Verwertungsgesellschaft GEMA fordert Lizenzgebühren für eingebettete Youtube-Videos

Die GEMA will Gebühren für in Webseiten oder sozialen Netzen eingebettete Videos, die urheberrechtlich geschütztes Material enthalten. Das gilt beispielsweise für zahlreiche Clips auf Videoplattformen wie Youtube oder Vimeo.

Die Forderung der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) steht im Zusammenhang mit der von der EU-Kommission durchgeführten öffentlichen Konsultation von Interessenvertretern zum europäischen Urheberrecht. Deren Ziel ist es, „Input von allen Interessenvertretern zur Überprüfung der Regeln zum EU-Urheberrecht zu sammeln“. Gesucht werden Beiträge „von Konsumenten, Nutzern, Autoren, Darstellern, Verlagen, Produzenten, Rundfunkunternehmen, Vermittlern, Verteilern und anderen Dienstleistern, Verwertungsgesellschaften, öffentlichen Behörden und Mitgliedstaaten“. Die Einsendefrist wurde bis zum 5. März verlängert.

GEMA Logo

In diesem Rahmen hatte sich schon die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM für eine Vergütungspflicht für eingebettete Online-Videos stark gemacht. Sie versandte vorausgefüllte Fragebögen der EU-Kommission an seine rund 20.000 Mitglieder. In einer vorformulierten Antwort forderte sie darin einen „angemessenen Ausgleich“ für Musikvideos, die „in fremde Websites eingebettet“ werden.

Gegenüber Netzpolitik.org erklärte nun eine GEMA-Sprecherin: „Wir sehen das wie die AKM. Im Gegensatz zu einfachen Hyperlinks, die für uns keine relevante Nutzungshandlung darstellen, sollte Embedded Content lizenziert werden. Denn hier ist für den Nutzer nicht klar ist, dass die Datei von einer anderen Seite stammt.“

Die Frage, ob das Einbetten auf anderen Internetseiten öffentlich zugänglicher geschützter Inhalte in die eigene Website mittels des sogenannten Framing einen Urheberrechtsverstoß darstellt, beschäftigt aktuell auch den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Unter Framing versteht man das Einbinden von Multimediainhalten in eine Webseite, indem diese durch einen elektronischen Verweis vom Ursprungsort abgerufen und in einem Rahmen (Frame) auf der eigenen Seite wiedergegeben werden. Bekanntestes Beispiel dafür sind Youtube-Videos.

Sollte der EuGH das Einbinden fremder Inhalte mittels Framing tatsächlich als Urheberrechtsverletzung bewerten, könnte auf die Nutzer sozialer Netze eine Abmahnwelle zukommen. Denn allein auf Facebook werden täglich tausende Youtube-Videos auf diese Art weiterverbreitet.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Verwertungsgesellschaft GEMA fordert Lizenzgebühren für eingebettete Youtube-Videos

  • Am 6. Februar 2014 um 05:47 von Molcho

    ein gewisser Tim Berners-Lee hat seinerzeit das Internet erfunden.

    und in den Anfängen des Computers dachte man sich: Super! damit können wir ganz sicher die Probleme der Menschheit lösen.

    Der Erfinder von mp3 hat seine Erfindung einfach so zur Verfügung gestellt.

    —–
    ich weiß, Künstlern geht es schlecht.
    Aber der Verwertungsindustrie fällt sowieso immer wieder etwas neues ein um Kohle zu machen.

    wir haben derzeit weit wichtigere Probleme als uns die GEMA in die Ohren bläst

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *