Canon Powershot G16 – die schnelle Kompaktkamera mit WLAN im Test

Mit der G16 setzt Canon seine erfolgreiche Powershot-Reihe fort. Die neue Digicam überzeugt mit vielen Hightech-Features wie einem lichtstarken Objektiv mit 5fach optischem Zoom, schnellen Reihenaufnahmen und WLAN.

Bei Canons Powershot G16 sieht man auf den ersten Blick, dass dies eine Digicam für engagierte Fotografen ist. Kein schicker Retro-Stil, keine Design-Experimente, kein bunter Anstrich. Stattdessen ein zweckmäßig geformtes Gehäuse und ergonomisch platzierte Tasten und Regler. Diese Kamera will einfach nur fotografieren.

Das war auch schon bei den Vorgängermodellen bis hin zur G15 nicht anders. Dementsprechend bietet auch die knapp 600 Euro teure G16 eine exzellente Bildqualität, wie schon erste Testfotos zeigen. Vor allem in Sachen Schärfe, Auflösung und Farbtreue erweist sich die G16 als klasse Kamera.

Die Canon Powershot G16 überzeugt mit guter Bildqualität und schnellem Fokus. (Foto: Canon)

Die Canon Powershot G16 überzeugt mit guter Bildqualität und schnellem Fokus (Foto: Canon).

Die neuen Features

Neu gegenüber dem Vorgängermodell ist vor allem der schnellere Bildprozessor Digic 6. Der zeigt seine Qualitäten beispielsweise bei Serienbildern. Die G16 schafft bei laufendem Autofokus bis zu 5,7 Bilder pro Sekunde, bei der G15 waren es noch 5 Bilder. Ohne mitlaufende Schärfekorrektur knipst die G16 sogar bis zu 9,3 Bilder pro Sekunde.

Auch im Movie-Modus ist die höhere Leistung spürbar. Die G16 schafft nicht nur 60 Bilder pro Sekunde in Full HD (1920 x 1080), sie produziert auch brauchbare Zeitlupen. 120 Bilder in VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) und 240 Aufnahmen mit 320 x 240 Pixel.
Neu gegenüber der G15 sind auch das WLAN-Modul, das die Verbindung mit PCs, Tablets oder Smartphones herstellt, sowie ein Modus, mit dem man Sterne und Nachthimmel fotografieren oder Zeitrafferaufnahmen davon machen kann.

Alle Bedienelemente der G16 sind ergonomisch richtig platziert, das 7,5 Zentimeter große Display ist aber fix am Gehäuse befestigt. (Foto: Canon)

Alle Bedienelemente der G16 sind ergonomisch richtig platziert, das 7,5 Zentimeter große Display ist aber fix am Gehäuse befestigt (Foto: Canon).

Im Fotoalltag gehören aber vor allem Autofokus und Belichtungsmessung zu den entscheidenden Tugenden. Hier überzeugt die neue Powershot durch einen sehr schnellen und zuverlässigen Autofokus. So gesehen also eine ideale „Immer-dabei-Kamera§ für Schnappschüsse und Straßenfotografie.

Entscheidend für schnelle Schnappschüsse ist die Ergonomie. Die G16 liegt durch die Griffwulst gut in der Hand und wie auch bei den Vorgängermodellen sind alle Bedienelemente griffgünstig platziert. Damit fällt die Bedienung sehr leicht, wenngleich die Tasten, Vierwegregler und Einstellräder aufgrund der kompakten Abmessungen doch recht nah beieinander liegen. Auch die Menüs sind übersichtlich und logisch aufgebaut.

Einfacher geht's nicht: Fotografieren im Auto-Modus. Die Powershot hat sogar den Fokus richtig gelegt, auch wenn das bei diesem Motiv nicht besonders schwer ist. (Foto: Mehmet Toprak)

Einfacher geht’s nicht: Fotografieren im Auto-Modus. Die Powershot hat sogar den Fokus richtig gelegt, auch wenn das bei diesem Motiv nicht besonders schwer ist (Foto: Mehmet Toprak).

