MWC: Mozilla zeigt erste Smartphones mit Firefox OS

Auf der CES hat Mozilla sein mobiles Betriebssystem Firefox OS auf einem Smartphone-Prototyp vorgeführt und Einblicke in die laufende Entwicklung gegeben. Auf dem Mobile World Congress (MWC) Barcelona gabs es nun erste marktreife Geräte mit dem OS zu sehen.

Als Partner konnte Mozilla LG, Alcatel, Huawei und ZTE gewinnen. Sie werden die ersten Firefox-OS-Geräte bauen, in denen ein Snapdragon-Prozessor von Qualcomm zum Einsatz kommt. Zudem hat Mozilla die Zusammenarbeit mit 18 Netzbetreiber weltweit angekündigt, die ab dem zweiten Quartal 2013 Smartphones mit dem browserzentrierten Betriebssystem ins Programm aufnehmen werden. Darunter befinden sich beispielsweise die Deutsche Telekom, China Unicom, Hutchison Three Group, Telefónica, Telecom Italia Group, Telstra, SingTel, Qtel und Sprint.

Auffallend ist, dass die beiden führenden US-Mobilfunkanbieter AT&T sowie Verizon Wireless nicht vertreten sind. Firefox OS zielt wohl zunächst auf kostenbewusstere Käufer in aufstrebenden Märkten ab. Der Verkauf der ersten Geräte soll in Brasilien, Kolumbien, Ungarn, Mexiko, Montenegro, Polen, Serbien, Spanien und Venezuela beginnen.

Vor allem Telefónica will die Geräte aggressiv in lateinamerikanischen Ländern vermarkten, in denen es auf weitere Wachstumschancen hofft. Smartphones mit Firefox OS könnten dabei helfen, da sie deutlich leistungsfähiger als Features-Phones sind, aber bei weitem nicht so teuer wie Apples iPhone. Die ersten Mobiltelefone will der Netzbetreiber Mitte 2013 einführen, gefolgt von weiteren Modellen Ende 2013 und im nächsten Jahr.

Die Deutsche Telekom ist als erster Anbieter in Europa dabei. In einem Video stellt “Lisa von der Telekom” das Einsteigermodell Alcatel One Touch Fire vor. Es soll zunächst in Polen starten und im Laufe des Jahres in weiteren osteuropäischen Ländern in den Verkauf kommen.

Laut Mozilla erfolgt die Einführung bewusst mit einfacheren Geräten für Verbraucher in Schwellenländern. Da sie aber sukzessive optimiert werden sollen, ist auch eine spätere Vermarktung in Deutschland und den USA vorstellbar. Tablets mit Firefox OS seien vorerst nicht in Sicht, heißt es, da sich die Partner in erster Linie an Mobiltelefonen interessiert zeigten.

Firefox OS basiert auf Webtechnologien, aber alle Kernfunktionen eines Mobiltelefons sind auch offline zu nutzen. Zusätzliche Apps finden sich über den Firefox Marketplace. Als Vorteil stellt Mozilla heraus, dass “jeder Webentwickler leicht HTML5-Apps erstellen und verbreiten” kann.

Mit Electronic Arts engagiert sich auch bereits ein größerer Softwareanbieter. “Firefox OS bietet uns eine großartige Gelegenheit, neue Verbraucher in Schwellenmärkten zu erreichen”, erklärte EA-Manager Glenn Roland. “Wir freuen uns, dieses Jahr HTML5-Versionen von führenden Spielen, einschließlich Poppit von Pogo, sowie zahlreiche beliebte mobile Titel auf den plattformübergreifenden Firefox Marketplace zu bringen.”

Hier noch ein Videointerview mit Mozilla-Entwickler Christian Heilmann. Er spricht mit unserem Kollegen Matthias Sternkopf von Gizmodo über Firefox OS.

Weitere Neuigkeiten vom Mobile World Congress, der größten Mobilfunkmesse Europas, finden Sie in unserem MWC-Special.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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