Asus Fonepad im Hands-on: als Tablet beeindruckend, als Smartphone gewöhnungsbedürftig

Das Fonepad ist nicht nur ein günstiges 7-Zoll-Android-Phablet mit Intel-CPU, sondern zugleich auch noch ein vollwertiges Smartphone – zumindest für nervenstarke User.

Wie sein Name schon verrät, ist das Fonepad – nicht zu verwechseln mit PadFone – einer dieser Tablet-/Smartphone-Verschnitte, auch Phablets genannt. Wie das Samsung Galaxy Note 2 besitzt es einen großen Bildschirm und bietet die Möglichkeit, auch Telefongespräche zu führen.

Ein 7 Zoll großes Display zum Telefonieren an den Kopf zu halten, sieht merkwürdig, wenn nicht gar etwas lächerlich aus. Mag so mancher iPad-Nutzer nicht davor zurückschrecken, beispielsweise bei Konzerten sein Gerät herauszuholen und Fotos zu machen, wir würden uns in der Öffentlichkeit lieber nicht dabei sehen lassen, wie wir uns das Fonepad ans Ohr halten.

Asus Fonepad (Foto: CNET.com)

Asus Fonepad (Foto: CNET.com)

Dabei ist das Asus Fonepad durchaus ein gutes Tablet. Es reicht zwar nicht an das Nexus 7 heran, weder was die Leistung, den Preis noch die Software-Aktualisierungen anbelangt, aber es funktioniert gut, bietet einen tollen Bildschirm, ist komfortabel und stabil gebaut.

Wen es nicht weiter stört, sich ein 7-Zoll-Tablet ans Ohr zu halten, der bekommt für 229 Euro (Preisempfehlung des Herstellers) ein All-Inclusive-Gerät mit solidem Preis-Leistungsverhältnis. Klar könnte man auch ein Headset verwenden, allerdings ist ein Tablet dieser Größe nicht halb so einfach mitzunehmen wie ein Handy. Wer sich vorrangig nach einem Tablet umsieht, sollte sich lieber ans Nexus 7 halten.

Design und Funktionen

Wie das Asus Memo ME172V ist das Asus FonePad im Grunde ein von Asus gebautes, leicht verändertes Nexus 7. Die Maße sind mit 19,7 mal 12 mal 1 Zentimeter angegeben, das Gewicht mit 340 Gramm. Es ist praktisch gleich groß und verfügt über den gleichen silbernen Rand. Anstelle einer griffigen, lederartigen Rückseite wie beim Nexus 7 gibt es hier eine aus silberfarbenem Aluminium. Das Nexus 7 ist zwar bequemer zu halten, das etwas leichtere Metall-Chassis des FonePad fühlt sich aber widerstandsfähiger an.

Das FonePad verfügt über ein 7 Zoll großes WXGA-IPS-Display mit einer Auflösung von 1280 mal 800 Bildpunkten. Unter der Haube werkelt ein 1,2 GHz schneller Intel-Prozessor des Typs Z2420 mit PowerVR-Grafikeinheit. Neben einem GByte RAM bringt das FonePad wahlweise 8 oder 16 GByte internen Speicher mit, der sich anders als beim ebenfalls von Asus gefertigten Google-Tablet Nexus 7 mittels MicroSD-Karte um bis zu 32 GByte erweitern lässt. Zudem erhalten Nutzer 5 GByte Asus WebStorage.

Einschaltknopf und Lautstärkeregler befinden sich an der linken Seite des Tablets. Das wirkt ebenso eigenartig wie schon beim Memo. Am unteren Rand sitzen der Micro-USB-Anschluss, eine Klinkenbuchse für den Kopfhörer sowie eine kleine Mikrofonöffnung. Eine nach vorne gerichtete Webcam ist rechts in den oberen Rahmen integriert, direkt links neben dem Lautsprecher. Oben auf der Rückseite befindet sich eine 3-Megapixel-Kamera mit einer Lautsprecheröffnung ein paar Zentimeter darunter. MicroSD-Karten- und SIM-Karten-Slot liegen beide unter einer abnehmbaren Abdeckung oberhalb der nach hinten gerichteten Kamera. Auch wenn es uns natürlich gefällt, dass sich der interne Speicher erweitern lässt, erweist sich die Abdeckung in der Praxis als etwas störrisch, wenn man sie lösen will. Eine ergonomischere Lösung wäre uns hier lieber gewesen.

Das FonePad wird mit Android 4.1.2 (Jelly Bean) ausgeliefert, und seine Benutzeroberfläche erinnert stark an das Nexus 7 – mit der Symbolleiste am unteren oder rechten Bildrand, je nachdem, wie das Tablet gehalten wird. Einige nützliche Anpassungen von Asus sind ebenfalls an Bord. Die Beste davon ist Asus Splendid, das es erlaubt, Farbton, -sättigung und -temperatur des Bildschirms zu regulieren. Es gibt auch einen Modus, der den Kontrast erhöht. Während man an den Einstellungen arbeitet, sieht man in Echtzeit sofort, was sich verändert – wahlweise anhand von Farbbalken, dem aktuellen Hintergrundbild oder einem bunten Foto mit Früchten.

