LG G Flex im Test: 6-Zoll-Android-Smartphone mit gebogenem Display

Das Android-Smartphone LG G Flex ist mit einem gebogenen 6-Zoll-HD-OLED-Display, der Rear-Key-Bedienung des LG G2, einem “selbstheilenden” Gehäuse, der Quad-Core-CPU Snapdragon 800, 2 GByte RAM, 32 GByte Speicher, einer 13-Megapixel-Kamera, einem 3500-mAh-Akku und Android 4.2.2 als Betriebssystem ausgestattet. Seit dem 7. Februar steht es in Deutschland zu einem Preis von 799 Euro zum Verkauf. Höchste Zeit, das LG G Flex genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer das LG G Flex das erste Mal zu Gesicht bekommt und in der Hand hält, wird feststellen, dass es kein herkömmliches Android-Smartphones ist. Sein 6 Zoll großes Display ist leicht gewölbt, was dem Gerät eine einzigartige Form verleiht und es definitiv zu einem Hingucker macht. Ob diese neue Bauweise aber auch Vorteile bietet oder getrost als sinnlose Spielerei abgestempelt werden kann, das verrät folgender Testbericht.

LG G Flex im Test: 6-Zoll-Android-Smartphone mit gebogenem Display

Das LG G Flex ist anders als herkömmliche Android-Smartphones. Es kommt mit einem gebogenem Display und die Bedienelemente befinden sich auf der Rückseite des Gerätes. Zum Verkauf steht es für 799 Euro. Wir haben uns das LG G Flex genauer angesehen (Bild: CNET.de).

Preis und Verfügbarkeit

Das Ende Oktober 2013 vorgestellte AndroidSmartphone steht seit dem 7. Februar in Deutschland zum Verkauf. Anfangs wurde es exklusiv von Vodafone vertrieben. Mittlerweile ist das Gerät auch im Einzelhandel, beispielsweise bei Mediamarkt, erhältlich. Nach sechs Wochen wird es das Flex dann auch bei anderen Mobilfunkanbietern geben. In der Farbe Titansilber kostet es derzeit satte 799 Euro und zählt sich damit zu den teuersten Android-Geräten am Markt.

Neben dem Smartphone, Ladegerät und Ladekabel legt LG dem G Flex auch noch ein Paar Ear-Bud-Kopfhörer dazu (Bild: CNET.de).

Neben dem Smartphone, Ladegerät und Ladekabel legt LG dem G Flex auch noch ein Paar Earbud-Kopfhörer bei (Bild: CNET.de).

Design

Mit seinen Maßen von 160,5 mal 81,6 mal 8,7 Millimetern und einem Gewicht von 177 Gramm ist es für ein 6-Zoll-Gerät durchaus schlank. Dafür sorgt nicht zuletzt der dünne Display-Rahmen des G Flex. Dennoch ist der erste Eindruck, der sich einstellt: ganz schön groß! Allerdings gewöhnt man sich auch schnell an die 6-Zoll-Diagonale und empfindet 5 Zoll nach einiger Zeit mit dem Flex als klein. Das ändert aber nichts daran, dass das Phablet recht unhandlich ist, möchten Besitzer es mit einer Hand bedienen. Ohne umzugreifen und es auf der Handfläche zu balancieren, ist dies kaum möglich. Etwas erleichtert wird die Einhandbedienung durch einige Hilfen. So lässt sich beim Schreiben einer SMS beispielsweise die Tastatur auf zwei Drittel der normalen Fläche an den Ränder des Bildschirms zusammenstauchen.

LG G Flex im Test - Design

Das LG G Flex misst 160,5 mal 81,6 mal 8,7 Millimetern und ist es für ein 6-Zoll-Gerät durchaus schlank (CNET.de).

