Eingeschränkte Nutzerprofile unter Android 4.3: Kindersicherung mit Haken

Ein neues Feature von Android 4.3 erlaubt es, Einschränkungen für Nutzerprofile auf Tablets vorzunehmen. Es kann von Eltern als Kindersicherung des Gerätes verwendet werden. Wie sich das Feature in der Praxis schlägt, haben wir genauer unter die Lupe genommen.

Seit der Android-Version 4.2 besteht die Möglichkeit, mehrere Benutzerprofile anzulegen, um die persönlichen Einstellungen oder Apps verschiedener Nutzer eines Android-Tablets getrennt zu halten. Mit dem kürzlich vorgestellten Android 4.3, das bereits für die Tablets Nexus 7 und Nexus 10 erhältlich ist, hat Google nun auch eine Funktion eingeführt, die es erlaubt, Einschränkungen für Nutzerprofile vorzunehmen.

Eingeschränkte Nutzerprofile unter Android 4.3: Kindersicherung mit Haken (Screenshot: CNET.de)

Mit Android 4.3 hat Google eine Funktion eingeführt, die es erlaubt, Einschränkungen für Nutzerprofile vorzunehmen. Eltern können sie beispielsweise als Kindersicherung für das Tablet verwenden. (Screenshot: CNET.de)

Das Feature ist nur auf Tablets verfügbar und lässt sich beispielsweise von Eltern als Kindersicherung verwenden, um dem Nachwuchs Zugriff auf bestimmte Apps, App-spezifische Inhalte oder auch In-App-Einkäufe zu untersagen.

Und so funktioniert es:

Das Einrichten eines beschränkten Profils ist über die Geräteeinstellungen des Tablets möglich. Dazu öffnet man in den Einstellungen den Menüpunkt „Nutzer“, tippt auf „Nutzer oder Profil hinzufügen“ und wählt anschließend den Eintrag „Eingeschränktes Profil“ aus. Gegenfalls muss man – bevor es an die Einschränkung der Apps geht – den Lockscreen des eigenen Kontos mit einem Passwort, PIN oder Muster schützen, damit der Nachwuchs die Einschränkungen später nicht selbst wieder ändern kann.

Danach bekommt man eine Liste mit allen installierten Apps zu sehen, die sich je nach Bedarf für das eingeschränkte Profil aktivieren beziehungsweise deaktivieren lassen. Falls vorhanden, kann man erweiterte Einstellungen per Fingertipp auf das entsprechende Symbol aufrufen, um einzelne Inhalte, Funktionen oder Einstellungen einer Anwendung zu beschränken.

Eingeschränkte Benutzerprofile unter Android 4.3: Kindersicherung mit Haken (Screenshot: CNET.de).

Per Fingertipp lassen sich Apps aktivieren oder deaktiveren. (Screenshot: CNET.de)

Einige Apps wie Google Mail oder der Kalender sind von Haus aus über ein beschränktes Profil unzugänglich und werden von der Funktion lediglich aufgelistet, aber nicht unterstützt. Dazu zählt auch der Play Store, sodass Kinder keine Apps, Bücher, Filme oder Songs herunterladen beziehungsweise installieren können.

Ist alles eingestellt, muss das Profil nur noch final aktiviert werden. Dazu wechselt man zurück zum vorherigen Menü, tippt in der Liste auf den Namen des neu angelegten Profils und bestätigt die folgende Abfrage.

Alle Beschränkungen lassen natürlich auch im Nachhinein anpassen. Zu beachten ist allerdings: Wird eine App deaktiviert, gehen auch sämtliche mit dieser App verknüpften Daten und Inhalte verloren wie beispielsweise Spielstände von Games. Diese werden auch nicht wiederhergestellt. Das sollten Eltern vielleicht im Hinterkopf behalten, bevor sie  Angry BirdsCut the Rope oder ein anderes Spiel zur „Bestrafung“ kurz abschalten.

Eingeschränkte Nutzerprofile unter Android 4.3: Kindersicherung mit Haken (Screenshot: CNET.de).

Zum Schluss muss das beschränkte Profil noch aktiviert werden. Der Wechsel klappt dann über den Sperrbildschirm (Screenshot: CNET.de).

