Patentstreit: HTC und Nokia einigen sich und treffen Kooperationsvereinbarung

Vertragliche Details wurden nur wenige preisgegeben. HTC wird Zahlungen an Nokia leisten. Die Kooperation betrifft auch HTCs LTE-Schutzrechte. Nokia will sich nun auf weitere Lizenzierungschancen konzentrieren.

Der nun schon seit 2012 andauernde Patentstreit zwischen Nokia und der HTC Corporation hat ein Ende gefunden. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, haben beide Unternehmen ein Patentabkommen abgeschlossen und sind eine technologische Partnerschaft eingegangen. Die vertraglichen Details bleiben weitgehend geheim. Bekannt ist, das HTC Zahlungen an Nokia leisten wird. Die Kooperation soll auch die LTE-Schutzrechte von HTC betreffen und damit “Nokias Lizenzangebote weiter stärken”.

Patentstreit: HTC und Nokia einigen sich und treffen Kooperationsvereinbarung

In der Pressemitteilung zeigt sich Paul Melin, Chief Intellectual Property Officer von Nokia, erfreut über die Einigung und die künftige Zusammenarbeit mit HTC, das schon länger ein Lizenznehmer von Nokias standardrelevanten Patenten ist. Nokia sieht sich durch die Vereinbarung auch in seinen Anwendungspatenten bestätigt und will sich auf weitere Lizenzierungschancen konzentrieren.

“Nokia hat eines der herausragendsten Patentportfolios in der Branche”, sekundierte HTC-Chefjustiziarin Grace Lei. Als Smartphone-Pionier mit einem starken Patentportfolio könne sich HTC nun “weiterhin auf Innovationen für die Verbraucher ausrichten.”

Nokia begann seine Klageserie gegen HTC schon im Mai 2012. Die juristischen Auseinandersetzungen betrafen zuletzt über 50 Schutzrechte und nahmen Gerichte in sieben Ländern in Anspruch. In Deutschland ging im Januar eine Runde an HTC, als das Landgericht München I eine von Nokias Klagen abwies. Wenig später aber unterlag HTC erneut beim Landgericht Mannheim.

Der Druck durch die anhaltenden Patentscharmützel machte dem taiwanischen Hersteller zweifellos zu schaffen angesichts seiner geschäftlichen Abwärtsentwicklung. Im Oktober musste es den ersten Quartalsverlust seit seinem Börsengang melden. Gleichzeitig aber plant der angeschlagene Handyhersteller einen Einstieg in den noch jungen Markt für Wearable Tech, das er als “für uns entscheidendes Segment” sieht. Nach einem Bloomberg-Bericht arbeitet HTC an einer Smartwatch mit Googles Mobilbetriebssystem Android und einer Kamera. Daneben soll es in Zusammenarbeit mit Google auch ein Nexus-Tablet herausbringen.

Darüber hinaus soll der Nachfolger des HTC One dem taiwanischen Unternehmen zurück auf die Erfolgsspur helfen. Bisherigen Spekulationen zufolge kommt das HTC One 2 oder HTC One+ mit einem 5-Zoll-Display, Qualcomms Snapdragon-800- oder -805-CPU, 3 GByte RAM, einem Fingerabdruckscanner, einer verbesserten Ultrapixel-Kamera mit zwei Sensoren und dem bekannten Unibody-Metallgehäuse. HTCs Android-Oberfläche Sense 6.0 bekommt voraussichtlich ein neues farbliches Design, eine transparente Launcher-Leiste und ein überarbeitetes Blinkfeed-Layout. Zudem ist das Android-Smartphone voraussichtlich mit On-Screen-Buttons ausgestattet. Weitere Informationen zu den technischen Spezifikationen können Interessierte an folgender Stelle nachlesen.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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