Das Gehäuse des G Flex ist aus Kunststoff gefertigt. Die Rückseite kommt mit einem Look, der an gebürstetes Metall erinnern soll. Im Gegensatz zu Konkurrenz-Produkten wie von HTC oder Apple, die auf Premium-Materialien setzen, wirkt es aber trotzdem nicht so hochwertig. Die Haptik ist ähnlich wie bei Samsungs Galaxy S4. Die Oberfläche ist glatt, aber gefühlt nicht ganz so rutschig wie bei dem Galaxy-Modell.

Anstatt die Bedienelemente wie üblich an den Seiten des Gerätes anzubringen, hat LG die Lautstärkenregelung und den Ein-/Ausschalter wie schon beim G2 auf der Rückseite unter der Kameralinse verbaut. Bei 6 Zoll macht das auch durchaus Sinn, wie wir finden. Während eines Telefonats sind die Tasten beispielsweise gut zu erreichen, auch wenn man sich anfangs erst an die sogenannte „Rear-Key-Bedienung“ gewöhnen muss. Nach einer Einlernphase trifft man die Bedienelemente aber zuverlässig und muss nicht mehr erfühlen, wo die Tasten genau liegen.

Liegt das Gerät auf dem Tisch, müsste man es dadurch aber jedes Mal in die Hand nehmen, um an den Ein-/Ausschalter auf der Rückseite heranzukommen und es aufzuwecken. Um dies zu vermeiden hat LG das Knock-Feature entwickelt. Diese Funktionen erlaubt es, das AndroidSmartphone mittels eines zweifachen Fingertipps auf das Display aus dem Ruhezustand aufzuwecken. Trotz gebogener Form liegt das Flex übrigens recht flach auf. Es wackelt lediglich etwas, wenn man es an den unteren und oberen Rändern des Bildschirms berührt.

Gekrümmte Form

Das Display des LG G Flex hat einen Krümmungsradius von 700 Millimeter, was laut LGs Konsumentenstudien der „idealen Kurve“ entspricht. Die Krümmung nimmt man allerdings visuell deutlich stärker wahr – insbesondere, wenn das Gerät auf der Rückseite liegt – als es das tatsächliche physische Gefühl vermittelt. Dennoch liegt es durch die leicht gebogene Form des 6-Zoll-Displays gefühlt ein wenig komfortabler in der Hand. Riesengroß ist der Unterschied zu herkömmlichen Smartphones aber nicht. Und auch das etwas komfortablere Gefühl, wenn man das Flex an das Ohr hält, ist eher ein subjektives Empfinden.

LG G Flex im Test

Das Display des G Flex ist um die horizontale Achse – also von oben nach unten – gebogen (CNET.de).

Ein sich schon eher bemerkbar machender Vorteil der Biegung ist, dass sie die Enden des Bildschirms näher zusammen bringt und verkürzt so das Sichtfeld. In Verbindung mit der großen Anzeige hat man durch den Curved-Effekt das Gefühl, beim Betrachten von Videos sowie Zocken von Spielen etwas mehr gefesselt zu werden.

Laut LG soll die Krümmung auch beim Telefonieren Vorteile bringen. Nicht nur weil sich das G Flex besser an die Gesichtskonturen des Nutzers anschmiegt, sondern auch weil das Mikrofon dadurch näher am Mund ist. An der Gesprächsqualität gab es auch nichts auszusetzen, große Unterschiede zur Konkurrenz konnten wir aber nicht feststellen. Liegt das Smartphone auf einer ebenen Fläche wie einem Tisch, erhöht die Form allerdings den Abstand des Lautsprechers zur Oberfläche, wodurch dieser höher ist, als wenn das Smartphone nicht gebogen und komplett flach auf dem Tisch liegen würde. Eine noch bessere Lösung sind natürlich Front-Lautsprechern, wie sie das HTC One besitzt.

LG G Flex im Test

Auch wenn das Flex hörbar knarzt, wenn man es flach drückt, Schaden nimmt das Display dadurch tatsächlich nicht (Bild: CNET.de).

