Galaxy S4: Samsung hat offenbar bei Benchmark-Tests geschummelt

Betroffen sollen hauptsächlich Benchmark-Tests der S4-Variante mit Samsungs hauseignem Achtkern-Prozessor Exynos Octa 5 sein. Ein ins System integrierter Code mit dem Namen ‚BenchmarkBooster‘ bewirkt eine Erhöhung der Taktrate der Grafikeinheit, was für bessere Benchmark-Ergebnisse sorgt.

In fast allen Benchmarks konnte sich Samsungs Galaxy S4 vor der Konkurrenz von HTC, Sony & Co. an die Spitze setzen. Einem Bericht der Webseite AnandTech zufolge hat Samsung offenbar in Benchmark-Tests geschummelt und den Ergebnissen etwas auf die Sprünge geholfen.

Galaxy S4: Samsung hat offenbar bei Benchmark-Tests geschummelt (Foto: CNET.com)

Betroffen sollen hauptsächlich Benchmark-Tests der S4-Variante mit Samsungs hauseignem Achtkern-Prozessor Exynos Octa 5 sein. Unklar ist, ob auch die hierzulande erhältliche Version mit Qualcomm Snapdragon-600-Chip „optimierte“ Benchmark-Ergebnisse liefert, da AnandTech die Tests mit dem Acht-Kern-Modell durchgeführt haben.

Den Anstoß für die Untersuchungen gab ein Post im Forum Beyond3D. Bei einigen Benchmarks soll ein ins System integrierter Code mit dem Namen ‚BenchmarkBooster‘ eine Erhöhung der Taktrate der Grafikeinheit bewirken, sobald das Benchmark-Tool auf dem Smartphone gestartet wird. Das Resultat sind bessere Ergebnisse.

Im Detail erhöht sich die Taktrate der PowerVR-Grafikeinheit von rund 480 MHz auf die maximal mögliche Frequenz von 533 MHz, was für bis zu zehn Prozent bessere Scores sorgen kann. Diese höhere Taktrate konnten die Kollegen von AnandTech bei keiner anderen laufenden App messen. Sogar die grafisch aufwendigsten Spiele sind mit der standardmäßig niedrigeren Frequenz gelaufen, was doch schon sehr den Verdacht hegt, dass Samsung diese Funktion extra zur „Optimierung“ der Benchmark-Resultate eingebaut hat.

Betroffen sind laut dem Artikel beliebte Benchmark-Tools wie Quadrant, LinPack, AnTuTu und GLBenchmark. Nicht betroffen sei die App GFXBench.

Samsung hat sich mittlerweile zu den Vorwürfen geäußert und versucht gegenüber unseren britischen Kollegen von CNET UK das Phänomen zu erklären. Demnach ist alles nur zum Vorteil des Kunden. „Die maximalen Taktraten der Grafikeinheit des Galaxy S4 wurden nur variiert, um dem Anwender ein optimales Benutzererlebnis zu bieten. Nach Angaben des Unternehmens löst jede im Vollbild ausgeführte Anwendung einen Anstieg des GPU-Takts auf bis zu 533 MHz aus. Bei bestimmten Spielen werde der Takt jedoch auf 480 MHz gesenkt, um eine Überlastung zu verhindern. Die Anpassungen waren nicht dazu gedacht, bestimmte Benchmark-Ergebnisse zu verbessern“, so Samsung. Das komplette Statement finden Interessierte auf CNET UK.

[Mit Material von Nick Hide, CNET UK]

Autor: Christian Schartel
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2 Kommentare zu Galaxy S4: Samsung hat offenbar bei Benchmark-Tests geschummelt

  • Am 31. Juli 2013 um 17:38 von Benedikt

    Es ist nicht verboten, aber unfair, sogar unnötig. Was für ein dummes Trick!

  • Am 31. Juli 2013 um 17:55 von JennyS

    Ein benchmark ist doch dazu da, um zeigen zu können, zu welcher Leistung der Chip fähig ist. Dass dies mit der Alltagsleistung nicht viel zu tun hat, ist doch klar. Besonders für den Stromverbrauch sind diese letzten paar Prozent Leistung eher unnütz, deswegen werden die dort auch nicht benutzt.
    Iphones haben WEIT schlechtere benchmark Ergebnisse, werden im Alltag aber selten als zu leistungsschwach empfunden. Ich sehe nicht wo das Problem liegt. Das bisschen was ein s4 performanter ist als ein HTC One (was das einzige vergleichbare gerät ist) entscheidet SICHER nicht über den Kauf. Da sind SD Karte, Induktionsladung, Akku Wechsel, Betriebssystem Skin, Akku Laufzeit und Look and feel viel wichtigere Aspekte.

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