Kleiner Sensor, lichtstarkes Objektiv

Der hintergrundbeleuchtete CMOS-Sensor mit 12,1 Megapixel ist allerdings recht klein geraten. Dessen Abmessungen betragen 1/1,7-Zoll (7,5 mal 5,5 Millimeter). Er ist damit kleiner als viele andere Sensoren, die in Digicams der Preisklasse ab 500 Euro eingebaut sind. Kameras mit dem Four-Third-Standard nutzen einen 17,3 mal 13,0 Millimeter großen Sensor, APS-C-Modelle haben einen Sensor mit 23,5 mal 15,6 Millimeter. Der kleine Sensor der Canon verschlechtert nicht unbedingt die Bildqualität, er vergrößert aber die Tiefenschärfe. Wer Motive gerne vor einem unscharfen Hintergrund freistellt, hat damit tendenziell ein Problem.

Doch die Canon-Ingenieure hatten die Tiefenschärfe durchaus im Blick. Wohl auch deshalb haben sie der G16 ein sehr lichtstarkes Objektiv spendiert. Die größte Blendenöffnung von 1:1,8 hilft die Tiefenschärfe zu begrenzen. Das 5fach-Zoom deckt einen Bereich von 28 – 140 Millimeter (entsprechend Kleinbild) ab.

Zu hell, genau richtig, zu dunkel, die G16 macht auch Belichtungsserien. (Foto: Mehmet Toprak)

Zu hell, genau richtig, zu dunkel, die G16 macht auch Belichtungsserien (Foto: Mehmet Toprak).

Bei sehr hellem Tageslicht, bei dem man die Blende schließen müsste, lässt sich zudem ein ND-Filter (Graufilter) zuschalten und somit die einfallende Lichtmenge begrenzen. Dann kann der Fotograf die Blende wieder öffnen und auf diese Weise die Tiefenschärfe reduzieren. Und dann gibt es noch einen passenden Effektfilter. Damit hebt die Canon das Motiv im Vordergrund hervor, indem sie den Hintergrund unscharf macht.

Mit den genannten Optionen sollte es also kein Problem sein, Fotos im typischen Look einer klassischen Spiegelreflexkamera zu produzieren, bei der vielfach auch der Hintergrund des Motivs in der Unschärfe bleibt.

Im Porträt-Modus werden Hauttöne behutsam "angebräunt". (Foto: Mehmet Toprak)

Im Porträt-Modus werden Hauttöne behutsam „angebräunt“ (Foto: Mehmet Toprak).

Belichtung und Fokus

Wegen des kleinen Bildsensors ist die Powershot sicher keine echte Profimaschine, aber eine gute Digicam für versierte Hobbyfotografen ist sie allemal. Dementsprechend verfügt sie in den zentralen Funktionsbereichen Fokus und Belichtung über alle Einstellmöglichkeiten, die sich Fotografen wünschen.

Bei der Belichtung hat man die Wahl zwischen Spot-, Mehrfeld- und mittenbetonter Messung sowie der Messung über ein frei wählbares Feld.

In ähnlicher Weise gilt das für den Fokus und selbstverständlich hat die Canon auch Verfolgungsautofokus, Gesichtserkennung und eine Speicherfunktion im Repertoire. Makros macht die Canon auch noch aus einem Zentimeter Entfernung. Manuelles Scharfstellen oder Belichten ist ebenfalls möglich.

Gerade beim Scharfstellen von Hand ist ein hochauflösendes Display wichtig. Das 7,5 Zentimeter große Display der G16 stellt 922.000 Bildpunkte dar, die Helligkeit ist in fünf Stufen einstellbar. Eine gute Basis, um die Schärfe auf dem Display zu prüfen. Leider lässt sich das Display nicht herausklappen, schwenken oder drehen, das ist ein dicker Minuspunkt für die Powershot.

Bei ISO 10.000 rauscht es schon ganz ordentlich. (Foto: Mehmet Toprak)

Bei ISO 10.000 rauscht es schon ganz ordentlich (Foto: Mehmet Toprak).