Das Display des G Flex wurde sozusagen um die horizontale Achse – also von oben nach unten – gebogen. Dadurch passt sich das Smartphone zwar nicht an das Bein an, wenn es in der Hosentasche steckt, sorgt dafür aber in der Gesäßtasche für etwas mehr Tragekomfort. Und da das G Flex tatsächlich leicht biegsam ist, können sich Besitzer auch einfach darauf setzten, ohne dass es Schaden nimmt. Laut LG hält es einem Druck von 82 Kilogramm (maximal 100 Kilogramm) ohne Probleme stand. Auch wenn das Flex hörbar knarzt, wenn man es flachdrückt, Schaden nimmt das Display dadurch tatsächlich nicht – auch nicht nach mehrmaligem Biegen und Drücken.

Selbstheilende Rückseite

LG bezeichnet die Rückseite des Flex als „selbstheilend“. Diese soll sich dank einer speziellen Polyrotaxan-Lackierung, die auch in der Automobilindustrie Anwendung findet, von Kratzern und alltäglichen Abnutzungserscheinungen erholen. Im Laufe der Zeit soll die Beschichtung sozusagen zusammenfließen, Schäden von alleine verschwinden und das Smartphone dadurch länger neuwertig aussehen.

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Die „selbstheilende“ Beschichtung des LG G Flex ist nicht unzerstörbar (Bild: CNET.com).

Mit oberflächlichen Gebrauchsspuren klappt das auch tatsächlich, auch wenn es etwas länger als die angegebenen durchschnittlichen 90 Sekunden dauern kann. Wärme begünstigt den Prozess. Allerdings erwartet man mehr, wenn man den Begriff „selbstheilende Rückseite“ hört und sich die Beschreibungen des Herstellers durchliest. Man sollte definitiv nicht annehmen, dass die Beschichtung unzerstörbar ist. Ansonsten wäre man mit Sicherheit enttäuscht. Mit einem Messer lässt sich die Rückseite beispielsweise leicht beschädigen. Auch ein Schlüssel hinterlässt mit etwas Druck schnell bleibende Kerben in der Rückseite. Käufer sollten eher davon ausgehen, dass das Flex es auch mal verzeiht, wenn es mit Schlüssel & Co. in die Tasche gesteckt wird. Wirkliche Kratzer, wie man sie sich vorstellt, werden nicht von alleine wieder verschwinden. Hinzukommt, dass zwar die Rückseite dank der Lackierung widerstandsfähiger ist, der Display-Rahmen aber nicht. Hier haben sich – wenn auch nur geringfügig- schnell Gebrauchsspuren bemerkbar gemacht.

Display

Der 6 Zoll große Curved-POLED-Bildschirm (Plastik-OLED) löst mit 1280 mal 720 Bildpunkten (Real RGB) auf und bietet damit im Vergleich eine niedrigere Auflösung als die High-End-Phablet-Konkurrenz. Die Pixeldichte beträgt nur rund 245 ppi. Das Samsung Galaxy Note 3 löst beispielsweise mit Full-HD – also 1920 mal 1080 Pixel – auf und bietet eine Pixeldichte von 386 ppi. Beim Lesen von Text fällt dieser Unterschied zwar kaum ins Gewicht, Videos und Bilder sahen aber beispielsweise nicht ganz so scharf aus wie auf einem Full-HD-Display. Das Display des Flex ist nicht wie üblich aus Glas, sondern aus Plastik. Dies soll verhindern, dass das es nicht so leicht zerbericht. In wie weit es anfälliger für Kratzer ist, als ein mit Gorilla Glas geschütztes Display ist schwer zu sagen. SChäden haben sich in unserem Testzeitraum jedenfalls nicht bemerkbar gemacht.

LG G Flex im Test

Bei ganz genauem Hinschauen wirkt das POLED-Display des LG G Flex etwas grobkörnig (Bild: CNET.de).

