Motorola stellt Android-Smartphone Moto X für Europa vor

Die europäische Version des Android-Smartphones Motorola Moto X entspricht technisch gesehen dem US-Modell. Allerdings haben Käufer nicht die Möglichkeit, die verschiedenen Design-Elemente des Smartphones nach den persönlichen Wünschen zu gestalten. Hierzulande wird das Moto X ab 1. Februar zu einer UVP von 399 Euro in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich sein.

Anfang August 2013 hat Motorola mit dem Moto X sein erstes Android-Smartphone vorgestellt, das unter der Führung von Google entwickelt wurde. Im Gegensatz zum Moto G, das Motorola bereits in Deutschland anbietet, war das Moto X bisher nur in den USA, Kanada und einigen mittel- und südamerikanischen Ländern erhältlich. Auf einem Presse-Event in München hat die Google-Tochter nun auch eine europäische Ausführung des Moto X vorgestellt, die ab dem 1. Februar zu einer UVP von 399 Euro in Deutschland in den Handel kommt. Anbieten werden das Moto X Phone House, O2, Amazon, Media Markt, Saturn, Expert und Sparhandy.de.

Hands-on: Das neue Motorola Moto X im Detail

Das 4,7-Zoll-AMOLED-Display des Moto X verfügt über eine HD-Auflösung von 1184 mal 720 Pixel und eine Pixeldichte von rund 295 ppi (Bild: CNET.com)

Die europäische Ausführung des Moto X entspricht technisch gesehen dem US-Modell. Es verfügt – wie das Nexus 4 – über ein 4,7 Zoll großes HD-Display mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixel und einer Pixeldichte von rund 312 ppi. Motorola setzt auf AMOLED-Panels, die für ihre knalligere Farbdarstellung bekannt sind. Die Anzeige wird von Cornings Gorilla Glas vor Kratzern & Co. geschützt.

Als Prozessor kommt grundlegend Qualcomms Dual-Core-Chip Snapdragon S4 Pro (MSM8960DT) mit Adreno-320-GPU zum Einsatz, der beispielsweise auch im Nexus 4, im Lumia 925, im Lumia 1020 oder im BlackBerry Z10 verbaut ist. Beim Moto X ist er mit 1,7 GHz getaktet. Um den Software-Anforderungen des Moto X gerecht zu werden, hat Motorola den Chip allerdings modifiziert und mit sechs eigens angefertigten Kernen aufgebohrt. Das ganze System bezeichnet das Unternehmen als “X8 Mobile Computing System”. Der CPU stehen 2 GByte RAM und standardmäßig 16 GByte interner Speicher zur Seite. Eine Erweiterung ist aufgrund eines fehlenden microSD-Kartenslots nicht möglich.

Zur weiteren Ausstattung gehören WLAN nach dem jüngsten IEEE-Standard 802.11ac sowie NFC. Der Akku hat eine Kapazität von 2200 mAh und ist fest verbaut. In einem Akku-Test der Webseite GSMArena zählt sich das Moto X zwar nicht zu den Geräten mit der längsten Akkulaufzeit, hält aber mit dem Großteil der Konkurrenz mit. Weitere Erfahrungsberichte zur Akkuleistung finden Interessierte in der Google+-Community des Moto X.

Darüber hinaus ist Bluetooth 4.0 LE + EDR, Dual-Band-WiFi, UMTS samt Datenturbo HSPA + mit Downloadraten von bis zu 42 MBit/s sowie LTE mit an Bord. An Sensoren bietet das Moto X ein Gyroskop, einen digitalen Kompass, einen Beschleunigungsmesser sowie einen Näherungs- und Lichtsensor.

Motorola stellt Android-Smartphone Moto X für Europa vor

Das Moto X bietet eine rückseitige 10-Megapixel-Kamera auf Basis der Clear-Pixel-Technologie. Die Kamera lässt sich zudem jederzeit per Schütteln des Smartphones öffnen (Bild: CNET.com).

Neben einer 2,1-Megapixel-Webcam auf der Frontseite bietet das Moto X eine rückseitige 10-Megapixel-Kamera auf Basis der Clear-Pixel-Technologie. Diese soll vor allem für ein schnelleres Auslösen sorgen und das Verzerren von bewegten Objekten verhindern. Die Kamera lässt sich zudem jederzeit per Schütteln des Smartphones öffnen. Das soll schneller gehen, als sie per Tastendruck zu starten. Zudem wird sie komplett mittels Wischgesten bedient, womit das gesamte Display für das Motiv frei ist. Bei schlechten Lichtverhältnissen hat die Kamera des Moto X allerdings nicht allzu gut abgeschnitten.

Als Betriebssystem kommt Googles neueste Version Android 4.4.2 zum Einsatz, die Motorola seit kurzem auch für das Moto G verteilt. Zudem hat Motorola noch ein paar nützliche Funktionen wie die Migrate-App oder die Connect Chrome Browser-Erweiterung dazu gepackt. Die App Motorola Migrate soll dafür sorgen, dass der Wechsel auf das neue Moto X so reibungslos wie möglich abläuft. Sie dient zum Übertragen der persönlichen Daten wie Fotos, Videos, Kontakte oder Anruf- und SMS-Verlauf von einem alten Android-Telefon auf das neue Moto X. Das klappt auch kabellos.

Die App Motorola Migrate dient zum Übertragen der persönlichen Daten von einem älteren Gerät auf das neue Moto X (Screenshot: CNET.de via Play Store).

Die App Motorola Migrate dient zum Übertragen der persönlichen Daten von einem älteren Gerät auf das neue Moto X (Screenshot: CNET.de via Play Store).

Die Erweiterung für Googles Chrome-Browser informiert den Smartphone-Besitzer über eintrudelnde Nachrichten sowie Anrufe und ermöglicht es, Textnachrichten auf dem Rechner zu beantworten beziehungsweise zu sehen, wer gerade anklingelt.

Zudem hat Motorola wie beim Nexus 5 eine Always-on-Sprachsteuerung integriert, die in Verbindung mit Google Now Befehle ganz ohne Betätigen einer Taste ausführt (Touchless Controls). Diese kann auch im Standby-Modus per Sprachbefehl aktiviert werden.  Dazu muss das Telefon den Nutzer aber durchgehend belauschen, was angesichts des aktuellen Überwachungsskandals wohl nicht bei allen Kunden gut ankommen dürfte. Allerdings lässt sich diese auch abschalten.

Dank des Features “Active Updates” zeigt das Moto X weiterhin Benachrichtigungen auf dem Display an, wenn sich das Smartphone im Standby-Modus befindet. Das erinnert an Nokias Glance-Screen-Funktion, die die Finnen mit dem Lumia 925 eingeführt haben.

Darüber hinaus ist das Moto X mit “kontextsensitiven Funktionen” ausgestattet. Motorola nennt dies „Motorola Assist“. Mit Hilfe der Sensoren, die durchgehend überwacht werden, erkennt das Smartphone, wenn der Nutzer beispielsweise mit dem Auto fährt. Es startet dann automatisch den Car-Modus.

Motorola stellt Android-Smartphone Moto X für Europa vor

Das Moto X kommt mit einer abgerundeten Rückseite, durch die das Smartphone komfortabel in der Hand liegt (Bild: CNET.com)

Beim Design verfolgt Motorola einen Ansatz, den man in ähnlicher Form auch beim HTC One oder Lumia 920 sieht. Es kommt mit einer abgerundeten Rückseite dank der das Smartphone komfortabel in der Hand liegt. Die Rundungen fallen beim X noch etwas drastischer aus. Sogar den Akku musste Motorola speziell anpassen.

An der dicksten Stelle misst das Moto X satte 10,4 Millimeter. An der dünnsten dafür aber nur 5,6 Millimeter. Dadurch fühlt sich das Gerät insgesamt dünner an als es eigentlich ist. In der Höhe und Breite kommt es auf 129,3 respektive 65,3 Millimeter. Damit ist es kompakter als andere Geräte mit derselben Displaygröße (4,7 Zoll) wie das Nexus 4 oder das HTC One. Anstatt einer rutschigen Kunststoff-Rückseite wie beim Galaxy S4, bietet das Moto X eine griffigere und texturierte Soft-Touch-Oberfläche.

Auf das Highlight des Gerätes müssen deutsche Käufer allerdings verzichten. Hierzulande haben sie nicht die Möglichkeit, die verschiedenen Design-Elemente des Smartphones nach den persönlichen Wünschen zu gestalten. In den USA können Nutzer beim Kauf das Aussehen des Gerätes mit dem Tool “Moto Maker” online konfigurieren. Das Gerät wird dann direkt ab Werk auf Basis der Wünsche des Kunden gefertigt und mit dem persönlich zusammengestellten Design verschickt. In Europa ist das Moto X nur in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich.

[Mit Material von Nick Hide, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
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Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Motorola stellt Android-Smartphone Moto X für Europa vor

  • Am 14. Januar 2014 um 17:27 von martin

    Die ankündigung vor nem halben jahr war doch eigentlich: ein niedriger preis… bei diesen specs finde ich den Preis völlig normal. Schade. Ist mir zu teuer.

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