Visuelle Spielverstärker – Tipps für den optimalen Gaming-Monitor

Nicht jeder Gaming-Monitor ist für jeden Zocker gleichermaßen perfekt geeignet. Wir haben uns die unterschiedlichen Spielertypen und Technologien angesehen und zeigen, worauf es an wirklich ankommt.

Gaming-Monitore gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und die technische Entwicklung scheint unaufhörlich fortzuschreiten. Die unterschiedlichsten Designs, Ausstattungsmerkmale und Optionen versprechen nicht nur Spielespaß en masse, sondern wahre visuelle Wunder. Doch für welchen Spielertypen eignet sich eigentlich der neueste 4K-Monitor? Und wer sollte unter 120 Hertz gar nicht erst ans Spielevergnügen denken?

(Foto: Asus)

Bevor es ans Spielgerät geht, gilt es zunächst einmal, die entsprechenden Spielertypen zu definieren. Anhand der fünf folgenden Kandidaten werden die wichtigsten aktuell erhältlichen Technologien und Features aufgeteilt und zugeordnet: Der „Enthusiast“, dem als König unter den Spielern jedes technische Mittel recht ist, um ein noch besseres Spieleerlebnis zu erhalten. Der „Shooter- und/oder MOBA-Spieler“, bei dem schnelle Reaktionen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, der aber trotzdem das Rote in den Augen seines Gegenübers deutlich erkennen möchte, bevor er abdrückt.

Der „MMO-/Rollenspieler“, der voll und ganz in seine Spielewelt abtauchen und sich dabei von starken Grafiken und Details verzaubern lassen möchte. Der „Allrounder“, der mit seinem Monitor nicht nur eine Vielzahl verschiedener Spielegenres abdecken, sondern ihn auch für andere Zwecke wie Filme, Bildbearbeitung oder den heimischen Papierkram einsetzen möchte. Zu guter Letzt der „Sparfuchs“, dem nichts lieber ist als zu spielen, das aber bitte ohne großen und vor allem teuren Materialaufwand.

Sie alle haben ihre bestimmten Voraussetzungen und Vorlieben, die sich problemlos mit den am Markt erhältlichen Technologien abdecken lassen. Dabei spielen Kernbereiche wie Format und Größe, Grafikleistung und Auflösung sowie Schnelligkeit oder erweiterte visuelle Wahrnehmungsbereiche wie 3D-Darstellungen eine entscheidende Rolle.

Der Enthusiast – es darf ein bisschen mehr sein

Ein einfaches Allzweck-Gaming-Setup kommt für Spieleenthusiasten nicht in Frage, sie möchten Qualität und auf die einzelnen Spielewelten ausgelegte Hardware, damit keine Nuance des Spiels getrübt werden kann. Eine entsprechende Display-Größe gehört hier definitiv dazu. Die mittlerweile stark verbreiteten 24-Zoll-Modelle sind da meist nur der Anfang, 27-Zoll Monitore gewinnen zunehmend an Beliebtheit und sind vielleicht auch nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zur Ü30. In dieser Sphäre trifft der Enthusiast zunehmend auf Modelle, die seinen hohen Ansprüchen an Grafik und Bildqualität weitere Höhenflüge bescheren können – die Rede ist von Ultra-HD- bzw. 4K-Displays.

Gehören IPS- oder VA-Panels mit Auflösungen jenseits der etablierten 1.920 x 1.080 Full-HD-Auflösung seit jeher schon zum Pflichtprogramm für Hardcore-Gamer mit dem gewissen grafischen Anspruch, lassen sie 3.840 x 2.160 oder 4.096 x 2.160 Pixel hinsichtlich Bildqualität und Detailreichtum in einer neuen Liga spielen. Hierzu bedarf es noch nicht einmal einer größeren Anschlussvielfalt, ein DisplayPort der Version 1.2 reicht bereits zum Einstieg in die Vierfach-Full-HD-Welt, wobei kommende Geräte mit mehreren Anschlüssen die Vielfalt sicherlich noch steigern werden.