Im Vergleich mit einem LCD wirkt die Farbdarstellung trotz Real-RGB-Subpixel wie bei OLED-Displays üblich etwas knalliger. Dafür erreicht es typischerweise sehr gute Schwarzwerte. Mit einer Helligkeit von über 300 cd/m² kommt das Display auch in diesem Bereich auf einen guten Wert. Bei der Betrachtung des Displays aus einem gewissen Winkel kann das G Flex nicht ganz überzeugen. Text lässt sich zwar auch noch aus dem extremsten Blickwinkel gut ablesen, allerdings macht sich hierbei ein deutlicher Blaustich bemerkbar, der vor allem bei weißen Flächen auffällt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass das Display bei ganz genauem Hinschauen etwas grobkörnig wirkt. Das fällt vor allem bei niedriger Display-Helligkeit und grauen Flächen auf. Dies betrifft laut LG zwar nur Vorserienmodelle, die sich unter die Testgeräte geschlichen haben, aber auch das Display des zweiten uns zugeschickten G Flex konnte trotz deutlicher Verbesserung in diesem Punkt nicht voll überzeugen. Zudem macht sich beim Einschalten der Anzeige eine kurze Verzögerung bemerkbar.

Hardware & Leistung

Als Prozessor verwendet LG Qualcomms aktuellen Quad-Core-Chip Snapdragon 800 (MSM 8974) mit 2,26 GHz Takt und Adreno-330-GPU. Ihm stehen 2 GByte RAM zur Seite. Der interne Speicher des G Flex ist 32 GByte groß. Einen microSD-Kartenslot zum Erweitern der Kapazität gibt es nicht.

In Sachen Geschwindigkeit zählt das G Flex sich damit zu den schnellsten Smartphones am Markt. Im AnTuTu- und Quadrant-Benchmark erreicht es 33.697 respektive 20.032 Punkte. Damit lässt es das LG G2 hinter sich, das im Quadrant-Benchmark mit demselben Snapdragon-800-Prozessor auf knapp 30.000 beziehungsweise 19.050 Punkte. Auch das Nexus 5 lässt es hinter sich (29.477 Punkte). Alles, was HTC One (24.407, 12.330) und Galaxy S4 (25.683, 11.381) diesbezüglich geschafft haben, verblasst dagegen regelrecht. Nur das Galaxy Note 3 scheint noch einen Hauch schneller zu sein als das Flex. Im AnTuTu- und Quadrant-Benchmark hat es mit 34.997 und 23.048 noch höhere Werte erreicht.

LG G Flex im Test

In Sachen Geschwindigkeit zählt das G Flex sich zu den schnellsten Smartphones am Markt (Screenshot: CNET.de).

Allerdings sollte man diese Zahlen auch mit etwas Vorsicht genießen. Samsung soll durch einen ins System integrierten Code bei einigen seiner Geräte etwas nachgeholfen haben, um bessere Ergebnisse bei Benchmark-Tests erzielen zu können.  Natürlich ist dies nicht nur bei Samsung der Fall, sondern fast alle führenden Smartphone-Hersteller sollen mindestens eines ihrer Geräte modifiziert haben, um in üblichen Benchmark-Tests bessere Ergebnisse zu erzielen als bei realen Anwendungen. Bei LG sollen diese Optimierungen aber weniger umfangreich als die von Samsung ausfallen.

Unabhängig davon lässt sich sagen, das  G Flex ist rasend schnell. Aufgaben wie die Rückkehr zum Homescreen sowie das Installieren und Aufrufen von Apps erledigt das G Flex in beeindruckender Geschwindigkeit. Auch beim Spielen von Grafik-intensiven Games wie Riptide GP 2 konnten wir keine Ruckler feststellen.

Software

Das LG G Flex ist ab Werk noch mit der bereits in die Tage gekommenen Android-Jelly-Bean-Version 4.2.2 inklusive diversen Anpassungen seitens LG ausgestattet. Allerdings arbeitet der Hersteller bereits an einem Update auf Android 4.4 KitKat. Ein Termin ist noch nicht bekannt. Gerüchten zufolge wird es aber im März kommen.

Das LG G Flex arbeitet ab Werk noch mit Android 4.2.2 Jelly Bean (Screenshot: CNET.de).

