Nikon Coolpix A: die souveräne Kompaktkamera im Test

Nikon setzt bei der Coolpix A auf 16,9 Megapixel und Festbrennweite statt Zoom. Die Kompaktkamera kommt mit solider Bildqualität, Bedienung und Akkulaufzeit. Anspruchsvoll ist allerdings auch der Preis.

Als edle Kamera für Straßenfotografen positioniert Nikon seine Coolpix A. Highlights der 1099 Euro teuren Kompaktkamera sind die hohe Lichtstärke und das erstklassige Objektiv mit Festbrennweite. Die Nikon Coolpix A eignet sich als Zweitkamera für engagierte Fotografen, die ihre Spiegelreflexkamera zu Hause lassen wollen, trotzdem aber nicht auf eine hohe Bildqualität verzichten wollen. Daneben ist sie auch als Reisekamera geeignet. Der Werbeslogan von Nikon deutet allerdings auch in eine andere Richtung: „I am a street photographer“. Demnach soll die Coolpix A das ideale Werkzeug für schnelle Schnappschüsse auf der Straße sein. Wie gut die Kamera dafür geeignet ist, zeigt der nachfolgende Praxistest.

Die Nikon Coolpix A zeichnet sich durch ihr robustes Gehäuse und das geradliniges Design aus (Foto: Nikon).

Die Nikon Coolpix A zeichnet sich durch ihr robustes Gehäuse und das geradliniges Design aus (Foto: Nikon).

Die Nikon Coolpix A ist eine echte Nikon. Der Satz klingt wie eine missglückte asiatische Weisheit oder eine Phrase, trifft aber den Charakter dieser Kamera ziemlich genau. Während die Coolpix-Serie von Nikon mit den vielen farbenfrohen Einsteigerkameras doch sehr auf den Consumermarkt schielt, ist die Coolpix A eine seriöse Digicam für anspruchsvolle Hobbyfotografen. Den hohen Anspruch dokumentiert beispielsweise das Objektiv. Statt der bei Kompaktkameras üblichen Zoomoptiken besitzt die Coolpix „nur“ eine Festbrennweite mit 18,5 Millimeter, was etwa einem 28 Millimeter Kleinbild-Objektiv entspricht. Anspruchsvoll ist übrigens auch der Preis: Nikons unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 1099 Euro. Die Zielgruppe: anspruchsvolle Hobbyfotografen.

Design und Verarbeitung

Auch in Design und Verarbeitung gilt: Die Nikon Coolpix A ist eine echte Nikon. Für eine Kompaktkamera ohne Zoomobjektiv ist sie mit 300 Gramm relativ schwer. Das Gehäuse kommt kantig und robust daher, Tasten und Einstellräder sind präzise eingefasst, nichts wackelt oder hat zu viel Spiel. Durch die lederummantelte Griffwulst auf der rechten Seite liegt die Kamera sehr gut in der Hand. Wenn es schnell gehen muss, kann der Fotograf auch mal nur mit einer Hand fotografieren. Diese Kamera ist für jahrelangen Alltagseinsatz gebaut.

Ausgereiftes Bedienkonzept

Auch ergonomisch zeigt die Coolpix, dass ein erfahrener Kamerabauer dahinter steht. Alles ist da, wo man es vermutet. Das Funktionswählrad zur Wahl der grundlegenden Aufnahmemodi wie Programmautomatik, Szenenmodus, Zeitautomatik oder Blendenvorwahl sitzt oben auf dem Gehäuse, ebenso wie das Einstellrad, mit dem der Fotograf auf Basis des vorgewählten Modus die jeweiligen Werte wie etwa Blende oder Verschlusszeit regelt.

Die Ansicht von oben zeigt das aufgeräumte und funktionelle Bedienkonzept der Coolpix (Foto: Nikon).

Die Ansicht von oben zeigt das aufgeräumte und funktionelle Bedienkonzept der Coolpix (Foto: Nikon).

