Nikon D7100 im Test: Consumer-DSLR mit Profi-Features

Die D7100 ist das Spitzenmodell unter den Consumer-DSLRs von Nikon. Sie zielt auf anspruchsvolle Amateure ab und ist ohne Objektiv ab 1149 Euro zu haben. Wir haben uns die 24-Megapixel-Spiegelreflex-Kamera angesehen.

Ganz schön schwer das Ding, ein richtiger Bolide für Spiegelreflex-Profis – das sind die ersten Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, wenn man Nikons D7100 zum ersten Mal in die Hand nimmt. Das allerdings stimmt nicht ganz. Ohne Objektiv wiegt die digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) nur knapp 700 Gramm. Im Vergleich: Nikons Flaggschiff für professionelle Fotografen, die D4, bringt satte 1,3 Kilogramm auf die Waage – ohne Objektiv wohlgemerkt.

Die D7100 ist das Spitzenmodell der Consumer-DSLRs von Nikon (Foto: Nikon)

Die D7100 ist das Spitzenmodell der Consumer-DSLRs von Nikon (Foto: Nikon)

Die D7100 ist also keine echte Profikamera, sie bewegt sich vielmehr im Grenzbereich zwischen Hobby- und Profi-Fotografie. Als Zielgruppe hat Nikon anspruchsvolle Amateurfotografen im Visier. Menschen also, die einerseits mit Einstellungen wie Blende, ISO-Wert oder Weißabgleich umgehen können und bereit sind, auch mal etwas gewichtigeres Kamera-Equipment mitzunehmen, aber andererseits nicht Tausende von Euro für eine professionelle Vollformat-Kamera samt Zubehör ausgeben wollen (oder können).

Mit Kit-Objektiv kostet die D7100 knapp 1400 Euro (Foto: Nikon).

Mit Kit-Objektiv kostet die D7100 knapp 1400 Euro (Foto: Nikon).

Design und Verarbeitung

Das Gehäuse ist durch Dichtungen staub- und spritzwassergeschützt, eine Magnesiumlegierung vorne und hinten sorgt zusätzlich für Stabilität und Verwindungssteife. Ein Vorteil des Formats “Spiegelreflexkamera” ist sicherlich, dass das Gehäuse mehr Platz für Tasten, Einstellräder und Knöpfchen bietet. Wie nicht anders von einem renommierten Kamerahersteller zu erwarten, liegt die Nikon gut in der Hand und alle Bedienelemente sind ergonomisch richtig platziert. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit lässt sich die Kamera sehr intuitiv bedienen. Vorausgesetzt, man weiß, was man mit den jeweiligen Wahlrädern und Tasten alles anstellen kann.

Vorder- und Rückseite der Nikon sind aus stabilem Magnesium (Foto: Nikon).

Vorder- und Rückseite der Nikon sind aus stabilem Magnesium (Foto: Nikon).

Zusätzlich zum LC-Display auf der Rückseite gibt es auf der Oberseite ein kleines Monochrom-Display, das die wichtigsten Einstellparameter und den Kamerastatus anzeigt. Das große Display auf der Rückseite ist fest im Kamerakörper integriert. Das ist auf den ersten Blick ein Nachteil. Viele Hobby-Fotografen haben sich mittlerweile an schwenk-und drehbare Displays gewöhnt. Allerdings sind die Drehgelenke im Alltagsbetrieb etwas reparaturanfälliger. Und wer einmal durch den hervorragenden hellen Sucher der Nikon D7100 geblickt hat, der wird das schwenkbare Display nicht mehr vermissen.

Mit der dicken Griffwulst liegt die D7100 sehr gut in der Hand (Foto: Nikon).

Mit der dicken Griffwulst liegt die D7100 sehr gut in der Hand (Foto: Nikon).

Technische Daten
Herzstück der Kamera ist der CMOS-Sensor in Nikons hauseigenem DX-Format mit 23,5 × 15,6 Millimeter. Das ist fast identisch mit dem bei vielen Kameras üblichen APS-C-Format (23,5 x 15,6 Millimeter). Der Verlängerungsfaktor (auch Crop- oder Formatfaktor) bei der Objektivbrennweite gegenüber dem Kleinbildformat mit 24 x 36-Millimeter beträgt 1,5. Der DX-Sensor liefert 24,1 Megapixel, mehr als genug für großformatige Ausschnittvergrößerungen. Auch die Bildqualität der neuen Nikon liegt auf hohem Niveau. Doch dazu später mehr.

