Sony Xperia Z im Test: wasserdichtes Android-Flaggschiff mit schlichter Eleganz und satter Performance

Sonys neues Flaggschiff Xperia Z kommt mit 5-Zoll-Display, 1,5-GHz-Quadcore-CPU, 2 GByte RAM, 13,1-Megapixel-Kamera, LTE und ist dazu auch noch wasser- und staubdicht. Wir haben uns das Power-Android-Smartphone genauer angesehen.

Sonys Xperia Z ist der jüngste Zuwachs im wachsenden Segment der Android-Smartphones des japanischen Unternehmens und kommt mit Spezifikationen, bei denen selbst hartgesottene Freaks ins Schwärmen kommen. So ist das Z mit einer 1,5-GHz-Quadcore-CPU, 2 GByte RAM, einer 13,1-Megapixel-Kamera, LTE und 16 GByte Speicher bestückt, die sich problemlos mithilfe von Micro-SD-Karten erweitern lassen.

All diese leistungsstarken Komponenten sind zudem auch noch durch ein Gehäusedesign geschützt, das einen Sturz ins Wasser bis zu einer Tiefe von einem Meter für 30 Minuten übersteht und außerdem noch staubdicht ist.

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Das Sony Xperia Z ist in den drei Farben Schwarz, Weiß und Violett erhältlich und kostet ohne Vertrag 649 Euro. Mit Vertrag ist das Z günstiger zu haben und wer aber in den Genuss von LTE kommen will, muss bei den monatlichen Kosten dementsprechend tiefer in die Tasche greifen.

Lohnt sich der Kauf des Xperia Z?

Das Xperia Z war die erste große Android-Neuvorstellung 2013 und ebnet Sonys Weg in den hart umkämpften Quad-Core-Markt. Durch das gigantische 5-Zoll-1080p-Reality-Display hat es in gewisser Weise etwas Monströses an sich. Wenn man sich im Vergleich dazu das HTC One X und das Samsung Galaxy S3 vorstellt, gibt einem Sony hier mit dem Xperia Z schon ein ganz ordentliches Kaliber an die Hand.

Wer sich allerdings mit der stattlichen Größe anfreunden kann, bekommt einen superschnellen 1,5-GHz-Quadcore-Prozessor und Features wie einen HDMI-Ausgang und NFC-Support. Das das Smartphone noch nicht mit der aktuellsten Android-Version 4.2 arbeitet, ist zwar etwas enttäuschend, aber Sony arbeitet mit Hochdruck daran, dem Smartphone schnellstmöglich ein Upgrade auf die die neueste OS-Version zu verpassen. Also kein Grund zur Panik.

Jedenfalls ist es von Sony doch sehr mutig, das Xperia Z herauszubringen, während Samsungs Galaxy S4 bereits in den Startlöchern steht. Aber so lange das S4 nicht auch in der Lage ist, Kaffee zu kochen oder morgens mit dem Hund Gassi zu gehen, bezweifeln wir, dass das Xperia Z allzu schnell eine Deklassierung erfahren muss. Wer also gerade auf der Suche nach einem neuen Smartphone ist und mit einem Display gut zurecht kommt, dass zumindest von seinen Proportionen her fast schon an Tablet herankommt, dürfte daran seine Freude haben. Bei aller Begeisterung ist es aber trotzdem eine Überlegung Wert, einen Blick auf das ebenfalls leistungsstarke Nexus 4 zu riskieren, das zwar ohne LTE kommt, aber auch vertragsfrei zu haben ist und dabei immerhin stolze 300 Euro weniger kostet.

Ausstattung und Display

Sonys hat in punkto Design einen Richtungswechsel eingeschlagen, hinter dem man durchaus stehen kann. So haben sich die Designer beim Xperia Z von Altbewährtem und Bekanntem stark entfernt. Verschwunden sind die abgerundeten Ecken und Kanten, deren Beliebtheit sich das Xperia T und das Xperia Arc S noch erfreuten. Stattdessen liegt ein schlichtes, kantiges Stück Technik vor uns, dass fast schon etwas unheimlich wirkt – vor allem in Schwarz – und eher an den Monolithen aus 2001 erinnert. Irgendwie wirkt es imposant aber dennoch edel und wird sicherlich querbeet seine Anhänger finden.

Angelehnt an iPhone 4S und Nexus 4, weist auch das Xperia Z sowohl eine Vorder- als auch Rückseite aus bruchsicherem Mineralglas auf, wodurch es einerseits äußerst schick aussieht, auf der anderen Seite natürlich auch extrem anfällig gegen Fingerabdrücke ist. Das liegt nicht zuletzt auch an der kaum sichtbaren Schutzfolie, die Sony zusätzlich vorne und hinten aufgebracht hat. Dank seiner Bauhöhe von gerade einmal 7,9 Millimetern ist es sehr flach. Mit einem Gewicht von 146 Gramm gehört es nicht unbedingt zu den leichtesten Smartphones auf dem Markt, passt aber trotzdem noch in die Hosentasche. Der Rahmen des Xperia Z besteht aus extrastarkem Fiberglas-Polyamid und seitlich sind noch Streifen aus Glas integriert, die dem guten ästhetischen Gesamteindruck den Feinschliff geben. Das Xperia Z macht insgesamt einen sehr hochwertigen und solide verarbeiteten Eindruck.

 

Mit seinen 7.9 Millimetern ist das Xperia Z fast so dünn wie das iPhone 5 (Foto: CNET).

Mit seinen 7.9 Millimetern ist das Xperia Z fast so dünn wie das iPhone 5 (Foto: CNET).

An diversen Stellen des Gerätes finden sich Anschlüsse und Öffnungen, die alle durch kleine Abdeckungen und Klappen geschützt sind, um Wasser und Staub die Stirn zu bieten. Das Sony Xperia Z ist nach IP 55/57 zertifiziert und übersteht mit geschlossenen Luken einen Badeeinsatz bis zu einer Wassertiefe von einem Meter immerhin dreißig Minuten lang. Damit überlebt das Z beispielsweise auch einen versehentlichen Sturz aus der Hosentasche in die Toilette, was bekannterweise gar nicht so selten vorkommt. Gewöhnungsbedürftig: Die kleinen Kappen sind mit dem Gerät verbunden, damit sie nicht verloren gehen und sind zum Schutz natürlich unverzichtbar. Dafür sind sie natürlich jedesmal im Weg, wenn man schnell den Kopfhörer anschließen oder das Smartphone über den USB-Anschluss laden will.

Oben am Xperia Z befindet sich rechts der Headset-Anschluss, an der rechten Gehäuseseite das Micro-SIM-Kartenfach, darunter der runde, etwas hervorragende Ein-/Ausschalter aus Metall, sowie die kombinierte Lautstärke-/Zoom-Taste, ein kleiner Schlitz für den dahinter liegenden Lautsprecher und eine Trageschlaufen-Öse. Unten am Gerät hat Sony keinerlei Anschlüsse verbaut. An der linken Geräteseite ist der Anschluss in Form von zwei Goldkontakten für die optional erhältliche Lade-Docking-Station integriert, darüber liegen hinter den jeweiligen Abdeckungen der Slot für die Speicherkarte sowie der USB-Anschluss. Auf der Frontseite hat Sony links neben dem Logo das Frontkameraobjektiv untergebracht, rechts neben dem Namenszug des Herstellers den Umgebungslichtsensor. Mittig oben und unten befinden sich die Hörmuschel respektive das Hauptmikrofon. Die Rückseite ziert das Kameraobjektiv der Hauptkamera samt Blitz, ein weiteres Mikrofon und ein kleiner Aufkleber, der den NFC-Erfassungsbereich kennzeichnet.

 

Die Anschlüsse und Einschübe verbergen sich wasserdicht geschützt hinter Klappen (Foto: CNET).

Die Anschlüsse und Einschübe verbergen sich wasserdicht geschützt hinter Klappen (Foto: CNET).