Auch das Multifunktionsrad auf der Rückseite neben dem Display tut, was man intuitiv von ihm erwartet. Durch Drehen des Rads oder Drücken der OK-Taste in der Mitte des Rads navigiert man durch Menüs und wählt Optionen an. Die Coolpix kommt dem Nutzer durch übersichtliche und logische Bedienung entgegen. Häufig gewählte Einstellungen lassen sich praktischerweise auf die Positionen U1 und U2 des Funktionswählrads legen. Dort kann man sie direkt abrufen.

Die Helligkeit des 7,6 Zentimeter großen Displays lässt sich in neun Stufen regeln (Foto: Nikon).

Die Helligkeit des 7,6 Zentimeter großen Displays lässt sich in neun Stufen regeln (Foto: Nikon).

Viele Motivprogramme

Neben den zahlreichen manuellen Einstellmöglichkeiten verfügt die Nikon auch über eine Reihe von Motivprogrammen, darunter solche für Porträt, Landschaft, Sport oder Nachtaufnahmen. Dabei wählt die Kameraelektronik die für die jeweilige Situation optimale Blende und Verschlusszeit. Bei Portraits beispielsweise, wählt sie eine offene Blende, um den Hintergrund der porträtierten Person unscharf zu lassen. Bisher wurden solche Motivprogramme von Hobbyfotografen meistens links liegen gelassen. Doch die Qualität der Kameraelektronik und der internen Software hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So kann man auch bei der Coolpix die meisten Situationen getrost dem passenden Motivprogramm überlassen. Die Ergebnisse sind in der Regel gut bis sehr gut.

Das Foto wurde mit dem Motivprogramm "Nachtaufnahme" geknipst (Blende 4,5 Verschlusszeit 0,77 Sekunden, ISO 800) (Foto: Mehmet Toprak).

Das Foto wurde mit dem Motivprogramm „Nachtaufnahme“ geknipst (Blende 4,5 Verschlusszeit 0,77 Sekunden, ISO 800) (Foto: Mehmet Toprak).

Überhaupt: Wer sich nach dem Auspacken und Akku aufladen mit der Coolpix A erstmal ein Stündchen aufs Sofa setzt und alle Funktionen ausprobiert, wird feststellen, dass Aufbau und Logik der Bedienung keine Wünsche übrig lassen. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit lassen sich die gewünschten Funktionen sehr einfach und ohne große Umwege aufrufen.
Das sind schon mal gute Voraussetzungen, um sich als Kamera für Straßenfotografen zu eignen.

Hohe Lichtstärke und gute Bildqualität

Die ersten Fotos betrachtet auf einen 24 Zoll-Monitor im sRGB-Modus zeigen auch, dass die Bildqualität absolut in Ordnung ist. Vielleicht in punkto Auflösung nicht ganz auf dem Niveau einer ausgewachsenen Spiegelreflexkameras wie der D7100, produziert die Coolpix A dennoch jederzeit detailreiche Bilder mit lebhaften und dennoch natürlichen Farben. Richtiggehend beeindruckend ist die Performance der Kamera bei Dämmerung oder schlechten Lichtverhältnissen. So sorgt die lichtstarke Optik mit der größten Blendenöffnung 1,8 dafür, dass auch bei einsetzender Dämmerung noch wackelfreie Verschlusszeiten erreichbar sind. Außerdem ist die Bildqualität gerade auch bei schwachem Licht ausgezeichnet. Man muss den ISO-Wert schon ganz schön hochtreiben, um körnige Bilder zu bekommen. Selbst ein Foto von Weingläsern, im schummrigen Licht einer Kneipe mit ISO 1600 geschossen, wirkt noch glatt und sauber. Den eingebauten Blitz kann man bei der Nikon fast vergessen.

Der Bildsensor in Nikons DX-Format (23,6 x 15,6 Millimeter) ist ungefähr so groß wie Sensoren im bekannten APS-C-Format und sorgt für Bildqualität auf Spiegelreflexkamera-Niveau (Foto: Nikon).

Der Bildsensor in Nikons DX-Format (23,6 x 15,6 Millimeter) ist ungefähr so groß wie Sensoren im bekannten APS-C-Format und sorgt für Bildqualität auf Spiegelreflexkamera-Niveau (Foto: Nikon).

 

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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