Leistung und Software

Auch wenn es vielleicht etwas länger gedauert hat, ist Sony mit seinem neuen Flaggschiff jetzt definitiv im Club der Quad-Core-Elite angekommen. Im Inneren des schlanken Xperias werkelt ein Snapdragon S4-Pro-Prozessor mit 1,5 GHz Takt von Qualcomm, dem 2 GByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Zudem sind noch 16 GByte interner Speicher an Bord, die sich mithilfe von Micro-SDHC-Speicherkarten um bis zu 64 GByte erweitern lassen. Damit avanciert das Xperia Z zu einem der derzeit schnellsten verfügbaren Android-Smartphones und bei den üblichen Benchmark-Tests beeindruckend es mit fast schon beängstigender Leistung. Im Antutu-Benchmark schafft das Handy einen Score von 20.031 und schlägt damit das Samsung Galaxy S3 mit seinen 12.467 Punkten geradezu vernichtend. Beim Quadrant Standard sind es 7995 im Vergleich zu den „nur“ 4904 Punkten des HTC One X.

Ähnlich verhält es sich beim GLBenchmark 2.5.1 Egypt HD On-Screen-Test. Hier beeindruckt das Xperia Z mit 3399 Punkten bei 30 Bildern pro Sekunde und und im Vellamo (Test der Web-Performance) kommt es auf 2185 Punkte, mit denen es auch sowohl das Galaxy S3 mit seinen 1580 und das HTC One X mit 1625 Punkten schlägt.

Bleibt noch der Epic Citadel Benchmark. Hier schafft das Xperia Z 56,5 Bilder pro Sekunde im High-Performance-Test und 55,7 im High-Quality-Test. Nein – es handelt sich nicht um einen Messfehler.

 

Der 5-Zoll-Bildschirm erfordert natürlich ein angemessen großes Gehäuse, was für kleine Hände weniger komfortabel ist (Foto: CNET).

Der 5-Zoll-Bildschirm erfordert natürlich ein angemessen großes Gehäuse, was für kleine Hände weniger komfortabel ist (Foto: CNET).

Mit dieser Power gehen die meisten Android-Applikationen und Spiele sehr flüssig und schnell von der Hand, aber überraschenderweise gibt es bei der Bedienung doch noch hier und da kurze Momente, in dem das Xperia Z nicht ganz so geschmeidig läuft. Bei den ersten Tests vor rund sechs Monaten hatten wir es noch als normal abgetan, aber seit es das Nexus 4 gibt und dieses bewiesen hat, das Googles OS durchaus in der Lage ist, absolut butterweich zu laufen, können wir das nicht unkommentiert durchgehen lassen. Mag sein, dass das Jammern auf sehr hohem Niveau ist, aber trotzdem hoffen wir, dass es Sony gelingt, dieses kleine Manko mit dem Software-Update noch auszubügeln.

Sony Xperia Z: Update auf Android 4.2.2 - CyanogenMod macht’s möglich (Foto: ZDNet.de)Sony Xperia Z: Update auf Android 4.2.2 – CyanogenMod macht’s möglich

So hat das Smartphone derzeit noch Android Jelly Bean 4.1 an Bord, auch wenn Sony angekündigt hat, das 4.2 kurz nach dem Launch ausgerollt werden soll. Sonys legt seine eigene Oberfläche darüber und bietet eine ganze Reihe exlusiver Features. Der Lockcreen ist witzig umgesetzt und erinnert beim Darüberstreichen an eine Jalousie, über die man mit den Fingern streift. Oben mittig wird die Uhrzeit angezeigt, links und rechts daneben finden sich die Icons für Musik und Kamera. Damit ermöglicht das Sony schnellen Zugriff auf diese Funktionen, wobei die Kamera-App nicht so schnell griffbereit ist wie beim Nexus 4.

Der Lock-Screen des Xperia Z ist einer Jalousie nachempfunden und reagiert auf die verschiedenen Gesten entsprechend unterschiedlich (Foto: CNET).

