Facebook: Zuckerbergs Pläne für die nächsten Jahre

Das Social Network setzt auf personalisierte Werbung, eigenständige Apps, intelligente Suche mit Graph Search und weltweit mehr mit dem Internet verbundene Menschen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Chief Operating Officer Sheryl Sandberg haben sich jetzt bei einer Investorenkonferenz zu den jüngsten Quartalsergebnissen mit verachtfachtem Gewinn ausführlich zu ihren Plänen für die nächsten Jahre geäußert. Sie sprachen dabei von internen Strategien für drei, fünf und zehn Jahre, mit denen sie das Social Network weiter voranbringen wollen.

Mit ihrem Zehnjahresplan streben sie vor allem stark personalisierte, gezielte Werbung in Newsfeeds an, um die durchschnittlichen Einnahmen und Gewinnspannen je Nutzer deutlich zu erhöhen. Als wesentliche Stützen sollen eigenständige Apps aufgebaut werden, die eine besondere Nutzererfahrung bieten und sich mit der riesigen „Datennabe“ Facebooks verbinden.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Bild: James Martin / CNET)

Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Bild: James Martin / CNET)

Die herkömmliche Suche will das Social Network dank Graph Search und seinen Services mit „Künstlicher Intelligenz“ übertreffen. Das Internet und zunehmend kostengünstigere, aber zugleich leistungsfähigere Geräte sowie Rechenzentren sollen den ganzen Planeten beglücken, die Welt flacher machen und mehr Menschen in Mitglieder der Facebook-Gesellschaft verwandeln.

„Beim Dreijahresplan geht es darum, neue Erfahrungen des Teilens zu schaffen“, führte Zuckerberg aus. „Bei der Strategie für die nächsten fünf Jahre geht es überwiegend darum, Menschen dabei zu helfen, ihr Netzwerk zur Beantwortung interessanter Fragen oder zur Lösung ihrer Probleme zu nutzen. Dafür arbeiten wir an Graph Search, Open Graph und auch schon an KI, und die Ergebnisse werden Sie in diesem Zeitraum beobachten können. Über zehn Jahre hinweg werden Sie dann viele Auswirkungen unserer Arbeit mit Internet.org sehen, wobei sich einiges davon hoffentlich auch schon früher auswirkt.“

„Diese Verlagerung zur Personalisierung stellt die größte Verlagerung im Marketing seit Generationen dar“, erklärte COO Sheryl Sandberg zur Strategie für die kommenden drei Jahre. „Und wir sind in der einzigartigen Position, hier führend voranzugehen.“ Sie verwies dazu auf das Social Network als einzigem Ort, den täglich 750 Millionen Menschen aufsuchen, um für sie bedeutsame Dinge zu entdecken. Sein zunehmend besseres Verständnis der Menschen erlaube Facebook, die Qualität der Inserate wesentlich zu erhöhen.

Facebook will außerdem von seiner monolithischen App abgehen und auf eine Reihe mobiler Apps setzen. Es erhofft sich davon ein vertieftes Engagement der Nutzer und will zugleich Wettbewerber abwehren. „Was die Schaffung neuer und getrennter Erfahrungen angeht, so folgen wir der Theorie, dass es all diese verschiedenen Arten gibt, wie Menschen teilen und kommunizieren wollen“, sagte Zuckerberg. Eben erst stellte das Unternehmen mit dem Newsreader Paper eine solche eigenständige Anwendung vor.

Eine mobile Version von Graph Search ist laut Zuckerberg „ziemlich bald“ zu erwarten. Zur langfristigeren Perspektive evangelisierte er wortreich zu Internet.org, einer von Facebook angeführten Initiative von Technologiefirmen, die das Ziel eines bezahlbaren Internets für alle Menschen der Welt ausgibt. Innerhalb von zehn Jahren erhofft er große Fortschritte beim Bemühen, die noch nicht mit dem Internet verbundene Mehrheit der Weltbevölkerung zu erreichen.

Das Unternehmen gibt an, dass heute schon über 1,23 Milliarden Menschen monatlich auf Facebook aktiv sind. Im Jahresvergleich konnte es die Zahl der monatlich aktiven Nutzer um 16 Prozent und die der täglich aktiven Nutzer um 22 Prozent steigern. Das kam auch den Werbeeinnahmen zugute, die in seinen vier wichtigsten geografischen Regionen um 65 Prozent wuchsen. Dabei sank die Zahl der Werbeeinblendungen im abgelaufenen Quartal um 8 Prozent, da auf Mobilgeräten weniger Inserate als auf dem Desktop gezeigt wurden – aber zugleich konnte das Social Network den durchschnittlichen Preis eines Inserats gegenüber dem Vorjahr um 92 Prozent steigern.

[mit Material von Bernd Kling und Dan Faber, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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