Das LG G Flex arbeitet ab Werk noch mit Android 4.2.2 Jelly Bean (Screenshot: CNET.de).

LG hat im Prinzip an fast allen Stellen des Smartphones seine Handschrift hinterlassen und beispielsweise die Einstellungen, die Kontakte, den Kalender und die Galerie angepasst. Die Koreaner haben zusätzlich zu den üblichen Google-Anwendungen auch noch zahlreiche Apps und Features mit dazu gepackt. Darunter Notizbuch-Apps, einen Sprachrekorder, einen Datei- und Task-Manager, ein Wörterbuch oder eine Backup-App. Clip Tray speichert beispielsweise Text für die spätere Verwendung ab und Answer Me nimmt einen eingehenden Anruf automatisch entgegen, sobald der Anwender das Smartphone zum Ohr führt. Mit dem Voice Mate hat LG auch ein Pendant zu Samsungs S-Voice oder Apples Siri im Programm.

LG G Flex im Test

LG hat die Android-Version an fast allen Stellen angepasst – zu sehen sind hier die Quicksettings, die Einstellungen und die Kontakte (Screenshot: CNET.de).

Eine  äußerst praktische Funktion ist Knock oder KnockOn, wie es bis vor Kurzem noch hieß. Ist sie aktiviert (Einstellungen, Allgemein, Bewegungen) haben Nutzer die Möglichkeit, das Smartphone mit einem zweifachen Fingertipp auf das Display ein- und auszuschalten. Um es in den Ruhezustand zu versetzten, tippen Anwender auf eine freie Fläche des Homescreens oder auf die Statusleiste.

LG G Flex im Test

Das LG G Flex kommt mit der Anwendung Quick Memo zum Anfertigen handschriftlicher Notizen und Dual Window für Multitasking (Screenshot: CNET.de).

Wie das Galaxy Note 3 von Samsung kommt das G Flex auch mit echtem Multitasking. Slide Aside und QSlide sind schon vom LG G2 bekannt. Neu ist Dual Window. Nutzer können zwei Apps gleichzeitig im Split-Screen-Modus laufen lassen, indem sie etwas länger auf die Zurück-Taste tippen und anschließend die gewünschten Apps in den oberen oder unteren Bildschirmbereich ziehen. Eine nette Spielerei: Die Swing-Lock-Screen-Funktion passt das Hintergrundbild des Sperrbildschirms automatisch an die Tageszeit an.

LG G Flex im Test

QTheater erlaubt den Zugriff auf Videos, Youtube-Clips und Bilder direkt über den Lockscreen (Screenshot: CNET.de).

Eine weiteres neues Feature ist QTheater, das den Zugriff auf Videos, Youtube-Clips und Bilder direkt über den Lockscreen erlaubt. Dazu bewegen Flex-Besitzer zwei Finger von der Mitte des Displays nach außen und lassen den Sperrbildschirm wie einen Vorhang im Theater verschwinden.

Kamera & Video

Für Fotos und Videos hat LG dem G Flex eine rückseitige Kamera mit 13 Megapixel Auflösung spendiert. Für Videotelefonie oder Selbstportraits steht eine 2,1-Megapixel-Front-Webcam zur Verfügung.

Die 13-Megapixel-Knipse arbeitet zwar ziemlich schnell, die Fotoqualität konnte aber nicht auf voller Linie überzeugen. Bei guten Lichtverhältnissen macht sie tolle, scharfe Fotos und stellt Farben naturgetreu dar. Bei Innenaufnahmen beziehungsweise schlechteren Lichtverhältnissen macht sich jedoch schnell ein leichtes Bildrauschen bemerkbar und die Farben wirken etwas ausgewaschen oder verfälscht.

Bei guten Lichtverhältnissen schießt das LG G Flex scharfe Fotos mit naturgetreuen Farben (Bild: CNET.com).

Bei guten Lichtverhältnissen schießt das LG G Flex scharfe Fotos mit naturgetreuen Farben (Bild: CNET.com).