Der Lock-Screen des Xperia Z ist einer Jalousie nachempfunden und reagiert auf die verschiedenen Gesten entsprechend unterschiedlich (Foto: CNET).

Sony hat die eigenen Widgets auf diesem Smartphone etwas runtergedampft und auf Timescape, die überflüssige App für Social-Media-Aktivitäten, wurde dankenswerterweise jetzt ganz verzichtet. Beim Xperia Z sind einige wirklich praktische Sony-Apps vorinstalliert. So gibt es unter anderem die Walkman-App, die optisch ansprechend ist und eine gelungene Benutzerführung und einen Equalizer zur Soundoptimierung und Bearbeitungsmöglichkeiten für fehlende Musikinformationen bietet. Praktisch: Mit der App “Sichern und Wiederherstellen” können bequem und schnell Backups vom Xperia Z erstellt werden. Für Home- und Lockscreen stehen verschiedene Designs mit unterschiedlichen Hintergründen zur Auswahl, außerdem lassen sich die Zahl der Homescreens individuell festlegen und der Standard-Homescreen definieren.

NFC und Konnektivität

Eine MHL-Schnittstelle erlaubt das Streamen von Multimedia-Inhalten an einen kompatiblen Fernseher. In Kombination mit den neuesten Sony-TVs ist dies mittels der Funktion “One Touch” auch über NFC möglich. NFC ermöglicht hier die Kommunikation mit anderen Sony-Produkten, wie den Geräten der letzten Bravia-TV-Reihe. Hier reicht es, mit dem Smartphone den Fernseher nur zu berühren, um die gigantischen 13,1-Megapixel-Bilder des Xperias auf dem TV-Gerät anzuzeigen. Nutzer haben auch Zugriff auf das Sony Entertainment Network mit Diensten für Musik, Foto und Video.  Seit dem Launch des Nexus S im Jahre 2010 ist NFC eigentlich Bestandteil von Android, aber bis dato machen sich nur wenige Hersteller die Technik wirklich richtig zu Nutze.

 

Mit dem optional erhältlichen Dock kann das Xperia Z geladen, als Musikstation oder auch als Wecker genutzt werden (Foto: CNET).

Mit dem optional erhältlichen Dock kann das Xperia Z geladen, als Musikstation oder auch als Wecker genutzt werden (Foto: CNET).

Klar, um diese Technologie nutzen zu können, braucht man natürlich den entsprechenden Fernseher, der diese Funktion auch unterstützt. Und wenn es das aktuelle Gerät im heimischen Wohnzimmer noch nicht kann, ist das sicherlich eine Option, der man vielleicht beim nächsten Neukauf Beachtung schenken sollte.

Das Quad-Band-Smartphone Xperia Z kommt mit LTE-Unterstützung und ist damit auch für die Zukunft gut gerüstet. Desweiteren sind GSM, GPRS, EDGE und UMTS mit HSPA+. WLAN, Bluetooth 4.0, NFC, aGPS und DLNA an Bord.

 

Kamera- und Video-Features

Sonys Xperia Z ist mit einer 13-Megapixel-Kamera ausgestattet, die sehr gute und selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen noch durchaus ordentliche Aufnahmen produziert. Die Kamera bietet die übliche Auswahl an Einstell- und Korrekturmöglichkeiten einschließlich eines Bildstabilisators und HDR. Anwender haben die Möglichkeit „Überlegene Automatik“ zu wählen und überlassen damit dem Smartphone selbst die Einstellungen. Bei dieser Funktion kombiniert die Kamera Motiverkennung und die Technologien zur Bildverarbeitung (HDR und Rauschunterdrückung) so miteinander, dass automatisch die optimalen Aufnahmeparameter eingestellt werden. Die Kamera bietet dabei 36 verschiedene Szenen, die automatisch optimiert werden. HDR ist auch bei der Video-Funktion verfügbar, die Resultate wirken aber eher etwas unnatürlich.

