MWC: Datenschutz-Android-Smartphone Blackphone vorgestellt

Das abhörsichere Android-Smartphone Blackphone kommt mit einem 4,7-Zoll-Display, einer Quad-Core-CPU, 2 GByte RAM, 16 GByte Speicher, LTE und PrivatOS als Betriebssystem. Es kann ab sofort für 629 Dollar vorbestellt werden.

Wie im Januar angekündigt wurde das abhörsichere Smartphone auf Android-Basis auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona der Öffentlichkeit präsentiert.

MWC: Datenschutz-Android-Smartphone Blackphone vorgestellt

Das abhörsichere Android-Smartphone Blackphone kommt mit einem 4,7-Zoll-Display, einer Quad-Core-CPU, 2 GByte RAM, 16 GByte Speicher, LTE und PrivatOS als Betriebssystem. Es kann ab sofort vorbestellt werden (Bild: CNET.com).

Entwickler des Blackphone ist das Joint Venture SGP Technologies, das der amerikanische Sicherheitsanbieter Silent Circle und der spanische Smartphone-Hersteller Geeksphone gegründet haben. Dem Team gehören PGP-Erfinder Phil Zimmermann, die Geeksphone-Gründer Javier Aguera und Rodrigo Silva-Ramos, PGP-Mitgründer und Silent-Circle-CTO Jon Callas sowie Silent-Circle-CEO Mike Janke (ein früheres Mitglied der Spezialeinheit US Navy SEALs) an.

Die Angaben zur technischen Ausstattung des Android-Smartphones sind noch etwas ungenau. Unter der Haube werkelt ein nicht näher spezifizierter Quad-Core-Prozessor, der eine Taktrate schneller als 2 GHz mitbringen soll. Das IPS-Display ist 4,7 Zoll groß, die Auflösung ist nicht bekannt. Das Blackphone unterstützt weiterhin LTE, HSPA+ und WLAN nach IEEE 802.11n sowie Bluetooth 4.0. Das aktuelle Snapdragon-800-SoC von Qualcomm dürfte demnach nicht zum Einsatz kommen, denn sonst wäre auch der WLAN-Standard ac unterstützt. Weiterhin stehen 2 GByte RAM sowie 16 GByte Speicher zur Verfügung. Die rückseitige Kamera löst mit mindestens 8 Megapixel auf und bietet auch ein Blitzlicht. Außerdem gibt es einen GPS-Sensor.

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Die rückseitige Kamera löst mit mindestens 8 Megapixel auf (Bild: CNET.com).

Im Zentrum der Darstellung stehen statt der Daten die Sicherheitsfunktionen, die das Betriebssystem PrivatOS einem Standard-Android voraus hat. So sei ein Tracking über WLAN unmöglich, da das Blackphone sich nur gegenüber als vertrauenswürdig eingestuften Hotspots zu erkennne gebe. Jede Internetsuche erfolge anonym. Alle Anwendungen seien gegen Verlust der Privatsphäre gesichert, darunter Anrufe, SMS, Videochat, Browsen und Dateiaustausch.

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Im Fokus stehen beim Blackphone die Sicherheitsfunktionen (Bild: CNET.com).

Die Berechtigungen für Apps lassen sich auf dem Blackphone granular vergeben, wie dies auch einige unabhängige Android-Distributionen leisten – während bei Standard-Android das “Alles oder nichts”-Prinzip gilt. Anders als bei Android ist für Upgrades keine Genehmigung der Netzbetreiber nötig: Blackphone verspricht, es werde häufige Updates direkt vom Anbieter geben. Während das Android-Geschäftsmodell darin bestehe, persönliche Daten für Nutzerverfolgung und Marketing zu sammeln, sei es das Geschäftsmodell von Blackphone, eine Absicherung der Privatsphäre als Premium-Funktion anzubieten.

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Das Blackphone erlaubt das Beschränken von Berechtigungen für Apps (Bild: CNET.com).

Das Blackphone kann ab sofort für 629 Dollar zuzüglich länderabhängiger Mehrwertsteuer und Versandkosten vorbestellt werden. Für deutsche Kunden beträgt der Preis 748,51 Dollar, was rund 545 Euro entspricht. Der Anbieter rechnet vor, dass der Wert einschließlich der enthaltenen Sicherheitslösungen eigentlich über 1500 Dollar betrage. Laut Pressemeldung ist das Blackphone auch über Providerpartner erhältlich, darunter KPN Mobile, das Belgien, Niederlande und Deutschland (via seine Tochter E-Plus) abdecken soll. Der Kunde werde aber immer auch direkt beim Hersteller ordern können.

MWC: Datenschutz-Android-Smartphone Blackphone vorgestellt

Der eigentliche Wert des Blackphones soll über 1500 Dollar betragen. Zu kaufen gibt es das abhörsichere Smartphone schon für 649 Dollar (Bild: Blackphone).

Entwickler des Blackphone ist das Joint Venture SGP Technologies, das der amerikanische Sicherheitsanbieter Silent Circle und der spanische Smartphone-Hersteller Geeksphone gegründet haben. Dem Team gehören PGP-Erfinder Phil Zimmermann, die Geeksphone-Gründer Javier Aguera und Rodrigo Silva-Ramos, PGP-Mitgründer und Silent-Circle-CTO Jon Callas sowie Silent-Circle-CEO Mike Janke (ein früheres Mitglied der Spezialeinheit US Navy SEALs) an.

Zimmermann kommentiert im Januar, ein Wunsch gehe in Erfüllung: “Ich habe meine ganze Karriere damit verbracht, sichere Telefonieprodukte einzuführen. Blackphone stellt den Nutzern alles zur Verfügung, was sie brauchen, um Schutz der Privatsphäre und Kontrolle über alle ihre Kommunikation sicherzustellen. Dazu kommen alle sonstigen High-End-Smartphone-Features, die man heute erwarten kann.”

Geeksphone aus Madrid war über seine Firefox-Smartphones mindestens europaweit hinaus bekannt geworden. Silent Circle mit Sitz in Washington DC ist ein weltweit tätiger Kommunikationsdienstleister, der etwa den sicheren E-Mail-Dienst Silent Mail betrieb, bis die Gründer sich entschlossen, ihn offenbar aufgrund zunehmenden Drucks durch Geheimdienste und andere Behörden einzustellen – fast zeitgleich mit dem von Edward Snowden genutzten ähnlichen Angebot Lavabit.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de & Rich Trenholm, CNET.com]

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Autor: Christian Schartel
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