Braille-Handy: das erste vollwertige Smartphone für Sehbehinderte kommt eventuell noch 2013

Der Bildschirm hebt und senkt sich, um mit dem Finger ablesbare Oberflächen, Bilder und Schrift zu produzieren. Das funktioniert sogar bei Videokonferenzen: Der Anwender kann Gesichtsregungen des Gesprächspartners einfach erspüren, während sich das Bild verändert. Basis des Bildschirms ist ein Gitter kleiner Stifte, die sich heben und senken, um Texte und Bilder, Spielegrafiken oder auch Landkarten darzustellen. Die Verwendung einer Formgedächtnislegierung ermöglicht es ihnen, nach Gebrauch zum ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Die Rede ist hier von einem Smartphone, aber nicht von irgendeinem, sondern einem ganz besonderen Exemplar.

Braille Smartphone

Sumit Dagar, der Erfinder dieses Braille-Smartphones, hat jetzt den Prototypen vorgestellt – nach drei Jahren Entwicklungsarbeit.  Wenn die Tests günstig verlaufen, könnte das Gerät Dagar zufolge sogar noch dieses Jahr erscheinen. Es wäre das erste vollwertige Smartphone für Sehbehinderte.

Das Spezialgebiet des Inders sind interaktive Schnittstellen. Dagar hat aber auch schon Science-Fiction-Kurzfilme gedreht. Sein Braille-Smartphone-Projekt konnte er durch ein Preisgeld von Rolex realisieren. Als Partner sind das Indian Institute of Technology Delhi und das L. V. Prasad Eye Institute in Hyderabad involviert.

Dagar hat das Gerät schon seinem Sponsor Rolex in einem Interview vorgestellt. Er sagt: “Technologie verleiht jedem Superkräfte, aber viele Blinde können diese coolen neuen Funktionen noch nicht nutzen. So macht Technologie ihre Behinderung eher schlimmer, statt ihnen zu helfen. Ich habe mich daher entschieden, etwas zu entwickeln, was diesem Teil der Bevölkerung hilft.”

Zum Preis gibt es noch keine Informationen. Er dürfte aber wohl aufgrund der Kombination ungewöhnlicher Technik mit kleinen Stückzahlen deutlich über dem eines Standard-Smartphones liegen.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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