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BlackBerry Q10

Testbericht

Hersteller: Blackberry Listenpreis: ab 585 Euro Fazit:

Das BlackBerry Q10 ist ein großartiges Smartphone für standhafte QWERTZ-Verfechter und E-Mail-Süchtige. Aber wer nicht unbedingt eine physische Tastatur braucht, sollte die Finger vom Q10 lassen.

Pro
  • hervorragende physische Tastatur
  • neuestes BlackBerry-Betriebssystem (Version 10.1)
  • flüssige Performance
  • lange Akkulaufzeit
Contra
  • kleiner Bildschirm
  • durchschnittliche Kamera
  • lange Lernkurve für das Betriebssystem
  • App-Angebot hängt hinter dem der Konkurrenz zurück
Testurteil
SEHR GUT
7,7
von 10 Punkten
7,7 stars

BlackBerry Q10: das Smartphone für überzeugte Keyboard-Fans

Das BlackBerry Q10 ist ein Smartphone in klassischer BlackBerry-Manier: Es wird vom einem großen, komfortablen QWERTZ-Keyboard dominiert und soll ernsthafte Nachrichten-Junkies ansprechen. Es integriert ein 3,1-Zoll-Display und einen Dual-Core-Prozessor und hat BlackBerrys neueste Betriebssystem-Version an Bord.

Das Q10 bietet eine große, geräumige QWERTZ-Tastatur und bringt die Version 10.1 des BlackBerry-Betriebssystems mit. Das Gerät fußt auf den Fundamenten der Großartigkeit vergangener BlackBerry-Generationen und kombiniert diese Tradition geschäftsmäßiger Nachrichtenmaschinen mit einer modernen Smartphone-Software, die leistungsfähig genug ist, um sich auch von mehreren parallel laufenden Apps nicht aus dem Tritt bringen zu lassen.

Das Q10 ermöglicht außerdem herausragendes Surfing im Web und hat eine Akkulaufzeit, die sich weiß Gott nicht verstecken muss. Natürlich lässt das BlackBerry-Ökosystem die extrem große App-Auswahl der Konkurrenten vermissen, aber der hybride Ansatz des Q10 sollte traditionelle BlackBerry-Süchtige eigentlich zufriedenstellen, die sich ein praktisches Upgrade wünschen.

Als Standalone-Gerät führen Preisvergleichsdienste wie Geizhals den BlackBerry Q10 derzeit zu Preisen ab 585 in Schwarz) beziehungsweise 599 Euro in Weiß. Das weiße Modell wird aber noch bei keinem Händler als verfügbar geführt. Das passt auch perfekt, der Test bezieht sich auf das schwarze Modell.

Design

Mit seinem Äußeren in tiefem, sattem Schwarz strahlt das BlackBerry Q10 geschäftsmäßige Strenge aus. Das Q10 wird Anwendern, die in der Vergangenheit bereits einen BlackBerry Bold oder einen nach heutigen Verhältnissen regelrecht altertümlichen BlackBerry Curve nutzten, wie ein alter und vertrauter Freund vorkommen.

Das Q10 hat die gleiche klassische flache Form mit weich gerundeten Ecken, die schon andere BlackBerry-Geräte auszeichnete. Über dem 3,1 Zoll großen Bildschirm sitzt ein großes, rundes Leuchtelement, das rot blinkend auf den Eingang neuer Nachrichten hinweist. Direkt unter dem Display findet man das große Keyboard des Q10.

Ernsthafte Nachrichten- und E-Mail-Junkies dürfen sich auf ein hervorragendes Keyboard im QWERTZ-Design freuen. Wenn es ums Tippen längerer Texte geht, gibt es im Smartphone-Bereich halt nichts Besseres als einen "klassischen" BlackBerry.

Ernsthafte Nachrichten- und E-Mail-Junkies dürfen sich auf ein hervorragendes Keyboard im QWERTZ-Design freuen. Wenn es ums Tippen längerer Texte geht, gibt es im Smartphone-Bereich halt nichts Besseres als einen „klassischen“ BlackBerry (Foto: CNET).

Laut BlackBerry werden die Ecken und Kanten des Q10 aus speziell behandeltem Aluminium und nicht aus Kunststoff gefertigt und sollen auch Schrammen und Kratzern sehr gut widerstehen können. Diese Materialwahl soll zudem das Chassis verstärken und das Gerät gegen Knicken und Biegen unempfindlicher machen. Vom Gebrauch im Test her können wir sagen, dass sich die Ecken des Geräts dank dieses Bands in der Tat robust anfühlen, aber bei Druck auch ein bisschen nachgeben.

