Motorola kündigt neues Smartphone Moto X offiziell an

Motorola kündigt neues Smartphone Moto X offiziell an (Bild: CNET.com)

Über das X Phone oder XFon von Motorola wurde schon viel spekuliert. Auf der von AllThingsD veranstalteten Konferenz D11 hat Motorola-CEO Dennis Woodside das Moto X, Motorolas neues Spitzenmodell, jetzt offiziell angekündigt. Das Moto X wird wie bereits vermutetet nicht das einzige Smartphone dieser Reihe bleiben, sondern nur der Anfang einer ganzen Produktpalette sein.

“Wir werden eine Reihe an Smartphones herausbringen, die noch nicht alles sind, aber zeigen werden, in welche Richtung sich das Unternehmen bewegt”, so Woodside. Der Motorola-Chef bestätigte, das Moto X auch bereits in seiner Tasche zu haben, durfte es aber nicht herzeigen.

Über die Ausstattung und Funktionen des neuen Gerätes hat Woodside noch nicht allzu viel verraten, aber er deutete an, dass das Moto X über eine Fülle an Sensoren verfüge und beispielsweise registriere, wenn es aus der Tasche genommen werde. “Es sieht voraus, was ich von ihm erwarte”, sagte Woodside. Es könne etwa die Kamera aktivieren, sobald es aus der Tasche komme. Es sei “kontextbezogen bewusst” und verhalte sich entsprechend anders, wenn der Nutzer mit 100 Stundenkilometern in einem Fahrzeug unterwegs ist. Vermutlich wird Motorola hier Googles neue Location-APIs verwenden, die der Suchmaschinenbetreiber auf der Entwicklerkonferenz I/O vorgestellt hatte.

In der Handhabung soll sich Moto X deutlich von konkurrierenden Produkten unterscheiden, die Akkulaufzeit dennoch nicht durch seine Fähigkeiten beeinträchtigt werden. “Motorola hat eine Lösung mit zwei Prozessoren gefunden, die Ihnen erlauben, diese Dinge zu tun, ohne die Akkulaufzeit zu ruinieren”, erklärte Woodside. Über die tatsächliche Hardware-Ausstattung des Gerätes verriet er aber nichts.

Motorola-CEO Dennis Woodside kündigt auf der von AllThingsD veranstalteten Konferenz D11 das Moto X, Motorolas neues Spitzenmodell, an. (Bild CNET.ATD)

Motorola-CEO Dennis Woodside kündigt auf der von AllThingsD veranstalteten Konferenz D11 das Moto X, Motorolas neues Spitzenmodell, an. (Bild CNET.ATD)

Das Moto X soll aber bereits Anfang Mai unter der Modell-Bezeichnung Motorola XT1055 in einem Benchmark-Test der Webseite AnTuTu aufgetaucht sein. Aus den Daten ließ sich entnehmen, dass das Gerät mit dem Quad-Core-Prozessor Snapdragon 600 von Qulacomm ausgestattet ist und mit Android 4.2.2 Jelly Bean läuft. Im Benchmark-Test erreichte es einen Score von 18,252 Punkten. Zum Vergleich: Im AnTuTu-Benchmark konnte beispielsweise die Achtkern-Variante des Galaxy S4 (GT-I9500) 1,6-GHz-Takt 28018 Punkte einfahren, die Version mit identischem Snapdragon-600-Prozessor 25683 Punkte. Das HTC One schafft 23446 Punkte, das Xerpia Z 20031 Punkte. Anstatt mit neuester High-End-Hardware aufzutrumphen, könnten also eher die angesprochenen Sonsortechniken oder die Akkulaufleistung im Mittelpunkt stehen.

Eine Pressemeldung von Motorola Mobility präzisierte später, dass Moto X “als neues Flaggschiff-Smartphone” bereits im Sommer zu erwarten ist. Es soll nicht nur in den USA entwickelt, vielmehr sollen alle in den USA verkauften Moto X auch dort hergestellt werden. Dafür will Motorola 2000 Mitarbeiter in einem Werk außerhalb von Fort Worth in Texas beschäftigen, in dem früher Mobiltelefone von Nokia gefertigt wurden. Der internationale Herstellungspartner bleibt Flextronics mit weiterhin in China und Brasilien assemblierten Geräten.

Auf eine direkte Frage hin betonte Dennis Woodside, Google behandle seine Tochter Motorola weiterhin wie ein getrenntes Unternehmen und bevorzuge sie nicht gegenüber anderen Android-Herstellern. “Wir gehören Google, daher unterstützen sie uns in vielen Bereichen”, sagte er. “Wir haben keinen Zugriff auf den Android-Code. Ihre Partner-Manager sind für uns zuständig. Sie räumen uns keine Vorteile ein.”

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Mit Woodside zusammen stellte sich Regina Dugan den Fragen, die bei Motorola den Bereich Advanced Technology & Projects leitet. Sie war zuvor Chefin von DARPA, der Forschungsbehörde der US-Streitkräfte. Sie beschäftigt sich bei Motorola mit Projekten, die nicht kurzfristig in Produkte integriert werden, sondern die “neue Kühnheit von Motorola” ausmachen sollen. Als Beispiele nannte sie mögliche Lösungen zur Authentifizierung.

“Es ist so irritierend, dass rund die Hälfte aller Menschen ihre Geräte nicht schützen”, sagte sie. Kurzfristige Lösungen könnten Tokens oder Schlüsselanhänger mit NFC sein. Als weitere Optionen führte sie ein “elektronisches Tattoo” sowie eine Pille vor, die den ganzen Körper in ein Authentifizierungstoken verwandeln soll. “Das wird eine meiner ersten Superkräfte sein”, sagte Dugan.

“Den Mut zu anderen Ideen zu haben, was alltägliche Probleme der Menschen angeht, das ist eine neue Mentalität”, sagte Woodside. Er sieht sein Unternehmen heute in einer Außenseiterposition, trotz Googles finanziellen Mitteln und Motorolas historischen Wurzeln als Mobilfunkpionier. Für transformative Veränderungen in der Branche aber seien fast immer Außenseiter verantwortlich gewesen. “Ich habe großes Vertrauen in die Produkte, die wir den Herbst hindurch ausliefern werden. Sie sind anders als all die anderen Dinge da draußen.”

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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