Samsungs erstes Tizen-Smartphone zeigt sich im Netz

Das Design des Tizen-Smartphones ZEQ 9000 erinnert stark an Samsungs Android-Smartphone Galaxy S4. Es ist angeblich mit einem 4,8-Zoll-HD-Display und Qualcomms Quad-Core-CPU Snapdragon 800 ausgestattet. Vorstellen soll es Samsung im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

Ein im Netz aufgetauchtes Bild soll Samsungs erstes Tizen-Smartphone zeigen. Veröffentlicht hat es Moveplayer.net. Neben dem Bild wartet die koreanische Webseite auch mit einigen technischen Daten des Gerätes auf.

Samsungs erstes Tizen-Smartphone zeigt sich im Netz

Dieses durchgesickerte Bild soll Samsungs erstes Tizen-Smartphone ZEQ 9000 zeigen (Bild: Moveplayer.net via CNET UK)

Dem Artikel zufolge hört das Tizen-Smartphone auf den Namen ZEQ 9000. Diesen hat Samsung bereits als Marke angemeldet. Das Design erinnert stark an Samsungs Android-Smartphone Galaxy S4. Mit 136,1 mal 69,1 Millimeter soll das Gehäuse aber etwas kleiner sein. Wie das Android-Pendant verfügt es über einen physischen Home-Button unterhalb der Anzeige. Das Gerät soll weiterhin mit einem 4,8-Zoll-Display mit einer WXGA-Auflösung von 1280 mal 720 Pixel ausgestattet sein. Unter der Haube werkelt angeblich Qualcomms Snapdragon-800-Quad-Core-Prozessor mit  2,3 GHz Takt.

Als Betriebssystem kommt Samsung hauseigenes Tizen OS zum Einsatz. Das quelloffene OS ist aus einer Reihe anderer Open-Source-Entwicklungen hervorgegangen, darunter Nokias jetzt von ihm nicht mehr genutztes MeeGo und das OS der LiMo Foundation. Mehrfach hieß es außerdem, Samsung lasse seine Eigenentwicklung Bada einfließen. Außer den Koreanern ist auch Intel federführend an der Entwicklung beteiligt.

Wie auch Firefox OS oder Ubuntu for Phones gilt Tizen als Reaktion auf die Dominanz von Googles Android und Apples iOS. Das neue Mobilbetriebssystem gibt Samsung mehr Kontrolle und könnte ihm dabei helfen, seine Abhängigkeit von Android zu verringern – auch wenn seine erfolgreichsten Produkte Galaxy S4 und Galaxy Note mit dem Google-OS laufen.

Tizen war in seiner finalen Form auf dem Mobile World Congress 2013 im Februar vorgestellt worden. Die Entwicklungsarbeit haben bisher überwiegend Samsung und Intel geleistet. Allerdings gelingt es ihnen nur langsam, eine Community aufzubauen und App-Entwickler zu finden. Im Juli 2013 hatten Samsung und Intel im Rahmen eines Entwicklerwettbewerbs Preise zwischen 50.000 und 200.000 Dollar in Aussicht gestellt, um die Entwicklung von Apps zu fördern. Insgesamt winken Preise im Wert von 4,04 Millionen Dollar.

Trotz dem schwerfallenden Start hat Samsung-CEO J.K. Shin in einem Interview mit CNET.com gewaltige Ambitionen für das linuxbasierte Mobilbetriebssystem Tizen offenbart und aufgekommene Gerüchte um ein schwindendes Interesse an dem OS dementiert. Es sei nicht nur eine “einfache Alternative zu Android”, sondern für mehr als Smartphones gedacht – beispielsweise für Fahrzeugsysteme.

Allerdings musste Samsung erst kürzlich wieder einen Rückschlag hinnehmen. Denn Japans größter Carrier NTT Docomo, einer der Hauptunterstützer von Tizen OS, hat seine Pläne für ein Smartphone mit Samsungs OS auf Eis gelegt. Er begründet den Schritt damit, dass der japanische Markt noch nicht bereit für ein weiteres Mobilbetriebssystem abseits von Android und iOS sei. Ursprünglich wollte NTT Docomo das Tizen-Smartphone kommenden Monat auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorstellen. Der Marktstart sollte dann im März erfolgen. Trotz allem wird weiterhin erwartet, dass Samsung sein erstes Tizen-Smartphone noch im Februar in Barcelona vorstellt.

[Mit Material von Rich Trenholm, CNET UK & Björn Greif, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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