Auf der linken Seite des Geräts findet man einen Micro-USB-Port sowie einen Micro-HDMI-Anschluss für die Ausgabe von Videos am Fernseher, Bildschirm, Beamer et cetera. An der rechten Kante sitzt eine Kombination aus Lautstärke-Wippe und Play-/Pause-Taste, die gleichzeitig zur Aktivierung der Sprachsteuerung des Q10 genutzt wird.

Die Rückseite des Q10 wird von einem eleganten Streifen aus rostfreiem Stahl unterteilt. Darüber befindet sich ein kleines Areal mit der 8-Megapixel-Kamera und dem Blitz. Unterhalb des Streifens liegt das Akkufach des Q10, das neben dem 2100 mAh starken Akku auch die Schächte für SIM- und Micro-SD-Karte enthält. Wir mögen die gummierte Soft-Touch-Oberfläche des Smartphones, da sie sich gut greifen lässt und gegenüber Fingerabdrücken unempfindlich ist. Laut BlackBerry besteht die dünne Abdeckung des Akkufachs übrigens aus einem verstärkten Glas, das sich bei Belastung biegen und nicht brechen soll. Die Abdeckung liegt allerdings besonders in der Nähe des USB-Ports nicht ganz bündig am Chassis an, was ein bisschen beunruhigend ist.

Die 8-Megapixel-Kamera des Q10 kann sich mit den meisten Konkurrenten messen und bringt Autofokus und LED-Blitz mit.

Die 8-Megapixel-Kamera des Q10 kann sich mit den meisten Konkurrenten messen und bringt Autofokus und LED-Blitz mit (Foto: CNET).

Mit einer Länge von 12,0 und einer Breite von 6,7 Zentimetern ist das BlackBerry Q10 kürzer und kompakter als viele der heutigen Smartphone-Monster mit ihren Riesenbildschirmen. Mit einer Bauhöhe von 1,04 Zentimetern ist das Q10 allerdings auch nicht ganz so schlank wie etliche Konkurrenten (z.B das HTC One). Aber bei einem Gerät mit vollen vier Reihen physischer Tasten kann man das durchaus verzeihen.

Tastatur

Die Tastatur des BlackBerry Q10 ist der Star dieser Show. Mit 35 Tasten in vier Reihen ist das QWERTZ-Layout des Geräts außergewöhnlich komfortabel. Es gibt nicht viel Platz zwischen den Tasten, aber sie selbst sind ziemlich groß. BlackBerry zufolge sollen die Tasten 30 Prozent größer sein als die der Vorgänger-Modelle.

Wie beim BlackBerry Bold sind die Oberflächen der Tasten des Q10 mit Erhöhungen und konkaven Senken ausgeformt. Dadurch kann man intuitiv fühlen, wo das Zentrum einer Taste ist. Und was noch wichtiger ist: Man weiß, wann man vom Kurs abkommt. Die Tasten haben zudem einen angenehm langen Hub und jeder Tastendruck wird mit einem zufriedenstellenden Klick quittiert.

Display

Eine Verwechslung von BlackBerrys bewährtem Design mit dem eines anderen Smartphone-Herstellers ist praktisch unmöglich. Der große Nachteil einer physischen Tastatur ist natürlich, dass weniger Raum für den Bildschirm zur Verfügung steht. Mit einer Bildschirmdiagonale von 3,1 Zoll ist das Display des Q10 im Vergleich zu den 4,7, 5,0 und sogar 5,5 Zoll großen Panels von Top-Smartphones ein regelrechter Liliputaner.

Mit 720 x 720 Bildpunkten wirkt die Auflösung des Q10-Bildschirms speziell im Vergleich zu Geräten mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) fast schon armselig. Beim Surfen im Web oder beim Betrachten von Fotos und Videos hat man in der Tat manchmal Mühe, Details im dicht gepackten Displayareal auszumachen. Der Bildschirm des Q10 ist zwar nicht sonderlich hell, punktet allerdings dank seiner OLED-Technik mit weiten Sichtwinkeln, hohem Kontrast und tiefen Schwarzstufen.

Software, Nutzeroberfläche und Ausstattung

Als BlackBerry-10-Gerät läuft auf dem Q10 das fortschrittlichste Betriebssystem des Unternehmens. Damit gehen all die neuen Features einher, über die sich Besitzer eines BlackBerry Z10 freuen können – einschließlich echtem Multi-Tasking (es laufen mehrere Anwendungen gleichzeitig) und neuen Möglichkeiten in Sachen Nachrichten, E-Mails und sozialen Netzwerken.

Der BlackBerry-Hub bündelt alle Nachrichten und Alarme in einen praktischen Posteingang, der nicht nur die Anzahl der eingehenden Sendungen anzeigt, sondern auch ihren Betreff darstellt. Abhängig von der persönlichen Perspektive macht das die Priorisierung und Nutzung der Kommunikationsmittel zum Kinderspiel. Unseren Testern gefällt der Hub jedenfalls; sie wünschen sich, dass Android-Smartphones etwas ähnliches hätten.

