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Olympus Pen E-P5

Testbericht

Hersteller: Olympus Listenpreis: ab 1099 Euro Fazit:

Die Pen E-P5 ist eine exzellente Hightech-Kamera im angesagten Retro-Look, die gute Bildqualität mit schnellem Autofokus verbindet. Die zahlreichen Einstellmöglichkeiten machen sie auch für anspruchsvolle Fotografen interessant.

Pro
  • schneller Autofokus
  • flotte Serienbildfunktion
  • viele Einstellmöglichkeiten
  • WLAN
Contra
  • relativ hohes Gewicht
  • nur durchschnittliche Videofunktion
Testurteil
EXZELLENT
8,6
von 10 Punkten
8,6 stars

Olympus Pen E-P5: der elegante Eigenbrötler im Praxistest

Die Pen E-P5 ist eine edle Design-Kamera und ein Modell für Liebhaber der Retrokultur. Aber ist sie auch eine Digicam für anspruchsvolle Fotografen? CNET hat die Olympus einem Praxistest unterzogen.

Wenn man Kamerahersteller nur an Marktanteilen misst, dann zählt Olympus nicht zu den strahlenden Gewinnern. Die beiden Großen der Branche, Nikon und Canon, dominieren den Markt, natürlich auch deshalb, weil sie neben den Profikameras preiswerte Kompakte für Einsteiger im Angebot haben.

Olympus hingegen konzentriert sich allein auf anspruchsvolle Fotografen. Das Unternehmen versucht dabei besonders jene anzusprechen, die das Besondere suchen. Hochwertige Kameras, die in Bedienung und Features nicht dem Massengeschmack entsprechen und vielleicht mal etwas kompliziert sein dürfen.

Ein schönes Beispiel hierfür ist die Pen E-P5. Die Digicam kostet mit Objektiv (14 – 42 mm ) 1099 Euro. Unter den Systemkameras ist sie der Typ des eleganten Eigenbrötlers. Beim Design haben sich die Entwickler von einem Klassiker aus eigenem Hause inspirieren lassen, der Pen-F aus dem Jahr 1963.

Sieht selbst auf Omas Tischdecke gut aus: die Pen E-P5. (Foto: Mehmet Toprak)

Sieht selbst auf Omas Tischdecke gut aus: die Pen E-P5. (Foto: Mehmet Toprak)

Wobei der wunderschöne Retro-Look der E-P5 leicht vergessen lässt, dass die Kamera mit Hightech-Features vollgepackt ist. Das zeigt schon ein erster Blick ins Datenblatt. Da sind beispielsweise ein Serienbildmodus mit 9 Bildern pro Sekunde und eine kürzeste Verschlusszeit von 1/8000 Sekunde verzeichnet. Werte, die nicht gerade typisch für ein nostalgisches Sammlerstück sind.

Die E-P5 ist eine Systemkamera auf Basis des von Olympus und Panasonic gemeinsam entwickelten Standard Micro Four Thirds. Solche Digicams kommen im Gegensatz zu Spiegelreflexkameras ohne Spiegel aus und sind daher deutlich kompakter. Die Objektive kann man aber trotzdem wechseln, Olympus hat eine reichhaltige Auswahl im Sortiment. Der Sensor im 4/3-Zoll-Format liefert 17,2 Megapixel.

Die legendäre Pen-F von 1963 ist das Vorbild für das Design der Pen E-P5 (Foto: Wikimedia Commons)

Die legendäre Pen-F von 1963 ist das Vorbild für das Design der Pen E-P5 (Foto: Wikimedia Commons)

Design und Verarbeitung

Besonders gut gefällt die saubere Verarbeitung. Die Drehregler, Tasten und Schalter sind gediegen gearbeitet, sitzen präzise, nichts wackelt, nichts klingt hohl, wenn man darauf tippt. Die geradezu feinmechanische Präzision der Verarbeitung sorgt auch dafür, dass man die Pen E-P5 gern in die Hand nimmt.

