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Microsoft gibt Warnung an Windows-XP-Nutzer heraus

Microsoft warnt vor der Weiterverwendung von Windows XP nach dem Support-Stopp am 8. April 2014. Wer das OS weiterhin nutzt, setzt sich schwerwiegenden Sicherheitsrisiken aus.

Am 8. April 2014 wird Microsoft den Support für Windows XP einstellen. Der Softwareriese hat nochmals eine Warnung an Nutzer herausgegeben, die noch auf das nun fast 13 Jahre alte Betriebssystem setzen. In einem Blogbeitrag klärt Microsoft-Manager Tim Rains darüber auf, dass es ab diesem Datum keinerlei Sicherheitsupdates, Aktualisierungen oder technische Unterstützung mehr geben wird. Wer das OS weiterhin nutzt, setzt sich schwerwiegenden Sicherheitsrisiken aus.

Microsoft gibt Warnung an Windows-XP-Nutzer heraus (Bild: Microsoft)

Besonders Unternehmen halten noch an dem bewährten Windows XP fest und wollen nicht auf neuere Betriebssystemversionen wechseln. Es gäbe sogar Kunden, die nicht von Windows XP umsteigen wollen, bis die Hardware der Rechner den Geist aufgibt, so Rains. Als Leiter von Microsofts Trustworthy Computing ist er für die Sicherheit von Betriebssystemen verantwortlich.

Nach dem Microsoft den Support eingestellt hat, sieht er das Risiko, dass Angreifer immer im Vorteil gegenüber den Verteidigern sein werden, die weiterhin auf Windows XP bauen. Angreifer könnten nach jedem von Microsoft veröffentlichten Sicherheitsupdate für die neueren OS-Version wie Windows 8 kurzfristig auf die damit behobenen Sicherheitslücken schließen, sie auf Systemen wie Windows XP testen, die nicht aktualisiert wurden, und entsprechenden Code zu ihrer Ausnutzung entwickeln.

Sie könnten außerdem erproben, ob die jeweiligen Schwachstellen auch in Produkten mit gleicher oder ähnlicher Funktionalität vorkommen. Aus diesem Grund liefere Microsoft seine Sicherheitsupdates stets gleichzeitig für alle betroffenen Produkte aus. Nach dem 8. April 2014 aber könnten XP-Nutzer nicht mehr auf diesen Vorteil bauen: “Ab dem ersten Monat, in dem Microsoft Sicherheitsupdates für unterstützte Versionen von Windows veröffentlicht, werden Angreifer durch Reverse Engineering dieser Updates die Schwachstellen finden und testen, ob Windows XP die gleichen Schwachstellen aufweist.”

Sei das der Fall, würden sie versuchen, Exploit-Code zu entwickeln, mit dem sie die Schwachstellen unter Windows XP ausnutzen können. Da bei XP nicht mehr mit der Behebung der Schwachstellen durch Sicherheitsupdates zu rechnen sei, wird Windows XP laut Rains “für immer eine Zero-Day-Schwachstelle haben”. Damit greift er auf einen Begriff zurück, der eigentlich für bislang unbekannte Sicherheitslücken steht.

Microsoft gibt Warnung an Windows-XP-Nutzer heraus (Bild: Microsoft)

Die Infektionsraten verschiedener Windows-Betriebssysteme (Diagramm: Microsoft)

Der Manager weist außerdem auf eine erheblich höhere Infektionsrate bei Windows-XP-Systemen im Vergleich zu moderneren Betriebssystemen wie Windows 7 oder Windows 8 hin, wie aus Microsofts eigenen Erhebungen hervorgehe. Die Kunden sollten sich außerdem die Frage stellen, ob sie noch auf die System-APIs von XP vertrauen können, die von Antivirus-Software genutzt wird. “Für einige Kunden könnte dieses Vertrauen in die Integrität ihrer Systeme okay sein, aber für die meisten wird das nicht akzeptabel sein”, argumentiert er. Warnend führt er weiterhin an, dass die integrierten Sicherheitsfeatures von Windows XP nicht mehr hinreichend vor modernen Bedrohungen schützten, die sich zunehmend gegen Client-Anwendungen wie Webbrowser und Dokumentenbetrachter richteten.

Laut NetMarketshare.com verfügte Windows XP im Juni 2013 noch immer über einen Marktanteil von über 37 Prozent unter den Desktop-Betriebssystemen. Microsoft macht dennoch klar, den Supportzeitraum definitiv nicht über den 8. April 2014 hinaus verlängern zu wollen. Stattdessen ist in den kommenden acht Monaten vermutlich mit einer Serie zunehmend lauter Sicherheitswarnungen aus Redmond zu rechnen.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
Redakteur
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Microsoft gibt Warnung an Windows-XP-Nutzer heraus

  • Am 19. August 2013 um 10:30 von Peter Preus

    Grandioses Marketing-Geschwätz. Die Sicherheitslücken nach dem Ende der Updates sind logischerweise auch schon vor diesem Datum dagewesen (es sei denn, sie würden erst durch die vorigen Updates hervorgerufen). Microsoft sollte sich schämen, ein Produkt so viele Jahre vertrieben und unterstützt zu haben, das nach 13 Jahren immer noch ein schwerwiegendes Sicherheitsrisiko darstellt.

  • Am 19. August 2013 um 10:32 von rokus

    Was soll das Diagramm heißen? Sind das Prozent? Sind das Milliarden PCs? Liebe Journalisten – Statistiken sind eine mächtige Waffe, aber man muss sie auch richtig verwenden, sonst gibt’s am Ende mehr, und nicht weniger Verwirrung.

  • Am 19. August 2013 um 13:31 von UFixer

    So ganz nebenbei steht Windows 8 in der Viren/Verbreitungsdichte ziemlich schlecht neben Windows 7 da.

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