DSL-Drosselung der Deutschen Telekom: Geschwindigkeit ab 2016 auf 2 MBit/s angehoben

DSL-Drosselung der Deutschen Telekom: Geschwindigkeit ab 2016 auf 2 MBit/s angehoben (Bild: Telekom)Im April hatte die Deutsche Telekom mit der Ankündigung, ab 2016 die Geschwindigkeit von DSL-Zugängen zu reduzieren, wenn ein bestimmtes Traffic-Limit erreicht ist, eine Protestwelle ausgelöst. Massive Kritik musste der Netzprovider nicht nur von Kunden einstecken, sondern auch von Politikern und Verbraucherschützern. Im Mai organisierten Netzaktivisten sogar eine Demonstration vor der Telekom-Hauptversammlung und riefen eine Online-Petition gegen die DSL-Drosselung ins Leben.

Nach intensiven Gesprächen mit Kunden hat sich die Deutsche Telekom nun dazu entschieden, die DSL-Anschlüsse ab dem Jahr 2016 weniger stark zu drosseln als bisher geplant. Ist das Highspeed-Volumen verbraucht wird der Datendurchsatz nicht wie ursprünglich angekündigt auf 384 KBit/s, sondern „nur“ auf 2 MBit pro Sekunde reduziert.

Niek Jan van Damme, der Sprecher der Geschäftsführung der Telekom Deutschland, äußerte sich dazu wie folgt. “Wir haben in den letzten Wochen intensive Gespräche mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden“. Mit 2 MBit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung – wir haben ihn verdoppelt.

Die Drosselung auf 2 MBit/s soll van Damme zufolge auch rückwirkend für Verträge gelten, die nach dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

Kritiker sehen dieses Einlenken lediglich als ein “Ablenkungsmanöver” und ein taktisches Zugeständnis an. Der Verein Digitale Gesellschaft sieht die Netzneutralität und Sicherstellung des Wettbewerbs weiterhin als gefährdet an. Denn von ihrem Vorhaben, den von der IPTV-Plattform “Entertain” verursachten Datenverkehr nicht auf das in den neuen Tarifen enthaltene Highspeed-Volumen anzurechnen, weicht die Telekom weiterhin nicht ab. Dadurch bevorzuge der Konzern eigene Dienste und benachteilige Wettbewerber, so der Vorwurf.

Die Telekom verteidigt sich damit, dass andere Inhalte-Anbieter ebenfalls die Möglichkeit hätten, ihr Angebot nicht auf das Datenvolumen anrechnen zu lassen. Dafür verlangt der Konzern aber eine Gebühr.

Dadurch sehen Kritiker den Grundsatz der Netzneutralität verletzt, der eine bestmögliche Übertragung jedes Datenpakets unabhängig von Sender, Empfänger und Inhalt vorsieht. Markus Beckedahl, der Vorstand des Digitale Gesellschaft e.V appelliert nun an die Politik, die Netzneutralität gesetzlich festzuschreiben und die Bundesnetzagentur damit zu beauftragen, sie gegenüber der Deutschen Telekom durchzusetzen.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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