Gopro-Konkurrent Rollei Bullet HD 5S im Test: Action-Cam mit Full HD und Zeitlupe

Die 14-Megapixel-Outdoor-Kamera kommt mit schnellem Ambarella-Bildprozessor und liefert Full HD-Aufnahmen und Wiedergabe in Echtzeit mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Je nach Anspruch gibt es die Bullet HD 5S in verschiedenen Editionen. Wir haben uns die Action-Cam genauer angesehen.

Action-Cams zählen seit ein oder zwei Jahren zu den Rennern auf dem Fotomarkt. Die Faszination der sportlichen Minikameras auf dem Helm, am Handgelenk oder auf dem Surfbrett schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder. Laut Photoindustrie-Verband wurden im Weihnachtsgeschäft 2012 um 300 Prozent mehr Action-Cams verkauft als im Vorjahreszeitraum. Inzwischen bedienen fast alle Hersteller den Markt mit eigenen Modellen. Klarer Marktführer ist Gopro mit der HD Hero 3. Doch auch Rollei hat ein ernstzunehmendes Produkt am Start.

Die Rollei Bullet HD 5S ist in der Version 5 ein technisch ausgereifter Action-Camcorder mit guter Leistung und reichhaltiger Ausstattung. Hinter dem Markennamen Rollei verbirgt sich übrigens die Hamburger Firma RCP-Technik GmbH & Co KG, die den europaweiten Vertrieb unter dem berühmten Namen Rollei übernommen hat.

Die Rollei Bullet HD 5S ist in Onlineshops bereits ab 270 Euro erhältlich (Foto: Rollei)

Die Rollei Bullet HD 5S ist in Onlineshops bereits ab 270 Euro erhältlich (Foto: Rollei).

Man muss nicht unbedingt verwegene Sportarten wie Fallschirmspringen oder Wellenreiten betreiben, um tolle Aufnahmen produzieren zu können. Auch bei vergleichsweise harmlosen Aktivitäten wie Fahrradfahren oder Segeln entstehen tolle Videoclips.

Die Bullet HD 5S auf der Standardhalterung (Foto: Rollei).

Die Bullet HD 5S auf der Standardhalterung (Foto: Rollei).

Neue Funktionen und Features

Die Rollei Bullet 5S hat gegenüber dem Vorgängermodell Bullet 4S einige deutliche Verbesserungen aufzuweisen. Die meisten davon sind auf den neuen Bildprozessor “Ambarella Multicore” zurückzuführen.

Der schnelle Prozessor erweitert die Möglichkeiten beim Filmen ganz erheblich. So kann der Actionfilmer beispielsweise hochauflösende Full-HD-Videos mit guten Bildraten filmen oder zeitlupentaugliche Videos mit sehr hohen Bildraten bei niedriger Auflösung produzieren.

Die höchste Auflösung beträgt 1920 × 1080i (interlaced) bei schnellen 60 Frames pro Sekunde. Wer den qualitativ besseren Modus 1920 x 1080p (progressive) wählt, hat noch 30 Bilder pro Sekunde (fps) zur Verfügung. Diese Einstellungen sind ideal, wenn es um möglichst hochauflösende und detailreiche Videoclips geht.

Für Zeitlupenvideos bietet die Rollei einen Modus mit 120 Bildern pro Sekunde bei einer reduzierten Auflösung von 848 × 480 Pixel. So kann man im Videoschnittprogramm den Film um den Faktor 5 verlangsamen, und hat dabei immer noch ein ruckelfreies Bild mit 24 Frames pro Sekunde. Gerade für Actionsequenzen sind Zeitlupen mit 120 fps eine feine Sache.

Zum Vergleich: Der Vorgänger Bullet 4s schaffte bei 1080p nur 30 Bilder pro Sekunde und kam auch in der niedrigsten Auflösungsstufe nicht über 60 fps hinaus.

Auch beim Fotografieren macht die Bullet HD 5S einen Leistungssprung. Der neue CMOS-Sensor steht mit 14 Megapixel im Datenblatt. Die 4S hatte nur 8 Megapixel zu bieten. Die Kamera kann zudem auch während der Videoaufnahmen Fotos machen. Die Schnellschussfunktion schafft zehn Bilder pro Sekunde, allerdings ohne dazwischen Belichtung und Fokus neu anzupassen.