 

Die Kameraqualitäten des Xperia Z sind nicht zu verachten (Foto: CNET).

Die Kameraqualitäten des Xperia Z sind nicht zu verachten (Foto: CNET).

Akku-Laufzeit und Speicher

Der helle und große 5-Zoll-Bildschirms und die Quad-Core-CPU gehen – was die Akkulaufzeit angeht – am Xperia Z natürlich nicht spurlos vorbei. Wer das Smartphone viel nutzt und vor allem mit entsprechend hellem Bildschirm, kommt mit dem fest verbauten 2330-mAh-Akku damit gerade mal rund vier bis fünf Stunden über die Runden. Sony war sich dessen bewusst und hat den sogenannten Ausdauer-Modus entwickelt. Durch ihn wird unnötiger Energieverbrauch verhindert, indem erkannt wird, ob das Display ausgeschaltet ist. Nicht benötigte Funktionen werden dann deaktiviert und nur noch die gewünschten Benachrichtigungen ausgegeben. Sämtliche mobilen Daten-Aktivitäten werden heruntergefahren, sobald der Bildschirm aus ist. Sobald man den Bildschirm wieder berührt und das Telefon aufweckt, werden alle Funktionen wieder aktiviert. Da jeder Nutzer unterschiedliche Bedürfnisse hat, kann man individuell festlegen, von welchen Apps auch im Standby-Modus Benachrichtigungen empfangen werden sollen. Und es funktioniert: Im Test konnten wir am nächsten Morgen feststellen, dass der Akkustand über Nacht kaum gesunken ist.

 

Wie auch beim Nexus 4, reagiert die glänzende Rückseite sehr empfindlich auf Fingerabdrücke (Foto: CNET).

Wie auch beim Nexus 4, reagiert die glänzende Rückseite sehr empfindlich auf Fingerabdrücke (Foto: CNET).

Natürlich macht es keinen Sinn, gerade tagsüber alle Kontakte zur Außenwelt abzubrechen, um Strom zu sparen, deshalb bietet Sony weitere Optionen zu Anpassung an. So kann man bei aktiviertem Ausdauer-Modus Ausnahmeregeln einrichten, um bestimmten Apps zu erlauben, eine Verbindung zu halten, wenn sie aktiviert ist. Einen ähnlichen Effekt kann man sicherlich auch mit Apps wie Tasker und Locale erreichen, aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass Sony das Thema von sich aus proaktiv angeht.

Fazit

Bei Sonys früheren Modellen hat es immer hier und da an etwas gefehlt, aber beim Xperia Z hat man einfach das Gefühl, dass Sony jetzt im richtigen Fahrwasser ist. Mal abgesehen davon, dass Android 4.2 noch nicht aufgespielt ist – was nicht mehr lange dauern dürfte, wenn man Sony glauben darf – strotzt dieses Paket geradezu von guten Features inklusive einer sehr guten Kamera.

Die Quad-Core-CPU des solide verarbeiteten Android-Smartphones sorgt für genug Power, das 1080p-Display ist superscharf und mit dem wassserdichten Gehäuse sind selbst Usern, die gelegentlich dazu tendieren, ihre teuren Smartphones zu versenken, auf der sicheren Seite.

Mit dem Xperia Z hat Sony 2013 ordentlich vorgelegt und wir sind sicher, dass auch Samsungs Antwort – im Form des S4 – nicht minder beeindruckend sein wird. Unabhängig davon ist das Xperia Z eines der besten Android-Smartphones, die man derzeit kaufen kann.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Sony Xperia Z im Test: wasserdichtes Android-Flaggschiff mit schlichter Eleganz und satter Performance

  • Am 5. März 2013 um 18:25 von Lisa

    30 Minuten oder 30 Sekunden in der Badewanne? 😉

    • Am 5. März 2013 um 22:48 von Anja Schmoll-Trautmann

      30 Minuten :-)

  • Am 18. März 2013 um 19:55 von Mario Burg

    30 und mehr!! :-)

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