Asus Taichi im Test: Ultrabook für Windows 8 mit Dual-Screen

Asus setzt bei seinem Taichi auf Windows 8 sowie zwei Displays und kombiniert damit Tablet und Ultrabook auf ungewöhnliche Weise. Der Hybrid wird mit 11,7-Zoll- oder 13,3-Zoll-Display in unterschiedlichen Konfigurationen angeboten. Wir haben uns das kleinere Taichi 21 mit leistungsstarkem Core-i7-Prozessor angesehen.

Das Asus Taichi ist ohne Frage ein eher ungewöhnliches Windows-8-System. So haben wir schon jede Menge Laptops mit Bildschirmen gesehen, die sich drehen, rotieren, falten, verschieben und komplett vom Rest des Laptops lösen lassen, aber ein Notebook mit zwei Displays ist wirklich alles andere als alltäglich. Nach dem Taichi 21, das bereits seit einiger Zeit erhältlich ist, wurde jetzt auch das Taichi 31 offiziell als verfügbar gemeldet und einige Händler haben die Kombination aus 13,3-Zoll-Notebook und Tablet jetzt auch auf Lager.

Asus Taichi 21

Beide Versionen des Taichi – sowohl das Modell 21 mit 11,6-Zoll-Display als auch das 31 mit 13,3-Zoll-Bildschirm – teilen sich ein bemerkenswertes Feature: ein zweiseitiges IPS-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Das bedeutet, es gibt einen Standard-Bildschirm wie bei jedem anderen Laptop und einen zweiten, der dort sitzt, wo normalerweise der Deckel wäre. Unser Testmodell, das Taichi 21, wird von einer Core-i7-CPU angetrieben, bietet 11,6 Zoll Bildschirmdiagonale und kostet 1549 Euro (eine Core-i5-Version mit 256-GByte-SSD ist für etwa 1399 Euro zu haben).

Zum Arbeiten kann man sich entweder für einen der beiden Screens entscheiden, oder sie auch im Tandem-Betrieb nutzen. Der zweite Bildschirm fungiert dann wahlweise als Duplikat oder Erweiterung des ersten. Nützlich ist das beispielsweise für eine Präsentation, man kann aber auch auf dem rückwärtigen Display ein Video für seine Kinder abspielen, während man das andere zum Arbeiten nutzt.

Ob diese Funktion wirklich so sonderlich alltagstauglich ist, möchten wir zur Diskussion stellen. Fast jeder, dem wir das System gezeigt haben, hat bisher Zweifel angemeldet – speziell angesichts dessen, dass es mittlerweile so viele hochwertige dünne, starke, Ultrabook-ähnliche Laptops für weit weniger Geld zu kaufen gibt. In Wahrheit fallen uns nur einige wenige und sehr spezielle Situationen ein, in denen man das Taichi wirklich voll zum Zuge kommt. Aber wer sich genau mit diesen besonderen Situationen regelmäßig konfrontiert sieht, wird das Asus sicherlich lieben.

Während das Zwei-Bildschirm-Setup tatsächlich so funktioniert, wie Asus es anpreist, hat das System insgesamt einen großen Fehler: Der äußere 11-Zoll-Screen lässt sich per Touch bedienen, der innere – mit dem man mutmaßlich die meiste Zeit verbringt – aber nicht. Das ist unserer Meinung nach ein höchst frustrierender Lapsus, vor allem deshalb, weil fast jedes aktuelle Windows-8-System, das wir zu Gesicht bekommen haben, über einen Touchscreen verfügt – insbesondere alle in dieser Preisklasse. Sogar nach mehreren Tagen haben wir uns dabei ertappt, wie wir versucht haben, auf dem Bildschirm herumzuwischen und zu tippen, weshalb uns das Taichi deutlich weniger Spaß gemacht hat als es vielleicht sollte.


Preis der Testkonfiguration/Einstiegspreis 1399 Euro/1199 Euro
Prozessor 1,9 GHz Intel Core i7-3517U
Speicher 4 GByte, 1600 MHz DDR3
Festplatte 256 GByte SSD
Chipsatz Intel HM77
Grafik Intel HD 4000
Betriebssystem Windows 8
Abmessungen(WD) 30,7 x 19,9 cm
Height 1,74 cm
Bildschirmdiagonale 11,6 Zoll
Gewicht 1,25 kg
Kategorie ultraportable Notebooks

Design und Funktionen

Auf den ersten Blick sieht das Asus Taichi 21 anderen Ultrabook-ähnlichen Laptops ziemlich ähnlich und fühlt sich auch so an. Es hat ein relativ dünnes Chassis, ein Innenleben, das von einem großen Touchpad dominiert wird, und eine Oberfläche, die zum Großteil aus gebürstetem Metall und Glas besteht.

Wer denkt, der zweite Bildschirm im Deckel ist nicht zu übersehen, der irrt. Ist er ausgeschaltet, fällt er kaum auf. Der einzige Unterschied zwischen dem Taichi und einem Laptop wie dem 11 Zoll großen Asus X202E ist der, dass die Oberfläche des Taichi aussieht, als wäre sie aus glänzendem Glas. Diese Optik kennen wir schon vom HP Spectre und dem jüngeren Acer Aspire S7, weshalb das zweite Display nicht im Geringsten so stört, wie man annehmen könnte.