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Bei dieser Innenaufnahme des LG G Flex macht sich ein leichtes Bildrauschen im Bereich der weißen Wände bemerkbar (Bild: CNET.com).

LG G Flex - Makroaufnahme

Diese Makroaufnahme hat das LG G Flex nicht ganz scharf hinbekommen (Bild: CNET.com).

LG G Flex - Testlaboraufnahme

Im Testlabor kann das Android-Smartphone von LG mit einer scharfen Aufnahme punkten. Allerdings macht sich ein Gelbstich bemerkbar (Bild: CNET.com).

Sowohl die rückseitige Kamera bringt zahlreiche Aufnahmemodi und Einstellungsmöglichkeiten wie Panorama, Serienaufnahme, Beauty Shot, Dual-Kamera, Gesichtserkennung der Sprachsteuerung mit. Es gibt Einstellungen für Auflösung, Helligkeit, Weißabgleich, Farbeffekte, ISO-Wert oder Auto-Fokus. Ein Selbstauslöser, eine Zoom-Funktion und Geotagging sind natürlich auch mit an Bord.

Videos zeichnet das G Flex mit Full-HD-, wahlweise auch UltraHD-Auflösung auf. Bei 1080p können Nutzer zwischen 30 und 60 Bildern pro Sekunde wählen. Smartphone-Besitzer haben die Möglichkeit, mit beiden Kameras gleichzeitig zu Filmen sowie während der Aufnahme Fotos zu schießen. Zudem gibt es zwei weitere Aufnahme-Modi: Zoom verfolgen und Live-Effekt.

Auch beim Aufnehmen von Videos liefert die Kamera unterschiedliche Ergebnisse. Bei Full-HD-Videos überzeut das Flex mit scharfen Aufnahmen und naturgetreuen Farben. Auch bewegte Objekte bleiben im Fokus. Der Ton konnte allerdings nicht immer überzeugen und klang mitunter etwas blechern. Wie auch bei Fotos macht sich bei Innenaufnahmen beziehungsweise schwachem Licht schnell ein leichtes Bildrauschen bemerkbar.

Kommunikation & Gesprächsqualität

An Verbindungsoptionen bietet das G Flex das volle Programm. Neben GSM, EDGE, UMTS samt HSPA+ unterstützt es auch LTE (Cat 4 mit Downloadraten von bis zu 150 MBit/s) sowie WLAN nach der neuesten IEEE-Spezifikation 802.11ac. GPS, A-GPS, NFC, Bluetooth 4.0, USB 3.0, DLNA, HDMI sowie Miracast-Support sind ebenfalls an Bord. Das Flex kommt ohne SIM-Lock und kann auch mit microSIM-Karten anderer Provider betrieben werden.

Die Gesprächsqualität ist drinnen wie draußen ausgezeichnet. Hintergrundgeräusche waren für den Gesprächspartner auch an viel befahrenen Straßen so gut wie nicht zuhören. In einem Gespräch klang die Stimme zwar etwas gedämpft, das ging aber nach ein paar Sekunden schnell wieder weg. Dass sich die Sprachqualität durch den geringeren Abstand des Mikrofons zum Mund entscheidend verbessert, das macht sich allerdings nicht sonderlich bemerkbar. Die Gesprächsqualität ist sehr gut, aber das haben auch schon andere Hersteller ohne gebogenes Display hinbekommen.

Akku

Der fest verbaute Akku, der das erste gebogene Exemplar seiner Art ist, hat eine satte Kapazität von 3500 mAh. Er fällt damit nochmals größer aus als der des LG G2 (3000 mAh) und des Galaxy Note 3 (3200 mAh). Die Laufzeit des G Flex ist auch eine seiner großen Stärken. Bei mittlerer Nutzung hat das Gerät knapp 14 Stunden durchgehalten und hatte nur rund 65 Prozent der Kapazität verbraucht. Im Standby-Modus samt verbundenem 4G-Netz verbraucht das Smartphone weniger als ein Prozent pro Stunde. Beim Betrachten von Youtube-Videos über das 4G-Netz hält es 10 bis 12 Stunden durch. Im CNET-Video-Akkutest unserer amerikanischen Kollegen hat es beeindruckende 17,82 Stunden durchgehalten.  Das Galaxy Note 3 kam bei identischem Testverfahren beispielsweise nur auf 15 Stunden. Das HTC One Max (3300 mAh) sogar nur auf  knapp 10 Stunden. Demnach kommt man bei durchschnittlicher Nutzung in der Regel auch zwei Tage mit dem G Flex aus, ohne es an das Ladegerät hängen zu müssen.

LG G Flex

Beim LG G Flex ist auchder Akku gebogen. Er hat eine Kapazität von 3500 mAh und beschert dem Android-Smartphone eine ausgesprochen lange Akkulaufzeit (Bild: CNET.com).

Fazit

Das gebogene Display des LG G Flex ist nicht nur eine reine Spielerei. Ein Vorteil des Designs ist, dass es das Smartphone widerstandsfähiger und ein wenig komfortabler in der Handhabung macht. Beim Betrachten von Videos sowie beim Spielen hat man zudem das Gefühl, etwas mehr gefesselt zu werden. Für erstaunte Blicke bei Familie und Freunden dürfte das LG G Flex ebenfalls sorgen. Aber auch wer diese neue Bauweise als sinnlose Spielerei abstempelt, wird an dem Gerät andere Dinge finden, die er als gut erachtet. Es kommt beispielsweise mit einer Beschichtung, die oberflächliche Gebrauchsspuren abschwächt. Außerdem hat es dank des Quad-Core-CPUs Snapdragon 800 von Qualcomm jede Menge Power unter der Haube und kann dank eines starken Akkus mit einer sehr langen Laufzeit aufwarten.

Das G Flex hat aber auch seine Nachteile. So bietet das Display nur eine Auflösung von 1280 mal 720 Pixel und ist damit nicht so scharf wie das seiner günstigeren High-End-Konkurrenten. Ein Full-HD-Panel zu biegen hätte das Gerät wohl noch sehr viel teurer gemacht. Bei ganz genauem Hinschauen wirkt das Display auch etwas grobkörnig. Die Kamera bewegt sich im Mittelmaß und die Betriebssystemversion ist nicht auf dem neuesten Stand. Und dann wäre natürlich auch noch der hohe Preis zu nennen. Mit 799 Euro zahlt man derzeit vergleichsweise viel Geld für eine neue Technologie, dessen Vorteile zwar durchaus bemerkbar sind, aber eben auch noch keinen riesengroßen Unterschied zu herkömmlichen Smartphones ausmachen. Dennoch ist das LG G Flex ein einzigartiges Smartphone und ein Gerät mit viel Potenzial. Das G Flex ist definitiv der richtige Schritt in eine neue Richtung hin zu Smartphones mit wirklich flexiblen beziehungsweise faltbaren Anzeigen.

Technische Daten

Technische Daten

LG G Flex
Betriebssystem Android 4.2.2
Display 6 Zoll, HD-POLED
Auflösung 1280 × 720 Pixel (245 ppi)
Prozessor 2,3 GHz Quad-Core Snapdragon 800
Arbeitsspeicher 2 GByte
interner Speicher 32 GByte
Speicherkartenslot nicht vorhanden
Kamera 13 MP mit LED-Blitzlicht (4.160 x 3.120 Pixel)
Videokamera Ultra HD (3.840 x 2.160 Pixel)
Frontkamera 2,1 MP (1.920 x 1.080 Pixel)
3G HSPA+, HSUPA
LTE DL bis 150 MBit/s, UL bis 50 MBit/s
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 + 5 GHz)
Bluetooth 4.0
NFC ja
GPS/A-GPS ja
Akku-Kapazität 3500 mAh
Abmessung 160,5 x 81,6 x 8,7 mm
Gewicht 177 Gramm

[Mit Material von Lynn La, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
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