foto: CNET).

Wer etwas mit dem neuen Betriebssystem herumspielt wird feststellen, dass die Navigation nicht durchgehend konsistent ist. Manchmal öffnet man Untermenus oder Einstellungen der Anwendungen mit einem langen Fingertipp, ein anderes Mal mit einem Fingerwisch oder über ein Menü-Icon.

Was zudem etwas nervt: Beim Öffnen einer App landet man zuerst im Active-Frame-Fenster, bevor die App wirklich gestartet wird. Dieser zusätzliche Schritt scheint doch eher unnötig zu sein.

Der Lockscreen zeigt die Uhrzeit, das Datum sowie verpasste Anrufe oder eingegangene Kurznachrichten (Foto: CNET).

Der Lockscreen zeigt die Uhrzeit, das Datum sowie verpasste Anrufe oder eingegangene Kurznachrichten an. (Foto: CNET).

Der Lockscreen oder Standby-Screen zeigt die Uhrzeit, das Datum, anstehende Kalendereinträge und kleine Icons an, die über verpasste Anrufe, neue Kurznachrichten oder E-Mails informieren. Allerdings ist es nicht möglich, direkt zu den Nachrichten zu springen. Die Kamera lässt sich jedoch vom Lockscreen aus über ein kleines Symbol starten. Praktisch ist der “Nacht-Modus”. Ist er aktiviert schaltet sich das Smartphone bis auf den Weckton stumm und die Hintergundfarbe wechselt auf ein augenfreundliches Schwarz. Zu sehen sind nur noch eine große Uhr und gegebenenfalls die Weckzeit. Um das Smartphone aus dem Schlafmodus aufzuwecken, wicht man von unten nach oben über den Bildschirm.

Alles in Allem funktioniert die Gestensteuerung gut. Eine gewisse Einlernzeit ist jedoch nötig, bis man alle Gesten im Schlaf beherrscht.

Grundlegende Funktionen

Wie es auch bei iOS, Windows Phone oder Android gang und gäbe ist, unterstützt BlackBerry 10 mehrere E-Mail-Konten, Kalender und Social-Network-Accounts. Mit an Bord sind Anwendungen für Bluetooth, NFC-Sharing, mobile Hot-Spots, Tethering, VPN oder DLNA-Sharing. Auch ein Flugzeugmodus ist vorhanden. Zudem findet man eine Hörhilfe und einen Teleprinter-Modus. Zur Einrichtung des Telefons muss wie bei Android oder iOS eine BlackBerry-ID angelegt werden.

Virtuelle Tastatur

Die virtuelle Tastatur des Z10 bietet eine Autokorrektur für eine Reihe von Sprachen. Bis zu drei Sprachen können Nutzer festlegen. Zudem schlägt sie komplette Wörter vor, die über den Buchstaben eingeblendet werden. Die Wortvorschläge lassen sich per Wischbewegung in Richtung Text einfügen. Allerdings stellt die Tastatur die Wortvorschläge ziemlich klein dar und sie stehen auch nicht in jeder Anwendung zur Verfügung. Loggt man sich beispielsweise bei Facebook ein oder tippt im Suchfenster, werden keine Vorschläge angeboten.

Praktisch: Der Wechsel zwischen Buchstaben- und Ziffern-Tastatur klappt mit einer einfachen Fingergeste. Außerdem erkennt die Tastatur die Druckpunkte des Smartphone-Besitzers beim Tippen und stellt sich auf eventuelle Ungenauigkeiten ein. Tippt man also immer etwas links oder rechts neben einen Buchstaben, wird die Tastatur das mit der Zeit ausgleichen. Weiterhin ist auch eine Spracheingabe integriert.

BlackBerrys neue virutelle Tastatur mit Autokorrektur und Wortvorschlägen (Foto: CNET).

BlackBerrys neue virutelle Tastatur mit Autokorrektur und Wortvorschlägen (Foto: CNET).

Browser

Der BlackBerry-Browser bringt alle Funktionen mit, die man zum Surfen im Netz benötigt. Er unterstützt HTML5, Flash und Tabbed-Browsing. Nutzer können Lesezeichen anlegen, Webseiten durchsuchen oder über die Adressleiste nach Begriffen via Bing-, Google- oder Yahoo-Suche recherchieren. Das Vergrößern oder Verkleinern der Ansicht klappt mit einem Doppelklick. Der Browser bringt zudem einen “Private Mode” sowie einen Verlauf mit. Die Adressleiste ist wie beim Internet Explorer von Windows Phone am unteren Ende des Bildschirms angebracht. Ein Fingerwisch nach rechts oder links holt dann die Lesezeichen, die geöffneten Tabs und den Verlauf auf den Schirm. In Sachen Geschwindigkeit scheint der Browser einen deutlichen Schritt zugelegt zu haben. Der erste Eindruck überzeugt jedenfalls. Der Browser arbeitet schnell und auch der Seitenaufbau geht in der Regel flott.

