Top-Outdoor-Kameras und ihre coolsten Features: Remote-Steuerung per Android- und Apple-Smartphone gefällig?

GPS, Wi-Fi oder Super-Zeitlupe – damit eröffnen sich für Fotografen ganz neue Möglichkeiten. CNET zeigt, wie man die Hightech-Funktionen der Outdoor-Digicams am besten nutzt – und welche der getesteten Kamera-Modelle von Canon, Fujifilm, Nikon, Olympus, Panasonic und Pentax jeweils die beste Leistung bringen.

Aktuelle Digicams können inzwischen viel mehr als nur Fotos knipsen. Sie werden zunehmend mit Features bestückt, die man sonst eher aus der Welt von PCs und Software kennt. Digicams bieten – wenn auch sehr einfache – Bildbearbeitungsfunktionen, nehmen den Ton in Stereo auf oder sind mit WLAN-Modul und GPS ausgestattet. Daneben filmen die kleinen Hightech-Maschinen auch noch Videoclips, knipsen schnelle Serienbilder und filmen in Zeitlupe.

Outdoorkameras (Foto: CNET.de)

Am sinnvollsten ist der Einsatz der genannten Features wohl bei Outdoor-Kameras. Diese sind wasserdicht, vertragen in der Regel Tauchgänge bis zu zehn Meter und mehr, halten auch bei Schnee und Eis durch und vertragen grobe Stöße. Klar, dass Funktionen wie GPS und Zeitlupe gut zu einem Kameratyp passen, der für Action und Abenteuer konzipiert ist. Aber auch die WLAN-Funktion ist hier am rechten Platz, denn gerade die Möglichkeit, die Digicams via Smartphone zu steuern, kann hier ein echter Vorteil sein.

CNET hat die interessantesten Outdoor-Kameras, die über die genannten Ausstattungsmerkmale verfügen, zusammengefasst und erklärt, worauf man bei der Kaufentscheidung und beim Einsatz der Funktionen achten sollte. Reine Action-Cams wie GoPro Hero, Rollei Bullet HD 5S oder Contour wurden in dieser Übersicht nicht berücksichtigt, da es sich dabei um Spezialkameras handelt, die für den klassischen Hobbyfotografen, der eine Outdoor-taugliche Kompaktkamera für Schnappschüsse und mehr sucht, nicht geeignet sind.

Fotoreise mit GPS

Schon klar, wer meistens in seiner Heimat bleibt, die Blumen im Garten fotografiert oder seine Mitmenschen porträtiert, braucht wieder Actionkamera noch GPS. Doch gerade für Fotografen, die viel unterwegs sind oder auf Wanderungen und Fahrradtouren fotografieren, ist GPS eine feine Sache.

Im Prinzip funktioniert das so: Über das GPS-Modul empfängt die Kamera die aktuelle Position und speichert diese in Form von Breiten- und Längengrad im EXIF-Bereich der Bilddateien. Exif steht für Exchangeable Image File Format und ist ein technischer Standard, mit dem Meta-Informationen über ein Bild in die Bilddateien (JPEG oder TIF) geschrieben werden. Früher waren dies nur Infos wie beispielsweise Kamerahersteller, Blende und Belichtungszeit, seit einiger Zeit kommen auch GPS-Daten hinzu.

Der Umgang der Digicams mit GPS hat sich in den letzten zwei Jahren noch deutlich verbessert. Einige Kameras verfügen über eine Datenbank mit Orten und zeigen dann den Namen des Ortes im Foto an.

Fotos auf der Weltkarte

Dies allein ist nur von begrenztem Nutzen. Spannend wird es, wenn man Gelegenheit hat, die Fotos ins Web hochzuladen. Bilderdienste wie beispielsweise Flickr nutzen die EXIF-Daten, um das Bild dann gleich an der richtigen Position in der Weltkarte zu platzieren. Wer das regelmäßig macht, kann den daheimgebliebenen Freunden dann schon unterwegs eine Fotosafari inklusive Landkarte präsentieren.