Die Pen E-P5 ist eine Kamera zum Anfassen und Einfach-schön-Finden . Aber ist sie auch eine Kamera für Fotografen, ein Werkzeug für den Alltag und eine Immer-dabei-Kamera für den spontanen Schnappschuss? Die Antwort lautet: Ja, mit kleinen Einschränkungen. Denn die Digicam ist mit einem Gewicht von 420 Gramm (ohne Objektiv) relativ schwer. Zumindest Hobbyfotografen, die sonst mit Kompaktkameras unterwegs sind, werden die E-P5 als schwer empfinden.

Ausgeglichene und natürliche Farben gehören zu den Stärken der E-P5. (Foto: Mehmet Toprak)

Leuchtende Farben und hohe Detailschärfe gehören zu den Stärken der E-P5. (Foto: Mehmet Toprak)

Ein anderer Grund hat mit den zahlreichen Optionen und Einstellmöglichkeiten der Pen E-P5 zu tun. Da muss man sich erst einmal reinfinden und einarbeiten.

Doch ein paar Probefotos im klassischen Programmmodus vermitteln einen ersten Eindruck vom Potenzial der Kamera. So arbeiten Fokus und Belichtung sehr schnell. Ein enormer Vorteil für Schnappschüsse, wenn es darum geht, eine Situation blitzschnell einzufangen.

Die Bildqualität, betrachtet auf einem 24-Zoll-Monitor im RGB-Modus, ist ebenfalls sehr gut und überzeugt mit hoher Detailschärfe und ausgeglichenen Farben.

Die technischen Daten

Für ambitionierte Nutzer bietet die E-P5 beste Voraussetzungen. Das beginnt schon beim Display. Das 7,6 Zentimeter große Display löst 1.03.7000 Bildpunkte auf, die Auflösung ist somit groß genug, um Fokus oder Schärfentiefe beurteilen zu können.

Im Makromodus beträgt der Mindestabstand mit dem mitgelieferten Objektiv 20 Zentimeter (Foto: Mehmet Toprak)

Im Makromodus beträgt der Mindestabstand mit dem mitgelieferten Objektiv 20 Zentimeter (Foto: Mehmet Toprak)

Das Display ist nach oben und unten klappbar und lässt sich auch mit Touchfunktion nutzen. Die ist aber abschaltbar, wenn man die konventionelle Bedienung bevorzugt, eine weise Entscheidung der Entwickler. Die Brennweite wird über den Zoomring am Objektiv gewählt. Ein elektronischer Sucher (2.360.000 Pixel) ist ebenfalls vorhanden.

In Sachen Belichtung und Fokus stellt die E-P5 so ziemlich alles zur Verfügung, was ein Hobbyfotograf von einer Kamera der 1000-Euro-Klasse erwartet. Neben der Spotmessung sind mittenbetonte Integralmessung und ESP-Spotmessung wählbar. Bei der ESP-Messung erfasst die Kameraelektronik die Helligkeit in 324 Bildbereichen und versucht dann mit Hilfe mehr oder weniger intelligenten Algorithmen die richtige Belichtung zu finden.

Auch beim Fokussieren bietet die Digicam Einstellmöglichkeiten, die fortgeschrittene Fotografen interessieren. Beispielsweise kann man die Größe und die Position des Fokusrahmens verändern. Grundsätzlich gibt es, wie in dieser Kameraklasse üblich, die Einstellungen Single-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, manueller Fokus und eine Kombination aus diesen. Hier kann man die durch den Kamerafokus bestimmte Schärfe von Hand nachkorrigieren.

Die feinmechanische Präzision der Einstellräder, Schalter und Tasten trägt zur enormen "Anfass-Qualität" de Pen E-P5 bei. (Fotos: Mehmet Toprak)

Die feinmechanische Präzision der Einstellräder, Schalter und Tasten trägt zur enormen „Anfass-Qualität“ de Pen E-P5 bei. (Fotos: Mehmet Toprak)

Bildqualität

Die Bildqualität ist insgesamt sehr gut und kann durchaus mit einer guten digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mithalten, wenn auch nicht mit der einer Vollformat-DSLR, dafür ist der Bildsensor denn doch zu klein. Aber die Farben sind sehr ausgeglichen und natürlich.