Der Browser bringt alle Funktionen mit, die man zum Surfen im Netz benötigt. (Foto: CNET).

Der Browser bringt alle Funktionen mit, die man zum Surfen im Netz benötigt. (Foto: CNET).

Sprachsteuerung

Seit Apple Siri eingeführt hat, ist eine Sprachsteuerung im Prinzip ein Must-Have für jedes mobile Betriebssystem geworden. Auch BlackBerry 10 bringt einen Sprachassistenten mit. Wie die meisten Siri-Alternativen reagiert auch er hauptsächlich auf feste Kommandos. Man kann beispielsweise Apps starten, E-Mails oder SMS einsprechen oder nach Begriffen über das Internet suchen. Die Spracherkennung funktioniert soweit auch ganz gut. Allerdings klingt die Stimme des Sprachassistenten doch sehr nach einem Roboter.

Wie die meisten Siri-Alternativen reagiert auch er hauptsächlich auf feste Kommandos. (Foto: CNET).

Wie die meisten Siri-Alternativen reagiert die Sprachsteuerung nur auf feste Kommandos. (Foto: CNET).

E-Mail

Eine Stärke von BlackBerry war schon immer seine E-Mail-Funktion. Diese Tradition setzt sich in BlackBerry 10 fort. Man kann Nachrichten als wichtig markieren, sie als ungelesen kennzeichnen oder sie in Ordnern archivieren. Kontakte lassen sich bei Bedarf direkt zu einem Treffen einladen. Beim Schreiben einer E-Mail haben Nutzer die Möglichkeit, verschiedene Dateien anzuhängen, den Text zu formatieren oder die Schriftfarbe anzupassen. Alle Operationen lassen sich dank einer Batch-Funktion auch in einem Schwung erledigen.

BlackBerry Messenger

Der BlackBerry-Messenger (BBM) ist definitiv ein Plus-Punkt des Betriebssystems. Ohne eine App wie Skype installieren zu müssen, lassen sich Instant-Messages oder Sprachnachrichten verschicken, Gruppenchats starten, Video-Anrufe durchführen, Kontakte austauschen oder Dateien versenden. Allerdings klappt das nur mit anderen BlackBerry-Besitzern. Wer sich mit Freunden unterhalten will, die ein Android- oder iOS-Gerät besitzen, muss dann doch wieder auf Skype, Facebook & Co. zurückgreifen. Daneben bietet der BBM auch eine Screen-Sharing-Funktion. Dabei bekommt der Gesprächspartner den Bildschirm des Gegenübers angezeigt. So lassen sich beispielsweise Fotos oder Dokumente vorführen. Auch für den IT-Support könnte das ein hilfreiches Feature sein.

BlackBerry Maps

Im Vergleich zu Googles Maps ist die Kartenanwendung von BlackBerry 10 eher eingeschränkt. Die wichtigsten Funktionen wie eine Navigation samt Verkehrsinformationen bringt sie zwar mit, aber viel mehr auch nicht. Eine 3D- oder Satelliten-Ansicht, einen Kompass oder öffentliche Verkehrsmittel hat sie beispielsweise nicht im Programm. Praktisch ist allerdings die Möglichkeit, direkt aus der App auf seine Kontakte zuzugreifen und sich eine Route zu deren abgespeicherten Adresse berechnen zu lassen.

Im Vergleich zu Google Maps wirkt BlackBerrys Karten-Anwendung eher eingeschränkt. (Foto: CNET).

Im Vergleich zu Google Maps wirkt BlackBerrys Karten-Anwendung eher eingeschränkt. (Foto: CNET).

Musik

Um seinen Lieblingsliedern zu lauschen, hat BlackBerry 10 natürlich auch einen Musik-Player im Programm. Er ist intuitiv zu bedienen, zeigt die Albencover der Songs an und bietet grundlegende Funktionen wie “Shuffle” oder “Repeat”. Nutzer haben die Möglichkeit, Wiedergabelisten zu erstellen, Lieder auf andere BlackBerry-Geräte zu übertragen oder direkt in der BlackBerry World nach neuen Musikstücken zu stöbern.

Zudem hat der Player zwei nette Funktionen an Bord. Ein Fingertipp auf das Cover zeigt beispielsweise die Songfolge des Albums oder der aktuellen Playlist an. Verlässt man den Musik-App lässt sich mit einem Klick auf die Lautstärketasten ein Widget des Players auf den Schirm holen.

Um seinen Lieblingsliedern zu lauschen, hat BlackBerry 10 natürlich auch einen Musik-Player im Programm. (Foto: CNET).

Um seinen Lieblingsliedern zu lauschen, hat BlackBerry 10 natürlich auch einen Musik-Player im Programm. (Foto: CNET).

Office-Anwendung

BlackBerrys Betriebssystem war schon immer auf Business-Kunden ausgelegt. Da darf eine Office-Anwendung natürlich nicht fehlen. Vorinstalliert ist unter BB10 die Office-Suite Documents To Go. Mit ihr haben Anwender die Möglichkeit, Word-Dokumente, Powerpoint-Präsentationen oder Excel-Tabellen zu betrachten und zu bearbeiten. Mit der App lassen sich beispielsweise einzelne Textpassagen markieren, ausschneiden oder kopieren, sämtliche Formatierungen wie Schriftart und -größe durchführen oder Kommentare und Tabellen einfügen. Beim Bearbeiten von Tabellen stehen dem Nutzer verschiedene Funktionen zur Verfügung. Einzelne Zeilen oder Spalten lassen sich hinzufügen, formatieren oder entfernen. Außerdem ermöglicht die App das Verschieben, Einfügen und Duplizieren von Folien einer Präsentation. Auch PDFs lassen sich mit der Office-App betrachten. In der Praxis gestaltet sich die Bedienung leider teilweise etwas umständlich.

Ab Werk ist die Office-Suite Documents To Go installiert (Foto: CNET).

Ab Werk ist die Office-Suite Documents To Go installiert (Foto: CNET).

BlackBerry World

BlackBerry nennt seinen App-Store unter BB10 BlackBerry World. Besonders stolz ist BlackBerry über die Vielfalt an Apps, die bereits zum Marktstart verfügbar sind. Darunter befinden sich beispielsweise Skype, SoundHound, Amazon Kindle, WhatsApp, SAP, Angry Birds, Wo ist mein Wasser, Wo ist Perry, Jetpack Joyride, Facebook, Twitter, Foursquare, Linked-In sowie weitere Spiele von EA, Gameloft, Disney und Sega. Die Radio-App TuneIn und andere Multimedia-Apps sind ebenso mit von der Partie wie Anwendungen aus den Bereichen Mobile-Banking, Reisen, Finanzen oder Gesundheit. Auch Musik, Filme und Videos stellt BlackBerry über ihren Store bereit. Wer sich einen Überblick über das Angebot verschaffen möchte, der kann den Store auch vorab über den Web-Auftritt durchstöbern.

Über BlackBerry World laden Nutzer Apps, Spiele, Musik und Videos herunter. (Foto: CNET).

Über BlackBerry World laden Nutzer Apps, Spiele, Musik und Videos herunter. (Foto: CNET).

Wie auch unter iOS oder Android können Nutzer auf Beschreibungen und Kommentare anderer Anwender zurückgreifen, oder selbst ihre Meinung zu einzelnen Apps kundtun. An der Übersicht des App-Stores muss BlackBerry allerdings noch etwas feilen. Es gibt zwar eine Suchfunktion und eine Top-Liste für kostenpflichtige Anwendung, aber für kostenlose Apps gibt es diese nicht. Das erschwert die Suche nach Programmen ohne Preisschild. Praktischer wäre es zudem, wenn Nutzer die Apps direkt aus der BlackBerry World starten könnten. Das ist nämlich nicht möglich.

Twitter und Facebook unter dem neuen BlackBerry 10 OS (Foto: CNET).

Twitter und Facebook unter dem neuen BlackBerry 10 OS (Foto: CNET).

BlackBerry Balance

Ein Highlight von BlackBerry 10 ist die Trennung zwischen beruflicher und privater Nutzung. Das Feature nennt sich BlackBerry Balance. Ein Fingertipp wechselt zwischen den zwei getrennten Bereichen “Arbeit” und “Privat”. Das berufliche Profil enthält keine privat genutzten Apps, sondern nur diejenigen, die beispielsweise der Arbeitgeber installiert hat. Der BlackBerry-World-Store kann außerdem vom Arbeitgeber auf bestimmte Apps beschränkt werden. So können Unternehmen mit Balance die Geräte von Mitarbeitern per Fernwartung verwalten und die Kontrolle über Geschäftsdaten behalten, erlangen aber keinen Zugriff auf persönliche Daten. Firmendokumente und E-Mails lassen sich durch eine AES-Verschlüsselung mit 256 Bit schützen.