Wer hingegen im Urlaub lieber mal offline ist, macht das eben zuhause und verknüpft die geknipsten Bilder mit der exakten Position auf der Weltkarte. Doch wie funktioniert das genau? Und was ist eigentlich GPS-Tagging? Ein paar Grundlagen sollte man kennen, um die Technik richtig anwenden zu können.

Tags kennt jeder. Das sind die kleinen Stichwörter, die wie Etiketten an alles angehängt werden kann, was man später wieder sucht oder nach Kategorien einordnen will. Wer seine Fotosammlung ordnen will, verwendet Tags, mit denen er die einzelnen Bilder versieht. Da steht dann beispielsweise „Urlaub, 2013, Wandern, Norderney“ drauf.

Im Fall von GPS-Tagging ist es die Digicam, die solche Tags vergibt. Die bestehen aus den Ortskoordinaten und gegebenenfalls dem Ortsnamen. Das jeweilige GPS-Tag wird im EXIF-Zusatz der Fotodatei integriert. Der Nutzer kann das Foto dann mit einer Landkarte verknüpfen. Manche Hersteller wie beispielsweise Canon legen ihren Kameras eine Kartensoftware bei.

Die Google-Software Picasa kann auch Fotos aus Kameras ohne GPS-Funktion in Google Maps oder Google Earth platzieren.

Die Google-Software Picasa kann auch Fotos aus Kameras ohne GPS-Funktion in Google Maps oder Google Earth platzieren.

Was bringt A-GPS?

A-GPS (Assisted GPS) ist eine verbesserte Variante von GPS und beschleunigt die genaue Positionsbestimmung, indem die vorausberechneten Daten der Satellitenbahnen in die Kamera eingespielt werden. Diese Hilfsdaten werden regelmäßig aktualisiert und müssen aus dem Internet geholt werden. Die Kamera muss also über ein WLAN-Modul verfügen und so direkt die entsprechenden Infos aus dem Web herunterladen oder der Anwender lädt die Daten auf den PC und überträgt sie dann via USB mit der Kamerasoftware auf die Digicam. Kameras wie die Panasonic Lumix DMC-FT5 können beides.

Damit die GPS-Daten auch wirklich zuverlässig arbeiten, muss die Uhrzeit in der Kamera sehr genau eingestellt sein, sonst kann es zu falschen Ortsangaben kommen.

Obwohl das Foto mit einer gewöhnlichen Digicam ohne GPS aufgenommen wurde, sind die Geodaten im EXIF-Zusatz der Bilddatei gespeichert - Picasa und Google Maps machen´s möglich.

Obwohl das Foto mit einer gewöhnlichen Digicam ohne GPS aufgenommen wurde, sind die Geodaten im EXIF-Zusatz der Bilddatei gespeichert – Picasa und Google Maps machen´s möglich.

Wie kommen die Fotos nun auf die Landkarte?

In der Regel nutzt man hierzu Bilder- oder Kartendienste im Internet. So kann man beispielsweise Fotos mithilfe Google Earth an den entsprechenden Orten platzieren. Das funktioniert übrigens auch bei Fotos ohne GPS-Infos in der EXIF-Datei. Dafür bietet Google die Bildbetrachtungs-Software Picasa. Man muss nur das Foto in Picasa aufrufen, und auf die Schaltfläche „Orte“ klicken. Dann startet Google Maps. Darin navigiert man zu dem Ort, an dem das Foto aufgenommen wurde. Durch Klick auf „Ok“ werden die Geokoordinaten (Längen- und Breitengrad) in die EXIF-Datei des Fotos geschrieben. Auf Google Maps erscheint dann am entsprechenden Ort ein rotes Marker-Symbol.

Außerdem können Sie in Picasa mit Geo-Tags versehene Fotos so abspeichern, dass beim Aufrufen des Fotos Google Earth startet und den entsprechenden Teil der Erde auf einer Landkarte zeigt.

Mehr Infos finden Sie auf der Support-Seite von Google.

