300 GBit/s: Größte DNS-DDoS-Attacke der Geschichte im gesamten World Wide Web zu spüren

300 GBit/s: Größte DNS-DDoS-Attacke der Gesichte im gesamten World Wide Web zu spüren (Foto: CNET.com)Cyperattacken nehmen von Jahr zu Jahr zu. Erst vor Kurzem wurde die Webseite der US-Bank JPMorgan Chase lahmgelegt, jetzt soll ein Hack-Angriff das gesamte World Wide Web ausbremsen.

Ziel der Attacke ist die Organisation Spamhaus. Spamhaus unterstützt E-Mail-Dienste weltweit beim Kampf gegen Spammer und muss sich seit vergangener Woche gegen eine groß angelegte DDoS-Attacke wehren. Einem Bericht der BBC zufolge sind die massiven Angriffe die größte Cyberattacke in der Geschichte des Internets. Die Auswirkungen sollen offenbar weltweit zu spüren sein und den Internetverkehr beeinträchtigen.

Laut BBC ist es möglich, dass als Folge der Angriffe Webseiten weltweit schlecht oder gar nicht erreicht werden können. So soll beispielsweise der Streaming-Dienst Netflix die Auswirkungen der Attacken spüren.

Der Angriff selbst richtet sich dem Bericht zufolge gegen die DNS-Server (Domain Name System) von Spamhaus, die Domain-Namen in IP-Adressen übersetzen. Die Angriffe hätten ein Volumen von bis zu 300 GBit pro Sekunde und seien damit sechsmal größer als ähnliche DDoS-Angriffe, mit denen sich Websites von Banken ausschalten ließen. Durch die große Menge an Daten, die das Domain Name System treffe, komme es weltweit zu einer Drosselung des Datenverkehrs im Internet. Spamhaus selbst ist allerdings dank seines riesigen DNS-Server-Systems immer noch online. Zudem erhält Spamhaus von verschiedenen Firmen, darunter auch Google, Unterstützung.

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Hintergrund ist angeblich ein Streit mit dem niederländischen Webhoster Cyberbunker. Das Unternehmen, das sein Hauptquartier in einem ehemaligen NATO-Bunker hat, erlaubt es seinen Kunden, anonym zu bleiben. Es akzeptiert nahezu jeden Kunden. Einzig Kinderpornografie und terroristische Aktivitäten werden nach Unternehmensangaben nicht toleriert.

Spamhaus führt Cyberbunker seit Kurzem auf einer seiner schwarzen Listen, mit denen E-Mail-Dienste ihre Kunden vor Spam schützen. Es vermutet einem Bericht der New York Times zufolge Cyberbunker hinter den Attacken, die am 19. März begannen. Cyberbunker hat bisher allerdings nicht bestätigt, dass es hinter dem Angriff steckt. Spamhaus ist hingegen von einer Verwicklung des Webhosters überzeugt. Darüber hinaus sollen sich “kriminelle Banden” aus Osteuropa und Russland an den Attacken beteiligen.

VentureBeat meldet indes unter Berufung auf Internet-Monitoring-Dienste, dass die Auswirkungen des Angriffs auf Spamhaus zwar nicht weltweit zu spüren sind, aber in Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden zu spüren ist. Gizmodo weist zudem darauf hin, dass es bisher keine Bestätigung zu den von der BBC gemeldeten Störungen bei Netflix gebe. Dessen Hoster Amazon Web Services habe keinerlei Beeinträchtigungen gemeldet.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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