Wikileaks: Neue Plattform „Plus D“ bietet Zugriff auf über 1,7 Millionen neue US-Regierungsdokumente

Wikileaks: Neue Plattform "Plus D" bietet Zugriff auf über 1,7 Millionen neue US-RegierungsdokumenteNach dem es längere Zeit keine Veröffentlichung von Wikileaks gab, meldet sich das Enthüllungsportal mit einer neuen Plattform namens „Plus D“ zurück, die über 1,7 Millionen „neue“ diplomatische Dokumente aus den Jahren 1973 bis 1976 bereit hält. Bei den Dokumenten handelt es sich allerdings nicht wie üblich um streng geheime Papiere von anonymen Quellen, sondern hauptsächlich um Akten, die die US-Regierung mittlerweile freigegeben hat.

Die Großteil der von Wikileaks veröffentlichten Berichte lassen sich auch in den Archiven der National Archives and Record Administration (NARA) einsehen. Wikileaks hat die Textdokumente jedoch aufbereitet und mit Metadaten versehen, sodass sie sich erstmals auf einfache Weise nach Stichworten und anderen Kriterien durchsuchen lassen.

Weiterhin finden sich knapp 250.000 Depeschen aus dem Zeitraum von 2003 bis 2010 auf Plus D, die Wikileaks in den letzten Jahren unter dem Schlagwort “Cablegate” veröffentlicht hat. Damit umfasst die Datenbank etwa zwei Millionen Akten mit schätzungsweise einer Milliarde Wörter.

“Die Sammlung zeigt die Einmischung der USA in sowie diplomatische und Geheimdienstberichte über jedes Land der Welt”, wird Wikileaks-Gründer Julian Assange in einer Ankündigung zitiert. “Es ist die bedeutendste Einzelsammlung geopolitischen Materials, die jemals veröffentlicht wurde.” Gegenüber der britischen Nachrichtenagentur Press Association erklärte Assange zudem, dass auch er von seinem Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London aus an der Zusammenstellung der Dokumente mitgewirkt habe.

Die Plattform Plus D hat Wikileaks ins Leben gerufen, da man der US-Regierung in vielerlei Hinsicht beim Umgang mit ihren Archiven nicht trauen könne. Sie haben schon mehrfach versucht, freigegebene Dokumente wieder unter Geheimhaltung zu stellen. Laut einer Studie des US National Security Archive aus dem Jahr 2006 sei dies bei 55.000 Seiten von Regierungsdokumenten bereits geschehen. Das betonte Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson gegenüber Forbes.

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Wikileaks: Neue Plattform „Plus D“ bietet Zugriff auf über 1,7 Millionen neue US-Regierungsdokumente

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *