Olympus Tough TG-2 im Test: robuste Outdoorkamera im eleganten Design

Die Tough TG-2 verbindet das Aussehen einer Kompaktkamera mit der robusten Verarbeitung einer Outdoor-Digicam. Der CNET-Test zeigt, was die Olympus kann – und bei welcher Funktion der Anwender besonders vorsichtig sein sollte.

Outdoorkameras zählen derzeit zu den Verkaufsschlagern bei Digicams. Praktisch jeder Kamerahersteller hat mindestens eine solche Kamera im Sortiment. Doch so praktisch eine wasserdichte und stoßgeschützte Outdoorkamera auch sein mag, das zumeist sehr auffällige und knallige Design der Geräte ist nicht jedermanns Sache.

Wer eine wasserdichte Digicam sucht, die aber so unauffällig ist, dass sie auch als normale Kompaktkamera durchgeht, sollte sich die Olympus Tough TG-2 ansehen. Die Kamera ist in Rot und Schwarz erhältlich und kostet im Fotofachhandel etwa 350 Euro. Manche Onlineshops bieten sie aber auch schon deutlich billiger an.

Die Olympus Tough TG-2 ist auch in Rot erhältlich. (Foto: Olympus)

Die Olympus Tough TG-2 ist auch in Rot erhältlich (Foto: Olympus).

Eine ganz normale Kompaktkamera?

Vor allem die Variante in Schwarz der Outdoorkamera von Olympus gefällt durch ihr vergleichsweise dezentes Design. Das Gehäuse bildet ein klassisches Rechteck. Das mittig angebrachte Objektiv mit dem roten Ring verstärkt noch den Eindruck, eine ganz normale Digicam in Händen zu halten.

Zugleich ist die Olympus Tough TG-2 aber laut Hersteller bis zu 15 Meter Tauchtiefe wasserdicht, übersteht einen Fall aus bis zu 2,1 Meter Höhe, ist bis zu 100 Kilo bruchsicher und hält Frost bis zu minus 10 Grad stand. Mit diesen Werten kann die noble TH-2 ohne Weiteres mit den deutlich rustikaler gestalteten Konkurrenzmodellen von Nikon, Pentax oder Fujifilm mithalten.

Die Bedienelemente der Olympus sind ergonomisch richtig platziert, das Modus-Wahlrad ist aber mit nassen Fingern nur schwer verstellbar (Foto: Mehmet Toprak).

Die Bedienelemente der Olympus sind ergonomisch richtig platziert, das Modus-Wahlrad ist aber mit nassen Fingern nur schwer verstellbar (Foto: Mehmet Toprak).

Der CNET-Test soll zeigen, ob die Outdoorkamera die Bildqualität und die Einstellmöglichkeiten mitbringt, die sich ambitionierte Hobbyfotografen wünschen.

Für Hobbyfotografen ist zunächst einmal die Handhabung der Kamera wichtig. Hier gibt es einen ersten kleinen Kritikpunkt. Akku und Speicherkarte sowie USB- und HDMI-Buchse sind in getrennten Fächern untergebracht. Geöffnet und geschlossen werden diese Fächer mit einem winzigen Schieber, hinzu kommt jeweils ein noch kleinerer Schieber zur Verriegelung der Abdeckklappe. Also insgesamt vier Schiebeschalter, die sich auch nur mit dem Fingernagel in die andere Position bringen lassen. Das ist nicht optimal gelöst. Konkurrenzmodelle wie die Nikon AW 110 oder die Fujifilm XP200 beispielsweise benötigen nur eine Klappe, die sich mit einem großen Drehrad stabil schließen lässt.

Der Lithium-Ionen-Akku wird direkt in der Kamera aufgeladen, ein externes Ladegerät gibt es nur als optionales Zubehör.

Das GPS-Modul der Olympus Tough TG-2 arbeitet schnell und einigermaßen genau. (Foto: Mehmet Toprak)

Das GPS-Modul der Olympus Tough TG-2 arbeitet schnell und einigermaßen genau (Foto: Mehmet Toprak).

Bei der Bedienung gibt sich die Olympus aber keine Blöße. Fast alle Bedienelemente wie Zoomwippe, Menütaste oder Auslöser sind ergonomisch richtig platziert und gut zu bedienen. Eine Ausnahme macht hier das auf der Rückseite angebrachte Modusrad. Das ist sehr flach und sitzt gleichzeitig so fest am Gehäuse, dass es mit nassen oder verschwitzten Fingern schwierig ist, das Rad zu verstellen.

Gute Bildqualität

Bei einer wassserdichten Kamera mit innenliegender Optik erwartet man immer Abstriche bei der Bildqualität. Doch die TG-2 bietet hier keinen Anlass zur Kritik. Die Bildqualität bewegt sich auf hohem Niveau und kann mit jeder Digicam der 300-Euro-Klasse mithalten. Verantwortlich für die Bildqualität sind das mit 1:2.0 sehr lichtstarke Objektiv sowie der rückseitig beleuchtete 1/2,3 Zoll große CMOS-Sensor mit moderaten zwölf Megapixel. Der Bildprozessor True Pic VI sorgt für eine schnelle Verarbeitung der Bilder.

Die TG-2 mit Fischaugen-Optik. (Foto: Mehmet Toprak)

Die TG-2 mit Fischaugen-Optik (Foto: Mehmet Toprak).

Lichtstarkes Objektiv, Fischauge und Telekonverter

Die Brennweite des Objektivs reicht von 25 – 100 mm (entsprechend Kleinbild). Als Zubehör bietet Olympus ein Fischauge mit 19 Millimeter Brennweite und einen Telekonverter, der die Brennweite des Objektivs um den Faktor 1,7 verlängert. Das Fischauge kostet 139, der Telekonverter 145 Euro. Die Kamera ist auch mit den Konvertern jeweils wasserdicht.

Allerdings muss der Anwender zuerst im Menü der Kamera die Einstellungen für den jeweiligen Konverter aktivieren und darf beim Wechsel auf die Standardoptik nicht vergessen, diese Einstellung wieder zu deaktivieren. Das macht die Handhabung der Konverter etwas umständlich.

Übersichtliche Menüs

Gelungen ist der Aufbau der Menüs. Den Entwicklern ist es geglückt, eine Vielzahl von Einstellungen und Optionen einigermaßen übersichtlich und logisch zu strukturieren, so dass man sich schnell zurecht findet. Häufig benötigte Funktionen wie Belichtungskorrektur oder Blende lassen sich ohne langes Hangeln durch Menüs finden.

Wie alle Digicams bietet die Olympus Tough TG-2 den klassischen Programm-Modus, bei dem Blende, ISO Wert und Verschlusszeit automatisch eingestellt werden. Dabei kann der Fotograf aber auch manuell eingreifen und beispielsweise die Belichtung korrigieren.

Frostsicher: Laut Hersteller ist die Kamera bis minus zehn Grad frostsicher. (Foto: Olympus)

Frostsicher: Laut Hersteller ist die Kamera bis minus zehn Grad frostsicher (Foto: Olympus).

Engagierte Fotografen werden den “A-Modus” schätzen, bei dem man die Blende vorwählt und die Kamera die dazu passende Verschlusszeit einstellt. Gut sind auch die zwei individuellen Benutzermodi. Hier speichert der Fotograf zwei persönliche Belichtungseinstellungen ab und kann diese dann direkt am Modus-Wahlrad abrufen.

Autofokus und Belichtungsmesser arbeiten im Praxisbetrieb zügig und präzise. Belichtung und Autofokus lassen sich auf Spotmessung umstellen. Dabei versucht die Kamera die Belichtung beziehungsweise die Schärfe an einem Punkt in der Bildmitte zu orientieren. Autofokus-Tracking, also die Nachführung der Schärfe bei bewegten Objekten, beherrscht die Olympus ebenfalls.

Ein HDR-Modus (HDR, High Dynamic Range) steht ebenfalls zur Verfügung. Im Modus “Super-Nahaufnahme” fotografiert die Kamera sogar aus einer Entfernung von nur einem Zentimeter.

Die maximale Weitwinkeleinstellung der Olympus Tough TG-2. Die rote Markierung zeigt den Bildausschnitt, den die Kamera mit Telekonverter erfasst. (Foto: Mehmet Toprak)

Die maximale Weitwinkeleinstellung der Olympus Tough TG-2. Die rote Markierung zeigt den Bildausschnitt, den die Kamera mit Telekonverter erfasst. Siehe auch das nächste Bild (Foto: Mehmet Toprak).

Starke Makros und Szenen-Modus

Für Fotografen, die gerne auf Porgrammautomatiken aller Art setzen, bietet die Kamera unter anderem einen Szenenmodus mit Einstellungen für Landschaft, Nachtaufnahme, Feuerwerk, Sonnenuntergang, Innenaufnahmen und einiges mehr.

Daneben gibt es auch den mittlerweile in vielen Kameras üblichen “intelligenten” Auto-Modus. Dabei versucht die Kamera zu erkennen, welche Art Motiv sie vor sich hat (Landschaft, Portrait, Haustier, Sport usw.) und wählt die optimalen Einstellungen. Erkennt die Kamera beispielsweise eine Sportszene, versucht sie die Verschlusszeit möglichst kurz zu halten, um schnelle Bewegungen festzuhalten.

Eine etwas skurrile Optionen ist die Haustier-Erkennung, unterteilt in “Katzengesicht” und “Hundegesicht”. Dabei löst die Kamera automatisch aus, wenn sie ein Hunde- oder Katzengesicht vor die Linse kriegt. Im Praxistest funktioniert das gar nicht mal schlecht. Katzengesichter werden zuverlässig erkannt, vorausgesetzt, die Mieze steht nicht im Profil da, sondern wendet der Kamera tatsächlich ihr Gesicht zu. So richtig notwendig ist diese Funktion nicht, immerhin bringt einen zum Staunen, was sich Kamerahersteller so alles einfallen lassen.

In diesem Zusammenhang ein Tipp: Verzichten Sie darauf, die Hundegesichtserkennung bei Freunden oder Verwandten auszuprobieren.

Telekonverter und maximale Teleeinstellung: Das Bild zeigt den im vorigen Foto rot markierten Ausschnitt. (Foto: Mehmet Toprak)

Telekonverter und maximale Teleeinstellung: Das Bild zeigt den im vorigen Foto rot markierten Ausschnitt (Foto: Mehmet Toprak).

Effektfilter mit Spaßfaktor

Die Effektfilter sind unter der Kategorie Magic-Modus eingeteilt. Das ist eine zweischneidige Sache. Einerseits sorgen Filter wie “Pop-Art” oder “Dramatik” tatsächlich für sehr effektvolle Bilder, die man beispielsweise gleich in Facebook posten könnte. Andererseits lassen engagierte Hobbyfotografen in der Regel die Finger von solchen optischen Gimmicks. Sie ziehen es vor, das Foto so gut wie möglich zu machen, um dann in der Bildbearbeitung am PC möglichst viel Spielraum zur Optimierung des Fotos zu haben.

Ohne Effektfilter liefert die Olympus Tough TG-2 natürliche und etwas matte Farben. (Foto: Mehmet Toprak)

Ohne Effektfilter liefert die Olympus Tough TG-2 natürliche und etwas matte Farben (Foto: Mehmet Toprak).

 

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