Fotodienst Flickr

Auch der Yahoo-Dienst Flickr kann mit den Standortinfos eine Menge anfangen. Wer ein Foto mit GPS-Daten hochlädt, kann es in Flickr auf den jeweiligen Punkt einer Weltkarte platzieren lassen.
Dazu lädt man das Foto oder die Fotoserie auf Flickr hoch, klickt im persönlichen Fotostream das jeweilige Foto an, klickt dann rechts unten auf das Menü (die drei Punkte) und wählt „Zu ihrer Karte hinzufügen“.

Neben Picasa sind auch andere Programme in der Lage, Bilder mit Geodaten mit Google Earth zu verknüpfen. Dazu zählen beispielsweise Panorado Flyer und Photo Me.

Weitere Informationen zum Thema GPS finden sich beispielsweise auch auf der Seite Kowoma.

Auch Flickr nutzt die Geotags in Fotos, um diese auf eine Weltkarte zu platzieren.

Auch Flickr nutzt die Geotags in Fotos, um diese auf eine Weltkarte zu platzieren.

Wozu Wi-Fi?

Als vor einigen Jahren Digicams mit WLAN-Modul auf den Markt kamen, ging es nur darum, die aufgenommen Fotos drahtlos auf den PC zu kopieren. Praktisch, aber nicht wirklich revolutionär.

Im Zeitalter von Smartphones und Apps ist eine wichtige neue Funktionen hinzugekommen, nämlich die Fernsteuerung der Digicams über ein Smartphone oder Tablet. Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn man Tiere in freier Wildbahn filmen oder fotografieren will und dann logischerweise nicht direkt bei der Kamera stehen kann. So kann man die Digicams an einem passenden Ort platzieren, sich ins Gebüsch verziehen und warten, bis das Objekt der Begierde erscheint. Der Auslöser in der App wird erst dann gedrückt, wenn das Tier tatsächlich vor der Linse herumspaziert. Das spart eine Menge Akkulaufzeit und Speicherplatz.

Die App von Nikon dient auch zum Fernauslösen der Nikon AW110 und zeigt ein Live-Bild.

Die App von Nikon dient auch zum Fernauslösen der Nikon AW110 und zeigt ein Live-Bild.

Apps bieten unterschiedlichen Funktionsumfang

Viele Kameras mit Drahtlos-Funktion arbeiten mit einer entsprechenden App des Herstellers zusammen. Die Funktionsvielfalt dieser Apps, die es in der Regel für Apples iOS und Android gibt, ist allerdings sehr unterschiedlich. Die einen bieten lediglich die Möglichkeit, Bilder auf das Smartphone zu übertragen, die anderen können Bilder übertragen und die Digicams auslösen, wieder andere sind sogar der Lage, Optionen und Feineinstellungen in der Digicam zu kontrollieren.

Wer sich eine Digicam anschafft und plant, die WLAN-Funktion zu nutzen, sollte sich deshalb vorher die entsprechende App ansehen und prüfen, was diese kann und was nicht. Zumeist zeigen schon die Screenshots in Google Play oder in iTunes, was die Software bietet.

Sowohl für die GPS-Funktion als auch für WLAN gilt: Beide Features benötigen eine Menge Energie. Wer vorhat, beide intensiv zu nutzen, kommt nicht um einen Zweitakku herum. Die CNET-Tests zeigen immer wieder, dass die Outdoor-Kameras bei intensiver Nutzung von GPS und WLAN keinen ganzen Tag durchhalten. Manchmal ist schon nach zwei Stunden Schluss.

Wie gut ist die Zeitlupe?

Wer zum ersten Mal einen Videoclip im Zeitlupenmodus dreht und das Ergebnis dann auf dem winzigen Display der Kamera betrachtet, ist zunächst begeistert. Tatsächlich gelingen mit Zeitlupe immer wieder faszinierende Aufnahmen und Bewegungsstudien. Betrachtet man sich später die „Slo-Mo“-Sequenz am großen Bildschirm, macht sich aber oft Ernüchterung breit. Was auf dem 3,5-Zoll-Display nach ganz großem Kino aussah, wirkt auf dem 21-Zöller extrem pixelig und unscharf.

