Lumia 2520: Qualcomm findet Nokias Windows-RT-Tablet besser als Microsofts Surface 2

Nokias Lumia 2520 arbeitet mit einer CPU von Qualcomm und Microsofts Surface 2 mit einem Nvidia-Prozessor. Ein Qualcomm-Manager hält die Leistung des 2520 für genial, für ihn spielt das Nokia-Tablet in einer anderen Liga als das Microsoft-Gerät.

Das in der vergangenen Woche vorgestellte Lumia 2520 habe auch in den Bereichen Videowiedergabe und Drahtlosverbindungen klare Vorteile gegenüber Microsofts Surface 2, lobten zwei leitende Produktmanager von Qualcomm die Rechen- und Grafikleistung von Nokias erstem Windows-RT-Tablet Lumia 2520 gelobt. Es und das Surface 2 sind derzeit die einzigen Tablets im Markt mit Windows RT.

Das Lumia 2520 ist Nokias erstes Windows-Tablet (Bild: Nokia)

„Die Leistung des 2520 ist genial“, sagte Raj Talluri, Senior Vice President für das Produktmanagement von Qualcomms Anwendungsprozessoren, in einem Interview mit News.com. „Es befindet sich auf der nächsten Stufe. Es spielt wirklich in einer anderen Liga [als das Surface 2]. In jedem Bereich ist es deutlich größer, schneller und verbraucht weniger Energie.“

Allerdings dürfte Talluris positives Urteil vor allem der Tatsache geschuldet sein, dass Qualcomm den Prozessor für das Lumia 2520 liefert, während Microsoft im Surface 2 einen Chip von Nvidia verbaut. Schaut man auf die reinen Zahlen, hat das Nokia-Tablet aber tatsächlich mehr zu bieten als das Surface 2. Nvidias Tegra-4-Prozessor im Surface 2 ist beispielsweise 1,7 GHz schnell, während es der Qualcomm Snapdragon 800 im Lumia 2520 auf 2,26 GHz bringt. Ein erster Test von CNET.com ergab zudem, dass das Lumia 2520 besser für Spiele geeignet ist als das Surface 2.

Laut Talluri und Stephen Horton, Produktmanager für Tablets und andere Computing-Devices bei Qualcomm, hat sich Microsoft in erster Linie aus Zeitgründen für den Nvidia-Chip entschieden. „Lass es mich so sagen: Sie kaufen das Unternehmen, das das Lumia 2520 gemacht hat. Sie sind deswegen offenbar sehr aufgeregt“, so Horton. Microsoft und Nvidia wollten die Aussagen der beiden Qualcomm-Manager nicht kommentieren.

Ob das Lumia 2520 von Nokia den Markt für Windows-RT-Tablets beleben kann, bleibt abzuwarten. Bisher haben sich erst wenige Verbraucher für Geräte entschieden, auf denen die von Microsoft für die ARM-Architektur optimierte Windows-Version läuft. Die besonders energieeffizienten Chips, die unter anderem von Nvidia und Qualcomm hergestellt werden, erlauben die Entwicklung dünnerer und leichterer Geräte – ein Segment, in dem Microsofts Betriebssysteme bisher nur wenig vertreten sind.

Im Vergleich zu Windows 8 hat Windows RT einige Nachteile. Verbraucher können beispielsweise nicht ihre vorhandenen Windows-Anwendungen installieren. Stattdessen sind sie auf die Apps angewiesen, die es im Windows Store gibt. Darüber hinaus hatten von Anfang nur wenige Hersteller ihre Unterstützung für Windows RT angekündigt. Dell, Samsung, Toshiba und Hewlett-Packard haben sich inzwischen vollständig zurückgezogen.

Qualcomm ist jedoch vom Erfolg von Windows RT überzeugt. „Das RT von heute ist möglicherweise nicht das RT von morgen. Das Konzept eines Modells, das Unterhaltungs- und Produktivitätsgerät ist, das man mit sich trägt, bleibt aber erhalten. Wir investieren langfristig.“

Darüber hinaus teilte Qualcomm mit, seine Partner arbeiteten an mehr als 40 Tablets mit Prozessoren des Unternehmens, die im kommenden Jahr in den Handel kämen. Zu den verwendeten Betriebssystemen machte es jedoch keine Angaben. Viele Hersteller entschieden sich für Qualcomm-Chips, weil sie hohe Bildschirmauflösungen unterstützten. Zudem sei es für Anbieter, die Qualcomms Chips in Smartphones verbauten, besonders einfach, auch Tablets zu entwickeln, weil „sie bereits die harte Arbeit erledigt haben und einen Prozessor verwenden können, der beides unterstützt“, ergänzte Talluri.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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