Das alles hat natürlich auch seinen Preis, der für den passionierten Spieler zwar meist eine eher untergeordnete Rolle spielt, jedoch nicht zu verachten ist. Zumal eine Reihe von Zusatzkomponenten gebraucht werden, wenn eine entsprechende Performance gewünscht wird.

Um beispielsweise einen 60-fps-Spielbetrieb zu ermöglichen, sollte es schon eine Hochleistungsgrafikkarte wie etwa eine NVIDIA Geforce GTX 780 Ti oder AMD R9 290X sein.
Braucht der Enthusiast noch schnellere Reaktionszeiten, greift er am besten zu einem prädestinierten Gaming-Monitor mit schnellen Bildwechseln, der vor allem für die nächste Spieler-Kategorie entscheidend ist.

Der Shooter- und/oder MOBA-Spieler – wer zieht schneller?

Wenn es ums nackte Überleben geht und nur „fressen oder gefressen werden“ zählt, ist Schnelligkeit gefragt und vor allem Monitore mit extrem kurzen Reaktionszeiten. Full-HD-auflösende TN-Panels im 16:9- oder 16:10-Format (keine Angst: für Spiele wie das ursprüngliche Counter-Strike sind alle modernen Widescreen-Monitore weiterhin in der Lage, das Bild im 4:3-Format originalgetreu anzuzeigen) mit Reaktionszeiten von lediglich 1 Millisekunde (grey-to-grey) Umschaltzeit sind in diesem Segment immer noch das Nonplusultra, auch wenn Monitore mit IPS-und PA-Panels in den letzten Jahren an Schnelligkeit dazugewonnen haben. Auch sind die mittlerweile standardmäßigen 60 Hertz in diesem Extrembereich oft nicht mehr ausreichend.

Monitore mit 120 Hertz haben den Vorteil, dass der Spieler zwar einen großen Teil der Bilder gar nicht mehr zu sehen bekommen wird, dafür aber vor jeglicher Art von Bildverzögerung gefeit ist.
Natürlich dienen diese 120 Hertz auch einem anderen Einsatzzweck – sie bilden die Basis für das Full-HD-Gaming in 3D, bei dem für jedes Auge 60 Einzelbilder pro Sekunde vorgesehen sind.
Doch auch hierfür gibt es mittlerweile Modelle mit 144 Hertz Bildwiederholfrequenz im 2D-Modus, die vorbeugend gegen Hertz-Schwäche wirken.

Bei den Anschlüssen ist lediglich zu beachten, dass DVI nicht gleich DVI ist und der Spieler auf einen „Dual Link“-DVI Anschluss oder DisplayPort (DP) setzen sollte. DP sowie HDMI bieten zudem eine weitere Option – sie übertragen neben dem Video- auch gleich das Audiosignal.

Der MMO-/Rollenspieler – der Monitor als Fantasieverstärker

Klar können World of Warcraft, Guild Wars 2, Skyrim & Co. auf einem kleinen, einfachen Monitor mit TN-Panel gespielt werden. Aber wozu an den Charakteren feilen und sich auf eine bildgewaltige und farbenprächtige Spielewelt freuen, wenn davon im Anschluss nicht genug zu sehen ist? Für Rollenspiel-Fans und Massively-Multiplayer-Online-Spieler (MMO-Spieler) gilt daher: Bildqualität, Größe und optimale Farbdarstellung sind am wichtigsten. Diese Kombination muss zudem nicht teuer sein.

IPS-Monitore sind heutzutage zunehmend auch für kleine Budgets zu haben und liefern die Grundlage für ein hochwertiges, farbintensives Bild mit weiten Blickwinkeln von bis zu 178 Grad. Auf 27-Zoll etwa wird damit das Tor zu einer traumhaft bunten und facettenreichen Welt aufgestoßen, in der der Spieler vollends in seiner Rolle aufgehen kann. Für den detailverliebten Rollenspieler reicht die Palette weiter nach oben bis hin zum 4K-Modell.

Wer dagegen lieber das 3D-Abenteuer bevorzugt, greift zum dedizierten Spielemonitor mit 120 oder gar 144 Hertz. Zwar gibt es dabei etwas weniger Auflösung, doch anstelle der Tiefe hinsichtlich Details profitiert dieser Spieler von der Tiefe des Raumes.