Den Hub-Status kann man mit der Peek-Geste überprüfen, die in etwa einem umgedrehten L ähnelt: Man fährt mit dem Finger einfach vom unteren Ende des Bildschirms nach oben und dann nach rechts. Mit dieser Geste kann man jede App oder den Homescreen wie ein Fensterrollo einrollen und nach rechts schieben, was den darunterliegenden Hub enthüllt. Mehr Details zu den Fähigkeiten und Features von BlackBerry 10 finden sich in diesem englischsprachigen Test unserer CNET-Kollegen.

Das BlackBerry Q10 kommt problemlos mit multiplen Applikationen gleichzeitig klar.

Das BlackBerry Q10 kommt problemlos mit multiplen Applikationen gleichzeitig klar (Foto: CNET).

Wie das Z10 kann auch das Q10 auf multiple E-Mail-Accounts und soziale Netzwerke zugreifen und dann Adressbuch und Kalender mit deren Daten auffüllen. Im Gegensatz zu anderer Smartphone-Software – wie HTCs Sense – sucht und verlinkt BB10 keine duplizierten Kontakte mit Accounts bei Facebook, Twitter und Gmail.

Das BlackBerry Q10 hat WLAN (802.11 a/b/g/n), Bluetooth 4.0 und NFC an Bord. Die Musik-App ist ordentlich, was auch für die Map-App mit ihren Basisfunktionen zutrifft. Das gleiche gilt auch für Documents To Go, mit dem man Word- und Excel-Dokumente lesen, bearbeiten und erstellen und PowerPoint- sowie Adobe-PDF-Dateien lesen kann.

BlackBerry hat dem Smartphone in Form von Facebook, Twitter, Foursquare und LinkedIn netterweise auch ein Bündel von Social-Media-Apps spendiert. Leider ist die YouTube-App wie schon beim Z10 nicht wirklich eine App, sondern eher ein Link auf die für mobile Endgeräte gedachte Webseite des Angebots. Weitere bemerkenswerte Apps im Lieferumfang Q10 sind ein Notiz-Programm und ein Wecker mit einem eleganten Gute-Nacht-Modus, der während der Schlafenszeit Alarme abstellt.

Neben den Keyboard gibt es noch einen zweiten Grund, der für das Q10 spricht: neueste Software. Das BlackBerry Q10 ist nämlich das erste Smartphone des Unternehmens, das die neueste Version 10.1 des BlackBerry-10-Betriebssystems mitbringt. Die Version 10.1 enthält eine Vielzahl von Updates und Problemlösungen sowie spezielle Optimierungen für die Tastatur des Q10.

Mit einem von BlackBerry auf den Namen Instant Actions getauften Tool kann man direkt zu gebräuchlichen Aktionen springen, indem man einfach die Kommandos eintippt. Wenn man beispielsweise das Wort „Tweet“ gefolgt von einem Text eingibt, wird das Ganze sofort als Twitter-Update über den hinterlegten Twitter-Account verschickt. Die Eingabe des Befehls ruft zudem Optionen auf, über die man den bevorzugten Twitter-Client auswählen kann. Natürlich gibt es für Instant Actions noch viele andere Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise für Funktionen wie die Einleitung von Anrufen oder das Schreiben von E-Mails.

Für die hypermodernen Touch-Gesten von BlackBerry 10 auf einem Smartphone mit Tastatur ist etwas Übung erforderlich. Oft genug wollen wir ein nicht vorhandenes Touch-Pad nutzen. Stattdessen müssen mir die Finger vom Keyboard nehmen und nach dem Display des Q10 greifen.

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu BlackBerry Q10: das Smartphone für überzeugte Keyboard-Fans

  • Am 20. November 2013 um 01:06 von david neuhaus

    Habe das Gerät nu 2 Monate im Gebrauch und muss leider sagen das es zu einer Riesenentaeuschung wurde; Extrem langsam, Viele Fehler in der Software Gerät, Desktopsoftware (Link) absolut unbrauchbar. Schade Hatte bis jetzt immer Blackberry das Bolt 9900 ist um einiges besser als das Q10

    • Am 22. März 2014 um 15:46 von nobbi

      kann es sein, dass Sie ein Montagshandy haben. Ich benutze schon das 2te Q10 und bin zu 100 % zufrieden. Allerdings bin ich Privatuser und benutze das Handy kaum beruflich. Was mich beeindruckt, dass das Betriebssystem so überaus logisch ist, dass man von Android kommend, ersteinmal mit der Logik klarkommen muss. Aber einmal begriffen, dann nie wieder Android.

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