Eigentlich sieht der externe Bildschirm sogar attraktiver aus als der innere: Er fühlt sich wie ein hochwertiger Windows-8-Touchscreen an, der zur Gänze mit Glas überzogen ist. Wenn der Laptop geschlossen ist, lässt sich das Display wie ein, vielleicht etwas zu dick geratenes Tablet nutzen (allerdings eines mit einem vor Energie geradezu strotzenden Core-i7-Prozessor).

Der innen liegende Bildschirm, mit dem man die meiste Zeit arbeitet und der die gleiche Auflösung wie das äußere Display bietet, ist weit weniger beeindruckend. Er ist entspiegelt und wird von einem breiten, schwarzen Rahmen eingefasst, der ein wenig zu klein für das Chassis wirkt. Das größte Problem und der verhängnisvolle Fehler des Taichi ist – wir kommen einfach nicht darüber hinweg –, dass das innere Display nicht berührungsempfindlich ist.

Natürlich wird das recht bald unsäglich verwirrend. Selbst nach einigen Tagen, in denen wir uns intensiv mit dem Taichi beschäftigt haben, wollten wir immer wieder auf dem Hauptbildschirm scrollen und wischen – ein Problem, das sich dadurch potenziert, dass fast jedes aktuelle Windows-8-Gerät einen Touchscreen besitzt und das Betriebssystem selbst ohne Touch-Bedienung eindeutig nervt.

Mit Intels neuen Regeln für die nächste Generation von Ultrabooks, die einen Touchscreen als Voraussetzung enthalten, wird die nächste Ausgabe des Taichi ja vielleicht zwei berührungsempfindliche Displays enthalten. Ehrlich gesagt wäre das eine kleine Veränderung, die das Gerät deutlich nützlicher machen würde.

Beide Bildschirme des Taichi lösen maximal 1920 mal 1080 Bildpunkte auf. Kontrollieren lassen sie sich über eine Asus-Anwendung, die sich mit einem Button rechts neben der F12-Taste auf der Tastatur aufrufen lässt. Mittels der Anwendung können Nutzer auch den Speicherstand der Festplatte prüfen, die Energieoptionen verwalten und bestimmen, was mit dem außen angebrachten Display passiert, sobald man den Deckel schließt. Viel wichtiger ist jedoch, dass sich die vier Screen-Modi ebenfalls hier ansteuern lassen: nur Innen-Bildschirm, nur Außen-Bildschirm, gespiegelter Bildschirminhalt oder der Dualscreen-Modus, der das zweite Display praktisch als externen Monitor behandelt.

Wir haben uns in der Redaktion Situationen überlegt, in denen der Dualscreen-Modus wirklich nützlich wäre. Eingefallen sind uns nur wenige: Will man ein Video vorführen oder hält man eine Präsentation, braucht man den Laptop nicht zu drehen; zudem lassen sich auf einem Bildschirm Medieninhalte abspielen, während man auf dem anderen arbeitet. Oder natürlich eine Dualscreen-Variante des Spieleklassikers Battleship.

Zwar gibt es eine Reihe vielversprechender Anwendungsbeispiele, vom Hocker hauen sie uns aber nicht – vor allem, weil kaum ein Nutzer oft in die Verlegenheit kommen wird, sich in einer dieser spezifischen Situationen zu befinden. Wenn man dem Taichi sonst nichts abgewinnen kann, ist es aber in jedem Fall technisch durchaus beeindruckend.

Asus Taichi 21

Asus Taichi 21

Glücklicherweise helfen die Eingabegeräte darüber hinweg, dass der Hauptbildschirm sich nicht per Geste bedienen lässt. Die Island-Style-Tastatur ähnelt denen, die bei den meisten ultraportablen Laptops zu finden sind. Die Tasten fallen groß genug aus, um komfortabel tippen zu können, und besonders Umschalt-, Eingabe- und Tabulatortaste sind großzügig bemessen. Das Touchpad ist als großes, tastenloses Clickpad angelegt. Für einen 11-Zoll-Laptop ist es gut dimensioniert und Multitouch-Gesten funktionieren bestens, etwa das Scrollen mit zwei Fingern.

Wenn es aber darum geht, einen Touchscreen zu ersetzen, um Windows 8 zu bedienen, ist auch ein hervorragendes Touchpad immer nur die zweite Wahl. Und wenn nur deshalb, weil die Benutzeroberfläche von Windows 8 viele Gesten erfordert, die wenig intuitiv sind – etwa Wischen am Bildschirmrand oder in Ecken.

Modelle 11,6/13,3 Zoll Core i5 3317U,
1,7 GHz
Core i7 3517U,
1,9 GHz
4 GByte RAM 128 GByte SSD 256 GB SSD Intel HD 4000 Preis (UVP) Preis (Straße)
Taichi 21 11,6 X X X X 1449 Euro 1199 Euro
Taichi 21 11,6 X X X X 1399 Euro
Taichi 21 11,6 X X X X 1549 Euro
Taichi 31 13,3 X X X X 1559 Euro 1465 Euro
Taichi 31 13,3 X X X X 1499 Euro
Taichi 31 13,3 X X X X 1889 Euro 1699 Euro

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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