Der Allrounder – nichts geht über Flexibilität

Ein Display für den Spieleeinsatz, das sich aber zudem noch für andere Anwendungsbereiche eignet und das eine oder andere Design-Highlight setzt? Das gibt es und sogar in einer enormen Vielfalt. Grundsätzlich eignen sich die aktuell am Markt erhältlichen LCDs mit IPS- oder VA-Paneltechnologie in 24 oder 27 Zoll durchaus für eine breite Anzahl an Spielegenres. Die Spieler erhalten damit hervorragende Bildqualität (wobei Modelle mit einer fast 100-prozentigen AdobeRGB-Farbraumabdeckung alle Farbeffekte dank eines höheren Nuancenreichtums verstärken), gepaart mit hohen Auflösungen wie der WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) und einem oftmals erschwinglichen Preis.

Besitzen die Monitore dazu noch eine Reihe von Anschlüssen wie DVI, DisplayPort oder HDMI, lassen sie sich wahrhaft multifunktional einsetzen. Das Spektrum reicht vom Papierkram-Manager zu Hause über die Bearbeitung von Bildern oder Videos bis hin zur Multimedia-Zentrale auf dem Tisch, an die Festplatten, Digitalkameras, Drucker und weiterer externe Geräte direkt angeschlossen werden können. Der Allrounder möchte im Idealfall von jedem etwas und bekommt mit dem entsprechenden Modell einen optimalen Mix auf den Tisch geliefert. Darüber hinaus kann er sich heutzutage sogar für stark designorientierte Modelle mit zusätzlichen Audio-Features entscheiden, ohne auf Bildqualität verzichten zu müssen. Vor einigen Jahren hieß das noch entweder oder.

Für die Filmfans unter den Spielern gibt es dagegen sowieso nur noch die 21:9-Option. Diese ultraweiten Bildschirme erweitern nicht nur das Blickfeld in bereits für dieses Seitenverhältnis ausgelegten Spielen wie Battlefield 3 oder Crysis 3. Sie ermöglichen auch Filmgenuss im Original-Kinoformat. Außerdem eignen sich optimal als Ersatz für Multi-Display Setups, indem zwei 17-Zoll-Monitorflächen nebeneinander dargestellt werden können.

Der Sparfuchs – Gaming nach dem Minimalprinzip

Spielespaß mit möglichst wenig finanziellem Einsatz – nach diesem Credo zockt der Sparfuchs. Mit einem TN-Panel macht er dabei grundsätzlich alles richtig. Full-HD-Auflösung, schnelle Umschaltzeiten und eine Größenpalette bis 27-Zoll Diagonale. Wer grafisch etwas zulegen möchte, bekommt allerdings schon IPS-Monitore für unter 300 Euro. Natürlich bekommt der Sparfuchs damit nicht das gleiche Ausstattungsniveau wie manch anderer Spielertyp auf den Tisch. Der Zweck heiligt hier aber die Mittel und wenn der Preis für das Equipment im Vordergrund steht, finden sich auch hierfür eine Reihe passender Display-Alternativen.

AUTOR

Sebastian in het Panhuis...

...ist Country Product Manager LCD & Projector bei Asus.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Visuelle Spielverstärker – Tipps für den optimalen Gaming-Monitor

  • Am 1. Mai 2014 um 16:54 von Joker

    Naja der Ansatz des Artikels ist ja nicht schlecht aber was bring mir das die ganzen vorzüge zu kennen wenn es keine beispiel monitore gibt? Das ist so als wenn ihr sagen würdet du magst süßigkeiten du brauchst keine Schokolade sondern Kaugumi. Habt ihr eine Ahnung vieviele verschidene Kaugumi sorten es gibt? Und genau so nützlich ist dieser Test jeder hersteller sagt mein bild mein kontrast meine reaktionszeit ist die beste und selbest wenn man die eine Gruppe eingrenzt sind noch mindestens 20 Monitore übrig.

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