BlackBerry Protect

Mit dem Feature Protect will BlackBerry für ein hohes Maß an Sicherheit sorgen. Ähnlich wie eine Antiviren-Anwendung erlaubt es die Funktion, sein Gerät zu orten, es per Fernzugriff zu Sperren oder alle gespeicherten Daten zu löschen. Zudem können BlackBerry-Besitzer mit der Anwendung Sicherungen von Kontakten, Kalendereinträgen, Notizen, Lesezeichen und Nachrichten anlegen und die Backups bei Bedarf wieder einspielen. Darüber hinaus bietet Protect eine Kindersicherung und einen Pop-Up-Blocker.

BlackBerry Link Desktop-Software

Irgendwann ist jede Speicherkarte voll und Daten müssen auf dem PC oder in Cloud ausgelagert werden. Zum Übertragen von Dateien auf den Rechner bietet BlackBerry mit der Desktop-Software Link das geeignete Tool an. Die Software gibt es für Windows und Mac OS. Sie ermöglicht es Musik, Fotos, Videos oder Dokumente zwischen PC und Smartphone auszutauschen und bietet Optionen für eine automatische Synchronisation. Die Verbindung klappt via USB- oder WLAN-Verbindung.

Kamera und Videofunktion

Lange Zeit war die Kamera bei BlackBerry-Geräten die Schwachstelle, aber die Zeiten sind jetzt vorbei. Der Hersteller hat dem Z10 eine respektable Hauptkamera mit 8 Megapixel und eine 2-Megapixel-Frontkamera spendiert. Sie ist in der Lage HD-Videos mit 720p aufzunehmen, die große Kamera schafft sogar 1080p.

Mit der Kamera des Z10 gelingen gute, lebendige Außenaufnahmen (Foto: CNET).

Mit der Kamera des Z10 gelingen gute, lebendige Außenaufnahmen (Foto: CNET).

Hier eine Ausschnittvergrößerung der Blume mit voller Auflösung, aber ansonsten nicht bearbeitet (Foto: CNET).

Hier eine Ausschnittvergrößerung der Blume mit voller Auflösung, aber ansonsten nicht bearbeitet (Foto: CNET).

Die Hauptkamera kommt mit Autofokus, 5fach-Digitalzoom und Optionen für Serienaufnahmen und Bildstabilisierung. Als Auslöser dienen die Lautstärkeregler. Um ein Foto zu schießen muss einer der beiden Knöpfe gedrückt werden. Über den Timeshift-Modus werden in Serie zusätzliche Bilder vor und auch nach der eigentliche Aufnahme geschossen, so dass man aus dieser Fotoreihe dann im Anschluss einfach das Beste heraussuchen kann. Es gibt Motivprogramme (wie Action und Nacht) und der Anwender hat die Möglichkeit, zwischen den Bildformaten 4:3 oder 16:9 zu wählen.

Was auch immer CNET-Redakteur Jaymar Cabebe gerade macht, er posiert jedenfalls nicht  wirklich für die Kamera (Foto: CNET).

Was auch immer CNET-Redakteur Jaymar Cabebe gerade macht, er posiert jedenfalls nicht wirklich für die Kamera (Foto: CNET).

Es gibt zwar einen Autofokus, die Fokussierung erfolgt aber nicht intuitiv.

Bei voller Auflösung ist ein Rauschen erkennbar (Foto: CNET).

Bei voller Auflösung ist ein Rauschen erkennbar (Foto: CNET).

Angehende Z10-Fotografen werden feststellen, dass es kaum Einstelloptionen und Steuerelemente gibt. Es gibt kein HDR, keine ISO-Einstellung, kein Raster, kein Geotagging, keine Möglichkeit die Auflösung zu verringern, und – was unserer Meinung nach am Schlimmsten ist – keine Option, das laute Klacken des Auslösers zum Schweigen zu bringen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Das BlackBerry Z10 mit BlackBerry 10 im ausführlichen Test

  • Am 4. Februar 2013 um 12:46 von Kani

    Hallo,

    danke für den tollen Test! Ich habe aber einen Fehler auf eurer Seite gefunden, der bei der Lesbarkeit stört: die Seite lädt Permanent neu. Wäre ganz toll, wenn ihr das beheben könntet!

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