Sicherheit von Betriebssystemen: Ubuntu laut britischer Studie vor Android, iOS und Windows

Die Studie der Communications-Electronics Security Group (CESG) untersucht zwölf sicherheitsrelevante Kriterien. Keines der in der Studie geprüften Betriebssysteme kann alle Sicherheitsanforderungen erfüllen. Mit neun erfüllten Kriterien liegt Ubuntu jedoch vor Android, iOS, und Windows.

Ubuntu (Version 12.04) ist in Sachen Sicherheit der Spitzenreiter unter den Betriebssystemen – zumindest nach einer Studie (PDF) der Communications-Electronics Security Group (CESG), einer Abteilung des britischen Geheimdiensts Government Communications Headquarters (GCHQ). Im Smartphone-Bereich konnte Android 4.2.2 auf dem Galaxy S4 die beste Wertung einheimsen.

Sicherheit von Betriebssystemen: Ubuntu laut britischer Studie vor Android, iOS und Windows

Mit neun erfüllten Anforderungen ist Ubuntu im direkten Vergleich mit der Konkurrenz das sicherste OS (Bild: via CNET UK)

Geprüft wurden auch das Nexus 4 und das Asus Transformer Pad mit Android 4.2.x, Geräte mit iOS 6, Mac OS X 10.8, Blackberry 10.1, Chrome OS 26, Windows 7, 8 und RT sowie Windows Phone 8. Die Studie untersucht zwölf sicherheitsrelevante Kriterien und sollte ermitteln, welche Betriebssysteme die Sicherheitsstufe “Official” erfüllen. Nur dann sind sie auch für die Verwendung bei Behörden zugelassen.

Das Ergebnis: Keines der in der Studie geprüften Betriebssysteme kann alle Sicherheitskriterien erfüllen. Mit neun erfüllten Anforderungen ist Ubuntu im direkten Vergleich mit der Konkurrenz das sicherste OS.

Demnach fehlt der in Ubuntu enthaltenen VPN-Funktion eine unabhängige Sicherheitsüberprüfung. Technisch gesehen soll die VPN-Lösung allerdings ausreichend sein. Canonical hofft, dass es für das für April geplante Release Ubuntu 14.04 eine Freigabe erhält. Das gleiche gilt für die eingebaute Festplattenverschlüsselung. Canonical sucht derzeit für das Linux Unified Key Setup und dm-cryptn ein Unternehmen oder eine Organisation, die die Verschlüsselungssoftware prüft. Außerdem müssen die Ubuntu-Entwickler im Bereich Secure Boot, das das Booten auf vorher signierte Bootloader beschränkt und so Schadsoftware am Starten hindert, nachbessern. Hier wird bisher nur Microsofts Version des Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) Secure Boot unterstützt. Künftig soll Grub2 jedoch die Rolle des voreingestellten Bootloader übernehmen und Secure Boot bereitstellen. Nutzer sollen “die Möglichkeit erhalten, Secure Boot an- und auszuschalten, um das OS bei Bedarf modifizieren zu können. Wir glauben, das bietet Nutzern und Firmen den besten Kompromiss zwischen Sicherheit und einer Anpassung nach dem Verkauf”, teilte Canonical mit.

Windows Phone 8 enthält als einziges getestetes Betriebssystem zwei “bedeutende Risiken”: Mangelhaft sind der Studie zufolge die VPN-Funktion und die Festplattenverschlüsselung. Die meisten Kritikpunkte (jeweils sieben) stellte die Behörde bei Android 4.2 und Blackberry 10.1 fest. Bei Windows Phone 8, Windows RT und iOS 6 waren es jeweils fünf, wobei keines der untersuchten Systeme die Anforderungen in den Bereichen VPN und Festplattenverschlüsselung erfüllen konnte. Dank Samsungs SAFE API, die beispielsweise Application Whitlisting ermöglicht, schneidet das Smartphone der Südkoreaner in der Studie besser als die übrigen Android-Geräte ab.

Noch sicherer als alle Android-Smartphones soll das Blackphone sein,  bei dem der Datenschutz an erster Stelle steht. Es wird von Phil Zimmermann, dem Erfinder der Software Pretty Good Privacy (PGP), in Zusammenarbeit mit dem auf mobile Sicherheit spezialisierten Unternehmen Silent Circle sowie dem spanischen Hersteller Geeksphone entwickelt. Es soll eine abhörsichere Kommunikation gewährleisten und die Aktivitäten beim Surfen über ein VPN anonymisieren. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona soll das Datenschutz-Smartphone mit einem Android-Fork vorgestellt werden.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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