Das BlackBerry Z10 mit BlackBerry 10 im ausführlichen Test


Auch wenn der eine oder andere Telefonhersteller vielleicht argumentiert, dass es nicht nötig ist, Gelegenheitsnutzer mit Features zu überfrachten, so ist es trotzdem schön, auf ein gewisses Repertoire an Funktionen zurückgreifen zu können, wenn man die Spiegelreflexkamera zuhause lässt und stattdessen die Smartphone-Kamera mitnimmt.

Bei diesem Plüschtier lassen sich gut die unterschiedlichen Fellsorten erkennen (Foto: CNET).

Bei diesem Plüschtier lassen sich gut die unterschiedlichen Fellsorten erkennen (Foto: CNET).

Trotz allem fällt die Bildqualität wirklich ordentlich aus. Natürlich gelingen die Außenaufnahmen aufgrund der der besseren Lichtverhältnisse deutlich besser als die Innenaufnahmen. Bei einigen Bildern ist bei starkem Zoomen ein Rauschen erkennbar, bei anderen wiederum fällt die sehr gute Detailwiedergabe auf. Weitere Aufnahmen im Vergleich mit dem iPhone 5 und dem Samsung Galaxy SIII werden folgen.

Auch bei voller Auflösung gehen die Bildinformationen nicht verloren (Foto: CNET).

Auch bei voller Auflösung gehen die Bildinformationen nicht verloren (Foto: CNET).

Interessant ist neben der Foto-Funktion auch die Video- und Audio-Wiedergabe des BlackBerry Z10. Wir werden hier nicht enttäuscht. Video kommen klar und Audios mit guten Klang rüber. Clips lassen sich reibungslos ohne Ruckeln wiedergeben. Auch wirkt die Darstellung nicht körnig.

Auch hier gibt es nur wenige Einstellmöglichkeiten. Die Bildstabilisierung schaltet automatisch zu, lässt sich aber bei Bedarf ausschalten. Das gilt auch für die Beleuchtung. Will man die Größe des Videos für eine MMS beispielsweise begrenzen, muss man selbst auf die entsprechende Länge achten.

Die kräfigen Farben haben es in sich (Foto: CNET).

Die kräfigen Farben haben es in sich (Foto: CNET).

Wir haben die 2-Megapixel-Frontkamera im Test vor allem für Video-Chats über den BlackBerry-Messenger eingesetzt, aber auch wenn man sie zum Erstellen von Selbstportraits nutzen will, schadet der 3fach-Digitalzoom und die Videofunktion nicht. Auch wenn die Qualtität der Kamera nicht zur Spitzenklasse zählt ist, ist sie durchaus akzeptabel. Wir würden sie in erster Linie nur für Videochats nutzen.

Wichtiger Hinweis für das Fotoalbum: das Z10 schmeißt Screenshots und Kamerabilder in einen Topf, was schnell zum Chaos führt. IOS macht das im Übrigen auch. Man merkt es nicht gleich, wenn man nur einen einzelnen Screenshot erstellt, aber beim ständigen Testen von Smartphones fallen solche Unterschiede eben auf. Es lassen sich separate Alben erstellen, allerdings geht aus der Foto-App nicht eindeutig hervor, wie das funktioniert. Stattdessen gab es beim Test eine detaillierte Anweisung, wie man die Ordner im Filemanager anlegt. Sich durch einen Datei-Manager mühsam durchzuarbeiten ist auch genau das, worauf Leute Lust haben, die ihr Smartphone nutzen, um einfach Aufgaben schnell und problemlos zu erledigen.

Bei dieser Aufnahme unter heller Wintersonne wirkt die grüne Farbe richtig knallig, aber auch die Kanten der abgeplatzten Stellen (Foto: CNET).

Bei dieser Aufnahme unter heller Wintersonne wirkt die grüne Farbe richtig knallig, aber auch die Kanten der abgeplatzten Stellen (Foto: CNET).

Über den Story Maker lassen sich aus Videos, Fotos und Musik kleine Multimedia-Präsentationen erstellen. Praktisch, aber nicht ganz so intuitiv und umfangreich und im Anspruch vielleicht eher auf die jüngere Zielgruppe abgestellt.

Sehr gut gelungen sind die integrierten Foto-Bearbeitungstools, mit den Aufnahmen zugeschnitten, gedreht, der roten Augen entledigt oder mit beliebigen Filtern versehen werden können. Hier lassen sich beispielsweise Kontrast und Weißabgleich verändern und man hat die Möglichkeit, Störungen zu entfernen. Die Anwendung ist umfangreich und intuitiv zu bedienen und unserer Meinung nach eine sehr gute Kamera-Zugabe.

Gut gelungen: die Bildbearbeitungstools im Z10 (Foto: CNET).

Gut gelungen: die Bildbearbeitungstools im Z10 (Foto: CNET).

Gut, es ist sicherlich nachvollziehbar, wenn die Hersteller bei den Features kürzen, aber es sollte doch letztlich Hand in Hand erfolgen. Ein wenig Redundanz, wenn es um den Weg zum optimalen Foto geht, hat noch nie jemandem geschadet.