Einstellmöglichkeiten

Bei den Programmmodi bietet die Digicam zunächst die fotografische Hausmannskost aus automatischen und manuellen Modi. Die simpelste Art des Fotografierens ist der klassische Programmmodus, bei dem Blende und Verschlusszeit automatisch geregelt werden.

Wie fast alle Digicams hat die Pen E-P5 auch einen Szenenmodus, bei dem der Anwender einen bestimmten Motivtyp einstellt (Nacht, Landschaft, Sport, Porträt, Makro und so weiter). Die Kamera wählt dann die dazu passenden Einstellungen. Die Pen E-P5 bietet allein 25 verschiedene typische Motive zur Auswahl.

In der Einstellung „iAuto“ versucht die Kamera selbst zu erkennen, welche Art Motiv sie vor der Linse hat, was bei der Pen E-P5 zuverlässig funktioniert, solange das Motiv eindeutig zuordenbar ist.

Die Pen E-P5 bietet hohe Detailschärfe und ausgeglichene Farben. (Foto: Mehmet Toprak)

Die Pen E-P5 bietet hohe Detailschärfe und ausgeglichene Farben. (Foto: Mehmet Toprak)

Individuelle Einstellmöglichkeiten

Zu großer Form läuft die E-P5 immer dann auf, wenn man das jeweilige Motiv individuell gestalten will, dann kommt sie dem Fotografen mit einer Vielzahl von Einstellmöglichkeiten entgegen. Engagierte Fotografen nutzen gerne den Modus „A“, hier wählt man eine bestimmte Blende vor, die Kamera übernimmt den Rest, also Verschlusszeit und ISO-Wert. Im manuellen Modus stellt man Blende und Verschlusszeit selbst ein. Den Modus „S“ nehmen Fotografen, wenn sie die Verschlusszeit bestimmen wollen, die Kamera sorgt dann für die richtige Blende.

Schließlich gibt es noch „Art“. Hier kann man schon beim Fotografieren verschiedenste Effektfilter anwenden. Ebenso wie Kompaktkameras verzichtet also auch die edle Retro-Kamera nicht auf Effektfilter. Im Einzelfall, beispielsweise, wenn man das Foto gleich versenden will oder schon vorher weiß, wie es aussehen soll, kann das sinnvoll sein. Im Regelfall werden Hobbyfotografen sich erst mal darauf konzentrieren, ein optimales Foto zu machen und erst später in der Bildbearbeitung am PC das Foto nachbearbeiten.

Technische Highlights

Eine Besonderheit der Pen E-P5 ist der Bildstabilisator, der auf insgesamt fünf Achsen reagiert. Damit bekommt man tatsächlich auch noch das ein oder andere Motiv bei Dämmerung scharf, das sonst aufgrund der langen Verschlusszeit hoffnungslos verwackelt wäre. Die kürzeste Verschlusszeit beträgt wie oben erwähnt 1/8000 Sekunde. Damit kann man nicht nur sehr schnelle Bewegungen einfrieren, sondern beispielsweise auch Fotos in hellem Sonnenlicht mit offener Blende machen, wenn man die Schärfentiefe reduzieren will. Die Serienbildfunktion schafft bis zu 9 Bilder pro Sekunde.

Belichtungsreihen gehören in dieser Kameraklasse ebenfalls dazu. Dabei werden unmittelbar hintereinander Fotos mit unterschiedlicher Belichtung von Hell bis Dunkel geknipst. Die Pen E-P5 bietet hier Olympus-typisch nicht einfach eine Standard-Einstellung, sondern eine große Auswahl unterschiedlich ausgelegter Belichtungsreihen mit unterschiedlichem LW-Abstand (LW, Lichtwert).

Fortgeschrittene Fotografen, die das Bild schon bei der Aufnahme am Display korrigieren wollen und deshalb eine besonders farbtreue Darstellung auf dem Monitor benötigen, können fast wie auf dem Desktop auch Helligkeit und Farbtemperatur regeln.