Qualitätskompromisse bei Zeitlupe

Den Herstellern ist es nicht unbedingt vorzuwerfen, beim derzeitigen Stand der Technik im Consumerbereich ist aber einfach nicht mehr drin. Schließlich vervielfacht sich im Zeitlupe-Modus die Datenmenge, die von der internen Elektronik und den SD-Karten bewältigt werden muss. Allein im Modus mit 120 Bildern pro Sekunde müssen im gleichen Zeitraum fünfmal mehr Bilder auf die SD-Karte übertragen werden, als im gängigen Modus mit 30 Bildern pro Sekunde.

Dass Zeitlupe-Aufnahmen deshalb nur mit Einschränkungen bei der Qualität machbar sind, sagen die Hersteller nicht so laut. Doch meistens verrät schon ein Blick ins Datenblatt, wo Kompromisse nötig sein.

Reduzierte Auflösung und kein Ton

Dabei gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. Manche Digicams nehmen nur für 15 oder 30 Sekunden Zeitlupe auf. Im Prinzip genügt das für das Festhalten von schnellen Bewegungsabläufen. Alle Digicams reduzieren in der Zeitlupe auch die Auflösung. Ein Modell wie die Panasonic HX-WA30 produziert die 120-Bilder-Zeitlupe immerhin noch mit einer guten HD-Auflösung von 1280 × 720 Pixel. Bei 480 Bildern pro Sekunde sinkt die Auflösung dann auf 320 × 180 Pixel. Das wirkt dann auf dem großen Display schon extrem körnig.

Eine weitere Möglichkeit, den Datenstrom zu begrenzen, besteht darin, das Format zu ändern. Ist beispielsweise das Full-HD-Video im 16:9-Format, schalten die Kameras bei der Zeitlupe meist auf 4:3 um. Das sollte man bedenken, wenn man Videoprojekte erstellt, die ja in der Regel im 16:9-Format sind.

Und noch eine Einschränkung sollte man bedenken. Fast alle Digicams verzichten bei der Zeitlupe auf Ton. Der Videoclip bleibt dann einfach stumm. Eine Ausnahme bildet die Pentax WG-3 GPS. Die filmt dann zwar nur 15 Sekunden lang, nimmt aber gleichzeitig den Ton auf, was zu skurrilen Soundeffekten führt.

Wer sich also eine Outdoorkamera für dynamische Actionaufnahmen anschafft und dabei auf Zeitlupe Wert legt, sollte sich vorher genau die technischen Eckdaten im Zeitlupenmodus ansehen. Als Faustregel kann gelten: Besser eine moderate Zeitlupe mit 120 Bildern pro Sekunde und guter HD-Auflösung als die sensationelle Superzeitlupe mit 480 Bildern, die aber auf dem großen Monitor nur extrem pixelige Aufnahmen produziert.

Kompromiss: Schnelle Bewegungen im Sport sehen auch im 120-Bilder-Modus schön aus. Und selbst aus einem normalen Video mit 60 Bildern pro Sekunde holt man noch schöne Zeitlupeneffekte raus. Zudem lassen sich die Clips im Videoschnittprogramm am PC noch mehr abbremsen. Bedenken sollte man auch, dass Zeitlupen im Video naturgemäß länger dauern als die Sequenz in Normalgeschwindigkeit. Eine Zeitlupe mit 480 Bildern pro Sekunde dauert dann gegenüber dem 30-Bildermodus um den Faktor 16 länger. Das kann dann auch ganz schön langweilig sein.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Top-Outdoor-Kameras und ihre coolsten Features: Remote-Steuerung per Android- und Apple-Smartphone gefällig?

  • Am 31. Oktober 2013 um 11:44 von klaus Schmelzeisen

    Bei meiner Olympus TG 2 funktioniert der Höhen/ Tiefenmesser nicht.
    Was mache ich falsch? Wer kann mir helfen?

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