Performance

Qualcomms 1.5-GHz-Dual-Core-Snapdragon-S4-Plus-Prozessor sorgt für genügend Leistung. Er ist zwar nicht so schnell wie der S4-Pro, aber immer noch recht flott. Beim Scrollen, Starten von Apps oder Wechseln der Homescreens sind so gut wie keine Ruckler zu spüren. Insgesamt läuft BlackBerry 10 rund und flüssig. Auch für die Wiedergabe von Videos oder zum Zocken bringt der Zweikern-Prozessor genügend Power mit. Seiten lädt der Browser richtig schnell. Nur beim Starten brauchte das Z10 deutlich länger als die Konkurrenz.

BlackBerry Z10
Ladezeit CNET-Mobile-Version 2,2 Sekunden
Ladezeit CNET-Desktop-Version 7,4 Sekunden
Ladezeit bis zum Lock-Screen 1 Minute, 7 Sekunden
Ladezeit Kamera 2,2 Sekunden
Kamera: Zeit von einem Bild bis zum nächsten 1,2 Sekunden (bereits fokussiert, ohne Burst-Mode)

Sprachqualität

Im Test präsentiert sich das Z10 mit einer zwar nicht herausragenden, aber durchaus ordentlichen Sprachqualität. Gelegentlich ist ein leichtes Hintergrundrauschen zu hören und die Stimmen klingen manchmal etwas hohl und blechern, was man allerdings nach einer Weile nicht mehr wahrnimmt. Durch das Hintergrundgeräusch wirken Stimmen dann auch nicht mehr extrem scharf, aber es kommt bei den Testläufen weder zu Verzerrungen noch zu Unterbrechungen.

Akku

Das Z10 verfügt über einen auswechselbaren Akku mit einer Kapazität von 1800 mAh. Laut Hersteller soll er das Gerät im 3G-Netz für eine Sprechzeit von bis zu 10 Stunden mit Strom versorgen. Im Stand-by-Modus soll der Akku rund 12.7 Tage durchhalten. Musik und Videos soll das Z10 60 Stunden beziehungsweise 11 Stunden am Stück abspielen. Auf dem Papier klingt das nicht schlecht. Wie sich das Z10 in der Praxis schlägt, lässt sich noch nicht konkret sagen. Erste Tests lassen aber darauf schließen, dass man mit dem Gerät gut über den Tag kommt. Sobald weitere Ergebnisse vorliegen, werden wir den Artikel entsprechend ergänzen.

Fazit

Im Vergleich zu BlackBerrys vorherigen Geräten mit Touchscreens ist das Z10 natürlich ein Riesensprung nach vorne. Es sieht gut aus, kommt mit einer ordentlichen Hardware-Ausstattung und einem neuen Betriebssystem, bei dem BlackBerry vieles richtig gemacht hat. Die Gestensteuerung geht zwar nicht sofort in Fleisch und Blut über und hat ein paar Schwächen, ist insgesamt aber gut umgesetzt. Mit Features wie BlackBerry Balance oder der Nachrichtenzentrale BlackBerry Hub ist das Z10 anderen Geräten sogar etwas voraus. Verstecken muss sich das Smartphone vor seiner Konkurrenz jedenfalls nicht. Wer schon vorher ein Fan von BlackBerry-Smartphones war, der kann beim Z10 ohne große Bedenken zugreifen.

Natürlich bietet BlackBerrys neue Plattform noch nicht die Auswahl an Anwendungen, die man beispielsweise von Android oder iOS gewohnt ist. Viele beliebte Apps und Spiele wie Skype, Facebook, Twitter, SoundHound, TuneIn-Radio, Angry Birds, FIFA 13, Sims, Need for Speed, Splinter Cell oder Cut the Rope sind schon verfügbar – und mit der Zeit kann das Angebot nur größer werden.

Bis Käufer das Z10 in den Händen halten, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Das Z10 soll jedoch noch im Februar bei Vodafone in der LTE-Version erhältlich sein. Bei der Telekom wird das Gerät erst für März erwartet. Einen konkreten Preis hat BlackBerry für den deutschen Markt noch nicht genannt. In Großbritannien liegt er für das Z10 ohne Vertrag bei rund 480 Pfund. Umgerechnet wären das rund 560 Euro. Es ist anzunehmen, dass die Preise hierzulande in einem ähnlichen Bereich liegen.

[Update:]
Bei Amazon ist das Z10 mittlerweile gelistet. Es kann für einen Preis von 629 Euro vorbestellt werden. Der Status steht allerdings noch auf “noch nicht verfügbar”. Wann das Z10 dann tatsächlich ausgeliefert wird, ist nicht bekannt.

Dass eingefleischte iPhone- und Android-Nutzer nun sofort zu BlackBerry überwechseln, ist unwahrscheinlich. Sich auf die ungewohnte Oberfläche und Bedienung einzustellen, macht die Sache sicherlich nicht attraktiver. Insgesamt hat BlackBerry mit dem Z10 samt BlackBerry 10 natürlich ordentlich aufgeholt, doch werden ein paar innovative Funktionen wie eine Gestensteuerung, das BlackBerry Hub oder BlackBerry Balance nicht ausreichen, um Google und iOS vom Thron zu stoßen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Das BlackBerry Z10 mit BlackBerry 10 im ausführlichen Test

  • Am 4. Februar 2013 um 12:46 von Kani

    Hallo,

    danke für den tollen Test! Ich habe aber einen Fehler auf eurer Seite gefunden, der bei der Lesbarkeit stört: die Seite lädt Permanent neu. Wäre ganz toll, wenn ihr das beheben könntet!

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