Dell XPS 12 im Test: Notebook-Tablet-Hybrid mit willkommenem Akku-Boost

Das Dell XPS 12 ist ein Notebook-Tablet-Hybride mit einzigartigem Design, der dank Haswell-Prozessoren den größten Fehler des gleichnamigen, Ivy-Bridge-basierten Vorgängers ausmerzt: Die niedrige Akkulaufzeit.

Eins muss man Dell lassen: Seine Notebook-Tablet-Hybriden mit drehbarem Bildschirm werden von Generation zu Generation besser. Das grundlegende Design – ein Display mit mittig angebrachten Scharnieren, an denen es horizontal um 180 Grad gedreht werden kann – kam erstmals 2010 beim Dell Inspiron Duo zum Einsatz.

Dieses System war ein schwachbrüstiges Touchscreen-Netbook, das primär als günstiges Notebook fungierte, aber auch auch klobiges, kompliziert zu bedienendes Tablet – hier muss sich Windows 7 Kritik gefallen lassen – genutzt werden konnte. Die Idee wurde in einem Ultrabook wieder aufgegriffen, dass auf den Namen XPS 12 hörte. Es war eines der ersten Windows-8-basierten Hybridgeräte, das Microsofts neues, Kachel-basiertes Betriebssystem mit Touchscreen kombinierte. Aber seine Akkulaufzeit reichte für ein wirklich mobil genutztes Tablet noch nicht aus und das System schien manchmal nicht so richtig zu wissen, wie es reagieren sollte, wenn der Bildschirm in eine anderen Position gedreht wurde.

Das neue Dell XPS 12 unterscheidet sich nicht großartig von der vorherigen Ausgabe, aber die größte Änderung ist auch gleichzeitig eine extrem wichtige. Denn wegen der Nutzung von Prozessoren aus Intels vierter Core-Generation („Haswell“) hat das XPS 12 nun endlich eine Akkulaufzeit, die einem Ultrabook-Tablet-Hybriden angemessen ist.

Mit nach hinten gedrehtem Display und heruntergeklapptem Displaydeckel fungiert das Dell XPS 12 als 12,5-zölliges, etwas klobiges Tablet.

Mit nach hinten gedrehtem Display und heruntergeklapptem Displaydeckel fungiert das Dell XPS 12 als 12,5-zölliges, etwas klobiges Tablet.

Dass das XPS 12 einen beweglichen Bildschirm und über sieben Stunden Akkulaufzeit in einem schlanken, leichten Ultrabook-Format kombiniert, ist schon eine ordentliche Leistung. Der 12,5-zöllige Bildschirm und sein Beschleunigungsmesser lassen sich aber immer noch gelegentlich aus dem Takt bringen, wenn man das Display auf die Rückseite dreht – und einige Mal weigerte sich das Display, aus dem Schlafmodus aufzuwachen, was uns zu einem Neustart des Systems zwang. Aber die Möglichkeit, den Bildschirm in die anderen Richtung zu drehen (das Lenovo Yoga, das Acer R7 und etliche andere Geräte schaffen das auch – nur eben auf andere Art und Weise), ist wirklich hilfreich und praktisch, sobald man sich einmal daran gewöhnt hat.

Die von unseren US-Kollegen getestete und in Deutschland in dieser Konfiguration leider nicht erhältlich XPS-12-Version mit Intel Core i5-4200U und 128 GByte großer SSD kostet in den USA 1199 Dollar, was umgerechnet knapp über 900 Euro entspricht. Das günstigste in Deutschland erhältliche Dell XPS 12 kostet dagegen 1399 Euro, integriert dafür aber den Core-i7-Prozessor 4500U, doppelt so viel Arbeitsspeicher (acht statt vier GByte) und eine mit 256 GByte doppelt so große SSD. Alles in allem ist die kleinste deutsche Version das klar bessere, leistungsstärkere Gerät – aber eben auch deutlich teurer. Übrigens: Wer im Ausland einzukaufen gewillt ist und seinen Fokus nach Süden verschiebt, bekommt ein Äquivalent zum US-Testmodell ausgestattetes Gerät auch hier in Europa: Laut aktuellen Einträgen in Preisvergleichsdiensten gibt es dieses Konfiguration in Österreich zu Preisen ab 1174 Euro zu kaufen.

Dell XPS 12 Acer Aspire S7-392-6411 Samsung Ativ Book 9
Display: 12,5 Zoll, 1920 x 1080 Pixel, Touchscreen 13,3 Zoll, 1920 x 1080 Pixel, Touchscreen 13,3 Pixel, 1920 x 1080 Pixel, Touchscreen
Prozessor: Intel Core i5-4200U, 1,6 GHz Intel Core i5-4200U, 1,6 GHz Intel Core i7-3537U, 2,0 GHz
Arbeitsspeicher: 4 GByte, DDR3, 1600 MHz 4 GByte, DDR3, 1600 MHz 4 GByte, DDR3, 1600 MHz
Grafik: Intel HD Graphics 4400, 1745 MByte shared Intel HD Graphics 4400, 128 MByte dediziert Intel HD Graphics 4000, 32 MByte dediziert
Festspeicher: SSD, 128 GByte SSD, 128 GByte SSD, 256 GByte
Optisches Laufwerk:
Netzwerk: WLAN (802.11b/g/n), Bluetooth 4.0, NFC WLAN (802.11b/g/n), Bluetooth 4.0 WLAN (802.11b/g/n), Bluetooth 4.0
Betriebssystem: Windows 8 (64 Bit) Windows 8 (64 Bit) Windows 8 Pro (64 Bit)