Aufgezeichnet werden die Videoclips im Format MOV (H.264), Fotos landen als JPG-File auf der Micro-SD-Karte. Die neue Bullet hat jetzt auch einen Anschluss für ein externes Mikrofon an Bord, ein Feature, das man eher selten benötigt.

Eine nette neue Funktion ist auch der G-Sensor. Einmal aktiviert, startet er die Aufnahme, wenn die Kamera in Bewegung gerät und unterbricht diese, wenn die Bewegung stoppt.

Auch in der Ausstattung hat die Bullet 5S gegenüber der 4S zugelegt. So liegt beispielsweise ein Backup-Akku bei. Damit lässt sich die Betriebsdauer deutlich verlängern. Allerdings muss man dazu das Rückteil mit dem LC-Display abnehmen.

Der aufsetzbare Backup-Akku verdoppelt die Betriebszeit (Foto: Rollei).

Der aufsetzbare Backup-Akku verdoppelt die Betriebszeit (Foto: Rollei).

Das Weitwinkelobjektiv mit der Blendenöffnung 2,8 bietet einen Aufnahmewinkel von 175 Grad, der Winkel lässt sich in drei Stufen verkleinern. Statt des 4fach-Zooms der Vorgängerversion bietet die neue Rollei jetzt einen 10fach-Digitalzoom.

Die mehrschichtlackierte Glaslinse des Unterwassergehäuses lässt laut Hersteller 99 Prozent des Lichts durch (Foto: Rollei).

Die mehrschichtlackierte Glaslinse des Unterwassergehäuses lässt laut Hersteller 99 Prozent des Lichts durch (Foto: Rollei).

Ansonsten hat sich nicht sehr viel geändert. Das bewährte bis 60 Meter dichte Unterwassergehäuse ebenso wenig wie die Anordnung der Tasten und Schiebeschalter und das LC-Display. Ebenfalls bereits in der Vorgängerversion enthalten, aber trotzdem erwähnenswert ist der rote Laserpointer auf der Vorderseite des würfelförmigen Kameragehäuses. Der Laser zielt auf die Mitte des anvisierten Motivs. Auf diese Weise kann man auch ohne aufgesetztes Display-Rückteil die Kamera so ausrichten, dass das Motiv auch im Bild ist. Nach 20 Sekunden schaltet sich der Laser automatisch aus.

Das LC-Display ist zwar winzig, erlaubt aber die Kontrolle des Bildausschnitts und die Steuerung aller Funktionen (Foto: Rollei).

Das LC-Display ist zwar winzig, erlaubt aber die Kontrolle des Bildausschnitts und die Steuerung aller Funktionen (Foto: Rollei).

Ein Pluspunkt der Bullet HD 5S ist deren reichhaltige Ausstattung. Das Unterwassergehäuse, diverse Klebepads, Schraubhalterungen und Drehgelenke liegen bei, ebenso wie Ladegerät, AV-Kabel, USB-Kabel und zwei Beutel zum Verstauen der Kleinteile. Auch ein Display-Rückteil und ein Backup-Akku sind im Lieferumfang inbegriffen. Beim Marktführer Gopro muss man für die HD Hero 3 das LC-Display-Rückteil und den Zweitakku extra kaufen. In der gleichen Ausstattung ist die Rollei etwa um einhundert Euro günstiger.

Die Universalhalterung lässt sich durch zwei Drehgelenke variabel einstellen (Foto: Rollei).

Die Universalhalterung lässt sich durch zwei Drehgelenke variabel einstellen (Foto: Rollei).

Was nicht heißt, dass nicht auch Rollei bei Extrazubehör wie Helmbefestigungen, Brustgurt (Chest-Kit), Kamerahalterungen mit Drehgelenk oder Saugnäpfe zur Befestigung auf glatten Flächen (Suction-Cup-Kit) wie alle anderen Hersteller von Action-Cams kräftig zulangt .

Nicht gerade modisch, aber für Biker und Kletterer sehr funktionell ist die Helmbefestigung (Foto: Rollei).

Nicht gerade modisch, aber für Biker und Kletterer sehr funktionell ist die Helmbefestigung (Foto: Rollei).

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