Seagate führt erstmals HAMR-Technologie für Festplatten mit bis zu 20 TByte Speicher vor

Dank Seagates HAMR-Technolgie sollen bis zum Jahr 2020 Festplatten mit Kapazitäten von bis zu 20 TByte möglich sein. Auf der IT-Messe CEATEC 2013 hat Seagate Technology seine Umsetzung der neuen Aufzeichnungstechnik nun das erste Mal vorgeführt.

Auf der ganzen Welt wird jährlich eine astronomisch große Datenmenge generiert, die von Jahr zu Jahr größer wird. Diese Daten müssen auch gespeichert werden. Die Frage ist nur wo. Eine Antwort liefert der kalifornische Festplatten-Hersteller Seagate Technology mit der sogenannten HAMR-Technologie (Heat Assisted Magnetic Recording), die bis zum Jahr 2020 2,5-Zoll-Festplatten mit bis zu 20 TByte Speicherplatz ermöglichen soll.

Auf der in Tokio stattfindenden IT-Messe CEATEC 2013 hat Seagate nun das erste Mal seine Umsetzung der neuen Aufzeichnungstechnik vorgeführt. Zu Beginn wird sie erstmal nur in Laufwerken der Enterprise-Klasse mit 10.000 U./min zum Einsatz kommen sein.

Seagate führt erstmals HAMR-Technologie für Festplatten mit bis zu 20 TByte Speicher vor

Dank Seagates HAMR-Technolgie, dem Nachfolger der Aufzeichungstechnik PMR, sollen bis zum Jahr 2020 Festplatten mit Kapazitäten von bis zu 20 TByte realisiert werden können (Bild: Seagate).

HAMR wird als Nachfolger der 2006 eingeführten PMR-Technik (Perpendicular Magnetic Recording) beziehungsweise des von Seagate als Zwischenschritt vorgesehenen Shingled Magnetic Recording (SMR) gehandelt. Gegenüber PMR erhöht SMR die Schreibdichte nochmals um 25 Prozent, indem es die Anzahl der Spuren pro Zoll auf einer einzelnen Magnetscheibe durch Überlappen maximiert.

Die HAMR-Technologie setzt hingegen ein neues magnetisches Medium für die Aufzeichnung ein, das bei normalen Temperaturen stabiler ist, aber erhitzt werden muss, bevor Daten geschrieben werden können. Die Herausforderung besteht dabei in der schnellen punktuellen Erhitzung für das thermisch unterstützte Schreiben. Für die Aufzeichnung kommen Laserdioden und Schreibköpfe zum Einsatz. Das Ergebnis dieser thermisch unterstützten Magnetspeicherung ist eine drastische Erhöhung der aufgezeichneten Speicherdichte.

In Kombination mit selbstausrichtenden magnetischen Medien von Eisen-Platin-Partikeln erwartet Seagate, dass die HAMR-Technologie die Grenze der magnetischen Datenaufzeichnung um mehr als den Faktor 100 übertrifft. Letztlich könnten somit Speicherdichten von bis zu 50 Terabit je Quadratzoll erreicht werden.

Seagate liefert auch gleich ein Beispiel, um das Größenverhältnis in Relation zu setzen: Eine digitale Bibliothek mit allen auf der Welt verfassten Büchern ist etwa 400 TByte groß. In naher Zukunft könnte sie auf nur 20 HAMR-Laufwerken Platz finden.

Schon im Oktober 2011 hatten sich die Festplattenhersteller auf HAMR als Standard für die nächste Generation magnetischer Massenspeicher geeinigt. Das konkurrierende BPM (Bit-Patterned Media), das vor allem von Hitachi GST vorangetrieben wird, ist noch nicht marktreif. Es setzt auf feste physikalische Orte mit einem Durchmesser von weniger als 20 Nanometern, die nur sehr schwer anzusteuern sind. Die Technik könnte jedoch HAMR ablösen, wenn dieses ausgereizt ist.

[Mit Material von Bjön Greif, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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