Das 5-Zoll-Reality-Display des Xperia Z löst mit 1920 x 1080 Pixel Full-HD auf, ist mit einer Mobile Bravia Engine 2 ausgerüstet und kommt mit brillanten und lebendigen Farben. Die Pixeldichte liegt bei beeindruckenden 443 ppi und hängt damit das iPhone 5 mit seinen 326 ppi klar ab. Glaubt man den Gerüchten, sollte das locker reichen, um auch mit dem Display des Samsung Galaxy S4 konkurrieren zu können.

 

Das 1080p-Display des Xperia Z beeindruckt mit einer brillanten und scharfen Darstellung (Foto: CNET)

Das 1080p-Display des Xperia Z beeindruckt mit einer brillanten und scharfen Darstellung (Foto: CNET)

Das 1080p-Display präsentiert sich mit einer Bildschärfe, die man üblicherweise von einem Fernseher erwartet. Es ist unmöglich einzelne Pixel auszumachen und hochauflösende Bilder sehen wirklich beeindruckend aus. Im Praxiseinsatz glänzt das Xperia Z mit einer gestochen scharfen Darstellung. Schade nur, dass einige App-Icons nicht auf diese hohe Auflösung ausgelegt sind und somit optisch leicht verschwommen wirken, was Sony allerdings kaum ändern kann. Abgesehen von leichten Einschränkungen hinsichtlich des Blickwinkels hinterlässt das Display des Xperia Z insgesamt einen hervorragenden Eindruck.

[Update 27.03.2012:]

Beim Verfassen dieses Tests hat uns das Display des Xperia Z insgesamt gefallen. Leichte Einschränkungen hinsichtlich des Blickwinkels waren uns aber schon aufgefallen. Allerdings nicht so deutlich wie bei unserem aktuellen Xperia-Z-Testgerät, das wir in einem Display-Vergleich dem HTC One, dem iPhone 5 und dem Nexus 4 gegenüber gestellt haben. Komisch dachten wir uns und haben nachgeforscht.

Beim Xperia Z verwendet Sony offensichtlich Anzeigen von zwei verschiedenen Herstellern. Zum einen sind Anzeigen von Japan Display Central (JDI), einem Unternehmen der Japan Display Inc (JDI) verbaut, zum anderen kommen Anzeigen von Sharp zum Einsatz. Je nachdem welches Display verbaut ist, können sich Unterschiede in der Darstellung ergeben.

Um herauszufinden, welches Display verbaut ist, hat das XDA-Forum-Mitglied _daz_ eine eigens entwickelte App veröffentlicht. Nach einer Überprüfung hat sich herausgestellt, dass das Display unseres Xperia-Z-Testmodells von Sharp produziert wurde.

In verschiedenen Foren (XDA-DevelopersAndroid-Hilfe) wird darüber bereits viel diskutiert. Welches Display nun das bessere ist, lässt sich schwer sagen. Die gängige Meinung ist, dass die Anzeigen von Sharp besser sind. Allerdings können wir das so nicht bestätigen. Das Sharp-Display unseres Xperia-Z-Testmodells ist in Sachen Blickwinkelstabilität eine Enttäuschung.

Da die Darstellungsqualitäten sich offensichtlich von Modell zu Modell können deutlich unterscheiden können, ist es Käufern daher anzuraten, sich das Model, dass sie dann auch wirklich erhalten, vorher im Geschäft genau anzusehen oder bei Bestellung über das Internet im Zweifelsfall zurück zu schicken und umzutauschen. Anzumerken ist aber auch: Viele Xperia-Z-Besitzer sind mit dem Display ihres Gerätes vollkommen zufrieden und können diese Darstellungsmängel nicht bestätigen, andere wiederum sind mehr als nur enttäuscht – und auch wir scheinen nun eine Serie mit schlechter Display-Qualität erwischt zu haben.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Sony Xperia Z im Test: wasserdichtes Android-Flaggschiff mit schlichter Eleganz und satter Performance

  • Am 5. März 2013 um 18:25 von Lisa

    30 Minuten oder 30 Sekunden in der Badewanne? ;)

    • Am 5. März 2013 um 22:48 von Anja Schmoll-Trautmann

      30 Minuten :-)

  • Am 18. März 2013 um 19:55 von Mario Burg

    30 und mehr!! :-)

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