Die Alu-Rückseite des Fonepad liegt nicht ganz so bequem in der Hand, wie die des Nexus 7, dürfte aber etwas robuster sein (Foto: CNET.com).

Die Alu-Rückseite des Fonepad liegt nicht ganz so bequem in der Hand, wie die des Nexus 7, dürfte aber etwas robuster sein (Foto: CNET.com).

Wir haben Bildschirmoptionen schon früher auf Tablets gesehen, aber noch nie reichten die Möglichkeiten so tief. Wir hoffen, Asus bietet diese Funktion weiterhin an – und baut sie aus.

Die Asus Splendid Video Intelligence-Technologie optimiert die Bildqualität, indem die einzelnen Bildpunkte eines Vollbildes analysiert werden. Auf diese Weise sollen sich Helligkeit, Kontrast, Bildschärfe und Farben optimal angepasst lassen (Foto: CNET.com).

Die Asus Splendid Video Intelligence-Technologie optimiert die Bildqualität, indem die einzelnen Bildpunkte eines Vollbildes analysiert werden. Auf diese Weise sollen sich Helligkeit, Kontrast, Bildschärfe und Farben optimal angepasst lassen (Foto: CNET.com).

Die Energiesparfunktion arbeitet etwas anders als bei anderen Asus-Tablets. Anstatt je nach ausgewähltem Energiesparmodus die Geschwindigkeit der CPU zu drosseln, verändern drei unterschiedliche Modi nur die Helligkeit des Bildschirms und schalten die WLAN-Funktion aus. Man kann die Bildschirmhelligkeit übrigens auch für verschiedene Aufgaben programmieren: zum Lesen, Video betrachten oder Surfen im Netz.

Asus‘ Fonepad kommt mit diversen vorinstallierten Mini-App-Widgets: unter anderem einem Browser, einem Videoplayer, Taschenrechner und Akku-Ladestandsanzeige. Die Anwendungen lassen sich alle gleichzeitig ausführen und – anders als beim Memo 172V – beeinträchtigen sie die Leistung nicht.

Hier verstecken sich die Slots für die MicroSD-Karte und die SIM-Karte (Foto: CNET.com).

Hier verstecken sich die Slots für die MicroSD-Karte und die SIM-Karte (Foto: CNET.com).

Und es ist auch ein… Telefon

Schon der Name Fonepad verrät, dass es hier nicht nur um ein Tablet sondern auch ein vollwertiges Smartphone handelt. Damit lässt sich wie auch mit einem Galaxy S4 telefonieren. Das Asus-Gerät ist aber sogar noch um einiges größer als beispielsweise das 5-Zoll-Phablet Galaxy Note 2 und das LG Optimus G Pro. Wer der Meinung ist, dass diese beiden Geräte sperrig und unbequem zu halten sind und irgendwie seltsam aussehen, hat das Fonepad noch nicht in Aktion gesehen. Erst wer sich ein 7-Zoll-Tablet ans Ohr hält und in den Spiegel schaut, begreift die volle Tragweite.

Wer damit telefonieren will, sollte schmerzfrei sein, was hämische Kommentare anbelangt (Foto: CNET.com).

Wer damit telefonieren will, sollte schmerzfrei sein, was hämische Kommentare anbelangt (Foto: CNET.com).

Unabhängig von möglichen Reaktionen in der Öffentlichkeit auf das Fonepad, erweist es sich schlicht als ganz schön mühsam, mit dem Fonepad zu telefonieren – vor allem, wenn man es mit einer Hand halten will (speziell bei kleinen Händen). Das Fonepad kommt leider ohne Headset, was hier ausgesprochen Sinn machen würde.

Beim Telefonieren – auch zu Festnetznummern – hören sich die Stimmen an bei den Enden etwas undeutlich und gehaucht an. Wenn man in das Fonepad hineinspricht, muss man sich schon schwer konzentrieren, laut und deutlich zu reden, damit die Person am anderen Ende etwas versteht. Macht man den Lautsprecher an, wird es noch mühsamer: Dann muss man sich das Mikro direkt unter die Nase halten, damit der Gesprächspartner noch etwas mitbekommt. Ausfälle gibt es dagegen keine.

 

Das Fonepad nutzt die Frequenzbänder 850, 900, 1800 und 1900 und ermöglicht via UMTS-Datenübertragungsraten von bis zu 21 Mbit/Sekunde im Downstream und 5,76 Mbit/Sekunde im Upstream (HSPA+). Anwendungen herunterzuladen, dauerte merklich länger als via WLAN (IEEE 802b/g/n) oder LTE. Das Tippen von SMS und E-Mails funktioniert mit dem Asus Fonepad normal und funktioniert wie von anderen Tablets gewohnt. Eine Kommunikation ist desweiteren per Bluetooth 3.0 möglich.

Zur weiteren Ausstattung zählen je ein Beschleunigungs-, Näherungs- und Lichtsensor, GPS, ein digitaler Kompass, ein Micro-USB-Port und ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss.

Das FonPad im Vergleich zum 5,5 Zoll großen LG Optimus G Pro (Foto: CNET.com)

Das FonPad im Vergleich zum 5,5 Zoll großen LG Optimus G Pro (Foto: CNET.com)

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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