Design und Ausstattung

Das Design ist alles in allem praktisch identisch mit dem des Vorgängers. Auch beim aktuellen XPS 12 sitzt das Display in einem schmalen äußeren Rahmen. Der Bildschirm ist mittig an diesem Rahmen aufgehängt, so dass er um die horizontale Achse herum um 180 Grad nach hinten rotiert werden kann. So kann man entweder schnell und unkompliziert anderen Leuten Inhalte zeigen oder aber den Displaydeckel wieder aufs Gerät klappen und das XPS 12 als etwas dickes Tablet nutzen.

Der Rotationsmechanismus am Bildschirm ist gut durchdacht, rastet satt ein und hält das Display ohne Spiel und Wackeln in der jeweiligen Positionen fest. Laut Dell wurde der Mechanismus auf 20.000 Zyklen getestet und sollte somit ein Weiclhen durchhalten – stabil genug fühlt er sich jedenfalls an.

Dell hat in Sachen Hybrid-Technik einen einzigartigen Weg eingeschlagen: Der Bildschirm rotiert an mittig angeordneten Scharnieren in der Horizontalen.

Dell hat in Sachen Hybrid-Technik einen einzigartigen Weg eingeschlagen: Der Bildschirm rotiert an mittig angeordneten Scharnieren in der Horizontalen.

Wie das exzellente Lenovo IdeaPad Yoga 13 bietet auch Dells XPS 12 Tablet-artige Funktionalität, ohne dabei die traditionellen Notebookfunktionen zu kompromittieren. Geschlossen sieht das XPS 12 zwar wie ein kleines Ultrabook aus, ist mit einem Gewicht von knapp über 1,5 kg aber schwerer als viele Ultrabooks ähnlicher Größe (z.B. das 13-zöllige Acer Aspire S7).

Es zeichnet sich ein Trend ab, in dessen Rahmen Notebookhersteller nicht mehr auf reine Kunststoff- oder Aluminiumgehäuse setzen. Beispielsweise kombiniert das eben genannte Acer Aspire S7 einen Aluminum-Body mit einem Glasdeckel. Beim Dell XPS 12 werden Aluminium und Kohlefaser gemischt.

Das Interieur ist minimalistisch, hier gibt es nur die Tastatur und das Touchpad. Der Ein-/Aus-Schalter in der ungewöhnlichen Form eines Schiebeschalter sitzt an der linken Kante und die meisten anderen Funktionen – vom WLAN-Schalter bis hin zur Lautstärkesteuerung – sind als Doppelbelegungen auf den Funktionstasten abgebildet. Handballenauflage, Tastatur und Tasten sind in einem matten Schwarz ausgeführt und haben eine pulverartige Oberflächenbeschichtung, die Fingerabdrücken gut widersteht.

An der linken Seite findet man aber nicht nur den Ein-/Aus-Schalter, sondern auch einen Knopf für die manuelle Abschaltung der automatischen Bildschirmausrichtung sowie eine praktische Lautstärkewippe. In die Handballenauflage ist übrigens eine NFC-Antenne integriert, dank der man das Notebook mit NFC-fähigen Geräten verbinden kann.

Die Tastatur im Inselstil fühlt sich vertraut an und ähnelt all den anderen Keyboards, die in praktisch jedem aktuellen Notebook verbaut werden. Die Tastatur des XPS 12 unterscheidet sich von der breiten Masse nur durch die sanft gerundeten Ecken und die halbhohen Funktionstasten. Das Tippen auf dem hintergrundbeleuchteten Keyboard gestaltet sich komfortabel und akkurat und keine der wichtigen Systemtasten (Shift, Tab, Strg und so weiter) hat eine ungewöhnliche Größe oder sitzt an einer ungewohnten Stelle.

Die Insel-Tastatur ähnelt denen in anderen modernen Notebooks, man tippt komfortabel und präzise. Das Touchpad gehört aber nicht zu den besten am Markt.

Die Insel-Tastatur ähnelt denen in anderen modernen Notebooks, man tippt komfortabel und präzise. Das Touchpad gehört aber nicht zu den besten am Markt.

Wenn das System in den Tablet-Modus gefaltet ist, ruft ein Klick in ein Textfeld die virtuelle Standard-Tastatur von Windows 8 auf, die einen ganz ordentlichen Job macht. Wenn der Bildschirm zwar nach hinten gedreht, aber der Displaydeckel nicht geschlossen ist, muss man das Onscreen-Keyboard dagegen manuell über die Windows-8-Taskleiste aufrufen.

Das tastenlose Clickpad hat eine angenehme Größe für ein derart kleines Notebook. Aber natürlich benutzt man es nur, wenn man das System im traditionellen Notebook-Modus betreibt. Für normale Navigationsaufgaben reicht das Clickpad völlig aus, aber Zwei-Finger-Scrolling ist ruckelig und es kommt insgesamt nicht an die besten Touchpads von Windows-Notebooks oder das Pad eines MacBooks heran.

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