Auch auf Effektfilter verzichtet die Pen E-P5 nicht. So wird selbst Paris zu einer düsteren Stadt. (Foto: Mehmet Toprak)

Auch auf Effektfilter verzichtet die Pen E-P5 nicht. So wird selbst Paris zu einer düsteren Stadt. (Foto: Mehmet Toprak)

Überhaupt ist die Pen E-P5 eine Kamera, an der sich fast alles einstellen und verändern lässt. So beispielsweise auch Werte wie Kontrast, Schärfe und Farbsättigung. Praktisch sind auch die Einstellräder an der Vorder- und Rückseite. Damit regelt der Anwender je nach voreingestelltem Programmmodus bestimmte Parameter wie beispielsweise Blende, ISO oder Verschlusszeit durch einfaches Drehen am Einstellrad.

Bedienung

Die Bedienung der Pen E-P5 geht trotz der unzähligen Einstellmöglichkeiten nach einer gewissen Einarbeitungszeit leicht von der Hand. Das Menü ist logisch strukturiert und alle Optionen finden sich da, wo man sie sucht. Zur Vereinfachung trägt bei, dass die Einstellräder und die meisten Tasten in einem „Anwender Menü“ jeweils individuell mit bestimmten Funktionen belegt werden können. Sogar die Drehrichtung bei den Einstellrädern ist veränderbar. Man könnte also beispielsweise festlegen, dass Nach-Links-Drehen des hinteren Einstellrads die Verschlusszeit verlängert.

Videofunktionen

Bei Videos schafft die Kamera im Full-HD-Modus maximal 30 Bilder pro Sekunde, eine Zeitlupe gibt es nicht, dafür aber eine Zeitrafferfunktion, bei der pro Sekunde 10 Bilder gemacht werden. Ton wird in Stereo aufgenommen, über die HDMI-Buchse schließt man bei Bedarf auch ein externes Mikrofon an. Die oben erwähnten Foto-Effekte stehen auch beim Filmen zur Verfügung, was aber oftmals dazu führt, dass das Bild auf dem Display ruckelt. Insgesamt ist die Videoleistung nur durchschnittlich.

WLAN-Funktion

Das integrierte WLAN-Modul ist sinnvoll nutzbar. Die App „Olympus Image Share“ bietet die Synchronisation der Kamerauhrzeit mit der Uhrzeit des Smartphones. Außerdem kann der Anwender die GPS-Daten aus dem Smartphone in die Fotos einfügen. Noch wichtiger aber ist das Steuern der Pen E-P5 über das Smartphone. Dabei wird das Bild auf dem Smartphone-Display angezeigt und die Kamera lässt sich über das Handy fernauslösen.

Die Installation der beigelegten Software Olympus Viewer 3 lohnt sich, das Programm bietet eine ganze Menge Möglichkeiten für die Bildbearbeitung am PC.

Die Installation der beigelegten Software Olympus Viewer 3 lohnt sich, das Programm bietet eine ganze Menge Möglichkeiten für die Bildbearbeitung am PC.

Daneben können Bilder auf das Handy übertragen werden. Im Einzelfall ganz praktisch ist die Möglichkeit einmalig eine Verbindung zu einen Smartphone aufzubauen. Das kann beispielsweise das Gerät eines Freundes sein, dem man schnell ein paar Fotos schicken möchte.

Übrigens ist nicht nur die App einen Blick wert. Auch die Installation der mitgelieferten Software Olympus Viewer 3 lohnt sich. Das Programm ist gerade im Bildbearbeitungsmodus recht leistungsfähig.

Fazit: Hightech im Retro-Gewand

Die Pen E-P5 ist eine Kamera, die sich trotz altmodischer Anmutung keine Blöße gibt. Pflichtdisziplinen wie Bildqualität und Schnelligkeit von Autofokus und Belichtungsmessung bewältigt sie mit Bravour. Daneben glänzt sie mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten.

Eine Kamera für anspruchsvolle Hobbyfotografen, die auch gutes Design zu schätzen wissen – und die bereit sind, sich in die komplexe Bedienung einzuarbeiten.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Olympus Pen E-P5: der elegante Eigenbrötler im Praxistest

  • Am 7. Dezember 2013 um 14:58 von Fritz Rabe

    Ganz sicher eine gute Kamera. Wenn ich aber für einen,für mich unbedingt notwendigen optischen Sucher, nochmals weit über 200 Euro ausgeben soll, dann, Nein danke.

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