Mobiles Fotolabor

Mit ihren vielen Optionen ist die kompakte Canon fast schon ein kleines Fotolabor. Farbtöne eines Bildes lassen sich anpassen, beispielsweise für kräftigere Kontraste, Bilder mit Sepia-Ton, besonders kräftige Grün- oder Blautöne und so weiter. Auch die individuelle Anpassung von Farbsättigung, Schärfe und Kontrast ist kein Problem. Sogar die Stärke der Rauschunterdrückung lässt sich regeln.

Automatik und Filtereffekte

Wer sich nicht mit Optionen und Menüs herumplagen will, der nutzt einfach die zahlreichen Automatikfunktionen. Hier bietet die G16 das bei Digicams übliche Spektrum von Szenenerkennung über intelligente Automatik bis hin zu Effektfiltern aller Couleur. Diese Funktionen sind zwar nichts für Profis, aber allesamt gut umgesetzt.

WLAN-Modul und App-Funktionen

Über das ebenfalls vorhandene WLAN-Modul kann man das in der Kamera schon per Effektfilter aufgehübschte Foto an ein Smartphone schicken und dann gleich auf Facebook hochladen.

Nicht besonders üppig ist der Lieferumfang der Powershot G16, aber immerhin liegt ein Ladegerät bei. (Foto: Canon)

Nicht besonders üppig ist der Lieferumfang der Powershot G16, aber immerhin liegt ein Ladegerät bei. (Foto: Canon)

Die WLAN-Funktionalität ist aber noch ausbaufähig. So gibt es zwar eine App namens Camera Window für Smartphones. Deren Funktionsumfang ist aber etwas mager. Sie kann die Kamera fernauslösen, Bilder von der Digicam holen und GPS-Daten vom Smartphone auf die Kamera übertragen. Nicht schlecht, aber für eine knapp 600 Euro teure Kamera sollte eine App etwas mehr draufhaben.

Zu bemängeln ist außerdem, dass ein Mikrofonausgang fehlt. Das hätte die kompakte Canon auch für Filmer interessant gemacht, schließlich bietet sie leistungsfähige Videofunktionen, Zeitlupe und die Möglichkeit, manuell scharfzustellen.

Nahaufnahmen sind aus einem Zentimeter Entfernung möglich. (Foto: Mehmet Toprak)

Nahaufnahmen sind aus einem Zentimeter Entfernung möglich (Foto: Mehmet Toprak).

Positiv zu vermerken ist, dass Canon ein Ladegerät für den Akku beilegt. Bei intensiver Nutzung der Kamera und des WLAN-Moduls empfiehlt sich die Anschaffung eines Zweitakkus. So kann man fotografieren, während ein Akku gerade geladen wird.

Fazit: Gute Technik, gute Bilder

Die Canon Powershot G16 ist eine technisch ausgefeilte Kompaktkamera für Fotofreaks, die keine klobige Spiegelreflexkamera mitschleppen wollen. Highlights sind das lichtstarke Objektiv und der schnelle Autofokus. Die G16 ist ein gutes Werkzeug für Straßenfotografie und Aufnahmen bei schlechtem Licht. Nachteilig sind der kleine Sensor und das starr eingebaute Display. Der Preis von 599 Euro ist nicht gerade günstig, aber angesichts der vielen Optionen noch angemessen. Tipp: Das bereits erwähnte Vorgängermodell G15 bietet zwar kein WLAN-Modul und kein Full HD mit 60 B/s aber dasselbe lichtstarke Objektiv und ebenso viele Einstellmöglichkeiten. Dafür ist die G15 in Onlineshops schon für günstige 350 Euro zu haben.

Bei der Aufnahme mit der G16 ist jeder einzelne Wollfaden der Mütze erkennbar (Foto: Mehmet Toprak)

Bei der Aufnahme mit der G16 ist jeder einzelne Wollfaden der Mütze erkennbar (Foto: Mehmet Toprak).

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