Der Wechsel zwischen den Profilen funktioniert dann über den Sperrbildschirm per Fingertipp auf die neuen Symbole am unteren Ende des Bildschirms.

Kindersicherung mit Haken

Alles in Allem würde sich diese Funktion damit auch sehr gut als Kindersicherung eigenen, wenn man dem Nachwuchs das Tablet einmal in die Hand drücken möchte, ohne jede Aktion überwachen zu müssen.

Jedoch hat die ganze Sache einen kleinen Haken: Entwicklern steht es völlig frei, die Kindersicherung in ihre Apps zu integrieren – oder es sein zu lassen. Das könnte bedeuten, dass nur eine überschaubare Auswahl an Apps überhaupt mit dem Feature ausgestattet wird. Denn für Entwickler bedeutet die Integration der API mehr Aufwand, ohne wirklich groß davon profitieren zu können. In diesem Fall hätte Google wohl besser Apples Beispiel gefolgt und das Feature direkt ins System integriert.

Ob sich diese Befürchtung in der Praxis bewahrheitet, oder ob Google mit großen Entwicklerstudios eng zusammenarbeitet oder gar Anreize schafft, die Kindersicherung einzubauen, wird sich noch zeigen müssen.

[Mit Material von Sharon Vaknin, CNET.com]

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Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Eingeschränkte Nutzerprofile unter Android 4.3: Kindersicherung mit Haken

  • Am 8. Februar 2014 um 09:45 von eli Hoffmann

    Hallo, ich nutze den eingeschränkten user genau für die Kindersicherung. Geht super. Habe aller dings noch einen Wunsch. Kann man den eingeschränkten User auch ein tägliches Zeitkonto einstellen, damit man die Nutzung auf 1 Stunde pro Tag begrenzen kann. Gibt es eine APP die das macht? Mit Kidsplace komme ich da auch nicht weiter.

    • Am 7. Januar 2015 um 12:04 von N. Wruck

      Genau diese Frage interessiert Tausende von Eltern!!
      Bitte cnet, hier mal eine Antwort recherchieren!!
      N. W. aus Lübeck

  • Am 5. Februar 2015 um 22:13 von Robert Kulle

    Chico Browser App, die Kindersicherung für Smartphone, die auf das selbe Zeitkonto wie der PC Zugriff hat, wenn auf diesen die Kindersicherung von Salfeld läuft.
    Zusätzlich kann man automatische Verlängerungen z.B. als Belonung fürs Vokabeltraining mit „Phase 6“ einrichten oder TANs vergeben, die ein zusätzliches Zeitkontingent freigeben.
    Elternfernzugriff auf die Zeitkontoeinstellungen und Statistiken gibt’s auch. Zeit kann man nach Tagesmaximum, Wochenmaximum und Monatsmaximum begrenzen. Die zuerst erreichte Grenze zählt. Außerdem lassen sich Zugriffszeiten einstellen, wenn ich mich recht erinnere. Kann durch Neuinstallation ausgehebelt werden, das sieht man aber schnell an der Statistik.

  • Am 28. Dezember 2015 um 13:58 von Franzi Matzner

    Hallo,
    interessanter Artikel, haben vor einem halben Jahr auch unseren kleinen Sprössling bekommen und viel überlegt wie wir unsere Wohnung Kinder sicher machen. Kindersicherungen gibt es wie Sand am Meer, allerdings bin ich als Frau leider in keinster Weise handwerklich begabt und war auf der Suche nach leichteren DIY Methoden. Tolle Kindersicherungen, die ich bereits selber ohne Hilfe anbringen konnte waren eine Fenstersicherung, eine Schubladensicherung wie auch den klassischen Steckdosenschutz. Ich kann euch dazu einen weiteren Artikel empfehlen: http://www.derneuemann.net/wohnung-kindersicher/6514
    Viele Sachen sind leider nicht vorhersehbar und gehören definitiv überdenkt, allerdings sollte man in keinster weise übertreiben und dem Baby jede Freiheit nehmen.
    Gruß

  • Am 5. Januar 2016 um 01:27 von rha

    Was mir an dem eingeschränktes Profil nicht gefällt ist, dass man trotzdem noch auf Google zugreifen kann und man den Systembrowser nicht abschalten kann! Wer weiss bitte melden!

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