Als Bildprozessor nutzt Nikon den Expeed 3, der auch in Nikons Vollformat-SLRs zum Einsatz kommt. Die ISO-Einstellung ist von 100 bis 6400 regelbar, bei sehr schlechten Lichtverhältnissen ist eine Erweiterung auf 25.600 möglich. Die Belichtungszeit reicht von 1/8.000 Sekunde bis zu 30 Sekunden.

Der CMOS-Sensor der D7100 im DX-Format mit 23,5 × 15,6 Millimetern (Foto: Nikon)

Der CMOS-Sensor der D7100 im DX-Format mit 23,5 × 15,6 Millimetern (Foto: Nikon)

Der rückseitige Monitor mit einer Bilddiagonale von acht Zentimetern bietet etwas mehr als 1,2 Millionen Pixel und damit ein sehr hochauflösendes Bild. Das ist wichtig, wenn man Fotos per Liveview knipst und mit der Abblendtaste die Schärfentiefe kontrolliert.

Die Kamera besitzt zwei SD-Karten-Slots. So kann der Fotograf eine SD-Karte für Backups nutzen, die Fotos gleichzeitig als JPG auf der einen und als RAW auf der anderen Karte ablegen oder einfach die doppelte Speicherkapazität nutzen. Letzteres kann beim Videofilmen und bei längeren Fotoreisen eine Hilfe sein.

Eine interessante Option ist die 1,3-fach-Bildfeldoption. Diese verengt das Bildfeld, das der Sensor nutzt, noch stärker auf die Mitte. Ungefähr so als wäre der Sensor geschrumpft. Damit wird ein zusätzlicher “Teleeffekt” erzielt, weil sich der oben bereits erwähnte Crop-Faktor von 1,5 auf 1,95 vergrößert. Außerdem reichen die Messfelder des Autofokus in dieser Einstellung bis an die Ränder des Bildfelds Rand und die Serienbildrate steigt auf 7 Bilder pro Sekunde. Allerdings steigt damit auch die Schärfentiefe. Wer also Wert auf Fotos mit unscharfem Hintergrund legt, wird diese Option eher vermeiden.

Die Nikon besitzt gleich zwei SD-Karten-Slots. So kann man beispielsweise Fotos gleichzeitig als JPG und als RAW speichern (Foto: Nikon).

Die Nikon besitzt gleich zwei SD-Karten-Slots. So kann man beispielsweise Fotos gleichzeitig als JPG und als RAW speichern (Foto: Nikon).

Eine Ahnung davon, wie viele Funktionen und Einstellmöglichkeiten die D7100 bietet, vermittelt schon ein erster Blick ins PDF-Handbuch. Das ist mit 384 Seiten ein echter Schmöker geworden.

Neueste Kommentare 

10 Kommentare zu Nikon D7100 im Test: Consumer-DSLR mit Profi-Features

  • Am 16. Mai 2013 um 03:34 von Florian

    In dem Test sind zwei falsche Angaben enthalten:

    Zum einen findet sich folgender Passus: “[…] eine Magnesiumlegierung vorne und hinten sorgt zusätzlich für Stabilität und Verwindungssteife.” Aus einer Magnesiumlegierung bestehen Ober- und Rückteil; der Rest – also auch besagtes “vorne” besteht aus Plastik.

    Zum anderen ist im Text von einer “rasanten” Serienbildgeschwindigkeit von 6 Bildern pro Sekunde die Rede. Die Serienbildgeschwindigkeit der D7100 liegt aber bei 5B/s (Angabe von Nikon – auch auf deren Homepage nachzulesen). 6 Bilder schafft sie nur in einem ‘beschnittenen’ Modus (sprich: bei reduzierter Farbtiefe oder eben im jpeg-Modus).

    Schöne Grüße
    Florian

    • Am 17. Mai 2013 um 16:48 von Anja Schmoll-Trautmann

      Hallo Florian,
      was die Serienbildgeschwindigkeit betrifft, so ist die Angabe 6 Bilder/s nicht falsch. Welche Geschwindigkeit unter welchen technischen Parametern zu erreichen ist, darüber könnt man bei der D7100 sehr viel schreiben, die Kamera erreicht je nach ein- oder ausgeschalteter Bildfeldoption und Farbtiefe zwischen nur einem und 7 Bildern/s.
      6 Bilder erreicht sie in der Option DX also mit voller Ausnutzung des Sensors. Die Angabe im Testbericht ist also korrekt. Die Angabe erschien uns auch deshalb sinnvoll, weil bei 6 Bildern/s kein deutlicher Qualitätsverlust bei der Bildqualität zu erwarten ist. Profis mögen das anders sehen, aber die D7100 ist keine Profikamera.
      Beim Hinweis auf die Position der Abdeckung haben Sie recht. Es ist nicht die vordere und hintere, sondern die obere und hintere Abdeckung.
      Beste Grüße, Mehmet Toprak, CNET.de

  • Am 1. Juli 2013 um 22:58 von Peter H.

    “Dazu muss man einen Ring unterhalb des links vom Sucher platzierten Moduswahlrads in die Position U1 beziehungsweise U2 drehen.” —
    Das ist Quatsch. Der Ring dient zum Einstellen von Einzel- und Serienbild- und Leise-Modus, sowie zur SPiegelvorauslösung.
    Die unter U1 und U2 gespeicherten benutzerdefinierten Voreinstellungen ruft man mit dem Modus-Wahlrad ab.

    • Am 3. Juli 2013 um 15:34 von Anja Schmoll-Trautmann

      Hallo Peter,
      wir haben noch einmal nachgesehen. Auch auf den Produktfotos von Nikon ist zu sehen, dass der Ring (auch Funktionswählrad genannt) sich unter dem Moduswählrad befindet, und das ist links vom Sucher. Da lassen sich die Benutzereinstellungen U1 und U2 direkt abrufen. Das Modus-Wahlrad dient lediglich dazu, erst mal die gewünschten Funktionsbereiche (Belichtung, Blitz, Blende etc) anzusteuern und dann die gewünschte individuelle Konfiguration zu speichern. Genau so steht es übrigens auch im Nikon-Handbuch.
      Die Angaben im Testbericht sind also korrekt.
      Mit freundlichen Grüßen
      Mehmet Toprak, CNET.de

  • Am 1. Juli 2013 um 23:00 von Peter H.

    Ach ja … einen schwergängigen Zoomring kann man bestenfalls dem Objektiv, nicht aber der Kamera anlasten. Und das hier sollte doch ein KAMERA-Test sein – oder?!

    • Am 3. Juli 2013 um 15:33 von Anja Schmoll-Trautmann

      Hallo Peter,
      ob man die Schwergängigkeit dem Kamera-Body oder dem Objektiv anlastet, darüber kann man sicher streiten. Da es sich um einen Praxistest handelt, werden Kamera-Body und das mitgelieferte Objektiv als ein System gesehen. Deshalb stehen wir zur “Kritik” am schwergängigen Zoomring. Schließlich wird die Kamera standardmäßig mit dem Objektiv beworben und verkauft.
      Mit freundlichen Grüßen
      Mehmet Toprak, CNET.de

      • Am 30. Juli 2013 um 21:38 von Hans-Peter

        Sie würden also auch die Friteuse schlechter bewerten, weil Ihnen das mitgelieferte Frittenfett nicht schmeckt?!
        Seltsam!
        Die Kamera hat weder Blenden- noch Fokusring, deshalb können dieselben weder schwer noch leichtgängig sein.

        • Am 2. August 2013 um 16:38 von Anja Schmoll-Trautmann

          Hallo Hans-Peter,
          ob man die Schwergängigkeit dem Kamera-Body oder dem Objektiv anlastet, darüber kann man sicher streiten. Da es sich um einen Praxistest handelt, werden Kamera-Body und das mitgelieferte Objektiv als ein System gesehen. Deshalb stehen wir zur “Kritik” am schwergängigen Zoomring. Schließlich wird die Kamera standardmäßig mit dem Objektiv beworben und verkauft.
          Mit freundlichen Grüßen
          Mehmet Toprak, CNET.de

          • Am 12. Juni 2014 um 11:53 von Peter Stampnik

            Vielen Dank
            Ihr habt mir sehr geholfen.

  • Am 5. März 2014 um 17:11 von jass

    “Trotz der klassischen Anmutung als Spiegelreflexkamera ist die D7100 im WLAN-Zeitalter angekommen. Auf diese Weise lässt sich die Kamera über ein iPhone oder ein Android-Smartphone fernsteuern.”

    Das stimmt nicht, die Kamera hat keine eingebaute WLAN Funktion, dafür ist ein WLAN Adapter notwendig, der zusätzlich angeschafft werden muss.

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